Forum


 

Euro-Krise: Juncker fordert Treuhand-Modell für Griechenland

Jean-Claude Juncker, Chef der Euro-Gruppe, hat Griechenland eine Privatisierung des Staatsbesitzes nach dem Modell der deutschen Treuhand vorgeschlagen. Im SPIEGEL-Gespräch räumte er ein, dass die laufenden Euro-Rettungspakete für die deutschen Steuerzahler Risiken beinhalteten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...764072,00.html
  1. #290

    Hoher Norden...

    Zitat von falschgeld Beitrag anzeigen
    Fühlte mich wegen der Waterkant angesprochen.
    Würde gerne meine Erwartungen mit ihnen und den optimistischen Vorstellungen vertauschen.
    Wenn das Wasser uns um die Enkel spült ziehe ich in die Berge dort fühlen die Bewohner den Untergang sich ihnen wohl anders auf die Pelle rücken,mehr als einen Sommersturm wo hinterher wieder die Sonne scheint.

    Bis dann mache ich halt eben die Luken zu und warte ab um das Forum oder den Bloq zu besuchen denn so lange wird es ja nicht mehr dauern bis eine Entscheidung über die verrotte Bankenlandschaf tatsächlich etwas verändert.

    Gruss aus dem sonnigen Norden
    Danke... :)
    Habe eine hohe Meinung vom Hohen Norden. Falschgeld habe ich daher gerade dort keines vermutet. ;)
    Ja, die Einschläge kommen immer näher und als nächstes wird wohl Spanien ins Rampenlicht geraten, dann Italien. Für diese beiden Länder ist der Rettungsschirm zu klein. Neue Entscheidungen werden daher erzwungen werden, auch wenn die Politik derzeit noch konzeptlos reagiert und die Hauptdarsteller wie Getriebene wirken...
    Eine ausgezeichnete Analyse heute...
    "Last week saw real progress in reaching a solution to the Greek, Portuguese and Irish debt crises. It is now recognized that these countries can never, ever, repay their debts, certainly not on time, and more than likely not in full. A default by any other name is a default."
    "The new diagnosis is closer to reality: These countries are insolvent."
    "The only serious question now is what form the defaults should take."
    http://online.wsj.com/article/SB1000...532379208.html
    Rückzahlung, Bedienung der Schulden never, ever...
    Der Schuldenschnitt wird kommen, nur am Namen wird noch gefeilt...

    Grüße aus den Bergen an die Waterkant...
  2. #291

    .

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Das geht nicht, da Gr in der EU ist. Selbst, wenn sie nicht in der EU wären, würde das nicht funktionieren.

    Durch einen Austritt aus dem EURO käme man dem Ziel aber näher. Der Drachmen würde den EURO teuer machen, Importe würden teurer und damit abnehmen, die eigene Produktion wettbewerbsfähiger, vor allem auch im Inland, der Tourismus würde blühen, die Arbeitslosigkeit würde sinken,m der Lebensstandard würde nicht sinken, nur auf teure Importgüter müsste man verstärkt verzichten, das wäre der Preis.
    Allerdings würde das nicht funktionieren ohne eine vorherige Umschuldung bzw. den berühmten Haircut. Die Schulden Griechenlands lauten ja auch noch nach der Wiedereinführung der Drachme in Euro lund würden sich entsprechend der zu erwartenden Abwertung gegenüber dem Euro um vielleicht 40 % im gleichen Maße erhöhen.

    D.h., teuer wird es so oder so, und es bleibt nur, den Weg zu wählen, der Deutschland noch am billigsten kommt. Nach dem teilweisen Schuldenerlaß wäre zu klären, wie dann die fällige Refinanzierung der Banken, vor allem der deutschen, erfolgt. Wenn nicht nur, wie bisher üblich, der deutsche Steuerzahler die Zeche der Party bezahlen soll, wäre darauf zu drängen, die Besitzer hoher griechischer Nettovermögen zur Finanzierung heranzuziehen. Entweder über eine einmalige hohe Sonderabgabe über einen Eintrag ins Grundbuch, oder aber über eine Erhöhung der Vermögenssteuer.

    Es sollten auch Mittel und Wege gefunden werden, das Fluchtkapital der vermögenden Griechen, das sich inzwischen in Höhe geschätzter 300 Mrd. Euro auf Schweizer Nummernkonten befindet, entsprechend zu belasten. Vor den zu erwartenden Protesten seitens Griechenland oder der Schweiz sollte die deutsche Politik nicht einknicken. Als es darum ging, auf Kosten der deutschen Steuerzahler zu leben bzw. deutsches und griechisches Fluchtkapital zu nehmen, sind mir auch keine schuldbewußten Reaktionen aus diesen Ländern bekannt.
  3. #292

    ???

    Zitat von Luscinia007 Beitrag anzeigen
    Das Geld wurde nicht verbrannt, sondern in den Konsum investiert, um unser aller Wirtschaft florieren zu lassen.
    10 Prozent Landwirtschaft, 20 Prozent Industrie und 70 Prozent Dienstleistungsgewerbe (Schiffahrt und Tourismus). Die 70 Prozent Dienstleistungen werden wir auch bald haben.
    Wie jetzt aller unser Wirtschaft? Sie zählen im letzten Absatz auf, wie die griechische Wirtschaft strukturiert ist, nicht die deutsche. Wenn von Konsum die Rede ist, dann geht es um den der griechischen Bürger. Gedacht waren die Gelder dafür, sie in die griechische Wirtschaft zu investierten, um dort zu einer entsprechenden Steigerung der Effizienz und Produktivität beizutragen. Sicher ist auch da etwas geschehen. Aber die Griechen haben, und das hat Forist c++ zutreffend geschrieben, über ihre Verhältnisse gelebt. Sie haben sich also mehr geleistet, als es ihrem jeweils erreichten wirtschaftlichen Niveau entsprochen hat.

    Wir können nicht auf die Griechen verzichten, denn wir können nicht auf den Konsum der Griechen verzichten. Durch den Konsum der Griechen (und von Staaten mit ähnlichen Wirtschaftsverhältnissen) läuft unser Wirtschaftsmotor.
    Mit Sicherheit wird der nicht entscheidend vom griechischen Konsum geprägt, dazu ist das Land zu klein. Was stimmt, ist der Umstand, daß Deutschland der eigenen Wirtschaft durch die Lohndumpingpolitik der letzten Jahre Preisvorteile verschafft hat, die zu den großen und ständigen Handelsüberschüssen geführt haben. Aber auf der anderen Seite wurde so der deutsche Konsum gedrosselt, welcher der griechischen Tourismusbranche in Form fehlender Ausgaben deutscher Gäste als Einnahme entgangen ist, dem größten Trumpf des Landes. So gesehen hat jeder Deutsche im Durchschnitt zwei Wochen zu wenig unter der ägaeischen Sonne gefaulenzt und dort Geld ausgegeben. Deutschland hat somit unter seinen Verhältnissen gelebt.

    All das ändert aber nichts am Finanz- und Konsumgebaren Griechenlands. Deutschland hat im Verhältnis mit fast allen europäischen Handelspartner Überschüsse aufzuweisen, auf Grund der erwähnten Lohndumpingpolitik. Aber nirgendwo sind die relative wirtschaftliche Schwäche und die Ineffizienz bzw. Korruption des Staates und des Finanzsystems so ausgeprägt wie in GR, und nirgendwo ist die Verschuldung so groß. Das Land ist offenbar für den Euroraum nicht gerüstet.

    Denn wenn die Griechen sich für bankrott erklären würden - was die einzige vernünftige Lösung für Griechenland wäre - würde der deutsche Staat nicht mehr seinen Anteil am Gewinn der Konzerne erhalten und müsste den Gewinn, den diese Konzerne mit Griechenland machen würden, aus der Tasche der hiesigen Bürger bezahlen.
    Solange unser Wirtschaftssystem darauf ausgerichtet ist, dass Konzerne Gewinn machen müssen, werden wir für die Griechen zahlen müssen.
    Unternehmen müssen immer Gewinne machen bei Strafe ihrer Existenz. Hier geht es aber darum, wer für die Schulden Griechenlands geradestehen muß und in welchem Umfang. Das Land selbst ist zu deren Bedienung unter diesen Umständen nicht mehr in der Lage.
  4. #293

    Kopfschuss

    Zitat von nocheinbuerger Beitrag anzeigen
    ...

    Wenn nicht nur, wie bisher üblich, der deutsche Steuerzahler die Zeche der Party bezahlen soll, wäre darauf zu drängen, die Besitzer hoher griechischer Nettovermögen zur Finanzierung heranzuziehen. Entweder über eine einmalige hohe Sonderabgabe über einen Eintrag ins Grundbuch, oder aber über eine Erhöhung der Vermögenssteuer.

    Es sollten auch Mittel und Wege gefunden werden, das Fluchtkapital der vermögenden Griechen, das sich inzwischen in Höhe geschätzter 300 Mrd. Euro auf Schweizer Nummernkonten befindet, entsprechend zu belasten. Vor den zu erwartenden Protesten seitens Griechenland oder der Schweiz sollte die deutsche Politik nicht einknicken. Als es darum ging, auf Kosten der deutschen Steuerzahler zu leben bzw. deutsches und griechisches Fluchtkapital zu nehmen, sind mir auch keine schuldbewußten Reaktionen aus diesen Ländern bekannt.
    Ähm, sie wissen was dann passiert? Sie kennen die sog. Kapitalistische, in Europa geltende "Eigentumsregel"?

    Das klitzekleine Problem ist nämlich, das wenn auf Druck eines Staates irgendwo diese "Eigentumsregel" verletzt wird, sofort alles Kapital aus diesem Europa wirklich verschwindet! Jedermann wird dann wissen das es reiner Willkür der Regierungen dann noch unterliegt ob sie ihr "Eigentum behalten dürfen oder nicht"!

    Genauso verflochten wie die Banken miteinander sind ist ja auch das Kapital, die Berühmten Investoren die mal hier mal dort invertiert haben, zig Portfolios in unterschiedlichen Währungen führen wären alle irgendwo betroffen!

    Sie könnten dann schlicht sich selber eine Pistole an den Kopf setzen und mit allen Kammern geladen Russisches Roulett spielen!

    Solange sie sagen "Schulden müssen bezahlt werden" sagen sie auch "Eigentum muss geschützt werden" .. Ändern sie dieses irgendwo .. dann wird sich wohl alles was Kapitalhat innerhalb der nächsten 20 min verabschieden - denen ist es nämlich egal welche Hasstiraden sie auf Griechenland los lassen - die rechnen kalt , kühl und sehr präzise!

    Und die dt.Politik hat da nichts -aber auch nichts zu sagen - die ist bei solchen Dingen ein ganz ganz kleiner Wicht .. sorry - sie haben keine, aber auch keine Ahnung wie das Geldsystem funktioniert!
  5. #294

    .

    Zitat von ajaxmonkey Beitrag anzeigen
    Und welchen Wollstand hat die EU den Griechen gebracht? Eine pro Kopf Verschuldung von 40.000 Euro ist kein Wohlstand. Und die hatten wir sicher nicht vor dem EU beitritt.
    Griechenland ist überschuldet, das ist wohl nicht zu leugnen, und einen Teil seines heutigen Wohlstandes verdankt es dieser Überschuldung.

    Ansonsten ist es aber ein Märchen, das Griechenland im Vergleich zu Deutschland ein armes Land ist.

    Beim BIP ppp, also kaufkraftgewichtetem Wohlstand, kommt Deutschland auf 34.212 Dollar pro Einwohner, Griechenland auf 29.822 Euro.

    Nur mal Vergleiche:
    Luxemburg 78.395
    Schweiz 43.005
    Niederlande 39.938
    Polen 18.072
    Kroatien 17.703
    Bulgarien 11.900
    Türkei 12.476

    Die Zahlen zeigen, Deutschland und Griechenland spielen, was den Wohlstand der Bürger angeht, etwa in der gleichen Liga, weit entfernt von den reichen oder den armen Ländern Europas.

    Dass in Griechenland der Wohlstand scheinbar ungleicher verteilt ist als selbst in Deutschland, können Sie sicherlich viel besser beurteilen als ich. Das ist dann aber ein innergriechisches Problem.


TOP



TOP