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Euro-Krise: IWF fordert mehr Reformen von Spanien

REUTERSDer Internationale Währungsfonds hat Spanien zu weiteren Reformen und größeren Sparbemühungen aufgerufen. Noch sei unklar wie das Land seinen Haushalt konsolidieren und die Arbeitslosigkeit senken wolle.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...839185,00.html
  1. #1

    Sorry....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Internationale Währungsfonds hat Spanien zu weiteren Reformen und größeren Sparbemühungen aufgerufen. Noch sei unklar wie das Land seinen Haushalt konsolidieren und die Arbeitslosigkeit senken wolle.

    Euro-Krise: IWF fordert mehr Reformen von Spanien - SPIEGEL ONLINE
    ... es nervt so langsam, die immer gleichen Artikel zum immer gleichen Thema zu lesen:

    "Allerdings reagiere das Lohnniveau immer noch nicht ausreichend auf die sehr hohe Arbeitslosigkeit. Im Klartext: Die Gehälter müssen weiter sinken. "

    Natürlich kann man die Löhne nicht in Spanien, Griechenland oder Italien um 30 bis 50 % senken, um damit anstelle einer Währungsabwertung, die wirtschaflichen Ungleichgewichte zur Leistungsfähigkeit und Lohnstückkosten von Deutschland auszugleichen. Die Deutschen haben in den letzten beiden Jahrzehnten auf entsprechende Lohnzuwächse verzichtet, die gesammelten Pleitestaaten eben nicht!

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das Lohnniveau alternativ in Deutschland um 30 % angehoben wird, besteht ja wohl ebenfalls NICHT!

    Kein Mensch kann in den Pleitestaaten, weder ein lächerlicher Monti oder Rajoy die Löhne um 30 bis 50 % absenken, das würde allenfalls zum Bürgerkrieg führen.

    Weitere Artikel zu diesem Thema somit künftig unnötig.

    FAKT ist allenfalls, dass damit der Euro als gemeinsame Währung nachhaltig gescheitert ist und um weitere massivste Verwerfungen zu verhindern, MUSS Deutschland aus dieser Währung aussteigen. Eine Lösung die jedenfalls wesentlich einfacher wäre, als dass nahezu sämtliche anderen Euro-Ländern diese Währung verlieren.
  2. #2

    Bitte begründen

    "Eine Lösung die jedenfalls wesentlich einfacher wäre, als dass nahezu sämtliche anderen Euro-Ländern diese Währung verlieren." Das müssten Sie mal begründen. Mit scheint es einfacher, das einige nicht mehr liquide, hochverschuldete Länder aussteigen und die anderen mit Deutschland eine integrierte europäische Politik machen.
  3. #3

    Wie denn?

    Spanien hat es die letzten 20 Jahre nicht geschafft (von ein oder zwei autonomen Regionen abgesehen), die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Wie auch? Bankensektor, Baugewerbe und Tourismus allein reichen eben nicht. Und GERADE JETZT soll Spanien ein tragfähiges Konzept vorlegen und aussichtsreiche Reformen umsetzen??? :-))))
  4. #4

    Ich versteh's nicht

    Zitat von sysop
    Die Bankenrettung müsse von "Reformen in anderen Bereichen" begleitet werden, damit Spanien das Vertrauen der Märkte zurückgewinne und auf den Weg zu mehr Wachstum zurückkehre, hieß es in den am Freitag veröffentlichten Schlussfolgerungen einer IWF-Expertenmission.

    Zwar würdigte der IWF die bereits angestoßenen Reformen, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings reagiere das Lohnniveau immer noch nicht ausreichend auf die sehr hohe Arbeitslosigkeit. Im Klartext: Die Gehälter müssen weiter sinken. In dem Papier fordert der IWF außerdem die sofortige Anhebung der Mehrwertsteuer.
    "Vertrauen der Märkte", "Wachstum" über alles?
    Und wie?

    "Gehälter müssen weiter sinken". Das ist kein Wachstum, sondern führt direkt zu notgedrungenem Nachfragerückgang.

    "Sofortige Anhebung der Mehrwertsteuer". Auch das ist höchstens ein Scheinwachstum in den Steuerkassen. De facto werden die Leute halt noch weniger kaufen, wenn durch die MWSt-Anhebung schon wieder alles teuer wird. Also weiteres Minuswachstum.

    Gegenanträge:
    "Renditen der Märkte müssen weiter sinken". Die haben eher Rücklagen, um das abzufedern, als die großteils arbeitslose spanische Bevölkerung.

    "Sofortige Erhebung der Finanztransaktionssteuer". Bei den diskutierten Sätzen zwischen 0.1% und 0.01% ist das ja weiß Gott kein "Haircut", allenfalls etwas Augenbrauenzupfen.

    Wachstum wird in der Tat gebraucht. Aber kein monetäres, sondern organisches:
    - Nutzpflanzen zur eigenen Versorgung oder Nachbarschaftshilfe - die oft gescholtene Subsistenzwirtschaft wirkt immer seriöser im Vergleich zu den "Märkten"
    - Bäume (Aufforstung) zwecks Kohlenstoff-Einlagerung (CO2) und Stabilisierung des örtlichen Klimas, und Schaffung von unent"geld"lichen Naherholungsgebieten

    Kurz: da sich immer wieder erweist, dass die "Märkte" und ihr Geld zunehmend mehr Problem als Lösung sind, sollte ihr Einfluss zurückgedrängt werden. Weniger Geld geben, nehmen, umlaufen lassen.

    Näher bedacht, gilt das für weit mehr Gegenden als Spanien. Vielleicht sogar überall, außer auf den "Märkten".
  5. #5

    IWF - Dumm geboren

    und nichts dazugelernt. Spanien ist in Schwierigkeiten wegen seiner Banken und der doch gerade vom IWF empfohlenen Austeritätspolitik. Ein Lachplatte ist das Anheben der Mehrwertsteuer und das noch weitere Absenken der Löhne. Die Nachfrage bricht dann vollendes zusammen, das Staatsdefizit wird noch höher. Freilich bestehen Wettbewerbsunterschiede, das ist völlig normal und muss über eine bessere Abstimmung gelöst werden. Der IWF ist eine Bande von Banken- und Lohndrückerfreunden, genau wie Schwarz--Gelb.
  6. #6

    Andere Statistik

    Ich erinnere mich an eine andere Statistik aus den Boomjahren in Spanien in der es hieß, dass 60% der Spanier nicht mehr als 1000 Euro verdienen würden. Es sind sicherlich nicht mehr geworden, aber die Lebenshaltungskosten, zumindest in den großen Ballungsräumen wie Madrid und Barcelona, sind nicht wirklich niedriger als in Deutschland. Ich würde sogar sagen, dass Hamburg günstiger war als Barcelona. Man kann also mit 1000-1300 Euro kaum überleben und weniger mit Familie. Das Gehalt dann auf 2 zu verteilen damit beide arbeiten dürfen und doch beide nicht über die Runden kommen können, macht wohl nicht soviel Sinn. Das klingt wie eine neue Art von Leibeigenschaft. Du arbeitest und doch musst Du dich verschulden fürs (Über)Leben. Und es wurden ja schon Gehaltskürzungen und Steueranhebungen vorgenommen und nicht zu knapp. In Madrid waren es gerade wieder 10% im öffentlichen Dienst ohne Unterschied in der Gehaltsklasse.
    Sicherlich muss man neue Arbeitsplätze schaffen, aber das einfache Rezept von "Arbeitet für die Hälfte" während die Kosten steigen, scheint kaum ein gangbarer Weg ohne Volksaufstand. Asturien brennt jetzt schon.

    Bin ich eigentlich der Einzige der sich fragt, warum der IWF nie mit Vorschlägen kommt wie "Führt eine Vermögenssteuer ein!", "Erhöht die Anzahl der Steuerbeamten!" oder auf internationaler Ebene so was wie "Verbietet Leerkäufe und Leerverkäufe (Du verkaufst etwas, dass Du gar nicht hast, weil Du glaubst das der Wert sich in die eine oder andere Richtung bewegen wird. Man kann es auch Wetten nennen z.B. auf steigende Zinsen mit der entsprechenden psychologischen Wirkung im Markt)!"

    Ja, warum kommen sie nie mit diesen Vorschlägen???
  7. #7

    Über...

    Zitat von les_thermes Beitrag anzeigen
    "Eine Lösung die jedenfalls wesentlich einfacher wäre, als dass nahezu sämtliche anderen Euro-Ländern diese Währung verlieren." Das müssten Sie mal begründen. Mit scheint es einfacher, das einige nicht mehr liquide, hochverschuldete Länder aussteigen und die anderen mit Deutschland eine integrierte europäische Politik machen.
    ... kurz oder lang werden sämtliche Euro-Länder an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, Produktivität und Lohniveau Deutschlands scheitern. Welche Länder wollen Sie denn im Verbund mit Deutschland dann wohl so sehen; wenn hier immer wieder Luxemburg mit seinen 500.000 Einwohnern angeführt wird, kann man dies wohl kaum ernst nehmen! Vielleicht noch die Niederlande, obwohl hier auch Rezession angesagt ist und bereits rechts-radikale Kräfte zunehmend das Sagen bekommen.

    Ich wäre allenfalls noch für die Schweiz, doch dieses Land wird ganz sicherlich nicht, für einen Währungsverbund mit Deutschland die eigene Währung aufgeben.
  8. #8

    Wenn Spanien ernsten Wirren entgehen möchte muß es handeln

    Im Grunde genommen leidet Spanien noch immer unter demselben Übel, welches Carl von Clausewitz einst feststellte: „Bei dem erstern ist es hauptsächlich die Schwäche, die gänzliche Abspannung der Regierung, welche seit vielen Jahren unaufhörlich auf die Nation einwirken, die Würde derselben, den edlen Stolz, als Repräsentanten ihrer ehemaligen Kraft, nicht vernichten, aber in Trägheit und des Lasters unnatürliche Verbindung fesseln konnten.“
    Sollte die spanische Regierung jedoch ernsten inneren Wirren entgehen wollen, so muß sie die Verelendung des Volkes stoppen; indem die Räumungsklagen ausgesetzt, Obdachlose in ungenutzten Wohnungen unterbracht und natürlich die Armen hinreichend mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern versorgt werden; und anschließend muß sich das Land volkswirtschaftlich selbstständig machen und eine lange Durststrecke hinter sich bringen, da es im Außenhandel wenig zu gewinnen gibt. Andernfalls drohen schlimme Wirren bis hin zu einem erneuten Bürgerkrieg.
  9. #9

    Steuerfahndung

    Zitat von Thorsten_Barcelona Beitrag anzeigen
    Bin ich eigentlich der Einzige der sich fragt, warum der IWF nie mit Vorschlägen kommt wie "Führt eine Vermögenssteuer ein!", "Erhöht die Anzahl der Steuerbeamten!" oder auf internationaler Ebene so was wie "Verbietet Leerkäufe und Leerverkäufe (Du verkaufst etwas, dass Du gar nicht hast, weil Du glaubst das der Wert sich in die eine oder andere Richtung bewegen wird. Man kann es auch Wetten nennen z.B. auf steigende Zinsen mit der entsprechenden psychologischen Wirkung im Markt)!"

    Ja, warum kommen sie nie mit diesen Vorschlägen???
    Nein. Speziell zum 2. Vorschlag: der liegt zwar sehr in der Luft, und ich bin auch nicht beim IWF, sondern bei den Piraten, aber da steht gerade mein Vorschlag zur Abstimmung:

    "In das Grundsatzprogramm ist an geeigneter Stelle einzufügen:

    Die Personalbedarfspläne der Bundesländer sind um zusätzliche Stellen für Betriebsprüfer und Steuerfahnder zu erweitern, so lange die von ihnen bewirkten Mehrsteuern, Geldstrafen und Geldbußen die dafür anfallenden Personalkosten übersteigen."
    https://lqfb.piratenpartei.de/pp/ini...show/2964.html

    Ich finde es einfach gerechter, wenn jede Steuer verlässlich erhoben wird, ob Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, oder was es sonst noch gibt.








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