Forum


 

Euro-Krise: Ist Portugal das nächste Griechenland?

CorbisNoch ist nicht einmal Griechenland gerettet, da richten sich schon sorgenvolle Blicke nach Portugal. Das Land hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Regierung in Athen - ob es besser durch die Krise kommt, ist umstritten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...814595,00.html
  1. #30

    Ja schon, da fehlt nur noch was ...

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    ...
    Seit der Euroeinführung ist also eine erhebliche volkswirtschaftliche Divergenz zu beobachten, das genaue Gegenteil von dem, was beabsichtigt worden ist. Dies kann den politisch Verantwortlichen in Deutschland, in Brüssel und auch in Lissabon nicht verborgen geblieben sein.

    Eine Angleichung der verschiedenen Volkswirtschaften ist aber eine zwingende Voraussetzung für den Erhalt der Währungszone...
    Das Leistungsbilanzdefizit war 2004 noch ca. 9 Milliarden EURO, in 2010 lag es bei 16 Milliarden EURO.

    Diese Defizite verteilen sich im Schnitt zu ca. 45% auf den öffentlichen Sektor und zu 55% auf den privaten Sektor.

    Diese Zahlen sind irreführend, untersucht man das genauer kommt man zu dem Ergebniss, dass ein Teil der öffentlichen Ausgaben dem privaten Sektor direkt zugute kommt. Der Anteil ist schwer zu beziffern weil das als Staatsgeheimnis betrachtet wird:
    -direkte Subventionen
    -steuerliche Vergünstigungen
    -staatliche Bürgschaften für Kredite der privaten Wirtschaft
    -Bürgschaften und Sicherungen für Anleihen privater Banken
    -u.a.m.

    Anstatt, dass die Wirtschaft durch Abgaben und Steuern den Staat finanziert, findet genau das Umgekehrte statt. Und das alles auf Pump.

    Guckt man genauer hin ist es nicht sehr schwer die Nutzniesser und die Geschädigten zu identifizieren. Auch die geeigneten Maßnahmen diese Situation zu sanieren wären einfach zu formulieren. Das Problem der Entmachtung der parasitären Nutzniesser käme einer Revolution gleich. Nicht nur in Portugal.
  2. #31

    Und warum haben Sie damit ein Problem?

    Zitat von blowup Beitrag anzeigen
    Irgendwie konnte man als einfacher Urlauber schon eine Ahnung von dieser Entwicklung haben. Genau wie in Griechenland. Man konnte es anfassen und fühlen, aber diese furchtbar intelligenten Wirtschaftsschwätzer haben ja immer eine beruhigende Erklärung für alles.

    Ich war mehr als ein dutzend Mal auf Kreta und ich werde nie den Schock vergessen, als ich das erste Mal nach Euro-Einführung dort war. Als hätte es Geld geregnet. Überall neue Autos, es wurde gebaut, selbst in den kleinsten Dörfern gab es eine Bimmelbahn für Touristen und hinter jedem zweiten Haus standen Bananenbote, Jetboote oder was man sich sonst hatte aufschwatzen lassen. Und wenn man dann mit dem Mietwagen in die Einsamkeit an der Südküste floh, kannte man hinter jeder dritten Biegung ein Schild bestaunen „Hier wird mit Geldern der EU gebaut“. Mitten in der „Pampa“.

    Das war dann der letzte Urlaub in Griechenland. Nächste Urlaubsziel: Madeira. Mein Bruder war noch kurz vor Euro-Einführung dort und ermahnte mich, einen größeren und sicheren Mietwagen zu nehmen. Er schilderte die Straßenverhältnisse auf Madeira als höchst abenteuerlich, vor allem in den Bergen, direkt am Abgrund lang.

    Ich war ziemlich verblüfft, dass nichts davon stimmte. Überall gab es neue Straßen, die Insel erschien mir wie ein Schweizer Käse mit all den neuen Tunnels und ich fragte mich damals schon: wer bezahlt das alles? Natürlich wieder überall Schilder „hier wird mit Geldern der EU gebaut“, und an jeder Ecke in Funchal wurden große Appartementkomplexe hochgezogen.

    Mich wundert nichts mehr.
    Fragt sich, wo das Problem liegt. Diese neuen Straßen, Tunnels machen es den Touristen wie Ihnen offenbar einfacher in Madeira Auto zu fahren. Womit Sie sicher eher auf diese Insel zu locken sind, als wenn Sie Ihren Urlaub in Todesangst vor den Abgründen eines veralteten Straßensystems verbringen müssten. Daher war auch die Investition in neue Appartmenthäuser sinnvoll. Die zusätzlichen Gäste sollen ja schön wohnen können.

    Mehr Touristen bedeuten mehr Einnahmen aus dem Ausland. Diese vermindern das Leistungsbilanzdefizit. Ein Land das kein Leistungsbilanzdefizit aufweist, braucht auch keine Schulden im Ausland zu machen, um dieses auszugleichen.

    Was Sie gesehen haben, war somit entgegen Ihrer Beurteilung eine gute Investition in die Zukunft Madeiras. Da kann man nur sagen: weiter so!
  3. #32

    Vertuschen, verkaufen, vera...

    Die Politiker aller Nationen innerhalb und ausserhalb der EU sind doch auf Mitarbeiter und Zutraeger angewiesen!! Und wenn man als Politiker so mit diesen umgeht, wie der Herr Schaeuble, kann der Politiker nicht erwarten, die NACKTE WAHRHEIT zu erfahren.

    Beispiel: Wenn ALDI Berlin erfaehrt, dass Herr Schaeuble naechste Woche um 3 h die Filiale in ... aufsuchen wird, um sich ein Bild zu machen, wie der Laden laeuft. Ja, was meinen Sie, was dann passiert.

    Der Laden ist gerammelt voll, die Einkaufswagen ebenso. Lange Schlangen an den Kassen usw usw. Kaum isser wech, verschwinden die Schlangen, das "Eingekaufte" kommt zurueck in die Regale.
    Und jeder Teilnehmer kriegt ein Pfund Kaffee. Der wird dann als Werbung abgerechnet.

    Kann mich da noch an meine Schulzeit erinnern. Morgen kommt der Schulrat Soundso, also wascht euch vorher und zieht saubere Klamotten an.

    DER MENSCH WILL BETROGEN SEIN !
  4. #33

    Zitat von qlcasa Beitrag anzeigen
    Das alles hört sich gut und sogar vernünftig an, ist aber...falsch!

    Diese Krise ist keine Eurokrise, es ist eine Haushaltskrise. Außerdem, gibt ein Land das überproportional vom Euro profitiert und das ist Deutschland.

    Das Problem ist, das die Leute immer den Eindruck haben das Deutschland nur immer für andere Zahlt. Fakt ist, Deutschland ist der größte Nettozahler in der EU aber das was wir einnehmen wegen der EU und Euro ist bei weitem größer. Wenn Sie mir nicht glauben, es gibt genug Berichte, Literatur, Statistiken, etc. darüber.
    Wenn Sie die Verdoppelung der Staatsverschuldung seit Euro-Einührung, sinkenden Renten, Verkürzung der Schulzeit, Verkauf der Infrastruktur und abgesunkenens Lonniveau als Vorteile akzeptieren,....

    sei's drum :-)

    Der Laden ist den Machthabern in Berlin nur deshalb noch nicht um die Ohren geflogen, weil sie noch Wohlstand verscherbeln konnten, der in der Zeit der sozialen Marktwirtschaft angelegt wurde. Aber der ist bald verprasst. Lange kann Berlin die Wirtschft nicht mehr aus dem Ersparten finanzieren.
  5. #34

    Nein

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch ist nicht einmal Griechenland gerettet, da richten sich schon sorgenvolle Blicke nach Portugal. Das Land hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Regierung in Athen - ob es besser durch die Krise kommt, ist umstritten.

    Euro-Krise: Portugal fürchtet Athener Verhältnisse - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Lissabon ist mit Athen nicht zu vergleichen. Die haben zwar auch missgewirtschaftet, aber schon lange die Kurve gekriegt (Arbeitsmarktreform, etc.). Vor allen Dingen geht es beim portugiesischen Refinanzierungsbedarf um ganz andere Summen. Die kann die EU fast aus der Portokasse bezahlen. Die explodierenden Bondrenditen erschrecken nur Laien. Die Umsätze, die hier bewegt werden, sind lächerlich gering. Das ist das alte Spiel der Hedgefonds, Renditen mit allen Mitteln in die Höhe treiben, damit man das Zeug dann billig aufsammeln kann. Gerettet wird ja sowieso, und wenn nicht, es gibt ja CDS. Selbst die EZB allein könnte hier bei entsprechendem Willen effektiv gegensteuern.
    Und Italien und Spanien sind mittlerweile in den Augen des Marktes aus dem Schneider; Irland hat reichlich Potential, sich selbst zu helfen (Steuern). Also warum retten wir Hellas zum x-ten Mal? Weil die Berliner Politiker auf universitäre Elfenbein-Wirtschaftstheoretiker und einige eigennützig beratende Banker hören statt auf Markt-Praktiker. Der Markt hat eine Griechenpleite längst als unvermeidlich eskomptiert. Das würde keinen Tsunami mehr auslösen. Berlin hat es nur noch nicht begriffen.
  6. #35

    Und was ist mit dem Leistungsbilanzdefizit?

    Zitat von abtg.d Beitrag anzeigen
    Lissabon ist mit Athen nicht zu vergleichen. Die haben zwar auch missgewirtschaftet, aber schon lange die Kurve gekriegt (Arbeitsmarktreform, etc.). Vor allen Dingen geht es beim portugiesischen Refinanzierungsbedarf um ganz andere Summen. Die kann die EU fast aus der Portokasse bezahlen. Die explodierenden Bondrenditen erschrecken nur Laien. Die Umsätze, die hier bewegt werden, sind lächerlich gering. Das ist das alte Spiel der Hedgefonds, Renditen mit allen Mitteln in die Höhe treiben, damit man das Zeug dann billig aufsammeln kann. Gerettet wird ja sowieso, und wenn nicht, es gibt ja CDS. Selbst die EZB allein könnte hier bei entsprechendem Willen effektiv gegensteuern.
    Und Italien und Spanien sind mittlerweile in den Augen des Marktes aus dem Schneider; Irland hat reichlich Potential, sich selbst zu helfen (Steuern). Also warum retten wir Hellas zum x-ten Mal? Weil die Berliner Politiker auf universitäre Elfenbein-Wirtschaftstheoretiker und einige eigennützig beratende Banker hören statt auf Markt-Praktiker. Der Markt hat eine Griechenpleite längst als unvermeidlich eskomptiert. Das würde keinen Tsunami mehr auslösen. Berlin hat es nur noch nicht begriffen.
    Das Leistungsbilanzdefizit Portugals ist mit den beschlossenen Sparmassnahmen nicht zu beheben, es sei denn ein grosser Teil der Schulden wird Portugal erlassen und ein Mashal-Plan tritt in Kraft, der dann auch nachhaltig zur Industrialisierung und Modernisierung der Wirtschaft eingesetzt wird. Aber nicht mit dieser unfähigen Oligarchie, die bedacht ist ihre Privilegien zu erhalten.
  7. #36

    Recht so !!!

    Zitat von auri sacra fames Beitrag anzeigen
    Der Laden ist den Machthabern in Berlin nur deshalb noch nicht um die Ohren geflogen, weil sie noch Wohlstand verscherbeln konnten, der in der Zeit der sozialen Marktwirtschaft angelegt wurde. Aber der ist bald verprasst. Lange kann Berlin die Wirtschft nicht mehr aus dem Ersparten finanzieren.
    Natürlich ist die Lage in Portugal dieselbe wie in Griechenland. Hier wie dort haben unsere Banker in verantwortungsloser Weise Geld an riskante Länder verliehen, ohne entsprechende Sicherheiten zu verlangen, obschon sie genau wussten, dass sie das Geld nie zurück zahlen können. Der Fehler liegt ausschließlich bei den verantwortungslosen Geldverleihern, nicht bei den Schuldnern.
  8. #37

    kein Vergleich

    Zitat von dunnhaupt Beitrag anzeigen
    Natürlich ist die Lage in Portugal dieselbe wie in Griechenland. Hier wie dort haben unsere Banker in verantwortungsloser Weise Geld an riskante Länder verliehen, ohne entsprechende Sicherheiten zu verlangen, obschon sie genau wussten, dass sie das Geld nie zurück zahlen können. Der Fehler liegt ausschließlich bei den verantwortungslosen Geldverleihern, nicht bei den Schuldnern.
    Es gibt keinen Vergleich: die Portugiesen sind hart arbeitende Menschen - alles nichts mit faulen Südländern.
    Zum zweiten kam Portugal nicht mit gefälschten Papieren in den EURO.
  9. #38

    Zitat von qlcasa Beitrag anzeigen
    Das alles hört sich gut und sogar vernünftig an, ist aber...falsch!

    Diese Krise ist keine Eurokrise, es ist eine Haushaltskrise. Außerdem, gibt ein Land das überproportional vom Euro profitiert und das ist Deutschland.

    Das Problem ist, das die Leute immer den Eindruck haben das Deutschland nur immer für andere Zahlt. Fakt ist, Deutschland ist der größte Nettozahler in der EU aber das was wir einnehmen wegen der EU und Euro ist bei weitem größer. Wenn Sie mir nicht glauben, es gibt genug Berichte, Literatur, Statistiken, etc. darüber.
    Wenn es so viele Berichte, Literatur und Statistiken gibt, die belegen das Deutschland vom Euro profitiert, dann können Sie diese bestimmt vorlegen oder einen Link dazu bereitstellen, bis dahin bleibt Ihre Behauptung nur vage Hoffnung.
    Realität ist, das Deutschland viel in die Schuldenländer exportiert hat und die Forderungen jetzt uneinbringbar sind, anders gesagt, man hat Waren geliefert und Zahlungsversprechen erhalten.

    Versuchen Sie doch mal mit den Zahlungsversprechen (Schuldscheinen) etwas einzukaufen.

    Ihr Profit löst sich in Griechenland gerade in heiße Luft auf.
  10. #39

    Gehirnwäsche

    Zitat von nr6527 Beitrag anzeigen
    Wenn es so viele Berichte, Literatur und Statistiken gibt, die belegen das Deutschland vom Euro profitiert, dann können Sie diese bestimmt vorlegen oder einen Link dazu bereitstellen, bis dahin bleibt Ihre Behauptung nur vage Hoffnung.
    Realität ist, das Deutschland viel in die Schuldenländer exportiert hat und die Forderungen jetzt uneinbringbar sind, anders gesagt, man hat Waren geliefert und Zahlungsversprechen erhalten.

    Versuchen Sie doch mal mit den Zahlungsversprechen (Schuldscheinen) etwas einzukaufen.

    Ihr Profit löst sich in Griechenland gerade in heiße Luft auf.
    Dazu bedarf es keiner Statistiken, sondern dazu bedarf es eines Urlaubes in einem der Länder vor der Euro-Einführung und nach der Einführung. Und ich kann Ihnen das ganz einfach erklären, aber scheinbar könnten Ihnen auch "Statistiken" (genau der Fehler, den so manche "Wirtschafsweisen" machen) nicht wirklich Ihre Meinung ändern.

    Die Wirtschaft der Südeuropäer war der der deutschen oder auch französischen zum Zeitpunkt in keinster Weise gewachsen. Und da nun keine "Schutzschilde" in Form von Zöllen oder Währungsabwertung möglich waren, galt nun einmal der Stärkere gewinnt. Der Stärkere war Deutschland, dass mit seiner hochgerüsteten Industrie die einheimischen Produkte in die Ränge verwiesen hat.








TOP



TOP