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Euro-Krise: Die Mär von der Überlastung Deutschlands
DPAKanzlerin Merkel warnt vor einer Überforderung Deutschlands in der Euro-Krise. Doch läuft das Land wirklich Gefahr, sich zu übernehmen? Schon einmal wurde der Bundesrepublik die Funktion einer globalen Konjunktur-Lokomotive aufgedrängt - gegen eheblichen innenpolitischen Widerstand, aber mit Erfolg.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,839228,00.html
- #100 16.06.2012 17:59 von
Ja aber was ist "die Krise"? Darüber streiten sich Experten schon jahrelang.
Für die Deutschen besteht "die Krise" aus sinkenden Löhnen, abgebautem Kündigungsschutz, abgebauten Renten, gekürzten Schul- und Studuienzeiten, kaputten Straßen und der schwachen Währung, in der sie ihren Konsum bezahlen müssem.
Die Deutschen interessiert es nicht ob Frau Merkel und die EZB Geld drucken und Berlin megaverschulden. Berlin wird nichts zurückzahlen können und früher oder später eh die Insolvenz erklären müssen.
Warum sollte es die Menschen in Deutschland auch interessieren?
Das, was da gedruckt und geliehen wird, geht eh in die Umverteilung, um Scheingewinne aus Scheinwachstum in reale Werte für die Profiteure zu verwandeln. - #101 16.06.2012 18:02 von
- #102 16.06.2012 18:03 von
Überlastung
Die Überlastung regelt der Zinssatz für die aufgehäuften Schulden. Zur Zeit ist die deutsche Situation entspannt, weil die Zinsen niedrig sind. Wenn Deutschland dank ESM plötzlich 7% Zinsen zahlen darf, dann ist die Überforderung da. Dann spürt man plötzlich, daß die etwa 85% vom BIP Schulden deutlich mehr sind als man verkraftet.
Also kurzfristig bestimmt nicht die Höhe der Schulden, sondern die Höhe der Zinsen die Belastung. Dumm nur, daß man keinen Einfluß auf die Zinsen mehr hat, wenn man Schulden gemacht hat und das Geld weg ist.
Von daher ist es richtig, auf No Bail Out zu bestehen, bzw. es erst einmal umzusetzen. - #103 16.06.2012 18:03 von
Ungenauigkeit trifft es natürlich,
aber nicht ganz! Immerhin sind 14 Mrd. Euro deutscher Steuermilliarden schon einmal durch den griechischen Schuldenschnitt weg bzw. bei der Bad Bank der HRE eingebucht.
Dann hat Deutschland Schulden am Kapitalmarkt aufnehmen müssen, um in die Rettungspakete für GR einzahlen zu können, für deren Zinsen der Steuerzahler aktuell schon aufkommt.
Und was die restlichen 80 Mrd. angeht, die GR geleihen wurden, so glaubt selbst der von Ihnen zitierte Psychopath mit der Waffe am Kopf nicht, dass der Steuerzahler, in welchem Fall auch immer, auch nur einen Cent davon wieder sieht, oder - Hand aufs Herz - glauben Sie ernsthaft daran?
Und halten Sie persönlich 94 Mrd. Euro + Zinsen bei einem Jahreshaushalt Deutschlands von rund 360 Mrd. für eine Summe, die man vernachlässigen darf? - #104 16.06.2012 18:03 von
Irrational?
Ein Autor der das Festhalten an klaren Zahlen als "irrational" bezeichnet und dann auch noch so tut als ginge es nicht um Geld sondern nur um "unabsehbare Risiken" muss sich fragen lassen, mit welchem recht er bei anderen von "Kategorienfehler" spricht.
Mit der Aufforderung, sich doch bitte mit unabsehbaren Risiken einfach abzufinden, und den Versuch, die Budgets zu kontrollieren, als irrational abzutun, spielt der Autor genau jenen in die Hände, die behaupten, dass die Befürworter einer Griechenlandhilfe nicht logisch sondern politisch irrational denken. - #105 16.06.2012 18:03 von
Ich weiß nicht so recht...
Im Gesamtverschuldungsbereich stehen wir allerdings an 3.Stelle,
hinter Japan als 2.und dann schon gleich hinter den USA als 1.
Global Financial Crisis: A World in Debt
runterscrollen - #106 16.06.2012 18:04 von
Immer mehr Leute sagen: der Euro war ein Fehler
Irrtum: "alle Beteiligten" sagen das überhaupt nicht. Eine immer größer werdende Anzahl von Wissenschaftlern erkennt klar an, dass die Einführung der Währungsunion ein eklatanter Fehler war. Nur trauen sich viele noch nicht, die Auflösung zu propagieren, da diese nicht einfach ist. Mit D-Mark-Nostalgiker hat das gar nichts zu tun: die Währungsunion funktioniert eben nicht.
- #107 16.06.2012 18:05 von
Frankreich wartet schon auf die Finanzierung der Entsorgung alter Atommeiler
"Was von Deutschland und von allen anderen 16 Euro-Ländern verlangt wird, ist nicht die Vergemeinschaftung von Schulden selbst. Es ist die Vergemeinschaftung unabsehbarer Risiken."
Alles klar, wenn dann die französichen Atommeiler zu entsorgen sind sind das natürlich auch Risiken die von Deutschland zu tragen sind.
Gut, dass ich mein Spiegel-Abo schon gekündigt habe. - #108 16.06.2012 18:06 von
Kein unreflektierter DM-Nostalgiker
Ich war letztes Jahr noch Befürworter des Euro. Auch beim Start, obwohl damals in meiner Verwandtschaft große Skepsis gegenüber den Südländern existierte. Sie haben sich als berechtigt erwiesen. Insbesondere die Griechen haben bewiesen, dass die Vorurteile völlig berechtigt waren.
Aber vollends habe ich mich vom Euro abgekehrt, als ich eines begriffen hatte:
*Erst die Währung, dann die Souveräntität und am Ende Sprache und Kultur*.
Alex - #109 16.06.2012 18:07 von
Ignoranz
Das erstaunliche an solchen Beiträgen ist, dass so getan wird, als habe Deutschland die letzten 20 Jahre damit verbracht, die eigenen Gehälter möglichst fett werden zulassen zu Lasten dritter. In Wirklichkeit hat man in Deutschland die Löhne systematisch abgesenkt um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Reallohnkürzung basiert auf einem Konsens aus Industrie, Politik und Gewerkschaften und hat Stück für Stück die Sozialsysteme stabilisiert und die Kosten gesenkt. Wenn andere Länder das nicht gemacht haben so mag das für diese Leute ein Problem sein. Wieso ich aber nach einer 20% Reallohnsenkung in den letzten Jahren nun auch noch sicherstellen soll, dass solche Kürzungen griechische Angestellte nicht treffen, entzieht sich meinem Verständnis.
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