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Euro-Krise: Was die Euro-Krise mit Religion zu tun hat

Staatsschulden und Religion - das hängt zusammen. Während der katholische Süden auf Kredit prasst und seine Sünden später beichtet, wirtschaftet der Norden vergleichsweise asketisch. Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Edmund Stoiber.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...788415,00.html
  1. #100

    An den Haaren herbei gezogen

    Sehr geehrter Herr Fleischhaauer,

    am Katholizismus mag man viel kritisieren können, das stimmt.

    Wenn Sie aber vom hintan stehenden katholischen Süden sprechen, welches Land meinen Sie dann? Ja genau, da können Sie nur Italien meinen. Fällt Ihnen noch ein anderes südlich gelegenes katholisches Land ein, das verschwenderisch und erfolglos ist? Nein, eben nicht.

    Und alle Nordländer sind erfolgreich? Mitnichten, gerade die stur verbohrten Nordländer gelten als erfolglos. Glanz und Gloria sind daa schon lang vorbei.

    Gerade der deutsche Norden liegt seit Jahrzehnten brach was Bildung, Schuldendämmung und Wirtschaftskraft anbelangt. In Hamburg, Schleswig Holstein und Co will heute keiner mehr leben. Die Armenhäuser dieses Landes liegen im protestantischen Norden...

    Vielleicht urteilen Sie auch nur so, da Sie selbst nordischer Protestant sind.
  2. #101

    Gewinner UND Verlierer

    Zitat von werner3 Beitrag anzeigen
    ...
    Friedmans Thesen funktionieren - wenn überhaupt - allenfalls in einer ökonomisch homogenen Welt annähernd gleich starker Wirtschaftssubjekte unter den Bedingungen des idealen Marktes ohne Informationsdifferenzen, der Bedingung unerschöpflicher Recourcen und völligen Abwesenheit jeglicher aus der Natur kommender Störungen hinreichend akzeptabel für alle Staaten und Menschen über einen begrenzten Zeitraum. Keine dieser Bedingungen hat je existiert und wir jemals exitieren.
    ...
    Milton Friedman's Thesen können logisch nicht funktionieren. Das Fehler liegt schon bei Adam Smith:
    Der ideale Markt funktioniert durch Angebot und Nachfrage, in der vollständigen Konkurrenz von Anbietern und Nachfragern.

    In der wirklichen Wirklichkeit gibt es keinen Markt, sondern nur Menschen, die Handeln.
    Idealerweise funktioniert menschliches Handeln durch das "geben und nehmen" Prinzip. Wenn jeder soviel gibt wie er nimmt, wäre das der "ideale Markt". Allerdings läßt sich dies nur durch Kooperation erreichen. Der gesuchte Marktdefekt ist das Gewinner/Verlierer-Modell. Der führt dazu, daß das "geben und nehmen" entscheidend aus dem Gleichgewicht gerät. Es entsteht nicht Wohlstand (der Nationen), sondern Reichtum (Gewinner) und Armut (Verlierer).

    Es SIND Menschen, die Handeln, nicht irgendwelche simplifizierten Märkte.

    Für die Thesen der "marktgläubigen liberalen Wettbewerbskrieger" von der totalen Konkurrenz, gibt es einen treffenderen Begriff:

    KRIEG
  3. #102

    Alles Wirtschaft

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Weshalb wegen des Ölpreises die Staatsverschuldugn steigen muss, bleibt ihr Geheimnis.
    Was die 68iger allerdings gemacht haben, ist sich mit Begeisterung in den Staatsbetrieb geworfen und sich dann die Löhne erhöht. Wir ......
    Wir hatten Mitte der 70ziger eine große Wirtschaftskrise, genannt Oelkrise.
    Um hier die Wirtschaft wieder anzukurbeln, mußte der Staat Schulden machen, ohne diese Maßnahmen wäre die BRD pleite gegangen.

    Erklären Sie uns kinderlosen asozialen Pack doch bitte einmal, inwieweit es die sogenanten 68ziger Anfang der 70ziger, trotz Berufsverboten und Radikalenerlaß in Massen in die Beamtenlaufbahn geschafft haben sollen und inwieweit die Beamten Ursache unserer Verschuldung sind.
  4. #103

    ....

    Zitat von werner3 Beitrag anzeigen
    Selbst am Niedergang der FDP hat er Aktien. Die Westerwelle-Schallplatten "Runter mit den Steuern", "Mehr Netto vom Brutto", "Der räuberische Staat" sind Orginalton Friedman. Nach seinen Rezepten hätte es auch keine Bankenrettung geben können und dürfen. Damit wäre die Weltwirtschaft bereits zusammengebrochen. Denn die Rettung war ja im Prinzip ein Eingriff nach Keynes.
    Da haben Sie jetzt zweimal die maximale Zeichenlänge ausgenutzt, über die wissenschaftlichen Fehler Friedmans aber kein Wort verloren. Dass Theorien auf bestimmten Annahmen beruhen, kann ich nicht als Fehler erkennen, man muss die Annahmen nur offen legen. Zeigen Sie mir eine einzige ökonomische Theorie, die ohne Annahmen auskommt, dann revidiere ich meine Meinung über Milton Friedman (=bester Ökonom der Menschheitsgeschichte). Wo haben Sie Ihre vermeintlichen Kenntnisse über seine Theorien her, haben Sie mal Veröffentlichungen von ihm gelesen? Ich für meinen Teil habe neben seinem Hauptwerk (A monetary history of the US) noch zahlreiche wissenschaftlichen Aufsätze von ihm gelesen, und kann als exzellent ausgebildeter Jurist und Ökonom nur bewundernd den Hut ziehen. Dass er Gewalt und Mord begrüßt, wie Sie es ihm mit Bezug zu Chile/Pinochet unterstellen, halte ich für äußerst unwahrscheinlich, aber selbst wenn Isaac Newton ein Massenmörder gewesen wäre, wäre die von ihm entdeckte Schwerkraft deshalb nicht aufgehoben. Ich kann an Ihren Ausführungen leider nichts erkennen, was seine Leistungen schmälern würde. Dass nicht jedes Wort von ihm richtig und unumstößlich ist, stimmt zwar auch, so ist das in der Wissenschaft nun mal, aber die Volkswirtschaftlehre wäre ohne ihn Jahrzehnte hinter dem Stand, auf dem sie heute ist. Und die These, dass er an den aktuellen (welt-)wirtschaftlichen Problemen schuld sein soll, halte ich schlicht für abwegig; die enorme (private und öffentliche) Verschuldung war so in etwa das Gegenteil seiner Vorstellungen; vor J.M.Keynes war eine nennenswerte Staatsverschuldung ohne Bezug zu kriegerischen Auseinandersetzungen unüblich und fand praktisch nicht statt; wer hat demnach das ideologische Fundament für die aktuelle Verschuldungskrise der westlichen Welt gelegt? Friedman? Wohl kaum. (Auch Keynes eigentlich nicht, da er eigentlich meinte, die in schlechten Zeiten angehäuften Defizite sollten in guten Zeiten wieder ausgeglichen werden, aber Keynes' Anhänger bzw. die populärwissenschaftliche Interpretation hat's damit nicht sehr genau genommen) Wer Friedmans Veröffentlichungen gelesen hat, weiß das, wer sie nicht gelesen hat, kann sich von mir aus gerne in der BILD darüber informieren, was er geschrieben hat.
  5. #104

    Adam Smith hatte recht, hat recht und wird recht behalten

    Zitat von Idahoe Beitrag anzeigen
    Milton Friedman's Thesen können logisch nicht funktionieren. Das Fehler liegt schon bei Adam Smith:
    Der ideale Markt funktioniert durch Angebot und Nachfrage, in der vollständigen Konkurrenz von Anbietern und Nachfragern.

    In der wirklichen Wirklichkeit gibt es keinen Markt, sondern nur Menschen, die Handeln.
    Idealerweise funktioniert menschliches Handeln durch das "geben und nehmen" Prinzip. Wenn jeder soviel gibt wie er nimmt, wäre das der "ideale Markt". Allerdings läßt sich dies nur durch Kooperation erreichen. Der gesuchte Marktdefekt ist das Gewinner/Verlierer-Modell. Der führt dazu, daß das "geben und nehmen" entscheidend aus dem Gleichgewicht gerät. Es entsteht nicht Wohlstand (der Nationen), sondern Reichtum (Gewinner) und Armut (Verlierer).

    Es SIND Menschen, die Handeln, nicht irgendwelche simplifizierten Märkte.

    Für die Thesen der "marktgläubigen liberalen Wettbewerbskrieger" von der totalen Konkurrenz, gibt es einen treffenderen Begriff:

    KRIEG
    Adam Smith hat nun wirklich sehr verständlich dargelegt, warum freier Markt und die dazugehörige Arbeitsteilung zum Wohlstand aller Beteiligten führen. Wenn man das nicht versteht, dann muss man zwangsläufig lernresistent sein.

    Wenn Sie den Liberalismus schon in seiner Theorie nicht verstehen, dann schauen Sie doch wenigstens mal mit offenen Augen in die Welt hinaus: Dort wo freie Marktwirtschaft praktiziert wird, geht es allen Menschen besser. Wo nicht, geht es (ausser einer verschwindend kleinen Herrscherkaste) allen schlecht.

    Die Überlegenheit des Liberalismus als Gesellschafts- und Wirtschaftssystem ist nicht nur in der Theorie erwiesen, sondern auch praktisch erfahrbar.

    Während die Sozialisten immer erzählen, Sozialismus würde schon funktionieren, man habe es einfach noch nie richtig gemacht, können wir Liberalisten sagen: Liberalismus funktioniert sogar recht gut, wenn er schlecht gemacht wird (z.B. Deutschland), und er funktioniert schon sehr gut, wenn er mittelmässig gemacht wird (z.B. Schweiz).
  6. #105

    Wettbewerb

    Zitat von Padmasambhava Beitrag anzeigen
    Wenn Sie sich die zehn wettbewerbsfähigsten Länder anschauen, werden Sie feststellen, dass darunter acht protestantische und zwei konfuzianische Länder sind. Aber kein einziges katholisches Land.
    Welche Länder meinten Sie denn?
    Zählen Sie Deutschland zu den protestantischen Nationen?

    Deutschland:
    Wikipedia: römisch-katholische Kirche 30,2 Prozent (tendenziell überwiegend in West- und Süddeutschland, Stand: 31. Dezember 2010)[82] – 0,3 % weniger als im Vorjahr, Evangelische Kirche in Deutschland (Lutheraner, Reformierte und Unierte) 29,5 Prozent (tendenziell vor allem in Norddeutschland, Stand: 31. Dezember 2009)
  7. #106

    so kann das jeder

    Zitat von garfield Beitrag anzeigen
    Ein ausgeglichener Haushalt? Dass ich nicht lache.

    ... das hat sogar Berlin (Land) geschafft - und das bei der bekannt deutlich schlechteren Ausgangslage
    ja, mit Hilfe des Finanzausgleich aus dem (insgesamt eher katolischen) Süden Deutschlands.
    Ich finde es grotesk, dass Sie damit angeben, dass Berlin bei der Neuverschuldung besser da steht als Bayern.
    Normalerweise sollte doch damit der Finanzausgleich fallen.
  8. #107

    No more Fleischhauer, please!

    Zitat von Christian Weiss Beitrag anzeigen
    Adam Smith hat nun wirklich sehr verständlich dargelegt, warum freier Markt und die dazugehörige Arbeitsteilung zum Wohlstand aller Beteiligten führen. Wenn man das nicht versteht, dann muss man zwangsläufig lernresistent sein.
    Wer so etwas behauptet, hat Adam Smith wohl selbst noch nicht gelesen. Er postuliert für das Funktionieren seines Marktes Bedingungen, die an eine Utopie grenzen. Alle Marktteilnehmer müssten rücksichtsvoll agieren und das Funktionieren des gesamten Marktes im Auge behalten. Klingt gut. Wenn diese Bedingungen aber erfüllt wären, dann bräuchten wir diese Diskussion gar nicht mehr führen, sondern wären ohnehin im Paradies.
    Und zu der gerne gebrauchten Formel "Was denn, Sozialismus funktioniert doch gar nicht!": Vielleicht dauert es ja nur ein bißchen länger, bis der Kapitalismus stirbt. Für der Weisheit letzter Schluss halte ich nicht. Trotzdem bin ich über die Errungenschaften des Kapitalismus froh, jaja, und ich sehne mich auch nicht nach Sozialismus.

    Zum eigentlichen Artikel: Die Unsinnigkeit der angeführten These muss wohl kaum dargelegt werden; dies wurde von anderen Foristen ohnehin bereits getan. Aber wirklich unerträglich an Fleischhauer ist, dass er seine kruden Theorien als unumstößlichen Fakt darlegt, und nicht einmal einräumt, dass eine empirische Überprüfung nötig wäre. Im meiner Meinung sinkt er gerade vom Apokalyptischen Reiter des Konservativen über reaktionären Demagogen hin zum verrückten Spinner (harmlos ausgedrückt, um hoffentlich der Zensur zu entgehen...).


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