REUTERSDie Zeit drängt: Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker könnte schon im Juli aufhören. Als Nachfolger ist Estlands krisenerprobter Finanzminister Ligi geeignet - er wäre ein Vorbild für Griechenland und andere Problemstaaten.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...839914,00.html
Verwundert habe ich mir die Augen gerieben! Ich lebe hier als Deutscher in dem gelobten Wunderland. Wenn man erfahren will, wie das aussieht, wenn ein kleines Land den Euro bekommt, dann nur hierher kommen.
Die Zeiten der Regierung, der auch Ligi angehört, sind gezählt.
Scharen weise verlassen Intelektuelle das eigene Land, weil sie hier nicht einmal eine Familie vernünftig ernähren können. So verdienen Lehrer als Anfangsgehalt ca 800€ als Spitzengehalt etwa 900€ bis 1200€ usw.
Es ist durchaus normal, dass man hier bei dem großen Nachbar Finnland oder England arbeitet.
Mit dem Euro stiegen die Lebenshaltungskosten auf das Niveau von Deutschland. Die Gehälter sind aber auf dem alten Niveau geblieben!
Armut nennt man das wohl, was hier verwaltet wird. Ein Rentner muss mit etwa 200€ auskommen, wer arbeitslos wird, wird mit einem geringen Entgelt noch 9 Monate unterstützt, dann fällt er ins Bergfreie. Heute steht in der Tageszeitung, dass man mit gebrochenen Arm in der Klinik durchaus 6 bis 8 Stunden Wartezeit in einem trostlosen Großwarteraum in Kauf nehmen muss, Krebspatienten warten monatelang auf eine Operation, so könnte ich weiter machen. Der Präsident selbst lässt sich auf Kosten der eigenen Krankenkasse in Helsinki operieren. Das Volk murrt. Wenn jetzt auch noch klar wird, dass dieser Staat etwa 2 Mrd Schulden machen muss, um den Rettungsschirm erstmals zu unterstützen, Geld was dringend für das soziale System brauchte, der darf sich nicht wundern, wenn ein solcher Sparkommissar Ligi ( übrigens ein recht farbloser Politiker mit wenig Durchsetungskraft) Merkel gefällt. Ihr Freund Peaminister Ansip wird es auch gefallen, vor allem, weil er schon verkündet hat, dass er aufhört. Auch der stolzen estnischen Seele tut das gut, ist doch wieder ein Este in eine Spitzenposition gelangt.
Sie merken aber jetzt langsam, was ihnen die Anstrengung kostet, den begehrten Euro zu haben. Auch ihr Ministerpräsident sieht wohl immer mehr Ungemach auf sich zu kommen.
Von den ständigem Meldungen über Korruption, Parteispendenskandale.. habe ich noch nicht gesprochen und wer schon einmal die Suizidtabelle sich ansieht, wird endgültig wie ich die Augen reiben!
Nur eines soll auch gesagt werden, das ist ein wunderschönes Land mit einem bewundernswerten nationalen Stolz und Bewusstsein. Was dieses Volk geleistet hat, verdient meine größte Hochachtung. Nur eine Politik, die die Menschen aus den Augen verliert, muss man auch einmal kräftig durchschütteln und verhindern, dass weiter Nebelkerzen gezündet werden!