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Euro-Krise: Bis Deutschland die Nerven verliert

Schon der Euro zielte aus französischer Sicht darauf, die wirtschaftliche Vormachtstellung Deutschlands zu schwächen. Unter François Hollande nehmen die Franzosen mit neuem Elan ihr altes Projekt wieder auf.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...837524,00.html
  1. #400

    Und

    Zitat von UweZ+ Beitrag anzeigen
    Viele begnadete Sprachkünstler haben das von Ihnen (mittels Bertolt Brecht) zu recht in Erinnerung gerufene Wesen des offensichtlich nur von Kampfhunden im Circus allumfassender Konkurrenz lebbaren Kapitalismus beschrieben.

    Wolfgang Borchert (1921-1947) - in: Draußen vor der Tür

    "Alle Leute haben eine Nähmaschine, ein Radio, einen Eisschrank und ein Telefon. Was machen wir nun? fragte der Fabrikbesitzer.
    Bomben, sagte der Erfinder.
    Krieg, sagte der General
    Wenn es nicht anders geht, sagte der Fabrikbesitzer."


    Und auch heute, wie gestern und vorgestern, zeigen die eigentlich nur bedauernswert sozial hirnleistungsbehinderten Propagandisten des fiktiv göttlichen Segens ausschliesslich individueller Bereicherung augenscheinlich wenig Neigung, einen Ausgang aus ihrer behinderungsbedingt nicht selbstverschuldeten Unmündigkeit finden zu können.

    Karl Kraus (1874-1936) - in: Aphorismen

    "Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz:
    Wir haben verdient!
    Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!"
    das Zitieren diese alten Geschwafels, das damals schon Geschwafel war, macht die Welt auch nicht verständlicher, es scheint nur so. Wer ist denn nun "die Börse"? Nach diesen Klassikern offenbar eine Art Ersatz-Satan, den man exorzieren könnte, wenn alle Menschen guten Willens wären.

    Was all' diese sich rational dünkenden Intellektuellen immer vergessen haben ist dass das klassische Prinzip der Sozialpsychologie: what people believe to be real is real in its consequences. Und real glauben die meisten Menschen immer noch an die Nation und eine höhere Gerechtigkeit, auch wenn Brecht dachte, er hätte den Satan selbst gefunden. Aber das ist auch nur ein Glaube, mit dem man sich die Welt erklärlich machen will, wie alles.
  2. #401

    Ablenkungsmanöver

    So langsam nähert sich der Artikel der Wahrheit. Die gibts wie immer scheibchenweise. Zuviel davon wäre ein unzumutbarer Schock.

    In der Zwischenzeit ist es bereits egal ob noch 100 Mia. nach Spanien oder 300 Mia. nach Frankreich fliessen. Deutschlan hat bereits mehr als 2000 Milliarden Schulden, mit allem was noch droht werden es 2700 Mia.

    Das reicht um die nächsten 2 Generationen zu Lohnsklaven auf niedrigerm Niveau zu machen. Die Steuern werden nicht zum Schuldenabbau sondern allein für Zinsen benötigt. Elend ohne Ende. Oder wann kapiert Otto Normalverbraucher welches Spiel mit ihm getrieben wird?
  3. #402

    Charles de Gaulle: "Frankreich hat keine Freunde, es hat nur Interessen."

    Zitat von UweZ+ Beitrag anzeigen
    (...)

    Woher Sie, herzallerliebste(r) elikey01, nun Ihrerseits den Mut nehmen, Herrn Fleischhauers rein emotionales Meinungs-Geschwurbel über ein angeblich Deutschland historisch durchgängig "schwächen" wollendes Frankreich - (herrscht denn tatsächlich IMMER NOCH KRIEG zwischen genannten Nachbarländern...?) - als "faktengestützt" zu bezeichnen, bleibt Ihr süsses Geheimnis.
    (...)
    Charles de Gaulle sagte 1940, als er während der deutschen Besatzung Frankreichs sich im englischen Exil befand, zum vermeintlich befreundeten Winston Churchill: "Frankreich hat keine Freunde, es hat nur Interessen."

    Diesen Satz sollten sich die Deutschen endlich mal hinter die Ohren schreiben.

    Nationen sind, nicht nur beim Fußball, Rivalen und werden immer Rivalen bleiben. Rivalen, die günstigstenfalls Zweckbündnisse eingehen, mehr aber auch nicht.

    Der mit Fernsehfeuerwerk begleitete "Freude schöner Götterfunken"-Scheinidealismus der EU ist nur Blendwerk, "Opium fürs Volk" gewissermaßen. Es geht tatsächlich um knallharte, vor allem gegen Deutschland gerichtete Interessenspolitik unter dem Deckmäntelchen von "Idealismus".
  4. #403

    HINTER meinen Ohren steht nichts geschrieben...:-)

    Zitat von Jasro Beitrag anzeigen
    Charles de Gaulle sagte 1940, als er während der deutschen Besatzung Frankreichs sich im englischen Exil befand, zum vermeintlich befreundeten Winston Churchill: "Frankreich hat keine Freunde, es hat nur Interessen."

    Diesen Satz sollten sich die Deutschen endlich mal hinter die Ohren schreiben...
    Ach, wirklich...!?
    Mal abgesehen davon, dass kein Mensch mit otto-normalem Körperbau etwas (nach)lesen könnte, dass "hinter seinen Ohren" geschrieben steht:

    Der promovierte Historiker und langjährige Bundesbirne Helmut Kohl hatte diesen Satz dereinst sinngemäss, allerdings selbstverständlich bezogen auf eine andere, fiktive National-Identität, dem zwischen 1868 und 1894 viermal zum britischen Premierminister gewählten William Gladstone zugeschrieben.

    DER SPIEGEL 13/1984 vom 26.03.1984
    "...Bei einem seiner Besuche in London, so erzählte Kohl, sei er mit Frau Thatcher in ihrem Amtssitz in Downing Street Nr. 10 die Treppe hinuntergegangen und dabei vor dem Porträt des großen William Gladstone stehengeblieben. Zu Frau Thatcher, so Kohl weiter, habe er daraufhin gesagt: "Von dem habe ich mir als Geschichtsstudent ein Zitat gemerkt: << Großbritannien kennt keine Feinde, Großbritannien kennt keine Freunde, Großbritannien kennt nur Interessen! >>..."

    Ob der bereits im Grossbritanien des vorletzten Jahrhundert lebende, legendäre Mister Gladstone wohl geistiger Vater jener augenscheinlich vielfältig einsetzbaren, wenngleich sozial so überaus putzig hirnleistungsschwächelnden Anekdote war...?

    Na ja, dem französisch-charmanten de Gaulle hat seine intime Kenntnis der ahnenkultig britischen Mentalität ja offensichtlich geholfen, den mächtig beeindruckten Winston Churchill ruckzuck um den Finger zu wickeln...:-)

    Zitat von Jasro Beitrag anzeigen
    ...Nationen sind, nicht nur beim Fußball, Rivalen und werden immer Rivalen bleiben. Rivalen, die günstigstenfalls Zweckbündnisse eingehen, mehr aber auch nicht..
    Ich verstehe, sie bevorzugen einen lokalkoloriert süss-kleinen, womöglich gar einen intimen "Nationen-Begriff".

    Oder unterscheidet sich das von Ihnen fussballerisch "national" bemühte Rivalentum etwaig von dem zwischen zwei Kreisklasse-Mannschaften, respektive dem derer Fans im Publikum...?

    Ich darf Ihnen aufrichtig versichern, dass ich Vaterlandsverräter Sie, herzallerliebste(r) Jasro, genauso wenig als Rivalen empfinde, wie meine sonstigen EU-Mitbürger. Auch wenn Sie vermutlich in einem anderen Landkreis unserer schnuckligen Bundesrepublik wohnen, als meine Wenigkeit.

    Was sich rivalitäts-technisch, gänzlich unabhängig von jedwelchem National/Lokal-Kolorit, zugegebenerweise ruckzuck ändern könnte, wenn wir beide mal vor Publikum Tischtennis spielen sollten...:-)

    Krieg würde ich mit Ihnen defintiv nicht spielen!
    Schon weil ich mir als Naturwissenschaftler dabei in einem nie hundertprozentig ausschliessbaren Anfall von Unfairnis einige höchst explosive Naturgesetze ins Boot holen könnte.
    Und ich definitiv nicht beabsichtige, meine weiteres Leben mit quälenden Gewissensbissen zu verbringen...
  5. #404

    jaja

    Zitat von OneLifeOnly Beitrag anzeigen
    So langsam nähert sich der Artikel der Wahrheit. Die gibts wie immer scheibchenweise. Zuviel davon wäre ein unzumutbarer Schock.

    In der Zwischenzeit ist es bereits egal ob noch 100 Mia. nach Spanien oder 300 Mia. nach Frankreich fliessen. Deutschlan hat bereits mehr als 2000 Milliarden Schulden, mit allem was noch droht werden es 2700 Mia.

    Das reicht um die nächsten 2 Generationen zu Lohnsklaven auf niedrigerm Niveau zu machen. Die Steuern werden nicht zum Schuldenabbau sondern allein für Zinsen benötigt. Elend ohne Ende. Oder wann kapiert Otto Normalverbraucher welches Spiel mit ihm getrieben wird?
    .........

    Der eigentliche Skandal ist doch, daß wir einige Jahrzehnte in Saus und Braus gelebt haben, daß es den europäischen Gesellschaften im internationalen Vergleich sehr geht geht und daß die Vermögen noch allemal ausreichen, um alle Schulden schlagartig zu tilgen.
    Und trotzdem ist das System am Kollabieren. Da ist es gemeiner Sport, nicht nur in Griechenland, möglichst wenig, bestens gar keine Steuern zu zahlen. Da werden Schulden gemacht und gleichzeitig Steuererleichterungen für Reiche und Unternehmen beschlossen. Da werden die selbstverschuldeten Schwachlagen von Banken, Unternehmen und dem Finanzsystem gedeckelt. Da wird sinnlosem, schuldenbasierten Wachstum das Wort geredet, statt endlich auf angezeigte Nachhaltigkeit umzuschwenken. Und die Politikergarde hat sich zum willenlosen Büttel der Ökonomie degradiert.
    Was sind das für Politiker und Gesellschaften, die aus schwer erarbeitetem Reichtum keine Nachhaltigkeit gründen, sondern alles regelrecht verspielen, mit Zauberpapierchen verzocken.
    Und warum werden diese Politiker weitergewählt?
    rabenkrähe
  6. #405

    ...

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    das Zitieren diese alten Geschwafels, das damals schon Geschwafel war, macht die Welt auch nicht verständlicher, es scheint nur so...
    Die kognitiv hirnleistungstechnisch gänzlich unbegründete Verwendung des Wortes "Geschwafel", kann jedwelchen Zusammenhang mit Sicherheit nicht "verständlicher" machen, meinen Sie nicht auch...

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Wer ist denn nun "die Börse"?
    Woher sollte ich denn wissen, WER die Börse sei...???
    Ich weiss aber WAS die Börse ist: ein perfekt anonymisierender Handelsplatz, auf dem sich Käufer und Verkäufer nie persönlich kennenlernen. Weshalb dort, in krassem Gegensatz zur otto-normalen Lebenserfahrung, ein noch so unfair agierender "Profiteur" niemals die Rache des zugehörigen, willkürlich über den Tisch gezogenen "Verliereres" fürchten muss.

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Was all' diese sich rational dünkenden Intellektuellen immer vergessen haben ist dass das klassische Prinzip der Sozialpsychologie: what people believe to be real is real in its consequences. Und real glauben die meisten Menschen immer noch an die Nation und eine höhere Gerechtigkeit, auch wenn Brecht dachte, er hätte den Satan selbst gefunden. Aber das ist auch nur ein Glaube, mit dem man sich die Welt erklärlich machen will, wie alles.
    Ok, so langsam ahne ich, worauf Sie hinaus wollen.
    So sehr das Schrifttum des grossen Philosophen Arthur Schopenhauer - und insbesondere seine Deutung der "Welt als Wille und Vorstellung", also als von subjektiven Iealisten bevölkertes, irrationales Konstrukt - meinen Verstand auch fasziniert.

    Ich vermag dessen Weltbild (ganz in Einklang mit Schopenhauer) schlicht praktisch nicht zu LEBEN - denn meine Welt ist von Menschen bevölkert, die teilweise zwar etwas nervig, aber allesamt tief in ihren Herzen durchweg "gut" sind.
    Zumindest habe ich meinem nicht ganz kurzen und durchaus bewegten Leben noch keine gegenteiligen Erfahrungen sammeln dürfen.
    Von mir subjektiv erfühlt ist mein Lebens-Glas immer (zumindest) halb VOLL geblieben, so dass ich das Gefühl, womöglich irgenwann vom Verdursten bedroht zu sein, schlicht nie kennengelernt habe.

    Kennen, achten, und zugegebenerweise aus meiner subjektiven Sicht auch etwas bedauern gelernt habe ich allerdings Menschen zuhauf, die sich tendenziell immerzu bedroht fühl(t)en.
    Warum es diesbezüglich solche (Optimisten) und solche (Pessimisten) gibt, kann ich nur vermuten.
    Vermutlich weil beide Einstellungs-Gattungen, je nach Rahmenbedingunen, rational-zwangsläufig die besseren Strategien entwickeln können. Das orchestrierte Ensamble beider Verhaltensmuster also mit einer grossen Bandbreite "zufällig eintretender" Umstände umzugehen vermag.
    Kurz: ich "mag" meine menschlichen Gegenpole mindestens genau so gerne, wie jene, die ähnlich wie ich ticken.
    Von ersteren kann ich was lernen, was ich nicht kann.
    Bei letzteren kann ich mich erholen, was ich gelegentlich brauche.

    P.S.:
    Auch ich halte das von Ihnen genannte "Prinzip der Sozialpsychologie" für zweifelsohne zutreffend.
    Allerdings möchte ich daran erinnern, dass dieses "Prinzip" ursprünglich am rational zugänglichen Beispiel pathologisch-irrationaler Paranoiker begründet wurde. Das englische "believe" hier also absolute, "subjektiv reale" WAHRNEHMUNGEN umschreibt. Und eben nicht jene relativierbaren, individuell keinen Anspruch auf absolute Wahrheit erhebenden Glaubensbekenntnisse innerhalb einer pluralistisch gestimmten Gesellschaft.
  7. #406

    nur 100 000 Franzosen, nicht alle

    Euro-Krise: - SPIEGEL ONLINE Aus: "Frankreichs Präsident Hollande: Neue Renten-Regelung für bestimmte Arbeitnehmer" AFP[/QUOTE]

    Einige (100 000) Franzosen sollen künftig wieder mit 60 Jahren in Rente gehen aber nicht alle. "Doch die Neuregelung gilt längst nicht für alle Arbeitnehmer.: "

    - Die Vollrente mit 60 wird für nur für bestimmte Arbeitnehmer wieder eingeführt. Im Jahr 2013 sollen etwa (110.000) Bürger davon profitieren. (Bevölkerung Frankreichs um 66 Millionen)

    - "Profitieren werden Personen, die schon ab dem Alter von 18 oder 19 Jahren und für die volle Beitragszeit von 41 oder 41,5 Jahren in die Rentenkasse eingezahlt haben. Sie sollen wieder mit 60 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen können.

    - "Profitieren werden auch Frauen mit mindestens 2 Kindern haben, UND schon ab dem Alter von 18 oder 19 Jahren gearbeitet haben

    - zusätzliche Bonus-Zeiten (Militärdienst 1 Jahr und Schwangerschaftsurlaub) gelten nur unter der Grenze von zwei Jahren (8 Semester ) .
  8. #407

    So enden wir in Griechenland

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Genau!
    Das einzige Mittel gegen den Sozialismus ist, selbst Sozialist zu werden. Wer noch Geld hat, der gebe es aus, bevor es ein anderer für ihn tut.
    Ich habe schon vor Jahren meinen Umsatz heruntergefahren und lebe nun bescheidener, aber in dem Bewußtsein, weniger stark versklavt zu sein als ein Großsteuerzahler.
    Mehr südliche Mentalität macht das Leben angenehmer ;-)
    aber es entspricht eben nicht der Realität in Deutschland, denn die Mehrheit arbeitet eher immer mehr. Und nur so kann man in einem Land erfolgrech sein : Durch reale Arbeit. nicht ohne Pausen aber mit
    einer sinnvollen Produktivität. ( und eben nicht durch Korruption , Gelderwerb durch Beziehungen usw... )
  9. #408

    Zitat von jotzo1 Beitrag anzeigen
    aber es entspricht eben nicht der Realität in Deutschland, denn die Mehrheit arbeitet eher immer mehr. Und nur so kann man in einem Land erfolgrech sein : Durch reale Arbeit. nicht ohne Pausen aber mit
    einer sinnvollen Produktivität.
    Wenn mir die Früchte meiner Arbeit entrissen werden, dann will ich gar nicht produktiv sein! Ich bin nämlich fleißig, aber kein Idiot.
  10. #409

    Qualitätsjournalismus

    Ich wollte nur ausdrücken, dass Herr Fleischhauer keine Rücksicht zu Fakten oder Wirklichkeit nimmt, besonders wenn die Fakten seine Ideologie belügen! Diese Kolumne ist eine Sammlung aus Klischees und Unwahrheiten. Seine Äußerung über die Rente in Frankreich? Falsch. Über die demographische Lage? Falsch. "Die Angst vor der deutschen Hegemonie über Europa war schon immer eine Obsession französischer Außenpolitik"... also... ist das ernsthaft oder Satire?

    Gilt so eine Maskerade als "Qualitätsjournalismus" in Deutschland heute? Beim New York Times schreibt Paul Krugman. Und beim Spiegel... Jan Fleischhauer. Das sagt alles. Wirklich.


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