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Euro-Krise: Bis Deutschland die Nerven verliert

Schon der Euro zielte aus französischer Sicht darauf, die wirtschaftliche Vormachtstellung Deutschlands zu schwächen. Unter François Hollande nehmen die Franzosen mit neuem Elan ihr altes Projekt wieder auf.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...837524,00.html
  1. #360

    eurobonds, warum nicht?!

    ganz einfach, es gab ein solches Szenario von ca 2002-2009 wo quasi sämtliche €-Länder sich zu vergleichsweise historisch niedrigen Zinssätzen Geld über den Kapitalmarkt beschaffen konnten. Was hat es gebracht?? Also, was soll dieser Quatsch mit den Eurobonds?!?
  2. #361

    Und noch'n Gedicht ...

    Zur Aufklärung. Es mag ja möglich sein, daß Mitterand die Einführung des Euro zu einer Bedingung für die Zustimmung zur Wiedervereinigung gemacht hat. Verbürgt ist das allerdings nicht. Jedenfalls hat Kohl diese Behauptung immer zurückgewiesen.

    Da war nur noch ein anderes kleines Problemchen, das immer nur am Rande erwähnt wird:
    Die D-Mark war zu dieser Zeit ein beliebtes Zahlungsmittel bis hin in den südosten Europas. D.h. die Deutsche Bundesbank hatte am Ende garkeinen Überblick mehr, wieviele von diesen Scheinchen herumschwirren und vor allem WO.

    Das ist im übrigen auch der Unterschied zu Schweizer Franken, der nie in einem solchen Umfang verbreitet war.

    Das hat die Einführung einer Gemeinschaftswährung nahegelegt. Leider mit erheblichen Konstruktionsfehlern die eben bei den festgezurrten Währungskursen beginnen und bei dem schlecht gemachten "Styling" der Euro Münzen nicht enden (schon 'mal im Supermarkt mit Kleingeld bezahlt, während die Schlange hinter Ihnen immer größer wird ?).

    Man kann mich jetzt als Nationalist bezeichnen. Meiner Meinung nach wäre es das beste, wenn Deutschland einmal seinen Mut zusammen nehmen würde, sagen würde wir führen jetzt eine neue Währung ein - nennen wir diese ECU - und diese direkt über die Bundesbank stellvertretend für ganz Europa verwalten würde.

    Jeder Staat könnte dann immer noch entscheiden ob er den ECU direkt haben möchte, oder eine eigene Subwährung führen möchte.

    Das ist anmaßend, zugegebenermaßen, würde aber vermutlich sehr viel Vertrauen in die Währungsstabilität zurückgeben. Schließlich war diese ja vorher auch da ...
  3. #362

    Scheinchen...

    Zitat von ThomasGB Beitrag anzeigen
    Zur Aufklärung. Es mag ja möglich sein, daß Mitterand die Einführung des Euro zu einer Bedingung für die Zustimmung zur Wiedervereinigung gemacht hat. Verbürgt ist das allerdings nicht. Jedenfalls hat Kohl diese Behauptung immer zurückgewiesen.

    Da war nur noch ein anderes kleines Problemchen, das immer nur am Rande erwähnt wird:
    Die D-Mark war zu dieser Zeit ein beliebtes Zahlungsmittel bis hin in den südosten Europas. D.h. die Deutsche Bundesbank hatte am Ende garkeinen Überblick mehr, wieviele von diesen Scheinchen herumschwirren und vor allem WO...
    Das ist die Lieblingsverschwörungstheorie Vieler; so oder ähnlich angerichtet und garniert. Sie ist aber leicht zu widerlegen. Die westlichen Mächte haben eigentlich früh erkannt, daß angesichts der Auflösungserscheinungen des Kommunistischen Welt und speziell in der DDR die in einem anderen System nicht funktionieren würde, die Wiedervereinigung unaufhaltsam war. Die USA haben das sehr früh erkannt und die Wiedervereinigung auch unterstützt. Die sind auch viel zu schlau um sich in eine von vorherein verlorene Schlacht zu stürzen. Angesichts der Fürsprecher war die Sache auch für F und GB gegessen. Die haben bestenfalls länger gezögert. Die tiefere Integration über mehrere Währungsschritte wurde bereits ab Ende der 70er und dann in den 80ern weiter eigentlich vorweggenommen...

    Zitat von ThomasGB Beitrag anzeigen
    Man kann mich jetzt als Nationalist bezeichnen. Meiner Meinung nach wäre es das beste, wenn Deutschland einmal seinen Mut zusammen nehmen würde, sagen würde wir führen jetzt eine neue Währung ein - nennen wir diese ECU - und diese direkt über die Bundesbank stellvertretend für ganz Europa verwalten würde.

    Jeder Staat könnte dann immer noch entscheiden ob er den ECU direkt haben möchte, oder eine eigene Subwährung führen möchte.

    Das ist anmaßend, zugegebenermaßen, würde aber vermutlich sehr viel Vertrauen in die Währungsstabilität zurückgeben. Schließlich war diese ja vorher auch da ...
    Sie werden in Deutschland keinen Politiker finden der das durchziehen würde...
    Die Gründe sind Viele...
    Und ob sich viele Mitmacher finden? Zweifel über Zweifel.

    Schian Gruaß...
  4. #363

    Hirngespinste

    Hier wird die schwarz-gelbe manische Denkweise so richtig deutlich. Erst neulich ist mir aufgegangen, wie die eigentlich ticken. Eigentlich müsste doch jedem klar sein, dass die EURO-Krise eine Bankenkrise ist und keine Staatsschuldenkrise. Und deutsche Banken haben in spanische Immobilien investiert wie niemand sonst. Aber der Schwarz-Gelbe unterscheidet nicht zwischen spanischen Banken, spanischer Bevölkerung, spanischem Haushaltsdefizit, spanischer Wirtschaft usw. Sondern: der Grieche ist faul, der Franzose ein Betrüger, der Spanier macht zu lange Siesta usw. (Was ist eigentlich der Ire? Opferlamm für seine Banken). Auf diesen Vorurteilen baut der Schwarz-Gelbe seine Wirtschaftstheorie auf und kann praktischerweise gleich noch von seinen geliebten Zockerbanken ablenken, "der Spanier" hat halt über seine Verhältnisse gelebt und spürt jetzt die Knute. Ich habe gelesen, so was nennt man "Neo-Nationalismus". Also dann: Neo-Liberale und Neo-Nationalisten raus aus den Parlamenten!
    PS: Fleischhauer wartet ja schon hämisch, bis sein geliebter Finanzmarkt Frankreich fertig macht - ganz deutscher Untertan, müssen wir doch mit 67 in Rente. Gerade hat Frankreich für 2,5% Zinsen Staatsanleihen aufgenommen - Pech gehabt, Herr Fleischhauer.
  5. #364

    Zitat von karl-heinz-heinzelmann Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt, habe ich lange keinen dermassen chauvinisten Artikel wie diesen gelesen. Der Autor behauptet allen Ernstes, dass die Bundesrepublik Deutschland eine Art Vorbildfunktion innerhalb der europäischen Union einnimmt, welcher die übrigen Staaten zu folgen haben. Von der Tatsache, dass der deutsche Exportüberschuss zu Lasten der süd - und osteuropäische Nachbarn geht, verliert der Autor kein Wort. Vielmehr werden diejenigen, welche die deutsche Vormachtstellung auf den europäischen Kontinent nicht akzeptieren wollen, regelrecht als "deutschlandfeindlich" betrachtet.

    Vielleicht sollte man dem Autor einmal deutlich machen, dass Deutschland restlos pleite wäre, wenn unsere europäischen Nachbarn auch nur einen Teil der Kriegsreparationen aus dem 2. Weltkrieg einfordern würden. Oder ihm die Tatsache erklären, dass Deutschland nach dem Krieg ökonomisch überhaupt nicht mehr auf die Beine gekommen wäre, wenn die europäischen Nachbarn die Deutschen nicht massiv unterstützt hätten. Statt dessen läßt sich der Autor in chauvinistischer und herablassender Art über die Spanier, Italiener, Portugiesen und Franzosen aus. Der Artikel ist einfach nur widerlich, anders kann ich ihn nicht mehr beschreiben.
    Die Kriegsschulden und die Marshallhilfe machen einen Bruchteil der Risiken aus, für die wir jetzt haften.

    Ihr rückwärtsgewandter Beitrag zeigt nur, dass wir immer noch nicht in einem gleichberechtigtem Land in Europa angekommen sind.
    Genau das ist das, wass die nächste Generation nicht mehr mitmachen wird.
    Ich fühle keine Kollektivschuld. Ich fühle auch keine Notwendigkeit bei einer neuen "Claims Conference" mitzumachen.
    Die Nazivorwürfe und die Raubgoldvorwürfe der Griechen zeigen doch, dass wir uns nur Freunde gekauft haben. Derartige Freundschaften zerbrechen in der ersten Belastung.
    Wer nach dem Aussterben der damaligen Beteiligten heute noch von "Schuld" spricht, der hat ganz andere Interessen, als eine Entschuldigung im Sinn. Da muss man seinen Geldbeutel ganz fest verschliessen.
    Und da muss Politik endgültig mal einen Riegel vorschieben.

    Grass hat es schön formuliert.

    Ansonsten arbeiten wir ungewollt an der Vorbereitung von Kriegen mit.

    Genau das sollte "in einem Haus Europa" bewirken.

    Deswegen war die "NON BAIL OUT" Klausel so wichtig.
  6. #365

    Zitat von Nr43587 Beitrag anzeigen
    Rechtlich ist das ohne (einstimmige) Änderung er EU-Verträge gar nicht möglich.
    Praktisch würde eine neue deutsche nationale Währung unter hohem Aufwertungsdruck stehen. Insbesondere mittelständische Firmen würden ihre Absatzmärkte verlieren.
    Eine Kapitalflucht würde nach Deutschland einsetzen, das Preisniveau würde schweizer Verhältnisse erreichen.
    Die EU wäre Geschichte, weil sich jedes Land dann für sich vermeintlich nachteilige Bereiche der Verträge herauspicken würde, an die es sich dann nicht mehr gebunden fühlen würde.
    In der Welt hätte dann jedes einzelne europäische Land gebenüber China, Indien, USA, Russland und Brasilien keine Bedeutung mehr.
    Und die europäischen Länder würden ihr Heil in Tricksereien (Protektionismus, Handelskriege) suchen. Eine Abwärtsspirale käme in Gang, bei der alle Europäer verlieren würden.
    Komisch.

    In dieser "Abwärtsspirale" haben wir doch sehr lange Zeit, erst mit Goldstandard, dann mit EWG gut gelebt.
  7. #366

    Konservative Unlogik
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon der Euro zielte aus französischer Sicht darauf, die wirtschaftliche Vormachtstellung Deutschlands zu schwächen. Unter François Hollande nehmen die Franzosen mit neuem Elan ihr altes Projekt wieder auf.
    So so, und der von den Konservativen so viel gelobte Gerhard Schröder war deshalb gezwungen, in dem Moment, da die anderen €uropäischen Staaten nicht einfach mehr ihre nationale Währung gegenüber der DM abwerten konnten, die Agenda 2010 zu verkünden. Keinesfalls ging es darum,die wirtschaftliche Vormachtstellung Deutschlands in €uropa auszubauen. Der politische Zwerg Deutschland konnte es nicht so halten, wie GB oder die Skandinavier und war gezwungen, sich mit der Agenda 2010 nach dem Zwangsbeitritt zum € wirtschaftlich zu retten! Und jetzt wollen die bösen Franzosen uns zwingen, unsere schöne Agenda 2010 aufzuweichen anstatt selber eine zu verkünden, was dann natürlich – wie im Falle Deutschlands - den gesamteuropäischen Interessen zu Gute kommen würde! Ach, Quatsch – das hat ja damals Deutschland gerettet – ja was denn nun?
    Man kann mir natürlich widersprechen – aber dann gilt erst recht: wozu eigentlich die Agenda 2010? Worin liegt denn dann eigentlich der Verdienst Schröders? Ist es nun ein Verdienst für Deutschland, oder für €uropa? Ach so, auch €uropa profitiert ja irgendwie von Deutschlands Wirtschaftspolitik – aber um Gotteswillen bloß nicht zu viel! Ja, was denn nun?
  8. #367

    Zitat von flippert0 Beitrag anzeigen
    Augstein (der Rudolf) war immer kritisch gegenüber Frankreichs Absichten. Er wusste, wen er vor sich hatte.
    Bei Frankreich geht es immer scheinbar immer für Europa in Wirklichkeit meist gegen die Deutschen. Man sieht das in der Politik (Euro und Giscards Euroverfassung), aber auch in der Wirtschaft (EADS).

    Soll der Euro gerettet werden, darf es keine Geldzahlungen ohne gleichzeitige Kontrolle geben.
    Kontrolle gegenüber Frankreich ist nicht möglich.

    Die Grand Nation wird sich in Internas nie herreinreden lassen.

    Ansonsten könnten wir ja mal den Vorschlag machen, das Saarland, Elsass und Lothringen aus dem Deutschen Föderalismus und der Grand Nation auszugliedern und als ersten Europäischen Bundesstaat zu etablieren.

    In dem Staat wird Englisch als Pflicht- und Amtssprache eingeführt.

    Frankreich und die Bundesrepublik können dann die gemeinsame fiskalische Patenschaft übernehmen.

    Ich bin auf das Experiment gespannt.
  9. #368

    Zitat von heiko1977 Beitrag anzeigen
    Genau der böse alte erzfeind Frankreich dieser Franzos, der schon immer dem guten netten lieben Deutschen seine Wirtschaftsmacht nicht gönnte. Da muss doch dem Finanzlobbyisten sorichtig die Glückstränen in den Augen stehen, die Cchance die alte lukrative Feindschaft wieder aufleben zu lassen, wo sie doch für die Unternehmer so lukrative Geschäfte bescherte (sowohl in der Waffenproduktion als auch im Wiederaufbau). Naja das Frankreich nur der größte und wichtigste Handelspartner D ist was sollst, ich hoffe doch das Frankreich dann bald wieder am Rhein steht damit das Rheinland wieder französisch ist, immerhin haben die für ein sauberes Köln gesorgt.
    Ja, die waren so beliebt, dass die Kölner den Karneval extra dafür erfunden haben.
  10. #369

    Hetze?

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Blanke Hetze von Fleischhauer. Auf Populismus gestrickt und rechts-national gefärbt. So geht es nicht Herr Fleischhauer, den Spiegel zur Diffamierung und Hetze gegen Frankreich zu benutzen.

    Die Angst vor der deutschen Hegemonie über Europa war schon immer eine Obsession französischer Außenpolitik - und der Euro das Mittel zur Prävention derselben.

    So gesehen erfüllt sich mit der Vergemeinschaftung der europäischen Schulden nun ein Projekt, das aus französischer Sicht schon immer eher gegen Deutschland gerichtet war als auf die Einigung des Kontinents. Nicolas Sarkozy glaubte dem alten Ziel am besten zu dienen, indem er den Schulterschluss mit der deutschen Kanzlerin suchte. Hollande kehrt zu dem bewährten Prinzip zurück, die Deutschen zu schwächen, indem er ihre wirtschaftliche Stärke unterminiert.

    Die nächste Stufe in der Krise wird die der offenen Erpressung sein.

    Nur außenpolitische Einfaltspinsel können annehmen, dass man in Madrid, Rom oder Paris auch wirklich Europa meint, wenn man dort von Europa redet.

    Wie man sieht, hält sich diese Form der Schwarmgeisterei hierzulande allerdings hartnäckig - sogar bis in die Spitze der SPD

    Diese Sätze sind unerträglich. Eines seriösen Journalisten nicht würdig.

    Und, Herr Fleichhauer, Ihre heftige Aversion gegen die Franzosen, die erstaunlicherweise parteiübergreifend ist, gegen die Spanier und Italiener, war dann also schon immer da, schon vor dem Euro, toll.

    Was Sie da schreiben, ist Rechtspopulismus nach Haider und LePen Art.
    Und da steigen Ihnen die Kollegen nicht aufs Haupt?
    Ihr Beitrag grenzt doch viel näher an Hetzerei, abgesehen davon, dass der von J.F. in keinster Weise als hetzerisch und schon gar nicht rechtspopulistisch empfunden werden kann. Es ist eine faktenunterlegte Meinung, die man aus eigener Wahrnehmugn teilen kann od. auch nicht.

    Aber wenn einem der Inhalt nicht ins (linkspopulistische?) Weltbild passt, dann schlägt man mit seiner Kritik gegenüebr Andersmeinenden schon mal leicht über die Stränge.
    Ihren Vergleich mit Haider und Le Pen kann man wahrhaftig sehr viel mehr als (linkspopulistische) Hetze verstehen.
    Gegenbeweislich faktisch-sachlich auseinandergesetzt mit Fleischhauers Inhalten haben Sie sich ja nicht.

    Mein Demokratieverständnis hält dennoch Ihren Beitrag aus - als Ausdruck eines Rechts auf freie Meinungsäußerung, deshalb auch eine Kommentierung.
    Wenn Sie indess den Kommentar von J.F. so unerträglich finden, wirkt die offensichtliche Bemühung um polemische Kommentierung und "kollegialen" Sanktionsrufen alles andere als seriös.








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