Euro-Gruppen-Chef: Juncker hält Euro-Austritt der Griechen für beherrschbar

REUTERS"Nicht wünschenswert, aber zu meistern": Laut Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker wäre ein Währungsaustritt Athens beherrschbar. Scharfe Kritik übt Luxemburgs Premier am Ton der Euro-Diskussion in Deutschland.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...848752,00.html
  1. #1

    Halbwertszeit: Hilfe und neue Medikamente

    Genau eine Woche her, optimal abgestimmt auf 2012.

    mm am 30.07.2012: " Juncker spricht von "Geschwätz" über Euro-Austritt Griechenlands

    Kritik übte Juncker indirekt am deutschen Wirtschaftsminister Philipp Rösler. "Alles Geschwätz" über einen Austritt Griechenlands sei nicht hilfreich, sagte Juncker ohne Rösler beim Namen zu nennen. Wer denke, dass die Probleme der Euro-Zone dadurch behoben würden, dass man das Land ausschließe oder fallenlasse, habe die eigentlichen Ursachen der Krise nicht erkannt. Rösler hatte mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, ein Austritt Griechenlands habe seinen Schrecken verloren."
  2. #2

    Natürlich ist ein Austritt beherrschbar

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Nicht wünschenswert, aber zu meistern": Laut Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker wäre ein Währungsaustritt Athens beherrschbar. Scharfe Kritik übt Luxemburgs Premier am Ton der Euro-Diskussion in Deutschland.

    Juncker hält Euro-Austritt Griechenlands für beherrschbar - SPIEGEL ONLINE
    "Man dürfe den Austritt Griechenlands nicht herbeireden."

    Eine solche Aussage - aus dem Mund von Managern und Gewerkschaftern - ist an Substanzlosigkeit nicht mehr zu überbieten.
    Wie sollte es möglich sein, ein Ereignis von solcher Tragweite einfach herbeizureden?

    Den Ton in der €uro-Diskussion haben nicht zuletzt Leute wie Juncker ausgelöst, die sich u.a. nicht mal scheuen, das BVerfG unter Druck zu setzen und so mindestens den Eindruck erwecken, die deutsche Verfassung aushebeln zu wollen - für ihre Interessen, die nicht die der deutschen Bevölkerung sein können.

    Das ist das Ergebnis der Laviererei seit üb. zwei Jahren, die mitsamt Rettungsschirmen und deutscher Milliardenzahlungen (die als verloren abzuschreiben sind wie die griech. Staatsanleihen der HRE) die Krise verschärft hat, weil damit die Ursachen nicht entschlossen bekämpft wurden.

    Es ist zwar müsig, weil nicht änderbar: Doch hätte man sich - nicht nur von deutscher Seite - vertragstreu an die no-bailout-Klausel gehalten, anstatt der Finanzwirtschaft so auf den Leim zu gehen, könnte sich die gegenwärtige Situation bereits deutlich entspannter darstellen und vor allem wäre deutlicher geworden, wo der Zug hinfährt - es wäre also wohl zum berühmten "Ende mit Schrecken" gekommen.

    Schade, dass niemand dieses Szenario je kennenlernen durfte.
    Hätte man es etwa herbeireden können?
  3. #3

    Delikt?

    Insolvenzverschleppung ist überall sonst ein Delikt.

    Wieso jedoch bei Griechenland nicht?
  4. #4

    oK

    Ich respektiere Herrn Juncker sehr, und gäbe es eine Wahl zum Präsident der Vereinigten Staaten von Europa, wäre er im Moment mein erster Kandidat. Aber er könnte dann auch sagen, wenn er schon Klartext redet, daß die dauernden Hitlervergleiche in der ausländischen Presse auch nicht dienlich sind.
  5. #5

    Der wahre Juncker

    Wer zweigt die proportional höchsten EU-Gelder ganz EUROpas ab? Luxemburg. Welches Land gilt Kritikern als demokratiepolitisch verwerfliche Steueroase, als Flucht-Nation und Tresor auch für Schandgeld? Luxemburg. Wer ist der Regierungschef? Der "Mister Euro", Herr Jean Claude Juncker, in Luxemburgs Satire-Magazinen auch "Bokassa" genannt. Wer ist seit Gründung des Euro über mehr als ein Jahrzehnt in verantwortlicher EURO-Position? Juncker. Und wen wundert die triste Lage des Euro, der millimeterweit vor der Implosion steht, dessen Wert allerbestenfalls durch schwindendes Vertrauen der Euro-Bürger definiert ist?

    Karl Turecek, Linz
  6. #6

    Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn die Griechen als ganzes Volk herabgewürdigt werden, wie es in der Boulevardpresse teilweise passiert.

    Dennoch ist ein Austritt Griechenlands nicht nur "zu verkraften", sondern auch für die Griechen die einzige Chance. Die können gar nicht so viel sparen, wie ihre Gläubiger haben wollen und strukturelle Reformen kann man auch nicht mal eben im Vorbeigehen erledigen.
    Für die Griechen wäre es das Beste, wenigstens vorübergehend aus der Währungsunion auszutreten und bankrott zu gehen. Pech für die Gäubiger. Gleichzeitig brächte Griechenland dann finanzielle Hilfen aus der EU, um sich wieder zu konsolidieren. Die würde ich den griechischen Bürgern durchaus gönnen, während die Milliardenhilfen, die derzeit an die Gläubiger gehen niemandem in Griechenland etwas bringen und deshalb auch keine "Hilfe" sind.
  7. #7

    Beidseitige Abrüstung tut Not

    Nicht nur süddeutsche Politiker sollten verbal ein bisschen abrüsten, auch die griechische und italienische Presse würde gut daran tun, sich sachlicher und weniger emotional zu äußern. Wir sollten klarstellen, dass wir den griechischen und italienischen Lebensstil mit all seinen Vor- und Nachteilen respektieren. Und griechische und italienische Medien sollten deutlich machen, dass Deutschland für seine Solidarität und Hilfsbereitschaft ebenfalls Respekt verdient. Wie sollen wir in Europa zu einem friedlichen und freundschaftlichen Miteinander kommen, wenn wir uns so gegenseitig beschimpfen wie wir das in den letzten Wochen getan haben. Wenn der Preis für den Erhalt des Euros ist, dass wir als Deutsche nirgends in Europa mehr hinfahren können ohne vor Ort beschimpft zu werden, dann sollten wir uns vom Euro verabschieden, denn dann hat er seine Berechtigung verloren.
  8. #8

    Stopp/schluss/aus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Nicht wünschenswert, aber zu meistern": Laut Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker wäre ein Währungsaustritt Athens beherrschbar. Scharfe Kritik übt Luxemburgs Premier am Ton der Euro-Diskussion in Deutschland.

    Juncker hält Euro-Austritt Griechenlands für beherrschbar - SPIEGEL ONLINE
    Nun,was.Nicht nur das unsere Wissenschaftler uneins sind, nun -endlich-wird öffentlich zugegeben, dass es Ungewissheiten gibt.? Gut so, der nächste Schritt: wir sind überfragt, Modelllösungen gibt es nicht, Solidarität ist gefragt (nix ist alternativlos) und dann-grosses Aufatmen- will (vielleicht) eine Mehrheit die "vertiefte Integration"-warum der Weg über die Krise? Tja, Angst machen, Panik schüren.Politik versagt.
  9. #9

    Wahr

    Zitat von zenfire Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn die Griechen als ganzes Volk herabgewürdigt werden, wie es in der Boulevardpresse teilweise passiert.

    Dennoch ist ein Austritt Griechenlands nicht nur "zu verkraften", sondern auch für die Griechen die einzige Chance. Die können gar nicht so viel sparen, wie ihre Gläubiger haben wollen und strukturelle Reformen kann man auch nicht mal eben im Vorbeigehen erledigen.
    Für die Griechen wäre es das Beste, wenigstens vorübergehend aus der Währungsunion auszutreten und bankrott zu gehen. Pech für die Gäubiger. Gleichzeitig brächte Griechenland dann finanzielle Hilfen aus der EU, um sich wieder zu konsolidieren. Die würde ich den griechischen Bürgern durchaus gönnen, während die Milliardenhilfen, die derzeit an die Gläubiger gehen niemandem in Griechenland etwas bringen und deshalb auch keine "Hilfe" sind.
    Sehr gutes Statement, was leider derzeit im Populismus untergeht.Keiner will, dass die griechische Bevölkerung leidet. Alle ( mehr oder weniger) wollen, dass unsere Politiker Verantwortung tragen.