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Euro-Einführung: Kohl-Regierung wischte Bedenken über Italien beiseite

APBei der Euro-Einführung haben Politiker die Warnungen vor Risiken ignoriert. Nach SPIEGEL-Informationen wusste die Regierung des damaligen Kanzlers Kohl über Gefahren eines Beitritts Italiens zur Währungszone Bescheid. Am Ende zählten aber vor allem politische Erwägungen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831590,00.html
  1. #1

    Kohl hatte schon immer eine Vorliebe dafür, wirtschaftliche Bedenken einfach zu ignorieren. Als Historiker und "Europaromantiker" verstand er sie nicht oder wollte sie nicht verstehen Beides war und ist inakzeptabel. Das hier dann vor dem BVerfG offensichtlich vorsätzlich falsch argumentiert wurde gibt dem ganzen eine neue Dimension. Es ist höchste Zeit dass Kohl/Waigel zur Verantwortung gezogen werden, zumal Kohl, anstatt einzusehen, dass er mit der Euroeinführung vielleicht einen Fehler von noch nicht festehendem Ausmaß begangen hat, der Deuschlands wirtschaftliche Substanz ruinieren kann, besserwisserisch während der Krise rumtönte, man würde seinen Euro kaputt machen. Nein, Herr Kohl, Sie haben blauäugig, naiv und unter Inkaufnahme existenzgefährdeter Risiken vielleicht die BR Deutschland runiniert, nur um ihren europäischen Traum zu träumen....
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei der Euro-Einführung haben Politiker die Warnungen vor Risiken ignoriert. Nach SPIEGEL-Informationen wusste die Regierung des damaligen Kanzlers Kohl über Gefahren eines Beitritts Italiens zur Währungszone Bescheid. Am Ende zählten aber vor allem politische Erwägungen.

    Spiegel: Kohl kannte Risiken des Beitritts von Italien zum Euro - SPIEGEL ONLINE
    Kohl war kein Staatsmann, sondern nur ein gewöhnlicher Parteipolitiker. Ihm fehlten Weitblick und Verantwortungsgefühl für die langfristigen Folgen seiner Handlungen. Es ging ihm stets nur um schnelle persönliche Triumphe, ganz gleich, wer später einmal die Folgen seiner undurchdachten Selbstdarstellungsakte tragen mußte.

    Wenn spätere Generationen einmal fragen: "Wer hat Deutschland arm und Europa uneins und zerstritten gemacht?" dann wird sein Name als Antwort fallen.

    Es ist eine Tragödie der Geschichte, daß Deutschland immer gerade dann, wenn wahre Staatsmänner gefordert wären nur von gewöhnlichen Politikern regiert wird.
  3. #3

    .

    Der Euro, so wie ihn Kohl mit Unterstützung von CDUCSUSPDFDPGRÜNE gemacht hat, war ökonomisch falsch, das Scheitern war von Anfang an zwangsläufig. Nicht ökonomische Vernunft, sondern politischer Größenwahn war die Grundlage dieser Währungsunion.

    Die negativen Folgen werden wir noch sehr, sehr lange tragen müssen. Kohl hinterließ der Nation damit ein schweres Erbe. Sein Name wird wohl in den Geschichtsbüchern stehen, aber anders als er sich das erträumt hat.
  4. #4

    An Dr. Kohl habe ich immer das ehrliche, integre Spiel mit offenen Karten vermißt. Was mir stattdessen an ihm auffiel war sein Hang zu Hinterzimmer-Mauscheleien, seine "Bimbes-Mentalität", die ihren Vorteil immer im Übervorteilen anderer und im geschickten Umgehen und Zurechtbiegen von Recht und Gesetz suchte.

    Er war halt ein ganz besonderer Ehrenmann und ganz Europa muß jetzt die Zeche dafür zahlen.
  5. #5

    Zitat von fortion Beitrag anzeigen
    Kohl war kein Staatsmann, sondern nur ein gewöhnlicher Parteipolitiker. Ihm fehlten Weitblick und Verantwortungsgefühl für die langfristigen Folgen seiner Handlungen. Es ging ihm stets nur um schnelle persönliche Triumphe, ganz gleich, wer später einmal die Folgen seiner undurchdachten Selbstdarstellungsakte tragen mußte.

    Wenn spätere Generationen einmal fragen: "Wer hat Deutschland arm und Europa uneins und zerstritten gemacht?" dann wird sein Name als Antwort fallen.

    Es ist eine Tragödie der Geschichte, daß Deutschland immer gerade dann, wenn wahre Staatsmänner gefordert wären nur von gewöhnlichen Politikern regiert wird.
    Das Problem ist und war, dass der Kohl nicht der einzige ist, war der diesen Anspruch hatte. Ob es sich um Adenauer, oder Schröder drehte, sie haben es verstanden etwas als alternativlos dar zu stellen.

    Der Deutsche liebt solche Menschen die "ihr" Volk im Galopp in die Sch... reiten, das sieht immer nach Kompetenz und Entschlusskraft aus.

    MfG. Rainer
  6. #6

    Nachdem sich jetzt auch Frankreich aus der Stabilitätspolitik verabschieden dürfte, wird sich mit dem Euro jetzt genau das einstellen, was in Deutschland niemals vermittelbar wäre: Relativ hohem Geldentwertungsraten, die Scheinwachstum vorspiegeln, in Wirklichkeit aber zu Lasten der Arbeitnehmer und Rentner gehen!
    Das alles war lange bekannt, aber die Weichenstellungen der Kohl-Regierungen lassen sich nicht mehr zurücksetzen-jedenfalls nicht ohne horrende Verluste.
  7. #7

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Das Problem ist und war, dass der Kohl nicht der einzige ist, war der diesen Anspruch hatte. Ob es sich um Adenauer, oder Schröder drehte, sie haben es verstanden etwas als alternativlos dar zu stellen.

    Der Deutsche liebt solche Menschen die "ihr" Volk im Galopp in die Sch... reiten, das sieht immer nach Kompetenz und Entschlusskraft aus.

    MfG. Rainer
    Ja, leider ist der Polit-"Charakter" Kohl nicht einzigartig. Es gibt viele seiner Art. Durchtriebenheit und Bauernschläue allein reichen niemals aus um staatsmännisch zu handeln. Dazu bedarf es vielmehr innerer Integrität und auch Demut. Dazu bedarf es einer Zurücknahme der eigenen Person, des eigenen Vorteils zugunsten des großen Ganzen. Wer in seiner eigenen Partei als schlauer Fuchs und gerissener Hinterzimmer-Mauschler gilt, der ist den wirklich Großen der Weltpolitik noch lange nicht gewachsen. Der kann von denen durchaus wie ein kleiner Pfälzer Schulbub über den Tisch gezogen und zu Zugeständnissen gebracht werden, deren Tragweite er aufgrund seiner eingeschränkten Weitsicht gar nicht übersehen kann.

    Mit Pfuschen und Tricksen kann man kurzfristig Triumphe erzielen. Langfristig aber wird man immer scheitern und großen Schaden anrichten.

    Kohl reiht sich ein in die Reihe derjenigen, die sich berufen fühlten, die aber dann von der Geschichte als zu leicht befunden wurden. Deutschland wurde leider viel zu oft Opfer von Scharlatanen, Gernegroßen und Unfähigen. Die Folgen muß immer das Volk tragen. Diesmal ist der Schaden so groß, daß ihn wieder der ganze Kontinent tragen muß. Wir hatten so gehofft und geglaubt, daß Deutschland wieder ein vollwertiges, aktzeptiertes Mitglied der europäischen Völkerfamilie sei, aber dank Unvernunft, billiger Scheckbuch-Diplomatie und geradezu sträflicher Überheblichkeit mittelmäßiger Politchargen wird es nicht mehr lange dauern, bis man uns wieder überall mit Mißtrauen, Ablehnung, vielleicht sogar Feindschaft und offenem Haß begegnet.

    Ich bin ein alter Mann und werde das Schlimmste wohl nicht mehr erleben müssen, aber die heutigen Kinder tun mir leid.

    MfG
    M.
  8. #8

    optional

    "Nicht ökonomische Vernunft, sondern politischer Größenwahn war die Grundlage dieser Währungsunion. Die negativen Folgen werden wir noch sehr, sehr lange tragen müssen. Kohl hinterließ der Nation damit ein schweres Erbe."

    Die "Nation", sprich Wiedervereinigung, hätte es nicht gegeben, wenn Helmut Kohl der Währungsunion nicht zugestimmt hätte. Das ergibt sich eindeutig aus den Äußerungen Mitterands beim EU-Gipfel in Strassburg am 8.12.1989, wenige Tage nach der bekanntgabe der 10 Punkte zur Wiedervereinigung. Kohl wusste, welchen Preis er zu zahlen hatte, nachdem Mitterand Genscher mit einer Tripelallianz (in derselben Konstellation wie 1907) zur Einkreisung Deutschlands gedroht hatte. Quelle: David Marsh, Der Euro, Seite 203
  9. #9

    Zitat von Benjowi Beitrag anzeigen
    Nachdem sich jetzt auch Frankreich aus der Stabilitätspolitik verabschieden dürfte, wird sich mit dem Euro jetzt genau das einstellen, was in Deutschland niemals vermittelbar wäre: Relativ hohem Geldentwertungsraten, die Scheinwachstum vorspiegeln, in Wirklichkeit aber zu Lasten der Arbeitnehmer und Rentner gehen!
    Das alles war lange bekannt, aber die Weichenstellungen der Kohl-Regierungen lassen sich nicht mehr zurücksetzen-jedenfalls nicht ohne horrende Verluste.
    Es muß aber etwas geschehen, wenn es nicht zur ganz großen Katastrophe kommen soll. Auch Graf Stauffenberg und sein Kreis sahen sich einer unvorstellbar schlimmen und in manchen Augen unumkehrbaren Weichenstellung ausgesetzt, aber sie wollten sich dennoch nicht mit einem "immer-weiter-so" zufrieden geben.

    Auch der schreckliche Wahnsinn des europazerstörenden Euro muß gestoppt werden. Die hieraus entstehenden Verluste werden immer noch gering sein im Vergleich zu dem was uns ein weiteres Treibenlassen auf dem Weg ins Verderben kostet.








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