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Euro-Debatte: Willkommen zurück in der Krise!

APGut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...826868,00.html
  1. #310

    Zitat von Knut Albers Beitrag anzeigen
    Sie wollen also radikal alle Banken verstaalichen, damit diese erst recht nach dem Vobild der staatlichen Landesbanken, wie HSH Nordbank und WestLB, durch Leute, die keine Ahnung von Wirtschaft haben, in die Pleite gewirtschaftet werden und dann vom Steuerzahler teuer kuenstlich wiederbeatmet werden?

    Also verbriefte Pleite- und Steuergarantien?

    Unsere Kinder werden sich fuer solche steuerbelastenden Geschenke noch bedanken, dass wir ihnen bereits heute derren Lebensunterhalt im ungefragten Auftrag ausgegeben haben.
    Ja, alle Banken verstaatliche wäre kommunistisch. Aber systemrelevante Banken die pleite sind, die müsste man verstaatlichen (da sie ja nicht pleite gehen dürfen) und dann nach einer Sanierung könnte der Staat anfangen Anteile zu verkaufen.

    Alex
  2. #311

    Ja, ja, die Landesbanken

    Zitat von Knut Albers Beitrag anzeigen
    Sie wollen also radikal alle Banken verstaalichen, damit diese erst recht nach dem Vobild der staatlichen Landesbanken, wie HSH Nordbank und WestLB, durch Leute, die keine Ahnung von Wirtschaft haben, in die Pleite gewirtschaftet werden und dann vom Steuerzahler teuer kuenstlich wiederbeatmet werden?
    [...]
    Immer diese Mär von den Landesbanken, als hätte damit der „Staat“ seine Inkompetenz bewiesen. Von der Krise waren auch gerade Privatbanken betroffen, z. B. IKB, Commerzbank und HRE. Auch die Deutsche Bank hat von den Rettungsmilliarden profitiert, die Milliarden für IKB und HRE machten nur einen kurzen Besuch bei diesen Banken, um dann in den offenen Armen Ackermanns zu landen.

    Ein Großlobbyist vom Schlage eines Wolfgang Clement hat in seiner Zeit als Ministerpräsident in NRW den teuren Irrweg der Landesbanken eingeleitet, sich auf das Geschäft des spekulativen Investmentbanking und anderer Formen der Casino-Finanzwirtschaft einzulassen. Das wurde damals gerade von denjenigen für gut befunden, die jetzt glauben, mit den Fingern auf die Landesbanken zeigen zu können, um von sich abzulenken.

    Unsere ganze „Elite“ - egal, ob Politiker, Banker, Finanzdienstleister, Konzernmanager oder Unternehmer – haben seinerzeit (und tun es vielfach heute noch) der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes geräuchert: Deregulierung, Privatisierung, Flexibilisierung.

    Der Höhepunkt des marktreligiösen Wahnsinns wird zurzeit mit dem Fiskalpakt zelebriert. Die Umnachtung unserer „Eliten“ scheint grenzenlos zu sein – und unsere „Spardomina“ ist vornedran!
  3. #312

    ...............

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Immer diese Mär von den Landesbanken, als hätte damit der „Staat“ seine Inkompetenz bewiesen. Von der Krise waren auch gerade Privatbanken betroffen, z. B. IKB, Commerzbank und HRE. Auch die Deutsche Bank hat von den Rettungsmilliarden profitiert, die Milliarden für IKB und HRE machten nur einen kurzen Besuch bei diesen Banken, um dann in den offenen Armen Ackermanns zu landen.

    Ein Großlobbyist vom Schlage eines Wolfgang Clement hat in seiner Zeit als Ministerpräsident in NRW den teuren Irrweg der Landesbanken eingeleitet, sich auf das Geschäft des spekulativen Investmentbanking und anderer Formen der Casino-Finanzwirtschaft einzulassen. Das wurde damals gerade von denjenigen für gut befunden, die jetzt glauben, mit den Fingern auf die Landesbanken zeigen zu können, um von sich abzulenken.

    Unsere ganze „Elite“ - egal, ob Politiker, Banker, Finanzdienstleister, Konzernmanager oder Unternehmer – haben seinerzeit (und tun es vielfach heute noch) der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes geräuchert: Deregulierung, Privatisierung, Flexibilisierung.

    Der Höhepunkt des marktreligiösen Wahnsinns wird zurzeit mit dem Fiskalpakt zelebriert. Die Umnachtung unserer „Eliten“ scheint grenzenlos zu sein – und unsere „Spardomina“ ist vornedran!
    Wo steht denn geschrieben, dass der Fiskalpakt zur Sparsamkeit der EU-Mitglieder führen wird ?
    De facto werden z.Z. mehr Schulden aufgenommen als jemals zuvor.

    Der Fiskal-Pakt ist zuerst einmal ein Vertrag, der die Souveränität der EU-Mitglieder weitestgehend auf Null reduziert.
    Dieser Fiskalpakt enthält implizit auch das Recht der EU auf Erhebung von direkten Steuern. Die Steuerpolitik der Mitglieder wird nämlich ebenfalls durch diesen F-Pakt kontrolliert.
    In Zukunft wird es dann nicht mehr den 'deutschen Fiskus', sondern den zentralistisch etablierten 'EU-Fiskus' geben mit allen daraus folgenden Konsequenzen für die Steuer- und Ausgabenpolitik der Länder.
    GB und Tschechien sind nicht bereit da mitzumachen.
    Ihr Veto aber und damit der Vertrag von Lissabon wird mit juristischen Tricks, die an Winkeladvokaten erinnern, ausgehebelt.
    Das nennt man Rechtsbeugung und Vertragsbruch !
  4. #313

    "Systemrelevante" Banken

    Zitat von ak-73 Beitrag anzeigen
    Ja, alle Banken verstaatliche wäre kommunistisch. Aber systemrelevante Banken die pleite sind, die müsste man verstaatlichen (da sie ja nicht pleite gehen dürfen) und dann nach einer Sanierung könnte der Staat anfangen Anteile zu verkaufen.

    Alex
    Warum muss man "systemrelevante" Banken retten? Als wenn dies keine Folgen haette, wie zum Beispiel Reduzierung der Auswahl und Innovation für Verbraucher und Industrie, eine langsamere Erholung der Konjunktur, und eine riesige Rechnung für den Steuerzahler. Mal abgesehen davon, dass das Geld vom Steuerzahler kommt, dass heisst das Geld was den Banken "geliehen" wird an anderer Stelle der Wirtschaft entzogen wird und auch mit Arbeitsplatzverlusten oder Inflation einhergeht. Oder Beides.
  5. #314

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    Deutschlands AAA Rating ist unhaltbar. Der Zorn wird groß sein...!
    Es ist natürlich nur eine Zeitfrage:

    "Unter 40 Millionen Erwerbstätigen hat der EU-Riese 25 Millionen voll versicherte Nettosteuerzahler. Auf die fallen – zusätzlich zu ihren persönlichen Obligationen – offizielle 1800 Milliarden Euro Staatsschulden an. Pro Nase sind das 72.000 Euro oder zwei unversteuerte Jahresgehälter. Hinzu kommen unausgewiesene Verpflichtungen, zum Beispiel für Renten- und Pensionsverpflichtungen. Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen veranschlagte sie Anfang 2010 auf 6200 Milliarden Euro. Auf jeden unserer Nettoleister fallen damit 240.000 Euro Schulden oder sieben unversteuerte Jahresgehälter an.
    ...dieser Einäugige unter Blinden gilt als bester Schuldner der Menschheit. ... Niemand bringt deshalb überzeugende Gründe dafür vor, dass die Deutschen auch nur ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen werden. Von einer dreißigjährigen Bundesanleihe über drei Milliarden Euro wurde Deutschland in der vergangenen Woche nur noch 2,75 Milliarden los. Auch das kriegen die Ratingagenturen bald heraus. Und wer spätestens dann nicht gegen den Euro wettet, ist selbst schuld."
    Heute Athen, morgen Berlin
  6. #315

    No-Spin Zone

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    (...) Unsere ganze „Elite“ - egal, ob Politiker, Banker, Finanzdienstleister, Konzernmanager oder Unternehmer – haben seinerzeit (und tun es vielfach heute noch) der heiligen Dreifaltigkeit des freien Marktes geräuchert: Deregulierung, Privatisierung, Flexibilisierung. (...)
    Dass auch (alles andere waere wettbewerbsverzerrend zum Nachteil anderer) und vor allem kein System, in dem Gewinne privatisiert werden, jedoch Verluste sozialisiert, so wie es einige Banken gemacht haben, weil diese sich fuer "systemrelevant" halten.
  7. #316

    die rating-agenturen

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Es ist natürlich nur eine Zeitfrage:

    "Unter 40 Millionen Erwerbstätigen hat der EU-Riese 25 Millionen voll versicherte Nettosteuerzahler. Auf die fallen – zusätzlich zu ihren persönlichen Obligationen – offizielle 1800 Milliarden Euro Staatsschulden an. Pro Nase sind das 72.000 Euro oder zwei unversteuerte Jahresgehälter. Hinzu kommen unausgewiesene Verpflichtungen, zum Beispiel für Renten- und Pensionsverpflichtungen. Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen veranschlagte sie Anfang 2010 auf 6200 Milliarden Euro. Auf jeden unserer Nettoleister fallen damit 240.000 Euro Schulden oder sieben unversteuerte Jahresgehälter an.
    ...dieser Einäugige unter Blinden gilt als bester Schuldner der Menschheit. ... Niemand bringt deshalb überzeugende Gründe dafür vor, dass die Deutschen auch nur ihren eigenen Verpflichtungen nachkommen werden. Von einer dreißigjährigen Bundesanleihe über drei Milliarden Euro wurde Deutschland in der vergangenen Woche nur noch 2,75 Milliarden los. Auch das kriegen die Ratingagenturen bald heraus. Und wer spätestens dann nicht gegen den Euro wettet, ist selbst schuld."
    Heute Athen, morgen Berlin
    wissen bescheid. davon bin ich überzeugt. man bedenke, eine gemeinsame währung braucht eine gemeinsame wirtschaftspolitik. weil dies nicht möglich war oder ist, schuf man ein regelwerk mit verbindlichen schuldenobergrenzen, auch mit dem verbot, schulden anderer zu übernehmen. alles wurde gebrochen, die schulden wurden gemacht, die regeln konsequenzlos verletzt und sogar ausser kraft gesetzt, deutschland und frankreich vorneweg. jetzt wird die betrügerische euro-politik abgerechnet.das kostet billionen. ich zweifle daran, dass der euro überleben wird. schäuble meinte im vergangenen jahr hier gehe es um psychologie und man sei bei der eindämmung der schuldenkrise auf einem guten weg. die fakten sprechen nicht dafür. fakt ist, dass die politiker, die retter spielen, dieselben oder die gleichen sind wie die, von denen europa und der euro in den ruin getrieben wurden. europa mit dem euro ist auf stramm abschüssiger bahn und könnte (wird) gegen die wand knallen.
  8. #317

    Warum?

    Zitat von Knut Albers Beitrag anzeigen
    Warum muss man "systemrelevante" Banken retten? Als wenn dies keine Folgen haette, wie zum Beispiel Reduzierung der Auswahl und Innovation für Verbraucher und Industrie, eine langsamere Erholung der Konjunktur, und eine riesige Rechnung für den Steuerzahler. Mal abgesehen davon, dass das Geld vom Steuerzahler kommt, dass heisst das Geld was den Banken "geliehen" wird an anderer Stelle der Wirtschaft entzogen wird und auch mit Arbeitsplatzverlusten oder Inflation einhergeht. Oder Beides.
    Weil ansonsten alte Omas gezwungen sind laufend zu studieren, was die Bank mit ihrem Geld macht. Da das nicht akzeptabel ist, muss der Staat in jedem Fall diese Einlagen garantieren, komme was wolle.

    Die Bank-Anteilseigner nutzen dies aus - die Einlagen der Omis (etc.) machen sie kollektiv systemrelevant (u.a.). Um diesen Hebel zu entfernen muss im Pleitefall der Staat diese Banken übernehmen, flott machen und später mit Gewinn wieder an den Markt bringen.

    Und das Geld wird nicht entzogen, sondern nur umgeleitet, ist also noch im volkswirtschaftlichen Kreislauf.

    Alex
  9. #318

    nene

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren.

    S.P.O.N. - Die Spur des Geldes: Willkommen zurück in der*Krise! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ........

    Also an dem Punkt, an dem wir vor Weihnachten waren, sind jedenfalls die Finanzmärkte noch lange nicht. Die feiern noch die geschenkte Liquidität.
    Und natürlich ist eine "Beruhigung" eingetreten, weil die notleidenden HartzIV-Banken mit eben dieser Liquidität erstmal aus der Schußlinie genommen wurden.
    Die Krise an sich hat sich noch verschlimmert, weil sich an den Hintergründen nichts geändert hat, weil die Schulden noch höher wurden und weil die Finanzmärkte nicht reguliert, sondern mit immer neuen milden Gaben gemästet wurden.
    Drogis werden auch nicht dadurch gesund, daß sie immer mehr Stoff bekommen!
    Die einzige Frage ist, wann dieses unsolide Handeln auffliegt.
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  10. #319

    Geldumleitung eine gesamtswirtschaftliche Nullnummer

    Zitat von ak-73 Beitrag anzeigen
    Weil ansonsten alte Omas gezwungen sind laufend zu studieren, was die Bank mit ihrem Geld macht. Da das nicht akzeptabel ist, muss der Staat in jedem Fall diese Einlagen garantieren, komme was wolle.

    Die ....
    Also die Einlagengarantie sind fuer die Pleiten eingeplant, nicht zu Rettung der Banken, haben also damit gar nichts zu tun (und weitere Rettungen von so genannten systemrelevanten Banken sind zudem gar nicht mehr eingeplant).

    Die Geldumleitung bedeutet schlicht, dass das Geld was den Banken zukommt, an anderen Stellen der Wirtschaft entzogen wird, ist also eine gesamtwirtschaftliche Nullnummer.








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