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Euro-Debatte: Willkommen zurück in der Krise!

APGut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...826868,00.html
  1. #280

    Kleiner Unterschied

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren.

    Die Spur des Geldes: Willkommen zurück in der*Krise! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    "Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren..." - aber eine Billion Euro ärmer. Und die Banken eine Billion reicher. Es kann zumindest keiner dieser Finanzstümper behaupten, daß das nicht vorhersehbar war. Wo es doch fast jeder Spiegel - Forist in der einen oder anderen Form vorausgesehen hat. *g*
  2. #281

    Wenn man die lässt(die Regeln wegnimmt) die es können, werden sie immer zusehen das sie ihren Vorteil erhalten/ausbauen, wenn jemand die chance hat Geld ungestraft zu klauen wird er es tun.
    Der Mensch ist einfach von grundauf nicht zivilisiert - auch nur ein Tier mit A8.

    Wo es früher Macht durch Gewalt war, ist es heute Macht durch Geld.
    Neoliberalismus ist nichts weiter als das Recht des Stärkeren und wenn es keine Regeln gibt, wird sich garnix "einpendeln" freiwillig.
    Das hat vielleicht im Star Trek Utopia funktioniert, allerdings auch erst ein paar Jahrhunderte später...

    Und die EU ist nicht willens oder eher schon garnicht mehr als halter der Macht anzusehen, den paar Hanseln einhalt zu gebieten.
  3. #282

    Ezb...

    Gut eine Billion Euro hat die EZB in die Banken gepumpt, um die Lage zu stabilisieren. Doch die Idee, sich damit Zeit zu kaufen, erweist sich als Illusion. In Spanien verschärft sich die Lage, an den Finanzmärkten herrscht Nervosität. Wir sind jetzt wieder an dem Punkt, wo wir vor Weihnachten waren.
    Die Spur des Geldes: Willkommen zurück in der*Krise! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Es ist soweit...
    "Die Europäische Zentralbank hat angesichts der für Spanien steigenden Finanzierungskosten die Möglichkeit von abermaligen Anleihenkäufen ins Spiel gebracht. „Wir haben ein Instrument für Interventionen, das Kaufprogramm SMP, das zuletzt nicht benutzt wurde, aber das existiert“, sagte der französische EZB-Direktor Benoit Cœuré am Mittwoch in Paris."
    Spaniens Schuldenkrise: EZB droht mit Intervention auf dem Anleihemarkt - Europas Schuldenkrise - FAZ
    Nachdem man es zuerst über die Banken gemacht hatte, so wird man sich nun entschließen direkt zu intervenieren...
    Es ist kein Zufall daß es der Franzose ist. Sarkozy hat sich im Endspurt dazu entschieden wider der 'bessere Franzose' zu sein. Nicht nur gegenüber Fr. Le Pen sondern auch gegenüber Berlin. Er wird das durchdrücken. Er weis daß er nach Spanien und Italien selbst dran ist. Es genügt ein Blick auf die französischen Anleihen. das Defizit und die sonstigen Probleme Frankreichs sind ja den Märkten hinlänglich bekannt...

    Schian Gruaß...
  4. #283

    Fehlende Anpassung

    Für die Währungspolitik hat die EZB nur zentrale Stellschrauben. Hauptsächlich wird über das Zinsniveau die Geldmenge und damit die Stärke oder Schwäche einer Währung gesteuert.

    Eigentlich müsste das Zinsniveau in Deutschland oder den Niederlanden höher sein, als in Griechenland. Weil wir hier eine starke Wirtschaft haben.

    Das Problem aber ist, dass das Zinsniveau einheitlich ist, weshalb das billige Geld der Eurozone sich in den interesanten Märkten (Deutschland, Holland) konzentriert.

    Das einheitliche Zinsniveau | mister-ede.de

    Die deutsche Wirtschaft profitiert davon, die deutschen Konsumenten hingegen nicht.

    Wenn wir das Problem überwinden wollen, dann brauchen wir entweder eine indivduelle Anpassung durch Konsum- und Produktionssteuern oder einen Ausgleich der Wirtschaftskraft durch Finanztransfers.
  5. #284

    Risiko

    Zitat von MisterEde Beitrag anzeigen
    ...
    Eigentlich müsste das Zinsniveau in Deutschland oder den Niederlanden höher sein, als in Griechenland. Weil wir hier eine starke Wirtschaft haben.
    ...
    Achso, deswegen sind die Kreditzinsen für Beamte niedriger. Könnte der Faktor Risiko bei der Zinsgestaltung eine gewisse Rolle spielen?
  6. #285

    Zitat von MisterEde Beitrag anzeigen
    Eigentlich müsste das Zinsniveau in Deutschland oder den Niederlanden höher sein, als in Griechenland. Weil wir hier eine starke Wirtschaft haben.
    Aus genau diesem Grund war man in der Vergangenheit so schlau, funktionierende Nationalstaaten mit eigenen Währungen zu haben.
    Nun haben wir das dümmste Projekt der Menschheitsgeschichte.
  7. #286

    Leitzins und Risiko

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Achso, deswegen sind die Kreditzinsen für Beamte niedriger. Könnte der Faktor Risiko bei der Zinsgestaltung eine gewisse Rolle spielen?
    Nicht für den Leitzins. Der Leitzins wird für die ganze Eurozone einheitlich gestaltet.

    Leitzins

    Auf diesen Grundstock kommen die Risikozuschläge je nach Anbieter (Bank) und Kreditnehmer (Kunde, Staat, Unternehmen) oben drauf.

    Für die Eurozone und den Leitzins spielt der Faktor "Risiko" des einzelnen Bankkunden keine Rolle. Der Leitzins heißt auch "risikoloser" Zins, weil er für Banken jederzeit erhältlich ist.
  8. #287

    Auf Kante nähen

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Aus genau diesem Grund war man in der Vergangenheit so schlau, funktionierende Nationalstaaten mit eigenen Währungen zu haben.
    Nun haben wir das dümmste Projekt der Menschheitsgeschichte.
    Das ist so nicht richtig, der Euro ist und war per se kein dummes Projekt - es ging und geht um dessen Umsetzung. Und da hat es gravierende Fehler gegeben, die uns alle in fast aussichtslose Lage gebrachr haben. Der Euro hat de facto einen neuen Goldstandard für Europa geschaffen und alle in eine one size fits all Lage gebracht. Er ist eben kein Maßanzug, sondern droht eine Zwangsjacke zu werden. Das ist schlimm. Dann muss man eben - wie ein guter Schneider es tun würde - ein paar Säume einlassen, damit man ändern kann. Alles das ist nicht sehr schön. Ob das noch geht ist sehr fraglich, vielleicht. Stattdessen machen Frau Merkel und Co den zu engen Anzug seit Jahren noch enger. Das ist nicht eben schlau.
  9. #288

    Das System ist kein Nachteil

    Zitat von sfb Beitrag anzeigen
    Aus genau diesem Grund war man in der Vergangenheit so schlau, funktionierende Nationalstaaten mit eigenen Währungen zu haben.
    Nun haben wir das dümmste Projekt der Menschheitsgeschichte.
    Eine gute Gemeinschaftswährung ist wie ein gutes Steuerrecht - kompliziert. Das heißt aber nicht, dass ein kompliziertes Steuerrecht nicht auch große Vorteile hat.

    Die Nachteile des Währungsverbundes, die ich beschreibe, sind auch Vorteile, sie müssen nur genutzt werden. Der Ausgleich der Währung ist für die Handelswirtschaft von Vorteil, wenn nachgelagert die Strukturunterschiede ausgeglichen werden.

    Durch eine gute Steuergestaltung im Verhältnis der Staaten untereinander. Niedrige Konsumsteuern und hohe Produktionssteuern in starken Ländern bei gleichzeitig hohen Konsumsteuern und niedrigen Produtkionssteuern in schwachen Ländern, würde das Problem mindern und uns Vorteile im Handel mit Nicht-Euro-Ländern sichern.
  10. #289

    Garderoben

    Zitat von MisterEde Beitrag anzeigen
    Nicht für den Leitzins. Der Leitzins wird für die ganze Eurozone einheitlich gestaltet....
    Ja, schon klar. Aber der ist gegenwärtig gar nicht so wichtig, es dominieren die Kapitalmarktzinsen und das tun sie langfristig immer. Wenn interesssiert schon der Leitzins der Zentralbank von Zimbabwe? Deswegen ist auch die EZB so zahnlos, sie hat ihr eigentlich wichtigstes Gestaltungsmittel an der Garderobe abgeben. Wie man aus dem Schlamassel wieder rauskommt? Wenn ich die Antwort hätte, dann wäre ich steinreich.








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