Wie gefährlich ist der Hebel für den Euro-Rettungsschirm? Kanzlerin Merkel hält das Risiko für vertretbar - doch die Opposition fürchtet ein Milliardenwagnis und wirft der Regierung Täuschung vor. Trotzdem wollen SPD und Grüne dem Konzept zustimmen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...794158,00.html
Das kann doch nicht wahr sein. Was meint Merkel mit: sie „könne ein höheres Risiko nicht ausschließen“? Haben die alle in der Schule beim Rechnen (mit Mathematik hat das nämlich rein gar nix zu tun) nicht aufgepasst? Wenn ich einen Rettungsschirm der Größe x absichere, der um den Faktor n größer („gehebelt“) ist als der bisherige, dann ist auch das Risiko, dass es zum Haftungsfall kommt um den Faktor n größer. Auch wenn dann im Haftungsfall selbst die Haftungssumme um den Faktor n kleiner ist, weil man nurmehr für x/n haftet ändert das nichts. Das Risiko, dass überhaupt gehaftet werden muss, also die Anzahl der wahrscheinlichen Haftungsfälle steigt direkt proportional zur Versicherungssumme.
Die Risikomaßzahl mag evtl. die gleiche bleiben, Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Haftungsfalles aber steigt direkt mit dem Hebel. Herrje, das ist doch nun wirklich nicht schwer zu kapiern!
Evtl. sage ich bzgl. der Risikomaßzahl nur deshalb, weil die Beschränkung der Haftung auf x/n ja sehr theoretischer Natur ist. Sollte nämlich durch den restlichen Ausfall im Schadensfall (in Höhe von x* (n-1)/n) eine Deutsche Bank vor dem Bankrott stehen, wird die dann amtierende Bundesregierung natürlich SOFORT einen Bankenrettungsschirm (Menetekel 2009) aufspannen und den Rest des Schadens auch noch auf Kosten der Steuerzahler fressen. Womit die Risikomaßzahl dann eben analog der Wahrscheinlichkeit um n anwächst. Die Bank selbst, ihre Manager und ihre Aktionäre haben bis dahin natürlich an den Zinsen gut verdient und werden einen Teufel tun, über eine Nachschusspflicht der Gesellschafter den Bankrott ohne Beteiligung des Staates abzuwenden.
Müssen wir uns eigentlich von der Politik für dumm verkaufen lassen nur weil kein deutscher Abgeordneter in der Lage ist Multiplikation und Division so zu beherrschen, dass auch der letzte im Volk kapiert, was hier abgeht?
Jedes Volk wählt sich die Regierung und die Politiker die es verdient - Amen.
der Durchsicht der Forumsbeiträge glaubt man sich in
einem Anarchistenforum zu befinden.
Viele scheinen auch die Fachkompetenz unserer Abgeordneten und ihrer Infoquellen zu unterschätzen.
Bisher wurden ca. 1600 Mrd. Euro in die neuen Bundesländer
investiert.
Zur Rettung des Euro, der uns mehr Vor-als Nachteile brachte, soll ein Bruchteil davon schon zuviel sein ?
Irgendwie beschämend.
Die Enttäuschung von Rot- / Grünwählern ist verständlich.
Hat ihnen die Regierung doch gezeigt, dass deren Volksvertreter weniger Ahnung von globaler Finanzpolitik in einer Krisensituation verstehen.
Eurobonds, lol, wer hats erfunden ?
Statt der Bevölkerung offen und ehrlich das wahre Ausmaß der Krise zu sagen, habe die Regierung Vertrauen zerstört, sagt Steinmeier.
Wann hat denn die Opposition je die Bevölkerung über die Risiken aufgeklärt? Die Grünen und die SPD haben sogar Eurobonds gefordert, damit wäre das Risiko ins Unendliche gesteigert worden. Haben SPD und Grüne dieses Risiko der Bevölkerung benannt? Nein, natürlich nicht!
Daher ist die Diskussion etwas bizarr. Zumal Rotgrün den Plänen der Kanzlerin zustimmen. Bundestag gegen Mehrheit der Bevölkerung. Auch das ist ein Risiko, über das man berichten sollte.
Fazit: es gibt im Bundestag (abgesehen von den paar Linken) keine Opposition in dieser Frage
Welche "Opposition"?
Das Beispiel ist nett, aber nicht zutreffend.
Da gibt es jemanden, der hat einen Bekannten, den er nicht besonders gut leiden kann.
Dieser Bekannte hat ein Busunternehmen und bittet unseren Protagonisten, ihn auf einer längeren Fahrt zu begleiten.
Der Bus ist überfüllt, im Fahrgastraum fehlen Sitze, Haltestangen oder andere Sicherungssysteme. Die beiden vorderen Sitze, also Fahrer und Beifahrer, sind mit Gurten und jeder Menge Airbags ausgestattet.
Die Bremsen an dem Bus sind vorhanden, aber in wirklich schlechtem Zustand. Die Reise führt steil bergab, die Strasse hat viele scharfe Kurven.
Der Protagonist sagt zum unbeliebten Bekannten: "Das ist verrückt und gefährlich, was Du vorhast, Du mußt die Fahrgäste über die Mängel am Bus aufklären!"
"Ach was, so fahren wir immer, da passiert schon nix!"
"Also gut, laß uns fahren!"
[QUOTE=chico 76;9002339].
Bisher wurden ca. 1600 Mrd. Euro in die neuen Bundesländer
investiert.
Zur Rettung des Euro, der uns mehr Vor-als Nachteile brachte, soll ein Bruchteil davon schon zuviel sein ?
Irgendwie beschämend.
QUOTE]
Also wenn Sie die jetzt binnen kürzester Zeit übernommenen Risiken zusammenzählen, also u.a. Rettungsschirm, Anteil an den Anleihekäufen der EZB und geplante Bankenrekapitalisierung kommen Sie auf ca. 350 Mia. EUR für D, das sind etwa 15 % des BIP, mehr als ein Jahreshaushalt. Treten die Risiken in voller Höhe ein (und durch die Hebelung wird genau das wahrscheinlicher), hätte Deutschland mit mal 100 % des BIP als Staatsschulden. Dann wird das Downgrade wahrscheinlich, dann steigen die historisch niedrigen Zinsen, die Schulden steigen weiter, Anleger verlieren möglicherweise das Vertrauen in unseren Schuldendienst. Wir stehen mit unseren Schulden an der Grenze des Verträglichen.