Euro-Bonds-Debatte: Merkel vermeidet das hässliche B-Wort

Auch auf dem Arbeitgebertag hat es der Besuch aus Brüssel versucht:*den Deutschen die Ausgabe von gemeinsamen Staatsanleihen schmackhaft zu machen. Doch die*Kanzlerin bleibt bei ihrem strikten Nein - und hat bei ihrer Replik auf Euro-Bonds-Kommissar Olli Rehn die Lacher auf ihrer Seite. *

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799315,00.html
  1. #40

    Euro-Bonds

    Es ist ja nicht so, daß uns die Euro-Bons nicht auch nützen würden. Einfach den Rest an Haushaltsdisziplin über Bord werfen und billiges Geld aufnehmen. Wenn wir dann wieder unsere Infrastruktur, Schulen usw saniert haben, die Brocken hinschmeißen und ebenfalls drei Finger heben.
  2. #41

    Euro Bonds

    Am Ende gibt Merkel mal wieder nach und Deutschland muss für die Verzögerung wesentlich mehr bezahlen! So hat diese Regierung während der gesamten Finanzkrise gehandelt!!
  3. #42

    Voraussichtlicher Zinssatz für Eurobonds

    Aktuelle Zinssätze für 10-jährige Staatsanleihen in der Euro-Zone:

    Griechenland: 28,8 %
    Portugal: 11,3 %
    Irland: 8,14 %
    Italien: 6,76 %
    Spanien: 6,6 %
    Belgien: 5,01 %
    Frankreich: 3,56 %
    Österreich: 3,51 %
    Finnland: 2,68 %
    Niederlande: 2,54 %
    Deutschland: 1,92 %

    BIP in Mrd. USD (2007):

    Griechenland: 362
    Portugal: 219
    Irland: 257
    Italien: 2093
    Spanien: 1430
    Belgien: 447
    Frankreich: 2567
    Österreich: 371
    Finnland: 245
    Niederlande: 761
    Deutschland: 3302
    Euro-Zone gesamt: 12054
    Zum Vergleich USA: 13816

    BIP-gewichteter Zinssatzanteil pro Gesamt-BIP der Euro-Zone:

    Griechenland: 0,856 %
    Portugal: 0,205 %
    Irland: 0,174 %
    Italien: 1,174 %
    Spanien: 0,799 %
    Belgien: 0,186 %
    Frankreich: 0,758 %
    Österreich: 0,108 %
    Finnland: 0,054 %
    Niederlande: 0,160 %
    Deutschland: 0,526 %
    Voraussichtlicher Zinssatz Eurobonds: 5,009 %
    Zum Vergleich USA: 1,96 %

    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Eurobonds „ganz viel Vertrauen“ schaffen, dürfte der Zinssatz kaum unter 4 % fallen, was bedeutet, dass die Refinanzierungskosten für den deutschen Staatshaushalt sich mehr als verdoppeln würden. Selbst für Frankreich und Österreich ergäben sich noch leichte Nachteile durch die Eurobonds und allein Spanien, Italien, Irland, Portugal und Griechenland hätten die Vorteile.

    Erschwerend kommt hinzu, dass man sich um die Verwendung des durch die Ausgabe der Eurobonds geliehenen Geldes streiten wird wie die berühmten „Kesselflicker“. Denn zum einen gibt es in der Euro-Zone kein einheitliches Steuerrecht, obwohl dann alle Steuerzahler der „Europäischen Währungsunion“ für die Eurobonds haften, und zum anderen wird gerade in den Ländern das Geld am dringendsten gebraucht, in denen zuvor der Zinssatz höher war, sodass die Steuerzahler, in denen zuvor der Zinssatz niedriger war, dann auf die berühmten „Barrikaden“ gehen.

    Besser ist es, keine weiteren Gedanken an den Unsinn zu verschwenden und rechtzeitig den Verstand einzuschalten:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com...vestition.html
  4. #43

    Zumindest aus ihrer Sicht macht die Chefin es richtig.

    Also schauen wir doch einmal. Frau Merkel hält eisern am Euro fest, sie hält ein Scheitern der gemeinsamen Währung für kontraproduktiv zu einer weiteren Entwicklung Europas.
    Soweit so gut oder eben auch schlecht, wie man es gerade sieht.
    Aber, die Struktur des Euro ist noch genau die unverändert Instabile, wie seit seiner Einführung.
    Und dass muss zunächst natürlich geändert werden, bevor sich Fr. Merkel auf Abenteuer einlässt. Und da zur Zeit alle Bremser ernsthaft in einer Krise stecken, kann sie über diesen Hebel die notwendigen Vertragsänderungen durchzwingen oder es ist sowieso alles aus, mit der Maus oder hier dem Euro.
    Und wie ich sie kenne, wird sie ihr Ziel erreichen und zwar in für europäische Verhältnisse in bemerkenswert kurzer Zeit!!
    Erst danach, wenn die Verträge tatsächlich Stabilität versprechen, wird sie den Eurobonds oder wie auch immer die Dinger heißen mögen, zustimmen.
    Jedenfalls würde ich es an ihrer Stelle so machen.
    Leider haben sich die Euroländer bisher nicht sonderlich um die Euro-Verträge gekümmert, also wäre es immer noch ein Wagnis, aber ich schätze, sie wird es eingehen.

    Also, es bleibt spannend.
  5. #44

    ...

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    Ich wiederhole meinen Vorschlag.

    Unter der Bedingung, dass ein Empfänger nachweislich keine Neuverschuldung betrieben hat (nachträgliche Haushaltsbilanz mit wie auch immer kleinem Überschuss), bekommt er zur Refinanzierung der Altschulden 1-jährige Darlehen der EZB zu den gleichen Bedingungen wie Geschäftsbanken angeboten, so lange, bis das Maastricht-Kriterium (60% Schulden vom BIP) erreicht ist. Gegenfinanziert wird das ganze von einer Eurozonen-weiten Transaktionssteuer mit geringem Satz (sagen wir 0.01%), die aber auf jede Überweisung fällig wird.

    Das wird Heulen und Zähneklappern geben. Aber ich weiß keine bessere Lösung.
    Das klingt für mich wie eine gute Idee. Das würde einerseits die überschuldeten Staaten entlasten, andererseits gewährleisten, dass die billgen Kredite nicht für Strohfeuer-Konjunkturprogramme verbraten werden.
  6. #45

    Norbert Walter

    Norbert Walter hat sich unlängst in einem Interview mit dem Schweizer Magazin "Cash" darüber mokiert, dass Teile der deutschen Wirtschaftselite sich mit ihrem Anti-Euro Kurs selbst ins Knie schiessen. Er hat es so formuliert, dass manchen "Größen" der deutschen Wirtschaft das nötige Wissen und Kompetenz fehlt, um überhaupt mitzureden zu können.

    Ich glaube, Frau Merkel täte auch gut daran, bei Prof. Krugman statt bei H-W. Sinn ihre Wissen aufzufrischen.
  7. #46

    masc672

    Zitat von masc672 Beitrag anzeigen
    Es würde sich auf die neuen Schulden beziehen. Nicht auf die bisherigen.
    NATÜRLICH Sie haben Recht und doch, der R.Schirm, da stand in Spiegel, Focus, die Deutschen würden alles in allem über 400 Milliarden bringen müssen und da dann die Zinsen für alle gleich machen, bei ungleichen Risiken--- da würden wir aber erheblich mehr bezahlen müssen.
    Käme dann noch der HEBEL hinzu---- da braucht man dann, so glaube ich, überhaupt nicht mehr an zurückzahlen Denken. Wir können ja die 2.2 Billionen sowieso nicht zurückzahlen.
  8. #47

    Freiwirtschaftler DANKE

    Zitat von Brennstoff Beitrag anzeigen
    Also schauen wir doch einmal. Frau Merkel hält eisern am Euro fest, sie hält ein Scheitern der gemeinsamen Währung für kontraproduktiv zu einer weiteren Entwicklung Europas.
    Soweit so gut oder eben auch schlecht, wie man es gerade sieht.sehr gut gemacht
    Aber, die Struktur des Euro ist noch genau die unverändert Instabile, wie seit seiner Einführung.
    Und dass muss zunächst natürlich geändert werden, bevor sich Fr. Merkel auf Abenteuer einlässt. Und da zur Zeit alle Bremser ernsthaft in einer Krise stecken, kann sie über diesen Hebel die notwendigen Vertragsänderungen durchzwingen oder es ist sowieso alles aus, mit der Maus oder hier dem Euro.
    Und wie ich sie kenne, wird sie ihr Ziel erreichen und zwar in für europäische Verhältnisse in bemerkenswert kurzer Zeit!!
    Erst danach, wenn die Verträge tatsächlich Stabilität versprechen, wird sie den Eurobonds oder wie auch immer die Dinger heißen mögen, zustimmen.
    Jedenfalls würde ich es an ihrer Stelle so machen.
    Leider haben sich die Euroländer bisher nicht sonderlich um die Euro-Verträge gekümmert, also wäre es immer noch ein Wagnis, aber ich schätze, sie wird es eingehen.

    Also, es bleibt spannend.
    --
    Da haben Sie aber Ihre Hausafgaben sehr gut gemacht.
    Die 12 Billionen gesammt Schul der EU,habe ich Gestern so geschätzt
    Ihr letzter Satz ist die einzig Richtige Antwort:
    Besser ist es, keine weiteren Gedanken an den Unsinn zu verschwenden und rechtzeitig den Verstand einzuschalten:
    Aber haben Politiker einen? Die Grünen sind ja heute im Bundestag ja ganz von der Rolle gefallen, denke ich