Garnicht soviele.
DPAObjektiv gesehen ist Fußball völlig unbedeutend: 22 Menschen laufen einem Ball hinterher. Subjektiv gesehen ist Fußball die größte Sache der Welt: gebündelte Leidenschaft auf dem Platz und auf den Rängen. Drei Ursachen, die Fußball so emotional machen.
http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...834557,00.html
Garnicht soviele.
Nicht zu vergessen sind bei nationale Spiele, die dann doch viel mehr Menschen in ihre Bahn ziehen, halt die nationale Gefühle. Sieg einer Nation im Kampf gegen einer Andere. Fußball statt Krieg. Das ist doch wunderbar.
Ich kann der Autorin in ihrer Analyse nicht so recht folgen. Meines Erachtens lockt der Fußball vor allem aus zwei Gründen so viel Emotionen hervor:
1. Sieg oder Niederlage?
Fußball ist in erster Linie ein Wettkampf bei dem es um Sieg oder Niederlage geht, um Überlegenheit/Unterlegenheit und Stärke/Schwäche.
Das ist ähnlich wie bei den Kämpfen der Gladiatoren im alten Rom oder bei Boxkämpfen in heutiger Zeit. Die Menschen identifizieren sich mit den Protagonisten und fiebern mit. So ist ein Sieg der eigenen Mannschaft auch immer indirekt ein eigener Sieg (Euphorie), eine Niederlage der eigenen Mannschaft auch immer indirekt eine eigene Niederlage (Trauer).
2. Gemeinschaftsgefühl
Im Gegensatz zu Boxern repräsentieren Fußballmannschaften sehr stark den Ort aus dem sie kommen, die Stadt oder das Land und die Menschen, die darin leben. Das schafft ein Gemeinschafts- oder Zugehörigkeitsgefühl und stärkt einen gewissen Patriotismus (Stolz). Siege werden gemeinsam gefeiert und Niederlagen gemeinsam verarbeitet. Nicht zuletzt stellt für viele Fans die Fangemeinde eine zweite Familie dar.
Soso, aha, tja, mmmh... Wer hätte das gedacht?
Und dann kommen natürlich wieder die Fußballanstinenzler und erklären uns Fußballfreunden, dass ja Fußballnationalspiele Kriegsersatz seien - boah, was ist das ganze Thema berechenbar in den Zeiten der Kommerz Euro UEFack 2012...
EM und WM werden benetigt um im Fussballfieber politische Entscheidungen durchzudruecken. Die wichtigkeit einer Sportart ist von der Kultur und der medialen Aufbereitung abhaengig. Oder wer kennt sich in Deutschland bestens im Cricket, Baseball oder Rugby aus?
Die für Fußballspiele (gerade bei großen Turnieren) ermittelten Einschaltquoten dürfeten regelmäßig erheblich zu niedrig sein. Früher hat sich fast jeder zuhause vor seine Glotze gesetzt und sich so ein Spiel angeschaut oder nicht.
Heutzutage sehen sehr, sehr viele Menschen solche Spiele in Gesellschaft, sei es in einer Sportsbar, beim Public Viewing (es schüttelt mich als Anglist, diesen Begriff hier verwenden zu müssen) oder zusammen mit möglichst vielen Freunden und Bekannten in einer Privatwohnung. Wenn sich da 6 Leute zusammenfinden, bleiben 5 Glotzen aus, die nicht in die "Wertung" kommen.
Ich schätze, dass eher 70 Prozent (also 56 Millionen) das Spiel gesehen haben.
Die eigentliche Frage, die Sie, liebe Irene, beantworten wollten, ist doch: Warum fiebern Fans ausgerechnet für den Fussball?
Es gibt schließlich genügend andere Sportarten. Aber in vielen Ländern ist der Fussball Sportart Nummer eins. Die Begründung dafür ist, dass der Fussball relativ einfache Regeln hat, die von jedem schnell begriffen werden können. Zugleich ermöglicht der Fussball - und nur der Fussball - eine äußerst große Vielfalt an individuellen Spitzenleistungen, die dazu führen, dass sehr unterschiedliche Spielertypen eingesetzt werden müssen. Da ist für jeden Fan was dabei.
Sind sie beispielsweise selbst klein, sagen sie sich: Der Lahm ist Weltklasse und sogar Kapitän. Atmen Sie dagen Luft in 2m Höhe, identifizieren sie sich vielleicht eher mit Mertesacker. Wie unterschiedlich die Fussballspieler sind, kann man immer wieder sehr gut sehen, wenn die Fernsehkamera bei der Nationalhymne die Startelf zeigt. Aber alle sind die Besten der Besten und werden gebraucht.
Und genau das gibt es bei den meisten anderen Sportarten nicht in dem Maße. Ich persönlich interessiere mich nicht mehr so sehr für Basketball, als sich abzeichnete, dass ich wohl nur durchschnittlich groß werden würde. Aber ein guter Fussballer hätte ich werden können (und hätte wohl so spielen wollen wie Özil)...
Wohl eher nicht. Seit ich als Kind in einer der Arenen mitansehen durfte, wie der Kopf eines Zuschauers keine zwei Meter von mir entfernt von einem Pflasterstein getroffen wurde und wie eine Melone aufplatzte, gehe ich jeder Fußballveranstaltung aus dem Wege. Und Leute die Fußball brauchen um Emotionen erleben oder auch soziale Kontakte knüpfen zu können ... gehört mein Beileid.
Der einzig brauchbare Satz des Artikels:
Was ansonsten gänzlich fehlt ist der Hinweis auf die Schattenseiten dieses ach so einfachen Spieles. Von der üblichen Randale und Gewalt angeblicher Fans (muß wohl doch von Fanatiker abgeleitet werden) vor, während und nach "Brot und Spiele" ist keine Zeile zu lesen. Geschweige denn von den imensen Kosten, die die Allgemeinheit anstatt der Veranstalter in Form von Hundertschaften der Polizei, medizinischer und sonstiger Hilfskräfte zu tragen hat.Objektiv gesehen ist Fußball völlig unbedeutend: 22 Menschen (Werbefiguren) laufen einem Ball hinterher.
Da dürften pro "Spieltag" etliche Milliönchen beisammenkommen.