Das kann ich Ihnen anhand von Beispielen erklären:
Die EU-Förderprogramme versickern einerseits häufig in darauf spezialisierten "ambienti", also Küngel von öffentlichen Ämtern und aufs Abgreifen spezialisierten Firmen.
Andererseits haben Unternehmen oder Initiativen, für die sie eigentlich gedacht und geeignet wären, nicht die entfernteste Ahnung darüber, wie sie so einen Förderantrag stellen müssen, wenn sie überhaupt von den Programmen erfahren haben.
Hier in Südtirol/Italien z.B. sind wir hochspezialisiert auf Förderprogramme aus der EU. Habe selbst mit angesehen, wie zum Beispiel aus Anlass von millionenschweren EU-Förderprogrammen für die Cluster-Bildung einzelne "spezialisierte" Unternehmer kurzerhand 2-3 Firmen gründeten, um die Voraussetzung des Zusammenschlusses von mindestens 3 Firmen aus unterschiedlichen Branchen zu erfüllen. Daraus entstand dann ein Cluster von 4 Firmen, die 2 Leuten gehörten und die auf Jahre hinaus mit EU-Mitteln versorgt waren...
Ideal auch, wenn dann noch persönliche Beziehungen in die genehmigenden und kontrollierenden Ämter hinein bestehen...
Andererseits kenne ich Fälle, wo vor allem der Süden von Italien die für die Region vorgesehenen Fördergelder in zig-Millionenhöhe nie genutzt hat, weil dort einfach keiner eine Ahnung von den Programmen hatte und wie sie anzuzapfen waren. Dort hat man aus bekannten historischen Gründen einfach seine Schwierigkeiten damit, Zahlenmaterial auf Papier zu bringen... ;)
Wirklich förderwürdige Unternehmen haben oft gar nicht die Struktur bzw. die Mitarbeiter und die Zeit, sich mit Anträgen und Projekten zu beschäftigen und sind oft in "bürokratiefernen" Branchen aktiv.
Die ganzen Förderprogramme sind häufig so kompliziert, dass nur "spezialisierte" Unternehmen die Fähigkeit haben, sie abzugreifen.

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