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EU-Verordnung: Tagesmütter protestieren gegen neue Hygiene-Vorschriften

dapdPutzen statt Pädagogik? Einer EU-Verordnung zufolge sind Tagesmütter "Lebensmittelunternehmerinnen" - wie Restaurants oder Brotfabriken. In vielen Bundesländern müssen sie neuerdings strenge Hygiene-Regeln einhalten, die in Privathaushalten kaum umsetzbar sind.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828161,00.html
  1. #180

    Sch(m)utzbereich Familie

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Selbstverständlich hat der Staat "ausserhalb" der Familie mehr Rechte und Pflichten, bei einem Fehlverhalten einzugreifen.
    Also auch mehr Regelungsbedarf.
    Tagesmutter ist Familienrecht, denn hier findet eine Teilung der Erziehungsverantwortung statt.

    Abgesehen davon, was spricht dafuer, dass eine ferne Behoerde (Bruessel ist von mir aus rund 1500km entfernt) hier hygenische Auflagen fuer mein angebliches Kindeswohl erlaesst? Sind Eltern per se zu dumm dies selbst mit der Tagesmutter zu klarifizieren? Weiss irgend ein Elternteil oder eine Tagesmutter ohne Unzurechnungsfaehigkeitsbescheinigung nicht, wie eine Haushalt hygenisch zu organisieren ist?

    Man muss schon im Hinterland von Afghanistan aufgewachsen sein, nicht zu wissen, was eine Seife ist, oder wie ein Kuehlschrank zu bedienen ist.
  2. #181

    Zitat von Knut Albers Beitrag anzeigen
    Das kann man auch ohne Hygieneverordnung und passiert auch. In der Regel sind dies die Eltern selbst, welchen meist auch ohne Ueberpruefung auffallen duerfte, wenn das Kind voellig besudelt wieder bei ihnen eintrudelt.

    Sollten sie jedoch hierfuer einen Vormund benoetigen, dann geben sie doch einfach eine Patientenverfuegung an die Person ihres Vertrauens ab, aber nehmen sie nicht die Gesellschaft in Geiselhaft.
    Völlig falscher Ansatz!

    Ich selber habe nichts dagegen, wenn sich Kinder dreckig machen und "besudeln"..
    Eltern, die das nicht mögen, können danach natürlich leicht beurteilen, ob der Hort etwas für "sie" ist und ggf. ihr Kind woanders unterbringen.
    Das hat aber nichts mit dem Thema zu tun!
    Also haben auch Sie scheinbar nicht verstanden, worum es geht.

    Und weil immer mehr nichts oder sehr wenig verstehen, werden leider immer mehr Richtlinien erforderlich.
  3. #182

    Zitat von Roueca Beitrag anzeigen
    unsere Kinder "krank" gemacht werden.
    Wenn nur die Politik die Lebensmittelgeschäfte auch so gut im Griff hätte. Habe kürzlich Keks gekauft, voller Vertrauen nicht auf das mindest Haltbarkeitsdatum geschaut, am Abend davon gegessen und mich hat der Ekel und das nackte Grauen gepackt. Die Kekse waren 11 Mon. über dem min. Haltbarkeitsdatum. Habe reklamiert, mein Geld erhalten. Erneutes nachschauen hat ergeben, es lagen weiterhin Massen an abgelaufenen Keksen verschiedener Sorten in den REgalen. Wo ist der Staat zum Kontrollieren.

    haben sie nicht mitbekommen, daß frau aigner neulich erst mit uns dummen bürgern geschimpft hat, wir würden zuviel wegwerfen und das MHD sei eher so eine art design element. und demnächst gäbe es "schulungen" und "unterweisungen" in den supermärkten, daß man auch sachen die übers MHD sind, noch essen kann und soll.

    die ollen kekse liegen da so lange, bis die letzte alte charge mit ablauf 12/2012 verkauft ist. vorher gibt es nix neues als nachlieferung.
  4. #183

    Zitat von Traumflug Beitrag anzeigen
    Treffer! Es ist mir auch in ganz anderen Bereichen (Luftfahrtgesetzgebung) aufgefallen, dass EU-Gesetze und Verordnungen eigentlich auf eine eher laxe Auslegung hin geschrieben sind. Denn so werden Vorschriften in anderen Ländern gehandhabt.
    Sie wollen auch nicht ein Problem, das gar nicht existiert (hier: Gefährdung der Kinder), zu lösen, sondern einfach die Verordungswelt harmonisieren, vereinheitlichen. Damit in Zukunft nicht mehr, sondern weniger Regeln gelten.

    Nur in Deutschland scheint ein Automatismus zu greifen im Sinne von "Da gibt es eine neue Vorschrift, jetzt können wir endlich durchgreifen". Dieser (unsinnigen) Erkenntnis folgend versucht man nicht nur die neuen Verordungen sehr streng auszulegen, sondern diese auch noch zu übertreffen. "Übertreffen" natürlich im Sinne von "noch detailliertere Regelungen" anstatt, wie es sinnvoll wäre, im Sinne von "mehr Vernunft", "mehr Eigenverantwortung" oder gar "mehr Freiheit".
    sehe ich auch so. egal was aus brüssel kommt, immer noch was "on top", was gar nichts damit zu tun hat. nur damit man sich dann vors geneigte wählerpublikum stellen und mit traurigen augen auf brüssel zeigen kann.

    ich nenne das ganze "trauma der späten geburt".
  5. #184

    Tja, seien wir mal ehrlich:

    So ziemlich jeder hier, der Kinder hat, würde seiner Tagesmutter die Hölle heiß machen, wenn sie dem Kind rohen Kuchenteig gibt (wie gerne habe ich das als Kind gegessen !) und es deshalb schwer erkrankt oder noch Schlimmeres. Oder etwa nicht ?

    Sind wir nicht alle schon total auf 100%ige Sicherheit fixiert und nicht mehr in der Lage einzusehen, dass manche Dinge eben passieren ? Sind wir nicht alle sowieso schon so weit, dass wir für diese Sicherheit bereit sind, jedes Opfer zu bringen, egal welches ?

    Sei es für die Kinder, die niemals erleben werden, wie es ist, mal so richtig auf die Fresse zu fliegen und sich dann wieder aufzurappeln -- denn die Eltern verhindern das aus Fürsorge oder aus Angst, sonst selbst verklagt zu werden.

    Sei es gegen Terroristen, für die wir Nacktscanner und andere Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte tolerieren ...

    Zumindest gelegentlich streift uns noch der gesunde Menschenverstand, wenn wir bemerken, dass wir es just in diesem Moment vielleicht etwas übertrieben haben.
  6. #185

    Das ist nur der Anfang

    Als nächstes sind die leiblichen Mütter dran. Und der Vater kommt nicht ungewaschen ins Haus.
  7. #186

    Zitat von Stef87 Beitrag anzeigen
    Richtig, es gilt zweierlei Maß. Ein Mutter, die Ihr Kind erzieht ist ja schließlich keine "Lebensmittelunternehmerinnen".
    noch nicht. ich glaube, wir können froh sein, daß die deutschen behörden nicht auch noch alle privathaushalte mit kleinen kindern in die neue verordnung inkludiert haben.

    denn ausgehend von der definition, mit der sie die tagesmütter inkludiert haben, muß eigentlich auch jeder privathaushalt als lebensmittelhersteller eingestuft werden.

    vielleicht kommt das ja noch. während der EM oder den olympischen spielen wird das dann mal schnell in gesetzesform gegossen, neben ESM-aufstockung der ESM-aufstockung, maulkorb für "abweichlerische MdBs" und anderen widerwärtigkeiten.
  8. #187

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Wenn ich manche Kommentare lese, kann ich nur hoffen, dass das auf keinen Fall Tagesmütter sind.
    Die mögen ja ganz nett sein, dürften allerdings nur einen IQ im niedrigen zweistelligen Bereich aufweisen.
    Und solche Personen halte ich grundsätzlich für eine eigenverantwortliche und selbstständige Betreuung fremder Kinder für ungeeignet.

    Selbstverständlich ist die Lebensmittelverordnung ein relativ komplexes Werk.
    Aber das ist die StVO auch.
    Oder das Einkommenssteuergesetz..
    Oder die Unfallverhütungsvorschriften.
    Oder Ddie AGB des ÖPNV
    Die Leute, die denken, dass nun Unmögliches auf die Tagesmütter zugekommen ist, dürften auch kein Auto, Bus oder Zug fahren, nicht mehr arbeiten gehen und sollten sich am besten ganz vom Leben fernhalten.
    Andere wissen zum Glück, dass auf sie nur ein kleiner und für sie relevanter Teil zutrifft.

    Die relevantesten Punkte für Tagesmütter sind:
    - Sie müssen sich einmal telefonisch beim Amt melden und dort anzeigen, dass sie Lebensmittelproduzenten sind.
    - Sie müssen die Kassenzettel ihrer Lebensmitteleinkäufe aufbewahren (was ein Gewerbetreibender perse schon immer machen musste!)

    Alles andere ist ein weiter Ermessensspielraum.
    Wenn da einige Spinner aus den Ländern oder Gemeinden Nonsens wollen, sollte man die an den Pranger stellen, aber nicht Brüssel oder Berlin.
    falsch! wenn berlin hart bleibt, müssen die tagesmütter das hier machen:

    Frontal21 - ZDF.de

    einfach deshalb, weil berlin nicht die ausnahme, die brüssel ausdrücklich erlaubt, durchgehen lassen will.

    die frage sollte sein, auch hier an die journalisten bei SPON, warum nicht?
  9. #188

    Eure Durchlaucht

    Zitat von Flari Beitrag anzeigen
    Und weil immer mehr nichts oder sehr wenig verstehen, werden leider immer mehr Richtlinien erforderlich.
    Ist Europa wirklich in der Mitte einer Hygiene-Krise? Halte ich fuer zweifelhaft, im Gegensatz zum Regulierungswahn (und die rund 1.500 Neuerungen jaehrlich alleinig von der EU-Kommission liest sich eh niemand durch und interessiert letztendlich kein Mensch, ausser den Regulierern selbst).

    Wie konnte die Menschheit bloss ohne dem Segen der Ueberschutz-Regulierer all die Jahrtausende ohne Hygienevorschriften ueberleben.

    Nichts genaues weiss man nicht, wohl aber dass der Staat nicht Ihr Freund ist, Flari, er meint ihr Herr zu sein.
  10. #189

    Wenn's nicht so traurig wäre, wäre es zum lachen. Sind bei uns in der Politik eigentlich nur noch Deppen unterwegs die nicht die Tragweite ihrer Entscheidungen abschätzen können?
    Ein weiterer Grund in diesem schönen Land kinderlos zu bleiben. War's das was die Politik wollte?








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