EU-Urteil zu befristeten Jobs: "Kettenverträge könnten deutlich zunehmen"

Ein EU-Urteil sorgt für Unruhe in der Berufswelt: Sogar Dutzende aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge sind erlaubt - wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Im Interview erklärt Arbeitsrechtsexperte Martin Krömer, welche Folgen der Richterspruch für Arbeitnehmer hat.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...811623,00.html
  1. #120

    nö, kein Titel

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    Was ein Betriebsrat kostet? Ebenso könnte man Kosten für teure Dienstwagen von Vorständen oder deren großzügige Bezüge gegenrechnen. Wobei ein Betriebsrat einen Sinn hat.
    Aber nicht für den Arbeitgeber, und der soll es aber bezahlen. Und wenn ich dann sehe wie destruktiv der BR bspw. in meinem Unternehmen tlw. wirkt.
  2. #121

    Zitat von mr.zoui Beitrag anzeigen
    Offensichtlich doch, wenn es so leicht umgangen wird.
    Was heißt denn so leicht? Das ist dann die Verantwortung der Gewerkschaften.
  3. #122

    Zitat von ogs Beitrag anzeigen
    Nichts :-)
    Denn - unter anderem - dafür sind Zeitverträge da.



    Eine Befristung auf einen Arbeitsplatz. Es geht doch gar nicht um die Sinnhaftigkeit von Zeitverträgen, sondern um Kettenverträge. Und in diesem konkreten Fall um sehr viele Zeitverträge über einen sehr langen Zeitraum.



    Sie kennen die Werbung für Beton? "Es kommt drauf an, was man draus macht."

    Es ist aber nun einmal Rechtsgrundsatz nur die letzte Befristung zu überprüfen. Jede steht für sich. Und wenn man nun einmal öfters- z.B. Vertretungen braucht, ist es doch logisch auf eine bekantne KRaft zurückzugreifen?
  4. #123

    Zitat von geishapunk Beitrag anzeigen
    OMG, das hat er doch höchstselbst geschrieben, und zwar gleich im Anschluß... O_o
    OMG, Sie meinten davor...
  5. #124

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    In der Wirklichkeit wird dieses "equal pay" und andere "Gleichstellungen" systematisch unterlaufen. Real sind Löhne von 8 Euro oder niedriger bei einfachen Arbeiten sowie eine "hire-and-fire"-Mentalität.

    Was ein Betriebsrat kostet? Ebenso könnte man Kosten für teure Dienstwagen von Vorständen oder deren großzügige Bezüge gegenrechnen. Wobei ein Betriebsrat einen Sinn hat.

    hat der zu 100% immer einen Sinn? Da wird auch reichlich Schindluder getrieben.

    Wenn Gesetzte unterlaufen ist dies wie erwähnt kein Gesetz und Rechtssprechungsproblem, sondern ein Problem der Arbeitnehmer, die nicht für Ihre Rechte einstehen.

    Aber sagen Sie doch mal ne Hausnummer für die Kosten pro Jahr.
  6. #125

    Zitat von enfield Beitrag anzeigen
    unmoralisch hin oder her - das ist nicht das Thema. Die Gesetzgebung muss sehr wohl die Spielregeln definieren und Grenzen setzen. Das ist ja auch im Allgemeinen der Fall aber in diesem Feld gibt es offensichtlich noch viele Lücken. Für mich ist dieses Urteil nicht zufriedenstellend - es müssen m.E. härtere Kriterien her. Es ist nicht sonderlich schwer, die nötigen Begründungen zu konstruieren, das ändert aber nichts daran, dass sie oft Fake sind und das nachzuweisen ist sehr aufwändig und aussrdem weiterhin Interpretationssache und der Prozess stirbt irgendwo auf der Strecke...bzw. kann der betroffene AN sich die ganze Sache getrost abschminken.
    Aber Sie setzen mit Ihrem Studium schon auf's richtige Pferd. Da brummt das Geschäft und das wird noch lange so bleiben....
    "Es ist nicht sonderlich schwer, die nötigen Begründungen zu konstruieren, das ändert aber nichts daran, dass sie oft Fake sind und das nachzuweisen ist sehr aufwändig und aussrdem weiterhin Interpretationssache und der Prozess stirbt irgendwo auf der Strecke...bzw. kann der betroffene AN sich die ganze Sache getrost abschminken. "

    Das ist eben nicht der Fall. Die Gründe für eine Befristung sind nahezu abschließend im Gesetz genannt und sind sehr eng auszulegen- wie es auc in der Praxis zu finden ist. Der Arbeitnehmer muss übriogens garnichts nachweisen- der Arbeitgeber muss nachweisen, dass zur Zeit des Vertragsabschlusses, der Sachgrund bestand. Und dies ist nicht einfach für jeden Arbeitgeber.
  7. #126

    Zitat von redwed11 Beitrag anzeigen
    Aber es ist doch jetzt schon gängige Praxis betriebliche Fehlentwicklungen, was in der Regel Fehler des Managments sind, auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Wenn jetzt auch noch die letzten Schranken, sprich der Kündigungsschutz wegfallen, ist der Willkür der Unternehmen Tür und Tor geöffnet. Oder sind Sie so naiv zu glauben, ein Unternehmen, das Beschäftigte von heute auf morgen ohne Begründung rausschmeißen kann, wird diese Möglichkeit nicht als Druckmittel z.B. bei der Entlohnung, anwenden. Wo in den Unternehmen heute schon Beschäftigte nicht mehr als Menschen sondern nur noch als Objekte, sprich Kostenfaktoren, angesehen werden.
    Ein weiterer Nachteil eines nicht vorhandenen Kündigungsschutzes wäre der Wegfall von Abfindungen, durch die der Beschäftigte bei einer Kündigung wenigstens eine gewisse Zeit eine finanzielle Überbrückung hat.
    Warum soll eigentlich das immer so hochgelobte unternehmerische Risiko immer nur auf die Beschäftigten abgewälzt werden um die Gewinnmaximierung immer weiter zu treiben. Denn in einem Unternehmen sind die Beschäftigten ohnehin der schwächste Teil und Sie wollen die Rechte dieser Menschen noch weiter schwächen.
    "Denn in einem Unternehmen sind die Beschäftigten ohnehin der schwächste Teil und Sie wollen die Rechte dieser Menschen noch weiter schwächen."

    Das ganze Arbeitsrecht schützt die Arbeitnehmer- das ist kein Gesetz für Arbeitgeber...
    Sie vergessen, dass die meisten Arbeitsplätze in Kleinunternehmen vorhanden sind.
    Die Wirtschaftsentwicklung ist so schnell, dass es eben nicht immer nur am Management liegt, dass der Laden nicht läuft. Oder kann man jetzt noch mit dem Verkauf von CDs gut Geld verdienen? Was ist mit Der Finanzkrise 2009- was hat das mit Fehlmanagement zu tun?
  8. #127

    Ok

    Zitat von Foersterderx Beitrag anzeigen
    hat der zu 100% immer einen Sinn? Da wird auch reichlich Schindluder getrieben.

    Wenn Gesetzte unterlaufen ist dies wie erwähnt kein Gesetz und Rechtssprechungsproblem, sondern ein Problem der Arbeitnehmer, die nicht für Ihre Rechte einstehen.

    Aber sagen Sie doch mal ne Hausnummer für die Kosten pro Jahr.
    Das könnte man vermutlich googeln. Teuer für den AG sind auch: Kranken- und Rentenvericherung, Lohnfortzahlung usw. Sollte man auch gleich abschaffen.
  9. #128

    Zitat von titurel Beitrag anzeigen
    Das könnte man vermutlich googeln. Teuer für den AG sind auch: Kranken- und Rentenvericherung, Lohnfortzahlung usw. Sollte man auch gleich abschaffen.
    Im Gegensatz zum BR bringen diese Instrumente aber direkt etwas für jeden AN ;)

    In einem 200 Mannbetrieb ist es übrigens auch möglich, dass 9 !!!! Arbeitnehmer einen BR gründen- sich selbst wählen- und dann rechtmäßig alle 200 AN vertreten und Betriebsvereinbarunen- zb Kurzarbeit- zu Latsen der Belegschaft abschließen dürfen.

    Ich löse das Rätsel einfach mal: Der BR wird ca. 150- 200.000€ kosten.
  10. #129

    Ach

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein EU-Urteil sorgt für Unruhe in der Berufswelt: Sogar Dutzende aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge sind erlaubt - wenn es einen sachlichen Grund dafür gibt. Im Interview erklärt Arbeitsrechtsexperte Martin Krömer, welche Folgen der Richterspruch für Arbeitnehmer hat.

    EU-Urteil zu befristeten Jobs: "Kettenverträge könnten deutlich zunehmen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Was wird das erst, wenn die EU immer mehr Rechte hat, die Gesetz zu ändern oder nach ihrer Ansicht zu deuten.
    Der Gedanke Europa ist ja schön, aber so etwas macht eher Angst.