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EU-Umfrage: Arbeitslosigkeit treibt griechische Ingenieure nach Deutschland

DPADie Schuldenkrise beginnt, Europa zu verändern: Angehende Ingenieure und Techniker in den EU-Staaten Südeuropas wollen inzwischen in großer Zahl ihr Land verlassen, um ihr Glück nördlich der Alpen zu suchen. Damit könnten sich die strukturellen Ungleichgewichte innerhalb der EU noch verschärfen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...843112,00.html
  1. #1

    Dies ist der entscheidende Satz:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schuldenkrise beginnt, Europa zu verändern: Angehende Ingenieure und Techniker in den EU-Staaten Südeuropas wollen inzwischen in großer Zahl ihr Land verlassen, um ihr Glück nördlich der Alpen zu suchen. Damit könnten sich die strukturellen Ungleichgewichte innerhalb der EU noch verschärfen.

    Umfrage: Arbeitslosigkeit treibt junge Griechen nach Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Wenn Fachkräfte in Griechenland, Spanien und Italien fehlen, würde sich das strukturelle Ungleichgewicht innerhalb der Union noch weiter verschärfen.

    Genau so sieht es aus. Der Süden Europas wird mehr und mehr zum Armenhaus dieses Kontinents. Das kann auf Dauer auch nicht in Deutschem Interesse sein. Denn bezahlt werden muß dieser brain drain später mit "Entwicklungshilfe" für ebendiese Staaten. Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen das die Ausgewanderten viel Geld in ihre Heimatländer überweisen um ihren Verwandten zu helfen. Das könnte die Binnennachfrage dort ankurbeln und einige Not lindern. Ein zweischneidiges Schwert das ganze. Man muß die Entwicklung abwarten. Letzendlich kann hier die Politik ausnahmsweise auch nicht wirklich etwas mitentscheiden, ein großer Vorteil wie ich denke.
  2. #2

    Fachkräftemangel

    In erster Linie werden Fachkräfte ihre Heimat verlassen, die daheim keine Arbeit finden, also nicht gebraucht werden. Somit ist mir nicht klar, weshalb als Folge Fachkräftemangel in den Ländern entstehen soll.
  3. #3

    Das ist nicht der entscheidende Satz

    Soll der junge Absolvent lieber arbeitslos in seinem Heimatland hocken oder ist es besser, wenn er sich in einem anderen Land eine Beschäftigung sucht? Das entlastet die Sozialsysteme in seinem Heimatland, trägt zur Wertschöpfung innerhalb Europas bei und (da gebe ich Ihnen Recht) sorgt mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür, dass Geld wieder zurückfließt. Wir hatten schon mal eine Wanderungswelle von Portugal/Spanien nach Deutschland (70er/80er). Ein Großteil ist wieder zurück in ihre Heimatländer als es dort wirtschaftlich wieder besser lief.
    Das ist doch eine der Ideen des gemeinsamen Europas - Freiheit. Z.B. Freiheit zu entscheiden, wo man arbeiten möchte.
  4. #4

    Nordalpeningenieure

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schuldenkrise beginnt, Europa zu verändern: Angehende Ingenieure und Techniker in den EU-Staaten Südeuropas wollen inzwischen in großer Zahl ihr Land verlassen, um ihr Glück nördlich der Alpen zu suchen. Damit könnten sich die strukturellen Ungleichgewichte innerhalb der EU noch verschärfen.

    Umfrage: Arbeitslosigkeit treibt junge Griechen nach Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Prima, dann können wir jetzt auch unsere 100.000 offenen Ingenieursstellen besetzten.
    Studie: Fachkräftemangel kostet die Wirtschaft Milliarden - SPIEGEL ONLINE
  5. #5

    Und die Reaktionen in Deutschland?

    Wie theodorheuss [Zitat: Das kann auf Dauer auch nicht in Deutschem Interesse sein. Denn bezahlt werden muß dieser brain drain später mit "Entwicklungshilfe" für ebendiese Staaten. Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen das die Ausgewanderten viel Geld in ihre Heimatländer überweisen um ihren Verwandten zu helfen. Das könnte die Binnennachfrage dort ankurbeln und einige Not lindern. Ein zweischneidiges Schwert das ganze. Man muß die Entwicklung abwarten. Letzendlich kann hier die Politik ausnahmsweise auch nicht wirklich etwas mitentscheiden, ein großer Vorteil wie ich denke.]

    Ich erinnere daran, daß viel Stimmen aus der Wirtschaft ständig den (drohenden) Fachkräfte beklagen und junge Deutsche zum Studium technisch Berufe bewegen wollen. Wenn der Mangel tatsächlich besteht, währe die Zuwanderung dieser Leute zu begrüßen.
    Allerding: auch bei uns gibt es arbeitsuchende Ingeniere u.ä. - vielleicht sollte man die erst einmal beschäftigen.
    Könnte ein brisantes Thema werden.
  6. #6

    Zitat von dr.hammer Beitrag anzeigen
    Prima, dann können wir jetzt auch unsere 100.000 offenen Ingenieursstellen besetzten.
    Studie: Fachkräftemangel kostet die Wirtschaft Milliarden - SPIEGEL ONLINE
    So "prima" barucht man das nicht zu finen. So eine Wanderung ist das Ergebnis grenzen- und regelloser Freiheit. Sie wurde für die EU durchgesetzt und führt zu noch größeren Disproportionen unter den Ländern. Nun also setzen Wanderungen, Fluchten aus der Heimat ein, einem ungewissen, eventuellen Job in der Ferne zu. Mögen sich manche des Auswanderer da schön reden: man kann davon ausgehen, dass viele von Ihnen lieber im Heimatbezirk Arbeit gefunden hätten. Die gesamte freie kapitalistische Idustrialisierung darf sich aber immer wieder nur die besten Wege, die lukrativsten Orte aussuchen.

    Andererseits zeigt es, dass deutsche Abiturienten/innen nicht ausreichend überzeugend auf die Ing.-Wissenschaften hingelenkt werden - das könnte ja ihre Freiheit zum Traumberuf stören. Doch was nützt der Traumberuf, wenn es für den zu wenig Bedarf/keinen Job gibt? Ist denn Lehre und Studium nicht doch in erster Linie zum späteren Geldverdienen da, und nicht, um "Träume" auszuleben?
  7. #7

    prima Idee

    dann hört auch endlich mal das Gerede vom Fachkräftemangel auf und die Wirtschaft bei uns kommt wieder in fahrt!
  8. #8

    .

    [quocte]Allerding: auch bei uns gibt es arbeitsuchende Ingeniere u.ä. - vielleicht sollte man die erst einmal beschäftigen.[/quote]

    Tun wir doch. Wer als Ingenieur keinen Job findet will auch keinen haben oder er ist ein tragsicher Einzelfall wie es diesen in allen anderen Berufsgruppen auch gibt. Diese Einzelschicksale sind jedoch nicht repräsentativ.
  9. #9

    So what?

    Man kann davon ausgehen, dass diese Ingenieure ihr Land verlassen, weil sie dort keinen Job bekommen. Also "fehlen" dann dort momentan keine Ingenieure.

    Sobald dort Ingenieure tatsächlich "fehlen", weil sich die wirtschaftliche Entwicklung verbessert oder zu viele abgewandert sind, werden auch die Auswanderungszahlen zurück gehen. Wahrscheinlich kehren dann sogar viele in ihr Land zurück. Es sei denn sie merken, dass es sich ohne Fakelakis besser lebt.

    Also bitte nicht alles gleich zu einer Völkerwanderung hochjubeln.


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