Die Grundprobleme der gemeinsamen Währungsunion bleiben weiterhin bestehen und dies ist die eigentliche Ursache für die fehlende Wachstumsdynamik. Volkswirtschaften mit völlig unterschiedlichen ökonomischen und technologischen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten, mit völlig unterschiedlichen Konjunkturzyklen, befinden sich in einer einheitlichen Währung. Der fehlende flexible, zeitnahe und marktkonforme Wechselkurs fehlt als Ausgleichs- und Anpassungsinstrument.
Für die "dynamischen Wachstumsländer" bedeutet dies, dass alle Aufwertungsgewinne als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende entfallen, deren eigene binnenkonjunkturelle Entwicklung (Realentgeltfindung, Steuersenkungspotential, Entschuldungsmöglichkeiten) wird behindert. Die fehlenden Abwertungsmöglichkeiten der heutigen Europroblemvolkswirtschaften, die dies u.a. über Sparprogrammen kompensieren müssen, fehlt dazu das Geld für konjunkturelle Stimulationen und müssen staatliche Stützungsmaßnahmen für Banken leisten. Die Abschwungphase verstärkt und verfestigt sich. Die volkswirtschaftliche Divergenz der einzelnen Länder innerhalb der EU nimmt weiter zu.
Die bisherigen Hilfsmaßnahmen für die Eurowährungszone und für die Banken, also der Aufkauf von Staatsanleihen, EFSF, der kommende ESM, Target 2, LTRO, ELA, SMP, Europool (Zusammenfassung aller Leistungsbilanzsalden), gefährden mittel- und langfristig die Geld- und Währungsstabilität (siehe Rücktritte von Axel Weber und von Jürgen Stark). Die ökonomischen Ungleichgewichte können aber mit diesen Maßnahmen nur kurzfristig überwunden werden, eine wirkliche Alternative bieten diese jedoch nicht für die heutigen Problemvolkswirtschaften. Für uns selbst und für andere "Stabilitätsländer" bedeutet dies ein mehr an Haftungsgarantieübernahmen, ein weiterer Verlust an binnenkonjunktureller Erholung und Stabilisierung (Investitionen in die Infrastruktur, Schuldenabbau, Fiskalpakt). Unsere eigenen Entwicklungsmöglickeiten werden nachhaltig und dauerhaft eingeengt und beschränkt.
Dazu einige Hintergrundanalysen, die diese Zusammenhänge besser verdeutlichen können:
Währungsexperte Hankel: "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Währungsexperte Hankel: Rückführung zur Wechselkursunion - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Schuldenkrise: Die Trickkiste der Gelddrucker - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Rettungsschirm: EFSF soll Spaniens Banken retten - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
Economy, Business & Finance: 'HB': Spanierin soll ESM-Rettungsfonds leiten - Schäuble wird Euro-Gruppen-Chef - Wirtschaftswoche
ESM: Rechnungshöfe fordern Nachbesserung - Europa - Politik - Wirtschaftswoche

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