Erziehungs-Debatte: Freiheit in/mit/trotz/ohne Grenzen?

Der Beitrag "Die Monster anderer Eltern" hat eine breite Debatte verursacht: Welche Verantwortung trägt die Gesellschaft bei der Erziehung von Kindern?*Autor Frank Patalong dokumentiert die Diskussion in Forum und Web.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...759246,00.html
  1. #1

    Erziehung

    "Man kann Kinder nicht erziehen, die machen einem eh alles nach..."

    (angeblich ein Zitat von Karl Valtentin und leider wahr)
  2. #2

    Kids

    Das Problem ist, dass gewisse Grundselbstverständlichkeiten uns abhanden gekommen sind, was Kindererziehung angeht.
    Wie beide Artikel zutreffend feststellen, ist stattdessen eine große Unsicherheit getreten.

    Schauen sie sich 10 gleichaltrige Kinder aus der gleichen Stadt an und sie werden mindestens drei völlig verschiedene Erziehungsstile vorfinden.
    Diese Kinder interagieren später in der Schule und werden natürlich versuchen, jedes für sich, bei ihren Erziehenden den größtmöglichen Freiraum zu ergattern.
    Der Verlust des Konsens macht folglich immer mehr Erziehenden schwer zu schaffen.
    Es wäre allen Kindern und ihren Erziehenden zu wünschen, dass es wieder Regeln gibt, an die sich alle halten müssen. um als sozial integriert zu gelten.
  3. #3

    Heutige Eltern sind für mich absolut unfähig..

    Kindern adäquates "Sozialverhalten" beizubringen meiner Beobachtung nach! Da dürfen fremd eLeute angefasst, im Reestaurant endlos belästigt und nicht mal ne Stunde lautstark gesprielt sondern 10 Stunden am Stück lauthals rumgeplärrt werden in kleinen Gärten...wie sollen bitte so Kinder ERLEBEN, dass es auch noch ANDERE Lebewesen auf der Welt gibt,a uf die man Rücksicht nehmen muss, wenn Eltern da nicht eingreifen! Das Beispiel im Artikel mit der "Entschuldigung" zeigt es und ist simple, aber selbst zu so simplen sachen sidn Eltern wohl mehrheitlich nicht mehr in der LAge. Solceh Kinder werden später gesellschaftliche Versager, berufliche Versager, weil SPÄTER im Leben eben dann die Grenzan ganz plöstlzich und massiv plötzlich auftauchen! Alld ies ist nachträglich später nicht mehr zu reparieren, finde ich. Das ERSTE, was in sogenannten Eliteschulen gelehrt wird, und da versagt eben jeder Mittelstandsnachwuchs später und bleibt auf der Strecke, dem von seinen Eltern leider als Kleinkind niemals irgendwelche Verhaltensregeln zu Mitmenschen beigebracht wurden, weil das Kind sich ja "grenzenlos ausagieren" drüfen muss! Wer diesen Schwachsinn ind ie Welt gesetzt hat, täte mich echt interessieren...Die Elite und ihr Nachwuchs lacht sich derweil eins und bleibt unter sich!
  4. #4

    stimmt, wenn die Eltern ihnen ZEIGEN, dass man keinerlei Rücksicht

    Zitat von tomtomtomtomtom Beitrag anzeigen
    "Man kann Kinder nicht erziehen, die machen einem eh alles nach..."

    (angeblich ein Zitat von Karl Valtentin und leider wahr)
    auf Nachbarn, andere Menschen generell, Tiere, etc. nehmen muss, dann lernt das Kind eben das!
    Und wird zum gesellschaftlichen VERSAGER später beruflich und privat in Beziehungen...aber da hilft ja dann wieder Komasaufen...und Hartz 4......
  5. #5

    Beitrag bestätigt lediglich Mehrheitsmeinung.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Beitrag "Die Monster anderer Eltern" hat eine breite Debatte verursacht: Welche Verantwortung trägt die Gesellschaft bei der Erziehung von Kindern?*Autor Frank Patalong dokumentiert die Diskussion in Forum und Web.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...759246,00.html
    Seien wir ehrlich. Kinder nerven. Kinder sind laut. Die meisten sind unangepasst. Jedenfalls die der anderen.

    Eigentlich wandelt sich nicht viel. Unsere Kinder sind vermutlich genauso wie die Jugend schon vor 2500 Jahren. Und die Jugend ist der wertvollste Schatz jeder Gesellschaft und jeder Kultur.

    Es wandelt sich vorwiegend die Wahrnehmung der Gesellschaft. Da die Mehrheit keine Kinder mehr hat (was von der zunehmenden Alterung, aber durchaus auch von ökonomischer Intelligenz des Einzelnen in dieser Gesellschaft zeugt), verlangt diese von Eltern wiederum, dass sie ihre Kinder für Lautsein und mangelnde Anpassung etc. möglichst effektiv sanktionieren.

    Nur zu verständlich. Sind ja nicht die eigenen. Da wäre man wohl großzügiger. Nämlich aus Eigenliebe.
  6. #6

    Oh weh...

    Zitat von Fensterladen Beitrag anzeigen
    Kindern adäquates "Sozialverhalten" beizubringen meiner Beobachtung nach! [...]
    Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht, aber Sie sollten Ihre Texte vor dem Abschicken noch einmal lesen, denn auch vernünftiger Ausdruck / erträgliche Rechtschreibung ist eine Tugend :-) und nicht nur gutes Benehmen.
  7. #7

    wer sind wir?

    Es wurde in der Diskussion schon öfter erwähnt und ich möchte mich dem anschliessen: Zunächst müssen wir, die Erwachsenen, uns auf irgendeinen gesellschaftlichen Konsens einigen, wie wir miteinander umzugehen haben. Keinem Erwachsenen wird es gesellschaftlich zugebilligt, einfach aus Lust und Laune heraus einem anderen vors Schienbein zu treten. Warum sollten die Kinder das also dürfen? Wenn sie es tun, müssen sie von ihren gesetzlichen Vertretern daran gehindert und darüber aufgeklärt werden, warum sie das zu unterlassen haben. Tun die Eltern dies nicht, habe ich als mündiger Erwachsener auch das Recht ein fremdes Kind zu maßregeln - ohne gleich in den Verdacht des Kinderschänders zu geraten. Nur, der gesellschaftliche Konsens über das, was gut und richtig ist, ist in vielen Fällen abhanden gekommen. Das ist der Punkt, an dem eine Gesellschaft zu frei wird. Ohne ein paar Grundregeln und einen gewissen Kodex geht es eben nicht.
  8. #8

    @ Frank Patalong Teil1

    Sehr geehrter Herr Patolong,

    nett daß Sie die Diskussion wieder aufgreifen. Sie erwähnten eine Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA in der es heißt, daß in den 60ern quasi die Spitze der Gewalt gegen Kinder war.
    Nun, um die Eltern in Schutz zu nehmen, denen es wichtig ist, daß Aussenstehende nicht in die Erziehung ihrer Kinder einsteigen: Eine Statistik sagt nicht viel darüber aus, wenn es aber möglicherweise mein Kind erwischt, also besorgte Eltern werden sicherlich nicht aufgrund der Statistik gelassener sein.

    Gerade Nachrichten, wie der Doppelmord von Bodenfelde usw. machen Eltern gerade heute besonders misstrauisch. Früher gab es vielleicht noch das soziale Netz, in dem Kinder von dem Umfeld u.a. auch geschützt wurden "neighbourhoodwatch". Darauf würde sich heute keiner mehr verlassen können und in dieser Hinsicht wiederum dieses nicht-nachbarschaftliche Umfeld erzieherisch wirken zu lassen, wenn man sich fragt, ob der nächtste Herr oder die nächste Dame vielleicht zu Hause Kinderpornos schaut (Drogen dealt, sonstwie Blut an den Fingern hat)? Genau genommen ist das doch auch nicht wenig erwartet, oder?

    Genau genommen ist es leider de facto oft so, daß der erzieherische Aspekt von außen keinen freundlichen Charakter hat und insofern ist es für mich klar, daß mein schutzbefohlenes Kind vor den Aggressionen von anderen geschützt wird.
    Sprich: Es kommt immer auf das "wie" an.
    Wer würde schon als Erwachsener gerne derartige Interaktionen wünschen. Genau genommen wünschen wir uns zwar durchaus, daß wir mit den Gepfligenheiten des Umfelds vertraut werden, aber eben auf eine freundliche Art und Weise. Genau das funktioniert mit Kindern genauso.
    Wenn mein Sohn ein Gespräch unterbricht, so antworte ich ihm kurz, daß ich gerne das hören möchte, was er mir sagen will, aber bitte erst, wenn ich mich soweit fertig unterhalten habe, bzw. weiß ich auch nicht was so schlimm daran sein soll, wenn sich eine 8-jährige (wie in dem Artikel) mit ihrem Vater unterhalten möchte? Genau genommen ist es ein gesundes Bedürfnis in das soziale Geschehen mit integriert zu sein und dabei kann ich als Erwachsene auf die äußeren Gepflogenheiten aufmerksam machen, sprich einfach darauf hinweisen, daß sie bitte eine Gesprächslücke abwartet und dann ihr Herz ausschütten kann. Das gehört meines erachtens auch zu einem respektvollen Miteinander jüngeren Menschen auch ihre Bedürfnisse zuzugestehen sich zu beteiligen.
  9. #9

    @ Herr Patolong

    Genau genommen ist es doch auch bizarr, daß wir mehr soziale Interaktion mit dem Außen fordern, es aber an anderer Stelle unterbunden werden sollte, weil es ja nur Raum für Erwachsene ist. Generell doch aber nicht, oder? Sicher gibt es Gespräche, die führe ich lieber zu Ende und das möglichst ungestört, aber auch da kann ich mich dazu äußern und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, daß ich das Bedürfnis meines Kindes wahrgenommen habe und es zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen werde. Was ist daran so schlimm?

    Nun denn, Ihr Fazit scheint zu sein, daß es eben durchaus erwünschenswert ist und von Grund auf als Bereicherung angesehen werden kann.
    Ich persönlich bin nicht gegen die Interaktion mit der Außenwelt, denn ich finde sie durchaus auch als bereichernd, aber sich als Eltern alles mit anschauen zu müssen finde ich wiederum auch nicht richtig, denn wenn jemand etwas gegen den Kram geht, so bitte sagen, aber nicht giftig motzend, schreien, brüllen, am Arm packen usw., was leider doch sehr oft der Fall ist. Das wiederum interpretiere ich als gewaltsam übergriffig und völlig daneben.

    Wenn mein Sohn einen anderen Tritt, so entschuldige ich mich, denn es ist mir peinlich und mein Sohn siet an mir als Beispiel, wie er mich in eine brenzlige Lage gebracht hat, plus wie ich mich verhalte. Das bringt ihm mehr, als wenn ich ihm eintrichter "Sag A" und dann wars das. Genau genommen wird nach einem unangenehmen Vorfall im Detail darüber gesprochen und so versteht er meine Handlungsweise eher, als wenn ich ihn auffordere "Sag A" und ihn wie einen Hund zusammenstauche. Da ist mehr im Herzen angekommen, als wenn er einfach nur ein Repertoir abklappert und das macht, weil man es hold so tut.