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Erwerbsunfähigkeit: Psychische Leiden treiben immer mehr Arbeitnehmer in Frührente

Deutsche Arbeitnehmer gehen immer häufiger wegen seelischer Krankheiten in Frührente* - nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sind Depressionen und Angststörungen der Hauptgrund für ein unfreiwilliges frühes Ausscheiden aus Beruf. Viele Menschen trifft das Leiden bereits vor dem 50. Lebensjahr.*

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...792117,00.html
  1. #10

    ,,,,,,

    Zitat von calido46 Beitrag anzeigen
    Ist aber auch immer wieder schön zu sehen wenn Kollegen, die wegen eines solchen Leidens in den Ruhestand gehen ganz plötzlich von diesem genesen, sobald sie die Firma verlassen haben!
    Und nachts als Wachleute arbeiten, obwohl sie jahrelang aufgrund ihrer Erkrankung keinen Schichtdienst mehr machen konnten. Na ja, es soll schon Wunderheilungen gegeben haben!
    Letzteres, ausgerechnet in einer der verkommendsten Branchen der BRD-Wirtschaft ueberhaupt zu arbeiten, werden diese Leute ganz sicher nicht.

    Ersteres ("das ploetzliche Genesen") ist kein Wunder.
    Wenn man sich nicht mehr die taegliche Portion Gift zufuehren laesst und den Platz der Unmenschlichkeit, BRD-Firmen, verlaesst, wird man natuerlich schnell gesund.
    Was denn sonst??
  2. #11

    nee

    Zitat von epigone Beitrag anzeigen
    Depression ist ein schweres Krankheitsbild - keine Frage. Aber wenn ich in mein Umfeld schaue, frage ich mich, ob da nicht insbesondere beamtete Arbeitnehmer besonders und unangemessen profitieren:

    - ein Dorf weiter eine.....
    Bin selbst nicht-Beamtet, aber auch mit 58 wg. Depression Frührentner. Und in der Tat, es geht mir nun einigermaßen gut. So what? Bzw.: wie hätten Sie's denn gerne? Alle paar Wochen Selbstmordversuch? Bis zur Halskrause vollgepumpt mit Pillen? Ja, man möchte gerne von seinem Leben etwas haben, wenn man es jahrelang nicht hatte, wenn man sich jahrelang auf allen Vieren zur Arbeit geschleppt hat und ansonsten sich am liebsten in seine Höhle verkroch.
  3. #12

    .......

    Zitat von kurtwied Beitrag anzeigen
    Wenn diese Möglichkeit besteht, versuchen es sehr viele Staatsbedienstete natürlich ... Ich kenne im Bekanntenkreis alleine vier, die immer fleißig Arztbesuche beim Psychiater und Neurologen gesammelt haben, um dann frühverrentet zu werden. Nicht bei allen hat es geklappt.
    Der Artikel basiert auf Informationen der Rentenversicherung, betrifft daher keine Beamten, die vorzeitig in den Ruhestand versetzt werden, weil sie längere Zeit dienstunfähig sind, was bei psychischen Störungen "schnell" passieren kann.(Ärzte weisen darauf hin, dass die "automatische" Zur-Ruhe-Setzung den Krankheitsverlauf nicht unbedingt fördert.)
    Der Artikel scheint auf allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen hinzudeuten. Kinder "stören" vielfach. Damit wird der "Grundstein" bereits im Elternhaus gelegt. Außerdem hat sich die Schule abgewöhnt, die disziplinierte Leistungsbereitschaft der Kids zu fördern. Das fördert "im wirklichen Leben" - in der Arbeitswelt - den Stress und das "Burn-out-Syndrom.
  4. #13

    Versuch einer Antwort

    Zitat von Phoenix2006 Beitrag anzeigen
    Ich habe mal eine wissenschaftliche Frage (Fachgebiet Arbeitsmedizin, Soziologie, Pyschologie)

    Warum werden solchen Erkenntnissen nicht mit intelligenten Gegenstategien entgegen getreten?
    Aus arbeitsmedizinischer Sicht, weil es Betriebsärzten selten gelingt, (ältere) Arbeitnehmer vor einer Betriebsführung zu schützen, die von Älteren die Leistungsfähigkeit der Jungen fordert und versucht, die "teuren" Älteren durch Druck und Kränkungen als den Betrieb zu drängen.
    Aus soziologischer Sicht, weil im Zuge des Neoliberalismus Arbeitnehmer als "Kostenfaktor" angesehen werden.
    Aus psychologischer Sicht, weil viele Betriebsleitung Menschenführung nicht gelernt haben.
  5. #14

    ...

    Wie man bereits an den ersten Beiträgen im Forum sieht, haben es Menschen mit psychischen Leiden sehr schwer. Man steht schnell im Verdacht, sich doch bloß einen "Bunten" machen zu wollen. Es gibt mit Sicherheit einige, bei denen das zutrifft, aber meine Beobachtungen gehen in die andere Richtung. Mir macht vor allem Sorgen, dass es scheinbar immer jüngere Menschen trifft, vor allem in gehobenen Positionen (unteres, mittleres Management). Ich bin jetzt Mitte dreißig und Ingenieur und habe bereits einige Leute in meinem Umfeld einfach zusammenbrechen sehen, bis hin zu klinischen Aufenthalten. Es geht nach einer Auszeit allen wieder gut, aber mir gibt das schon sehr zu denken. Mir ist klar geworden, dass ein Berufsleben eben kein Sprint ist, sondern ein Marathon. Wenn man das halbwegs unbeschadet überstehen will, muss man lernen sich auch mal zurückzunehmen und darf sich nicht selbst allzu sehr unter Druck setzen, bzw. unter Druck setzen lassen.
  6. #15

    Fruehrente

    Es gab mal eine Zeit, da habe ich genuesslich ueber Beamte und Lehrer gelaestert ( habe selbst welche in der Familie) ! Wenn ich aber die heutige Jugend sehe- repektlos und gewaltbereit - behuetet und verteidigt von Eltern die ihren Kindern durch falsche Fuersorge bedingungslos ,subjektiv den Ruecken staerken, gehe ich mit dieser Beobachtung imaginaer in die Schulen, dann kann mir der ein oder andere Lehrer schon leid tun. Es gibt Lehrer, die koennen mit diesem Druck gut umgehen und andere sind schon nach 20 Jahren aufgerieben und fertig.
    Generell haben heutige Fuehrungskraefte sehr viel Verantwortung: Mal einsparen, mal Verkaufszahlen steigern, zwischendurch die Mitarbeiter motivieren - das sind mittlerweile Allroundtalente und das muessen sie jetzt bis 67 aushalten. Wer es sich leisten kann, verabschiedet sich rechtzeitig um im Leben noch ein wenig Freude zu haben.
  7. #16

    Einfache Erklärung

    Zitat von calido46 Beitrag anzeigen
    Ist aber auch immer wieder schön zu sehen wenn Kollegen, die wegen eines solchen Leidens in den Ruhestand gehen ganz plötzlich von diesem genesen, sobald sie die Firma verlassen haben!
    Und nachts als Wachleute arbeiten, obwohl sie jahrelang aufgrund ihrer Erkrankung keinen Schichtdienst mehr machen konnten. Na ja, es soll schon Wunderheilungen gegeben haben!
    Die Erklärung für dieses Phänomen ist ganz einfach. Sobald man aus dem Alltagstrott(Aufstehen, zur Arbeit fahren, Arbeiten, nach Hause fahren, schlafen gehen, am nächsten Morgen das Selbe bis ans Lebensende) wieder raus ist, gehts einem wieder besser. Keine Wunderheilung, sondern einfach die Ausbeutung durch die aktuelle Systemstruktur. Durch die Medien wird es halt alles etws bekannter als früher.

    Googeln Sie doch einfach mal nach " Ich will nicht mehr arbeiten" oder "Ich kann nicht mehr arbeiten"

    Arbeite lohnt sich nicht mehr. Wenn man 20 Jahre(ca. 12 Stunden pro Tag) für so einen mickrigen Lohn opfert, dann ist es doch nicht verwunderlich, dass die Leute reihenweise krank werden.
  8. #17

    Jeder Körper hat seinen eigenen Rhythmus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Arbeitnehmer gehen immer häufiger wegen seelischer Krankheiten in Frührente* - nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sind Depressionen und Angststörungen der Hauptgrund für ein unfreiwilliges frühes Ausscheiden aus Beruf. Viele Menschen trifft das Leiden bereits vor dem 50. Lebensjahr.*

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...792117,00.html
    Jeder Körper hat seinen eigenen Rhythmus. Wird dieser Rhythmus über längere Zeit nicht beachtet, ergeben sich daraus die sogenannten Stresssymptome. Und Stresssymptome führen nicht nur zu Unzufriedenheit, Unleidlichkeit, Ärger, körperlichen Fehlfunktionen, sondern eben auch dazu, dass die Seele leidet, weil die innere Ausgewogenheit, der Körperrhythmus und die seelische Erneuerung verloren gegangen sind.
    Durch Ablenkungen wie Feiern, Vergnügungen aller Art, Suchtverhalten, immer „unterwegs sein“, ist es nicht möglich, Stresssymptome und ihre Folgen zu heilen.
    Der erste WEGWEISER zeigt nach innen. Es ist der INNERE WEG, mit dem der LICHTWEG beginnt.
    Den INNEREN WEG finden wir dadurch, dass wir uns auf die Suche begeben nach Auswegen aus unseren ganz persönlichen Situationen.
    Den INNEREN WEG finden wir dadurch, dass wir nicht mehr so weiter-leben wollen, wie wir es bisher getan haben. Wir lehnen das bisherige Leben ab und suchen nach einem Weg, der unser Leben anders, ruhiger und ausgewogener ablaufen lässt.
    Den INNEREN WEG finden wir dadurch, dass wir innerlich Fragen stellen, wie wir aus bestimmten Situationen herauskommen können.
    Den INNEREN WEG finden wir auch dadurch, dass wir innerlich fragen: Warum ist das alles jetzt so in meinem Leben, wie es ist?
    Wenn wir uns nach innen wenden und so zu suchen und zu fragen beginnen, betreten wir den INNEREN WEG und verbinden uns mit dem SELBST.
    Denn der Mensch ist nicht nur Körper, sondern Geist-Seele-Körper.
  9. #18

    Unternehmen Wahnsinn

    Für mich sind das auch Folgen der Ellenbogengesellschaft. Unsere Sozialstrukturen sind auf gnadenloses Aussieben uund "selber vorwärts kommen" aufgebaut, das lernen die Kinder schon früh in der Schule: Status durch materielle Güter oder Unverfrorenheit zählt mehr als ein gutes soziales Klima oder ein gleichberechtigtes Miteinander. Irgendwann rächt sich das dann allerdings: wenn nämlich in einer alternden Gesellschaft die Alphatiere der Unternehmen merken, daß ihnen die Mitarbeiter wegbrechen und neues qualifiziertes Personal nicht mehr so einfach nachwächst.

    Das Problem ist im Übrigen schon länger bekannt und in großen Wirtschaftsunternehmen wird auch gegen gesteuert - z.B. durch betriebsinterne Präventionskurse (Rückenschulung etc), das soziale Klima gestaltende Interventionen (z.B. Kletterausflug in Hochseilgärten) oder im Ernstfall gesundheitsbezogene Programme (Eurythmie) und Mediation (Streitschlichtung). Bis das allerdings in sozialen und staatlichen Einrichtungen wie Schulen ankommt, wo der Krankenstand wurscht zu sein scheint, kann das noch dauern.
  10. #19

    Trauerspiel

    Zitat von Phoenix2006 Beitrag anzeigen
    Ich habe mal eine wissenschaftliche Frage (Fachgebiet Arbeitsmedizin, Soziologie, Pyschologie)
    Warum werden solchen Erkenntnissen nicht mit itelligenten Gegenstategien entgegen getreten?
    Da in meinem eigenen Familienkreis ein derartiger Fall aufgetreten ist, daß eine Frühverrentung notwendig wurde - ohne ständigen vorbereitenden Besuch bei allen möglichen Psychologen und sonstigen Wunderheilern - sollte man über die Ursachen dieser Krankheitserscheinungen klar werden.

    In meinem Falle war es eindeutig Mobbing - und zwar konzentriert, um persönliche Begehrlichkeiten Dritter zu realisieren. Und das war im öffentlichen Dienst.
    Welche Gegenstrategien daraus nun aufgebaut werden können, entzieht sich meiner Kenntnis und kann ich auch nicht definieren. Allerdings kann ich nun im Nachhinein und im Wissen um alle Umstände und persönlichen Unzulänglichkeiten des sog. Führungspersonals im o. g. Falle nur konstatieren, daß sehr oft nicht alleine nur der Leistungsdruck als Ursache von Depressionen bzw. gleichgelagertern Symptomen die maßgeblich Rolle spielen, sondern Korruption und Desinteresse der sog. sicher sitzenden Führungselite. Diese teilweise verheerend agierende Leitungsebene und die oftmals sich daraus verschlechternde soziale Lage der dann betroffenen Menschen sollten mit allen verfügbaren Mitteln angegangen und menschlich vertretbare Lösungen im Zusammenwirken mit den kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Mitarbeitern gefunden werden - allerdings von wirklichen Fachleuten und nicht von desinterressierten in Massen Gutachten fertigenden Schreibtischtätern und dann in Zusammenarbeit mit sozial verantwortlich denkenden Führungsetagen der Arbeitgeber.


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