Comeback eines gefallenen Superstars: In Kanada*trat Karl-Theodor zu Guttenberg erstmals seit seinem Rücktritt wieder öffentlich auf. Zuerst wirkte er sehr scheu, doch dann wurde er immer selbstbewusster und kritisierte auch die deutsche Politik. Mit*dem*CSU-Mann*ist in Zukunft wieder zu rechnen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...798824,00.html
Charakterliche Defizite? Gibt es einen Menschen ohne?
Politiker mit "kleinen" Charakterfehlern? Da wäre z.B. Friedrich Zimmermann, CSU, der aufgrund eines Meineids im Zusammenhang mit der bayerischen Spielbankenaffäre verurteilt worden ist, aber 1961 aufgrund eines medizinischen Gutachtens (Blackout) freigesprochen wurde. Unter Kohl war er später Innen- und Verkehrsminister.
Oder ein gewisser SPD-Mann, Karl Wienand, der wegen DDR-Spionage und Steuerhinterziehung mehrfach verurteilt wurde.
Und die CDU-Parteispendenaffäre... Helmut Kohls schwarze Kassen, ein Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schäuble, der eingeräumt hat, vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber im Jahre 1994 eine Bar-Spende über 100.000 DM für die CDU entgegengenommen zu haben... Er ist heute noch Bundesminister.
Was die Selbstinszenierung angeht: Nennen Sie mir einen Politiker, vor allem einen, der es in Regierungsämter geschafft hat oder solche anstrebt, auf den dies nicht zutrifft. Jeder Wahlkampf und (fast) jeder öffentliche Auftritt dient der Selbstinszenierung und Selbstdarstellung. Was macht eigentlich das neue Turtelpärchen Lafo&Sahra gerade?
Vielleicht braucht Deutschland nicht so einen wie Guttenberg als Alleinherrscher, der in Allem bestimmt, wie es zu laufen hat. Aber Alleinherrscher gibt es bei uns ohnehin nicht mehr, und selbst wenn er ein Comeback schafft, wird er es wohl kaum hinkriegen, dass Deutschland ihm zuliebe wieder die Monarchie einführt.
Die Frage ist also, ob man vielleicht einen wie ihn auch gebrauchen könnte. Im Artikel wird das - eher verschämt - so ausgedrückt:
Er ist nun einmal ein guter Kommunikator, und seine Aussagen sind zwar gerne unkonkret und daher an sich wenig zielführend, aber trotzdem meist eingängig und eben gerade nicht "zu einfach, um wahr zu sein". Der Mann hat ein Händchen dafür, komplexe Handlungsabläufe auf ihre grundsätzlichen Motivationsquellen herunter zu brechen, und er hat zuweilen den Schneid gezeigt, einfache aber unangenehme Wahrheiten auch wirklich mal laut und prägnant auszusprechen. Die Einmottung der Wehrpflicht war ein gutes Beispiel: Er war villeicht nicht der richtige, um sie zu verwalten und umzusetzen, aber einen Anderen als ihn hätte man sie gar nicht erst anpacken lassen, weil nur er diesen radikalen Schritt dem Volk und seinen Parteifreunden verkaufen konnte.Die Politik, so seine etwas banale und doch wahre Analyse, erreiche die Menschen nicht.
Genau das fehlt den sonstigen Protagonisten. Die verklausulieren ihre Aussagen und ihre Maßnahmen lieber bis zum Gehtnichtmehr, um sich nur ja nicht mit der harten Realität auseinandersetzen zu müssen, in der ihre durchaus gradlinigen Grundkonzepte eben selbst im besten Fall auch zu handfesten Nachteilen führen. Also wird alternativ geschiegen oder polemisiert und beim Output letztlich nur inkonsequent herumlaviert. Kommt hingegen ein echter, konzepttreuer Technokrat daher und sagt auf die ihm eigene, in der Regel etwas ungelenke Weise, wie er sich das Alles vorstellt, nimmt ihn die Medienrepublik nach Strich und Faden auseinander.
Diese Lücke kann nur so ein charismatischer Kernsatz-Kommunikator (man könnte auch sagen: elitäre Rampensau) schließen, den die Medien mögen und dem das Volk gerne zuhört. Denn der kann es sich leisten, auch unangenehme Wahrheiten in die öffentliche Diskussion einzubringen, ohne gleich in Schimpf und Schande vom Hof gejagt zu werden. Er braucht beim nächsten Mal halt etwas mehr Demut, Führung und ein kompetenteres "Back-Office". Aber sonst sehe ich nicht, warum sich der Mann nicht noch um sein Land verdient machen könnte.
Dies ist wohl richtig, er hat das heiße Eisen angefasst.
Dies ist seinen "Hoppla jetzt komm ich" Sprüchen zu verdanken als noch alle dachten, dass hinter Guttenberg Substanz und Ehrlichkeit stecken würde. Selbst Seehofer fürchtete ja schon um seinen Posten. Auch ich habe mich fangen lassen - ich gebe dies zu. Umso enttäuschter bin ich nun.
Heute würde man Guttenberg in der Politik - zumindest in der deutschen - kein Gebrauchtauto mehr abkaufen. Er hat durch sein Tun mit Lug und Trug den Offenbarungseid geleistet. Jeder weiß inzwischen um seine Potemkinschen Dörfer, die er durch platte Sprüche aufgebaut hat.
Am allerbesten weiß es jetzt wohl Thomas de Maizière, dem er ein "wohlbestalltes" Haus hinterlassen hat. Selbst diese letzten Worte in der Verantwortung Guttenbergs als Verteidigungsminister waren Schall und Rauch.
...sach auch man! Bzw. sing' auch man. Danke für Ihren Post! Herzlich gelacht.
Nach einigen Renovierungsmaßnahmen (damit er wieder schön genug ist) könnten wir doch hier auch Berlusconi als Bundeskanzler übernehmen. Einige (andere als Sie) Leute scheinen wirklich nicht sehen zu wollen, ob Substanz vorhanden ist oder nicht.
Grüße, tutmosis
" Mr. Zu Guttenberg has published numerous articles in national and international papers and magazines on foreign, economic and security policy."
LOL.
http://halifaxtheforum.org/2011-forum/speakers-2/
Mensch, wenn der Vielschreiber so zahlreiche Artikel veröffentlicht hat, wieso hat er sich bloß mit seiner Doktorarbeit keine Mühe gegeben?
Spaß beiseite: Hoffentlich sehen wir den niemals in der Bundespolitik wieder. In Bayern können die ihn ja von mir aus mögen und seine "numerous" Fähigkeiten für Lokalpolitik nutzen.