dapdVerletzt, verbrannt, verschluckt? In Notsituationen brauchen Sie einen kühlen Kopf - und müssen wissen, was zu tun ist. Wie oft mache ich die Herzmassage? Was hilft bei Nasenbluten? Wann rufe ich den Notarzt? Machen Sie sich mit unserem Erste-Hilfe-Test fit für den Notfall.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...832030,00.html
Ihr Anliegen in allen Ehren, aber dafür eine stattfindende Diskussion zu verfälschen um sie möglichst in Ihrem Sinne diskreditieren zu können ist wohl mehr als unredlich.
Die Helmdiskussion drehte sich nicht um den bewusstlosen Fahrer, hier sind sich sämtliche Diskutanten einig. Es geht um den ansprechbaren Motorradfahrer, der mit Helm auf dem Rücken liegt.
Und was diesen und seine etwaige Versorgung angeht, würde mich die Meinung des hier anwenden leitenden Notarztes am meisten interessieren.
zum Thema: 2007 wurde uns auch beigebracht bei einem bewusstlosen Motorradfahrer auf jeden Fall den Helm vorsichtig abzunehmen. Bei nicht bewusstlosen wurde uns gesagt, dass das jeder Ersthelfer selber entscheiden muss und auf die Meinung des Opfers hören sollte.
Was ich mich immer frage, wie bekomme ich den Motorradfahrer von der Landstraße herunter, ohne ihn weiter zu verletzen, damit er nicht überfahren wird?
Ich finde es gut, dass es solche Artikel gibt aber leider fehlt mir noch etwas mehr Inhalt in dem Artikel: Was ist die beste Vorgehensweise bei Schlaganfällen? oder mal bebilderte Anleitungen für einen Druckverband bzw. Wie genau stille ich eine Blutung? Ist das Herbeiführen von Erbrechen bei allen Vergiftungen zu vermeiden? oder nur bei bestimmten? Was ist Unterschied zwischen Defibrillator und Herzmassage?
Schön wäre es. Es gibt genügend Verkehrsteilnehmer, die bei einem Motorradfahrer auch dann den Helm drauflassen würden, wenn der Motorradfahrer bewusstlos oder leblos ist.
Man sollte einfache Sachverhalte nicht dadurch verkomplizieren, dass man unwichtige Fakten (z.B. Rückenlage des Motorradfahrers) ins Spiel bringt.
Wenn sich der ansprechbare Motorradfahrer weigert, dass ihm sein Helm abgenommen wird, können Sie als Ersthelfer gar nichts machen. Auch wenn die Helmabnahme vorsorglich angezeigt wäre.
In diesem Fall müssen Sie auf die professionellen Retter warten.
Und im zweiten Fall nimmt man den Helm ab.
Also mir wurde an einer Uniklinik in der Krankenpflegeausbildung beigebracht, der Helm bleibt beim munteren Patienten eher drauf, und beim Bewusstlosen kommt er immer runter.
Ob man jetzt dem munteren Patienten den Helm trotzdem abnimmt, muss man einschätzen, z.B. blutet er stark, macht er einen bewusstseingetrübten Eindruck, droht er bewusstlos zu werden. Wenn der Patient auf mich einen munteren und stabilen Eindruck macht, würde ich den Helm drauflassen. Man wird ja auch selten schlagartig bewusstlos oder erbricht sofort in dem Moment, ein bißchen Zeit bleibt einem dann ja trotzdem noch, falls sich an der Bewusstseinslage was ändern würde.
Egal was man da macht, es wird einem keiner einen Strick draus drehen.
Bei einem bewusstlosen Patienten muss der Helm aber immer ab.
Was mir hier in dem Quiz besonders fehlt sind mehrere wichtige Hinweise.
1.: dass man im Zweifel lieber als Ersthelfer die Beatmung weglässt und nur Thoraxkompressionen macht. Wenn man sich also vor der Beatmung einer Person scheut, wegen Gesichtsverletzungen, oder ähnlichem, oder man es nicht macht, weil einen der ständige Wechsel von Thoraxkompression zu Beatmung zu sehr ermüden würde und der Rettungsdienst sich Zeit lässt, dann kann das Drücken der Person dennoch das Leben retten.
2.tens: Wenn man sich unsicher ist ob man einen Puls fühlt oder Atmung sieht, dann im Zweifel trotzdem sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.
Oft misst man in der Hektik seinen eigenen Puls (mal ne Treppe steigen und dann den Puls vom Treppengeländer messen^^). Wenn eine Person die Reanimation nicht brauchen würde, und man drückt trotzdem drauf rum, kann kaum was passieren, ausser dass der Patient sich vllt. plötzlich anfängt zu wehren, und man sicher ist, dass er nen Kreislauf hat.
3.tens: Wenn jemand einen großen Nahrungsklumpen geschluckt hat, und er hat danach ein Aussehen als würde er daran ersticken, ist das oft kein Erstickungstod, sondern ein Herztod. Der Klumpen sitzt gar nicht in der Luftröhre, sondern in der Speiseröhre und reizt einen Nervenknoten, wodurch das Herz bis zum Stillstand abgebremst wird. Das ist der sogenannte Bolustod.
Das wichtige, wenn so jemand ohnmächtig wird, ist also nicht die Beatmung, sondern die Herzdruckmassage. Viele Menschen suchen lange im Hals und versuchen Fremdkörper zu entfernen, aber man sollte lieber rechtzeitig anfangen Herzdruckmassagen zu machen.
4.tens: sobald jemand kein Bewusstsein hat, wird sofort der Notarzt informiert, bewusstlose Person, unklare Lebenszeichen. Erst dann werden die Lebenszeichen wie Atmung oder Herzschlag getestet und evtl. die Wiederbelebung eingeleitet.
Solange man keine Kugelschreiberhüllen durch den Hals steckt^^, kann man als Laie keine Fehler machen die größer sind als der Fehler des Nichtstun.
Wenn Ihr Interesse wirklich echt ist und Sie wirklich Antworten auf Ihre Fragen haben möchten, dann machen Sie einen (erneuten) Erste-Hilfe-Kurs oder eine weiterführende Ausbildung.
Wenden Sie sich an die örtlichen Organisationen des Katastrophenschutzes: ASB, DRK, JUH, Malteser oder sonstige.
Diese EH-Kurse sind nicht teuer. (ca. 20-30Euro) Und sie sind mit Sicherheit sinnvoller als ein paar allgemeine Tips in einem Zeitungs-/ Online-Artikel.
Viele Grüße
Q16
...ganz so kompliziert ist es dann doch nicht. Die Fragen wurden offensichtlich von einem Arzt erstellt...
Ich bin Rettungsdienstmitasrbeiter und Erste-Hilfe-Ausbilder und kann Ihnen versichern, dass Erste Hilfe einfach ist. Besuchen Sie doch demnächst wieder einen Erste-Hilfe-Kurs und überzeigen Sie sich davon.
Liebe Spiegel-Radaktion...
...Verunsicherung ist eben genau das, was wir nicht brauchen können. Die meisten Menschen würden intuitiv das richtige tun, haben aber oft Angst davor, nicht zuletzt wegen medialen Veröffentlichungen wie der Ihren, und das ist vermutlich schädlicher für Menschen in Not, als nicht ganz korrekte Erste Hilfe.
Wenn Ihnen die Meinung einens normalen Notarztes auch ausreicht:
Wir lernten vor ca. 15 Jahren beim Notarztkurs, man solle einen Helm nicht alleine abnehmen ausser einen "Jet-Helm" oder den damals so modischen BMW-Helm, bei dem man den Kinnbuegel hochklappen kann. Und das Abnehmen eines Integralhelmes ist uebrigens auch zu zweit noch schwierig genug!
Hab' gerade spassenshalber gerade mal meinen Helm ausprobiert, bei dem geht das Ueberstrecken des Kopfes auch ohne Abnehmen ganz fabelhaft. Und bei offenem Visier koennte ich ko**en wie ein Reiher, es wurde einfach nur ablaufen
Und dieses penetrante Geseiere von Uebergeben und Inspiration erregt in mir Vomitus; wer sagt eigentlich, dass sich jeder bewusstlose Motorradfahrer uebergibt? Da halte ich eine Verletzung der HWS - auch wenn der Verunfallte keine Schmerzen in diesem Bereich angibt - fuer wesentlich wahrscheinlicher. Wie der leitende Notarzt Freiburgs damals etwas zynisch meinte:
"Frueher hatten wir Organspender, Dank der Helmpflicht hohe Querschnittsgelaehmte!"
Stephen J. Phillips MD, Consultant Orthopedic Surgeon