Zitat davidnopotis Es bleibt kein Zweifel: Die Vergabe von öffentlichen Ämtern dient als Erbhof zur Versorgung des eigenen Klientels.
Ich arbeite in einer öffentlichen Verwaltung. Diese ist über die Jahrzehnte verfilzt, dh sämtliche Führungspositionen sind von Parteigenossen besetzt, bzw. von Mitgliedern parteinaher Organisationen. Da die SPD regiert, sind dies ASB (ArbeiterSamariterBund) oder AWO (Arbeiterwohlfahrt). In anderen Verwaltungen mag dies eine andere Partei sei. Weitere Pluspunkte sind natürlich Verwandschaftsverhältnisse. Die Qualität der Führung ist entsprechend, dh der Besitz des Parteibuches ist ausreichend, sonstige Fähigkeiten werden nicht vorausgesetzt. Sollte eine Stelle neu ausgeschrieben werden, so steht in der Regel der Kronprinz/prinzessin schon fest und es werden Statisten gesucht, die dem Ganzen den offiziellen Rahmen verleihen. Intern kann man sich erkundigen und sich die Bewerbung sparen, Externe haben diese Möglichkeit nicht und investieren leider ins Leere. So wurde für eine Führungsposition ein Ingenieur oder technischer Kaufmann gesucht, die Stelle wurde letztendlich mit einem Verwaltungsmann ohne technische oder kaufmännische Qualifikation besetzt, aber das Parteibuch stimmte. Auch bei einfachen Stellen gilt das Schema; ein Betriebsleiter musste eine Fahrerstelle neu besetzen. Die Stelle wollte er aufgrund von grossem Interesse nur intern ausschreiben; die Personalabteilung wies ihn daraufhin an, die Stelle auch extern auszuschreiben – Kosten der Annonce 800 Euro – man will sich mit dem Provinzblatt auch gut halten. Bewerbungen trudelten dann waschkörbewiese an. Am Ende bestimmte der Bürgermeister die neue Kraft – ein Mann bekam die Stelle, der sich nicht beworben hatte, aber der Bürgermeister musste irgendwem einen Gefallen erfüllen.
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