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Erste Hilfe Karriere: Verkauft euch nicht so billig!

CorbisWer frei in den Medien arbeitet, tut das oft zu beleidigend niedrigen Honoraren. Das liegt aber nicht allein an gierigen Arbeitgebern, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert: Weil sie sich "selbst verwirklichen" wollen, verzichten viele Kreative komplett aufs Feilschen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...853049,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer frei in den Medien arbeitet, tut das oft zu beleidigend niedrigen Honoraren. Das liegt aber nicht allein an gierigen Arbeitgebern, sagt Karriereberaterin <i>Svenja Hofert</i>: Weil sie sich "selbst verwirklichen" wollen, verzichten viele Kreative komplett aufs Feilschen.

    Gehaltsverhandlung: Kreative verkaufen sich oft zu billig - SPIEGEL ONLINE

    LOL, die Svenja, wahrscheinlich nie in den genuss von knapper Arbeit gekommen.

    Die Aussage " wenn ichs nciht mache stehe das 10 ander" ist exakt richtig. Hier in der Agentur gehen täglich mehrere Bewerbungen, alle mit dem Hinweis, wenn eine Festanstellung nicht möglich ist, dann genre Freiberuflich. Wir können hier auf einen pool von über 50 freien Grafiker zurückgreifen. Wenn einer also meint, er möchte 300€ am Tag, dann soll er das möchten, er wird NIEMALS einen Auftrag bekommen..

    Schön, wenn die Berater einfach Realitäten ausblenden, dafür aber so schlaue Sätze bringen, wie: nicht unter Wert verkaufen.

    Erzählen SIe das doch einfach dem Kunden! Der will dafür nämlich ncihts bezahlen.
  2. #2

    Das Problem sehe ich darin, dass vielzuviele Leute den Traumberuf "Irgendwass mit Medien" anstreben.
    Da muss der Kuchen, der nicht größer wird dann halt stärker aufgeteilt werden.
  3. #3

    Dass man es mit Verhandlungen versuchen sollte, ist schon richtig. Die Frage ist, wie weit man damit in bestimmten Berufen kommt.
    Zwar mag sich der ein oder andere tatsächlich unter Wert verkaufen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Heerscharen von Medienarbeiten einfach nur unter fehlendem Verhandlungsgeschick leiden.

    Zu der Problematik, dass es ein Überangebot an bestimmten Fachkräften zu geben scheint, kommt noch, dass in der Medienbranche Arbeitende kaum gesellschaftlichen Rückhalt zu genießen scheinen. Wenn Arbeiter oder niedrig qualifizierte Dienstleister für viel zu wenig Geld arbeiten, gibt es zumindest manchmal große Empörung und es ist von Ungerechtigkeit die Rede. Wenn Menschen in Medienberufen für 4€ in der Stunde arbeiten, heißt es immer, dass es ihre eigene Schuld sei. Sie hätten ja etwas ordentliches studieren und sich einen vernünftigen Beruf aussuchen können.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer frei in den Medien arbeitet, tut das oft zu beleidigend niedrigen Honoraren. Das liegt aber nicht allein an gierigen Arbeitgebern, sagt Karriereberaterin <i>Svenja Hofert</i>: Weil sie sich "selbst verwirklichen" wollen, verzichten viele Kreative komplett aufs Feilschen.

    Gehaltsverhandlung: Kreative verkaufen sich oft zu billig - SPIEGEL ONLINE
    Das ist wirklich ein sehr witziger Artikel. Ich kann als festangestellter Controller nur bestätigen, dass es bei Gehaltsverhandlungen wirklich auf Geschick ankommt. Wie geschickt ich da bin, lassen wir mal dahingestellt.

    Nur hat die Sache einen Haken. Der Verhandlungsspielraum, den ich habe, hängt dann doch einfach mit Angebot und Nachfrage zusammen.

    Sprich: ein Freiberufler im Finanzumfeld (z.B. als Interimscontroller) wird auch bei schlechter Verhandlungsführung vermutlich einen deutlich besseren Schnitt machen, als jemand im Kreativbereich, der sehr gut verhandeln kann.

    Aus meiner Sicht ist hier Angebot und Nachfrage das dominierende Kriterium. Wenn dem nicht mehr so ist (Nachfrage hoch, Angebot klein), dann kommt dieser Artikel voll zum tragen.
  5. #5

    4 Euro die Stunde - so viel?

    Wer als Autor für Textbroker.de oder content.de tätig ist, kommt auf ca. 1 - 2 Euro pro Stunde. Und das für perfekt recherchierte Top-Texte. Aber alle wollen ja irgendwas mit Medien machen....
  6. #6

    Hallo,

    ich glaube, dass viele Freie sich gar nicht mal die Zeit nehmen, ihre Kosten "rückwärts" auf einen Stundensatz zu rechnen.

    Deswegen mein Tipp, mal die eigene Kostenstruktur mit einem Tool wie dem Stundensatzrechner zu prüfen (ich habe mit der Website nichts zu tun, ich finde die Idee nur gut):

    Der Stundensatzrechner vom Guru 2.0

    Gruss an alle Kollegen...
  7. #7

    Zitat von franko_potente Beitrag anzeigen
    Die Aussage " wenn ichs nciht mache stehe das 10 ander" ist exakt richtig. Hier in der Agentur gehen täglich mehrere Bewerbungen, alle mit dem Hinweis, wenn eine Festanstellung nicht möglich ist, dann genre Freiberuflich. Wir können hier auf einen pool von über 50 freien Grafiker zurückgreifen. Wenn einer also meint, er möchte 300€ am Tag, dann soll er das möchten, er wird NIEMALS einen Auftrag bekommen..
    Das mag stimmen wenn diese 50 Grafiker alle die gleichen Fähigkeiten haben und keine anderen Auftraggeber. Wenn aber einer Erfahrungen hat die genau zu einem aktuellen Projekt passen, oder von den 50 Leuten 47 nicht verfügbar sind (weil sie nicht nur bei Ihnen in der Kartei stehen) dann sieht die Verhandungsposition der Grafiker ganz anders aus. Nur: wenn sie auf sowas nicht achten und nichtmal versuchen, bei den Verhandlungen den Spielraum auszuloten, dann arbeiten sie halt weiter für nen Hungerlohn.
  8. #8

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Zu der Problematik, dass es ein Überangebot an bestimmten Fachkräften zu geben scheint, kommt noch, dass in der Medienbranche Arbeitende kaum gesellschaftlichen Rückhalt zu genießen scheinen. Wenn Arbeiter oder niedrig qualifizierte Dienstleister für viel zu wenig Geld arbeiten, gibt es zumindest manchmal große Empörung und es ist von Ungerechtigkeit die Rede. Wenn Menschen in Medienberufen für 4€ in der Stunde arbeiten, heißt es immer, dass es ihre eigene Schuld sei. Sie hätten ja etwas ordentliches studieren und sich einen vernünftigen Beruf aussuchen können.
    Da haben sie vollkommen Recht. Das ist irgendwie schizophren.

    Ich persönlich bin ja er Meinung jeder ist für sein Glück selber verantwortlich. Wer ist sehr wenig Geld arbeitet, sollte die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten um dies zu ändern. Dabei ist egal, ob sie freiberuflich beim Spiegel arbeiten oder bei McDonalds. Niemand ist gezwungen einen bestimmten Job zu nehmen bzw. sich nicht nach etwas besseren umzusehen.
    Wer dies nicht macht, darf sich aus meiner Sicht auch nicht beschweren!
  9. #9

    ...

    Zitat von franko_potente Beitrag anzeigen
    LOL, die Svenja, wahrscheinlich nie in den genuss von knapper Arbeit gekommen.

    Die Aussage " wenn ichs nciht mache stehe das 10 ander" ist exakt richtig. Hier in der Agentur gehen täglich mehrere Bewerbungen, alle mit dem Hinweis, wenn eine Festanstellung nicht möglich ist, dann genre Freiberuflich. Wir können hier auf einen pool von über 50 freien Grafiker zurückgreifen. Wenn einer also meint, er möchte 300€ am Tag, dann soll er das möchten, er wird NIEMALS einen Auftrag bekommen..

    Schön, wenn die Berater einfach Realitäten ausblenden, dafür aber so schlaue Sätze bringen, wie: nicht unter Wert verkaufen.

    Erzählen SIe das doch einfach dem Kunden! Der will dafür nämlich ncihts bezahlen.
    Das ist sicherlich richtig, aber eben auch das Problem. Wenn die Freiberufler sich alle nicht mit mickrigen Tagessätzen abspeisen lassen würden, dann würden die Tagessätze zwangsläufig steigen. Aber es sind eben zu viele bereit Honorare zu akzeptieren, die nicht zum Leben reichen. Hier wäre etwas mehr strategisches, solidarisches Handeln und vielleicht auch die Gründung von Interessensvertretungen notwendig.


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