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Erste Hilfe Karriere: Soll ich mein Hobby zum Beruf machen?
"Hör auf zu träumen!" Angestellte, die lieber von ihrem Hobby leben wollen, treffen oft auf Unverständnis. Kein Wunder, dass viele nie den Absprung wagen. Dabei gibt es kaum Grund zur Sorge, findet Karriereberaterin Svenja Hofert: Wer sein Hobby zum Beruf macht, wird zwar selten reich, aber häufig glücklich.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...801207,00.html
- #10 02.12.2011 15:40 von
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Genau darauf zielt ja der Ratschlag ab, nicht Knall auf Fall seinen Beruf an den Nagel zu hängen, sondern klein, also nebenberuflich anzufangen. Wenn die Sache brotlos bleibt, dann bleibt es eben eine Art bezahltes Hobby neben dem "Brotberuf", was ist daran schlechter als ein unbezahltes Hobby? Und wenn es gut läuft, so wie bei mir vor zehn Jahren ... Es ist ein supertolles Gefühl, irgendwann zu merken: Davon kann ich, wenn es so weiter geht, auch ganz leben.
Ich lebe inzwischen ausgesprochen gut von meinem Hobby. :-) - #11 04.12.2011 01:32 von
Am besten geht's, wenn man keine Wahl hat ...
Glücklich, wer einen Käfig mit regelmäßiger Futterversorgung hat? Und deswegen nicht in Versuchung gerät, die Freiheit zu wagen? Vielleicht nicht:
Es gibt so viele Geschichten von Menschen im Showbusiness, die ihr großes Talent nur deshalb so zielstrebig verfolgen, weil sie keine Alternative sehen, nicht, weil sie vom Erfolg überzeugt sind. Natürlich kennen wir fast nur die Geschichten, die in Ruhm und Reichtum enden.
Madonna zum Beispiel hat aus einem recht schwachen Stimmchen eine Entertainer-Karriere hingezaubert wie kaum eine andere. Da war irgendwann die Stimme nicht mehr das Hauptthema.
Oder noch besser: J.K. Rowling hat sich ja nur hingesetzt und die Geschichten von Harry Potter aufgeschrieben, weil sie nach ihrer Scheidung auf eigene Einkünfte angewiesen war und keine vermarktbare Berufserfahrung vorzuweisen hatte. Sie war also darauf angewiesen, an ihren Erfolg zu glauben und am Ball zu bleiben. Daß sie dann gleich SO erfolgreich wurde, war wohl kaum so geplant oder auch nur vorausgeahnt.
Auch der freie Vogel tut nur, was der Instinkt und das Vorbild seiner Eltern ihm empfehlen. Das "frei wildern" und "einfach mitnehmen" ist übrigens in seiner Situation eine völlig legitime Variante des Verhaltens von "Jägern und Sammlern." Das Leben im und vom natürlichen Umfeld war ja früher mal die Norm, auch wenn wir das heute gelegentlich vergessen, weil in unserer Gesellschaft alles schon irgendwem gehört. Und wo das mal nicht so zu sein scheint, beeilt sich das Establishment, es doch so zu machen - Beispiel Sperrmüll. Aktuell machen sich gerade die Menschen strafbar, die dem Einzelhändler die weggeworfenen Lebensmittel aus der Mülltonne "klauen."
Dies ist natürlich nicht die Situation von Madonna oder J.K. Rowling oder zahlloser Anderer. Die produzieren ja einen vermarktbaren Mehrwert, für den sie dann systemgerecht entlohnt werden, wenn auch fürstlich. Auch bei unseren Formel-1-Fahrern oder Fußballern soll es den einen oder anderen geben, der sich nicht vorstellen kann, wie er auf andere Art seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Naja, jedenfalls nicht annähernd in der selben Gehaltsklasse.
Manchmal steht einem auch der Erfolg im Wege: Da soll ein Hollywood-Schauspieler mal seinem Psychiater gebeichtet haben, daß er sich maßlos unglücklich und überfordert fühlt. "Herr Doktor, ich bin total überfordert. Ich kann nicht schauspielern, ich kann nicht richtig sprechen, ich kann nicht singen oder tanzen, ich kann mir nicht einmal meine Texte merken, ich bin eine totale Katastrophe!" - "Ja, warum hören Si dann damit nicht einfach auf und tun etwas, das Ihnen besser liegt?" - "Ausgeschlossen, Herr Doktor, das geht doch nicht - ich bin ein Star!" - Tja.
Oder Thomas Gottschalk, dessen Abschied von "Wetten daß" gerade gefeiert wird - vielleicht ist auch für ihn die Möglichkeit zu einem Neuanfang bedeutsamer als der Abschied von dem Filetstück seiner bisherigen Karriere? Wir dürfen allerdings in seinem Fall wohl davon ausgehen, daß ihn nicht die wirtschaftliche Not motiviert. - #12 04.12.2011 02:22 von
Ich stehe jetzt bald vor dem "Problem"
Eigentlich habe ich ja mein Hobby zum Beruf gemacht - jedenfalls eins von vielen, den Umgang mit Computern. Dabei war das 1968, als ich anfing, noch überhaupt kein Thema für ein Hobby. Aber meine Liebe zur Musik blieb unerwidert und die Fotografie als Lehrberuf hatte für einen Abiturienten damals auch nur begrenzte Anziehungskraft. Da hat sich seitdem vieles verändert. Mein Interesse an den Medien und an journalistischen Tätigkeiten ganz allgemein entwickelte sich nach der Schule zunächst eher zögerlich, so daß ich bestenfalls als Quereinsteiger getaugt hätte. Ironischerweise hat gerade die Computertechnik sich inzwischen dahin entwickelt, daß sie heute alle diese Interessen fast perfekt unterstützen kann.
Der Hauptgrund, warum ich bis heute nie einen Umstieg geschafft habe, ist, daß mir das Thema Computer auch heute noch viel Spaß und Befriedigung verschafft. Dabei habe ich meinen Schwerpunkt inzwischen von der Systementwicklung auf Beratung und Schulung verlegt. Daß ich damit auch mein gutes Auskommen habe, hält mich auch bei der Stange.
Heute, nach fast 44 Jahren im Job, stehe ich kurz vor der Rente und darf mich fragen: Wenn demnächst meine Grundsicherung ohne weitere Anstrengung steht, mache ich dann weiter wie bisher oder schreibe ich ein Fachbuch, einen Roman, ein Drehbuch, oder fotografiere ich mir ein Buch zusammen, oder schreibe ich lieber Songs, oder werde ich Fremdenführer in Afrika oder, oder, oder?
Oder alles auf einmal?
Oder baue ich eine Weltfirma auf? Ein neues Apple oder IBM? Hoffentlich nicht. Denn eins habe ich in den gut sechzig Jahren bis hierher über mich gelernt: Mir liegt der ganz große Ansatz nicht. Wenn's trotzdem passiert, kann ich nur hoffen, daß mich ein Gigant wie IBM aufkauft und die ganze "Große-Firma-Organisation" für mich erledigt. Oder, in dem Fall dann, für uns.
Überhaupt haben diese Momente im Leben ja einen ganz besonderen Reiz, wenn man an einem Nullpunkt ankommt, von wo aus es in viele Richtungen weitergehen kann. Das gibt ein immenses Gefühl der Freiheit. Manchmal kommt man an einen solchen Punkt durch Scheitern, manchmal aber auch durch den regulären Abschluß einer Lebensphase. Der Schul- oder Uni-Abschluß, der Renteneintritt, aber auch jeder andere Einschnitt im Leben können soche Nullpunkte darstellen, die dann viele neue Freiheitsgrade anbieten können. Bei mir war es zum Beispiel eine nicht ganz optimal gelaufene Verselbständigung, die die Tür öffnete für meinen Traum, meine Zelte abzubrechen und ins Ausland zu gehen.
An solchen Nullpunkten hat man nämlich die große Auswahl, weil man der Vergangenheit nichts schuldet und der Zukunft oft nur wenig. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Nur Geschäftsideen, die substantielle Investitionen erfordern, möchte ich hier draußen vor lassen. Die erfordern doch ganz erheblichen Planungsaufwand und Beratung durch Fachleute.
Also: Hobby zum Beruf? Wenn man nicht elementare Fehler macht und zum Beispiel als Fotograf den Katalog eines Schraubenherstellers bebildern muß, dann kann so etwas zum schönsten Luxus im Leben werden, und je nach Hobby vielleicht auch zum schönsten Abenteuer. - #13 04.12.2011 16:54 von
Deutschland-Typisch
- #14 04.12.2011 18:04 von
- #15 05.12.2011 08:46 von
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