Forum


 

Erste Hilfe Karriere: Should I stay or should I go?

Was tun, wenn der Job nur noch nervt? Viele Angestellte bleiben in ihrer Routine kleben, weil sie sich nicht trauen, den Beruf zu wechseln: das Risiko! Die Einkommens-Einbußen! Karriereberaterin Uta Glaubitz ermuntert zu einem Neustart - denn der Motivationsschub ist enorm.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777948,00.html
  1. #1

    ^^

    was bei soclhen berichten immer unter den Tisch gekehrt wird in der ganzen "ich erfinde mich nun neu!"-Euphorie ist die alltägliche realität: Kredite die bezahlt werden müssen, ggfls. BAFÖG, Pflegekosten der eltern, vielleicht auch das Eigenheim, dass in Zeiten festerer Bindung am Arbeitsplatz gekauft wurde, Kinder, Familie - das Leben eben.
    Es dürfte nur ein sehr geringer Prozenztsatz der 30-40 jährigen geben, die mal eben ohne grössere Probleme sich was neues, spannendes und was zum arbeiten suchen können.
  2. #2

    ^^

    was bei solchen berichten immer unter den Tisch gekehrt wird in der ganzen "ich erfinde mich nun neu!"-Euphorie ist die alltägliche realität: Kredite die bezahlt werden müssen, ggfls. BAFÖG, Pflegekosten der eltern, vielleicht auch das Eigenheim, dass in Zeiten festerer Bindung am Arbeitsplatz gekauft wurde, Kinder, Familie - das Leben eben.
    Es dürfte nur ein sehr geringer Prozenztsatz der 30-40 jährigen geben, die mal eben ohne grössere Probleme sich was neues, spannendes und was zum arbeiten suchen können.
  3. #3

    Wechsel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun, wenn der Job nur noch nervt? Viele Angestellte bleiben in ihrer Routine kleben, weil sie sich nicht trauen, den Beruf zu wechseln: das Risiko! Die Einkommens-Einbußen! Karriereberaterin Uta Glaubitz ermuntert zu einem Neustart - denn der Motivationsschub ist enorm.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777948,00.html
    Es sagt sich so einfach: "mich nervt der Job, morgen geh' ich zum Chef und lege ihm die Kündigung unter die Nase!"

    Realität? Die Konsequenzen sind einfach zu groß: eine Kündigung zieht erstmal eine dreimonatige Bezugssperre bei ALG I nach sich - das können sich viele nicht leisten.
    Zudem muss man sich "parallel" bewerben, d.h. noch während man für den einen arbeitet, muss man sich für den anderen bewerben. Das kollidiert dann aber spätestens, wenn man ein Vorstellungsgespräch hat - je nach dem, wie wenig bürokratisch das alte Unternehmen ist, bekommt man schnell mal einen Tag Urlaub oder kann Überstunden abfeiern.

    Es geht nicht nur allein um den Verdienstausfall. Den können gerade die besser Qualifizierten leichter verkraften als Geringqualifizierte. Es geht einfach darum, dass ein Wechsel heutzutage keine Frage von wenigen Tagen oder ggf Wochen ist, sondern sich u.U. mehrere Monate hinziehen kann. Die Risiken sind fast unkalkulierbar geworden, sogar hier unten in Süddeutschland. Im Osten, aus dem ich stamme, sind die Risiken noch wesentlich höher.
  4. #4

    Titellos glücklich!

    1. Sehr lustig, welche Luxusprobleme hier angesprochen werden, während es auf dem Arbeitsmarkt wahrlich nicht so aussieht, als könne man sich jeden x-beliebigen Traum erfüllen.
    2. Das Alter spielt weiterhin eine entscheidende Rolle, und wenn man nun mal keine Erfahrung auf dem neuen Sektor hast und dazu noch jenseits der 35 Jahre, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, einen AG zu finden, der dich nimmt.
  5. #5

    Kein Titel

    Zitat von JacksonBlood Beitrag anzeigen
    was bei solchen berichten immer unter den Tisch gekehrt wird in der ganzen "ich erfinde mich nun neu!"-Euphorie ist die alltägliche realität: Kredite die bezahlt werden müssen, ggfls. BAFÖG, Pflegekosten der eltern, vielleicht auch das Eigenheim, dass in Zeiten festerer Bindung am Arbeitsplatz gekauft wurde, Kinder, Familie - das Leben eben.
    Es dürfte nur ein sehr geringer Prozenztsatz der 30-40 jährigen geben, die mal eben ohne grössere Probleme sich was neues, spannendes und was zum arbeiten suchen können.
    Die Beispiele, die hier genannt werden sind bis auf Rene Obermann aus der kreativen Ecke. Wer dermaßen kreativ ist, dass er andere damit begeistern kann und so mit etwas Geld verdienen kann, mit dem andere kein Geld verdienen können, der braucht auch keine Ausbildung. Bei jedem anderen wird sehr wohl nach bisheriger Ausbildung und Berufserfahrung geschaut. Da hat sich in Deutschland nichts verändert. Wer hier den Beruf wechselt muss die Lehrjahre von vorne antreten und ganz unten anfangen, weswegen die Leute lieber im verhassten Job bleiben, damit sie nicht starke Gehaltseinbußen hinnehmen müssen. Ein zweiter Punkt ist auch, dass Unternehmen nur dann suchen, wenn sie dringend sofort einen brauchen. Wenn sie da Experimente eingehen und der Kollege in der Probezeit wieder entlassen wird, müssen sie neu suchen und dazu haben auch die Unternehmen keine Lust und verlieren unnötig Zeit bei der Suche nach neuen Arbeitnehmern.
    Daher bleibt alles wie es ist. Deutscher Areitsmarkt ist einfach deutscher Arbeitsmarkt und amerikanischer Arbeitsmarkt ist amerikanischer Arbeitsmarkt. Übrigens ist auch generell der deutsche Markt ein anderer als woanders auf der Welt. Wer daran Zweifel hat, kann ja mal Wal Mart oder z.B. Daihatsu oder SsangYong befragen.
  6. #6

    Wie kann man wechseln?

    Habe gerade meinen Softwareentwicklerjob gekündigt. Wahrscheinlich werde ich aber wieder in der Softwarebranche weitermachen müssen.

    Bitte: Wie soll man einfach so umsteigen, wenn man nicht gerade absteigen will? Ich meine, wenn ich nun einen einfachen Job machen wollte, bei dem ich nur angelernt werden muss, dann mag das ja gehen. Aber sonst: Firmen wollen doch immer qualifizierte Leute. Da müsste ich ja dann erst wieder studieren, oder so. Mit Familie und Kredit und Lebenshaltungskosten, wie soll man da längere Verdienstausfälle verkraften? Irgendwelche Tipps? Ich weiß nicht, ich finde das alles nicht so einfach.

    Ich finde es ja auch extrem schade, dass Firmen nicht bereit sind, neu angestellte Personen intensiv einzuarbeiten und sie aufzubauen. Mir kommt es so vor, als wenn man halt schon alle Qualifikationen mitbringen muss. Innerhalb einer Firma muss man sich zumeist selbst einarbeiten. Man ist auf sich allein gestellt. Naja, welche Firma hat denn auch Lust dazu, wenn sie davon ausgehen muss, dass der Mitarbeiter eh bald wieder gehen könnte. Ist aber trotzdem schade, dass es so ist.

    Ich hätte ja zu sehr Lust einen neuen Weg einzuschlagen. Jedoch scheint mir das Risiko bzw. die Einschränkung, die man ertragen muss, relativ hoch. Dabei glaube ich ja auch, dass ich in meinem alten Beruf nicht mehr richtig motiviert arbeiten kann. Aber was soll ich machen? Selbstständigkeit vielleicht? Das ist auch riskant. Ich weiß nicht... ich bin froh, wenn das alles mal ein Ende hat. Es ist alles so schwierig.
  7. #7

    Selten so gelacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was tun, wenn der Job nur noch nervt? Viele Angestellte bleiben in ihrer Routine kleben, weil sie sich nicht trauen, den Beruf zu wechseln: das Risiko! Die Einkommens-Einbußen! Karriereberaterin Uta Glaubitz ermuntert zu einem Neustart - denn der Motivationsschub ist enorm.
    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...777948,00.html
    Mit 50+ noch einen neuen attrakiven Job zu finden: unbezahlbar, für alles andere gibt es Kreditkarten..
  8. #8

    Erfahrungen

    Zitat von ismirwurscht Beitrag anzeigen
    H

    Ich finde es ja auch extrem schade, dass Firmen nicht bereit sind, neu angestellte Personen intensiv einzuarbeiten und sie aufzubauen. Mir kommt es so vor, als wenn man halt schon alle Qualifikationen mitbringen muss.
    Genau das sind meine Erfahrungen. Ich habe meine Selbständigkeit aufgeben müssen und habe genügend Motivation mitgebracht für einen neuen Job im Angestelltenverhältnis.
    Bei einigen Firmen habe ich nach der Absage angerufen und gefragt. Konkrete Antworten gab es nie aus Angst vor Klagen. Rauszuhören war jedoch immer: Wir wollen jemanden, der im Metier Bescheid weiß, der sofort loslegen kann, in denwir nicht investieren müssen. Dazu kommt mein Alter mit fast 50. Als könnte ich mit über 30 nicht mehr motovoert arbeiten.

    "Arbeitgeber haben Schwierigkeiten mit Quereinsteigern und bevorzugen Leute aus der Branche.". Diesen Satz aus dem Artikel kann ich nur unterstreichen. Allerdings braucht mir kein Arbeitnehmer mehr mit Fachkräftemangel zu kommen. Die Arbeitswilligen sind da, aber offenbar haben viele Firmenchefs Begriffe wie "Motivation", "Einarbeitung" und "Positive Betriebsatmosphäre" vergessen. Sonst hätten diese keine Angst, dass Mitarbeiter schnell wieder weg sind - weil man mit über 40 weiß, dass es auch besser geht und zur Not wechselt.
  9. #9

    Fachkräfte müssen 1000%ig passen!

    Zitat von ismirwurscht Beitrag anzeigen
    Habe gerade meinen Softwareentwicklerjob gekündigt. Wahrscheinlich werde ich aber wieder in der Softwarebranche weitermachen müssen.

    Bitte: Wie soll.....
    Genau und sehr gut wiedergegeben!
    Ich möchte auch gerne den Job wechseln.Bewerbung auf Jobs in der Branche: Keine Chance, weil ich nur acht von zehn genannten Anforderungen erfülle. Es muss zu 100 % passen. Und das bei den fast immer gefragten sehr, sehr speziellen, unternehmensspezifischen Anforderungen gerade was Kenntnisse im Software-Bereich angeht (CMS System Version xxx).

    Bewerbungen branchenfremd: Ich schreibe ganz offen explizit rein, dass es mir bewusst ist, dass ich kaum Branchenkenntnis besitze, aber mich eine neue Perspektive sehr reizt und ich mich gerne dieser Herausforderung stelle. Keine Chance! Unternehmen wollen keine jungen (ich bin 30), motivierten Quereinsteiger, die sie einarbeiten müssen. Noch nicht mal im Marketing bzw. in der Unternehmenskommunikation, in dem Bereich bewege ich mich nämlich. Die Methoden kennt man, das Fachwissen kann man sich doch aneignen!! Nur das glaubt einem keiner, wenn man das ins Anschreiben schreibt... Großer Frust!! Wenn Jobwechsel, dann geht es nur über beruflichen und finanziellen Abstieg, in dem man sich auf weniger anspruchsvolle Jobs bewirbt.

    Und noch was zum Selbstbewusstsein, dass man demonstrieren muss. Meine Bewerbungsschreiben sind von einem Headhunter gecheckt und für gut befunden worden. Aber fast nie folgt eine Einladung zum Gespräch. Wie kann ich mein Selbstbewusstsein, von dem ich glaube, dass ich es habe, demonstrieren wenn ich aufgrund der Nichterfüllung zweier formaler Kriterien - darauf wird nämlich nur geschaut! - nicht zum persönlichen Kennenlernen eingeladen werde??

    Liebe Unternehmen, es gibt genug motivierte Fachkräfte! Aber nicht jeder ist gleich ein Experte in allem! Gebt auch denjenigen eine Chance, die nicht alle Kriterien des Stellenangebots erfüllen! Vielleicht verpasst ihr was! Solche Leute sind mitunter deutlich motivierter und dankbarer für die neue Herausforderung und verlassen das Unternehmen nicht wieder so schnell!

    P.S. Oben erwähnter Headhunter wollte mir einen gut dotierten Job verschaffen, der 1. komplett branchenfremd und 2. auch noch komplett funktionsfremd gewesen wäre. Ich hätte quasi einen ganz neuen Berufsweg eingeschlagen. Seine Begründung: Die formalen Kriterien sind ihm und meinem potenziellen neuen Chef nicht so wichtig. Ich wäre den Anforderungen gewachsen, denn ich würde von meiner Persönlichkeit her super in das Team, zum Chef und zum Job passen. Dennoch habe ich abgelehnt, da es mich in eine berufliche Laufbahn gedrängt hätte, von der ich mir nicht sicher war, ob ich sie gehen wollte und aus der ich nie mehr herausgekommen wäre.








TOP



TOP