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Erste Hilfe Karriere: Der 60-Stunden-Wahnsinn

DPAHallo Sie! Arbeiten Sie wirklich oder surfen Sie nur? Lesen Sie diesen Text in der Mittagspause oder zwischen 18 und 20 Uhr, wenn es gilt, Anwesenheit zu demonstrieren? Aha, erwischt! Sie sind ein Fossil der Präsenzkultur - und damit in schlechter Gesellschaft, findet Karriereberaterin Svenja Hofert.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...838492,00.html
  1. #1

    "Flatrates", also pauschales Abgelten aller Überstunden mit dem Grundgehalt, hat das BAG für gewöhnliche Arbeitsverträge als rechtswidrig erkannt. Akzeptabel ist diese Klausel nur, falls die Natur des Arbeitsverhältnis kein normales Angestelltenverhältnis darstellt, also bei nicht zeitbezogener Leistungserbringung oder auch bei finanzieller Beteiligung im Unternehmen; regelmäßig also nur bei oberem Management und Teilhabern.
  2. #2

    Betrachtung einer Elitären

    Diese Betrachtung mag in Ordnung gehen - aber nur bei Arbeiten, die Kreativität verlangen. Wer einfach immer nur gleiche Vorgänge abarbeitet - bei dem ist nichts mit Flow! Wenn alle nur das tun(arbeite) würden , was ihnen Spaß macht, dann blieben die meisten Dinge unerledigt, auf die es jeden tag und jede Stunde ankommt. Die Aufzählung ist fast unendlich:
    Krankenhaus, Altersheim, Steuerbehörde, Zimmerei, Betongießer, Polizist, Landarbeiter, Pilot u.s.w. .....
    Habe ich Recht?
    Kauri
  3. #3

    Flatrates

    Zitat von Europas Beitrag anzeigen
    "Flatrates", also pauschales Abgelten aller Überstunden mit dem Grundgehalt, hat das BAG für gewöhnliche Arbeitsverträge als rechtswidrig erkannt. Akzeptabel ist diese Klausel nur, falls die Natur des Arbeitsverhältnis kein normales Angestelltenverhältnis darstellt, also bei nicht zeitbezogener Leistungserbringung oder auch bei finanzieller Beteiligung im Unternehmen; regelmäßig also nur bei oberem Management und Teilhabern.
    Ich glaube nicht, dass das richtig ist. Soviel ich weiss, sind alle Arten von außertariflichen Mitarbeitern betroffen. Wer's genauer weiss, kann mich gerne eines Besseren belehren.
  4. #4

    Mal so, mal so

    Zitat von mauimeyer Beitrag anzeigen
    Diese Betrachtung mag in Ordnung gehen - aber nur bei Arbeiten, die Kreativität verlangen. Wer einfach immer nur gleiche Vorgänge abarbeitet - bei dem ist nichts mit Flow!
    Sehe ich - als Kreativer - ähnlich. Gut, die letzten 3 Tage hatte ich eine schöne Zeit: morgens einen Termin besucht, dann nach Hause gefahren, Mittagspause gemacht, anschließend direkt von dort gearbeitet... und um 14 Uhr Feierabend gemacht. Bei voller Bezahlung! Traumhaft! Aber das sieht natürlich nicht immer so aus. Am kommenden Wochenende arbeite ich übrigens durch... und zwar an beiden Tagen je 8 Stunden.

    Da legen dann die "weniger Kreativen" die Füsse hoch. Und ich neide es ihnen eindeutig nicht!
  5. #5

    mal so, mal so

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Kunde erzählte mir neulich, dass die beiden neuen Geschäftsführer seines Unternehmens kommen und gehen, wann sie wollen, manchmal mittags. Zuerst irritierte das die Mitarbeiter, doch dann schnupperten sie die neue Freiheit. Die Effektivität soll sehr gestiegen sein.
    In einem mir bekannten Unternehmen fing die Betriebsleiterin ebenfalls an, zu kommen und zu gehen, wann sie wollte, oft schon am frühen Nachmittag. Die Mitarbeiter schnupperten die neue Freiheit und die Effektivität ging in den Keller.
  6. #6

    Propaganda

    Sorry, aber Text ist einfach blauäugig. Gehen Sie einfach zum Text von Herr Lobo, ein paar Klicks weiter. In der Wirtschaft wird das gemacht was am meisten Gewinn bringt. Und wenn einer meiner Mitarbeiter für ein monatliches Festgehalt erst gehen darf, wenn alle Aufgaben erledigt hat, dann fallen mir aber verdammt viele Aufgaben ein, die er erledigen kann und die für meine Firma nützlich sind.

    Vielleicht würden das nicht alle Chef machen, aber warum sollte ich mich als Arbeitnehmer einem Risiko aussetzen wollen.

    Ich bleib bei der uncoolen Variante. Für ein paar Scheine stehe ich meinen Chef 8 Stunden am Tag zur Verfügung und bin in der Zeit fleissig. Nach 8 Stunden gehe ich nach Hause fühle ich micht gut, weil ich weiss das ich 8 Stunden mein Bestes gegeben habe und mein Gehalt wert bin. Überstunden leiste ich, wenn was erledigt werden muss und nicht um anwesend zu sein. Da diese Überstunden bezahlt werden ist das ein fairer Deal und auch mein Chef hat sich noch nie beschwert. Ich kann zwar nicht nachmittags auf der Wiese liegen. Aber warum sollte ich das wollen? Ich habe einen geregelten tagesablauf und kann mir alles einplanen was ich brauche.

    Wenn jemand Arbeit 2.0 machen will, soll er das tun, aber ohne mich. Soll sich jeder nach seiner Facon ausbeuten lassen.
  7. #7

    Bin ein Verfechter dieser Vergütungsart

    In Deutschland sitzt man sich doch teilweise nur noch den Arsch platt und wartet bis man endlich die Stechuhr bedienen kann. Man müsste vielmehr nach Projekten abrechnen. Man bekommt einen Auftrag den man dann bis zum Tag X zu liefern hat. Ob da einer 10 Stunden oder der andere 30 Stunden bleibt, ist dann egal. Wichtig ist immer das Ergebnis.
  8. #8

    Wann kommt der Flow?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hallo Sie! Arbeiten Sie wirklich oder surfen Sie nur? Lesen Sie diesen Text in der Mittagspause oder zwischen 18 und 20 Uhr, wenn es gilt, Anwesenheit zu demonstrieren? Aha, erwischt! Sie sind ein Fossil der Präsenzkultur - und damit in schlechter Gesellschaft, findet Karriereberaterin <i>Svenja Hofert</i>.

    Anwesenheit statt Arbeit: Der 60-Stunden-Wahnsinn der Präsenzkultur - SPIEGEL ONLINE
    Das ist die Frage...

    Dieser kommt immer zu unterschiedlichen Zeiten, mal zwei, mal drei oder gar kein mal am Tag, ist mal stark ausgeprägt, mal nicht. Man weiß es einfach nicht. Und wenn ich nach zwei unproduktiven Stunden nach Hause gehe, heißt das noch lange nicht, dass ich am nächsten Tag 4h super produktiv bin
  9. #9

    Typisch deutsch...

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Und wenn einer meiner Mitarbeiter für ein monatliches Festgehalt erst gehen darf, wenn alle Aufgaben erledigt hat, dann fallen mir aber verdammt viele Aufgaben ein, die er erledigen kann
    Das zeigt genau die Ausquetschermentalität in diesem Land, weswegen vernünftige Lösungsansätze hier scheitern müssen. Durfte ich hautnah in einer internationalen Ingenieurfirma erleben: In den USA: 40h-Woche (inklusive Mittagessen und Pausen, ohne Stechuhr) mit realistischen Zielvorgaben, die viel "Google-Zeit" zum nebenher Experimentieren ließen. In Europa: 38,5h-Woche mit streng vorgeschriebenen Arbeitszeiten, Zielvorgaben immer am Limit, fast alle Mitarbeiter gestresst und lustlos. Bei den Projekten in Europa wurde um Gewinnmargen von 2.9% vs. 3.3% gefeilscht, was über Erfolg oder Versagen des jeweiligen Projektleiters entschied. In den USA wurde manchmal ein Projekt in den Sand gesetzt, aber sonst waren locker 25% bis 50% Gewinn an der Tagesordnung, weil dort regelmäßig bahnbrechende neue Technologien entwickelt wurden, die keine Konkurrenzfirma anbieten konnte. Und wenn dann mal ein kritisches Projekt anstand, hat sich auch keiner beschwert, wenn er sich spät abends nochmal 5 min einloggen und ein paar Berechnungen auf dem Cluster anstoßen musste, weil er sich eben nicht (wie in der europäischen Zweigstelle) schon den ganzen Tag totgeschuftet hatte und abends auch für diese 5 Minuten Arbeit absolut keinen Bock mehr hatte...

    Schönes Beispiel, wie in Europa gerne zu Tode optimiert wird, um 0.4% einzusparen, während ein bisschen Entspanntheit einen in ganz andere Größenordnungen katapultieren könnte... (Ähnlich bedeppert wie bei der Bahn, die um Minuten einzusparen die Fahrpläne so eng strickt, dass man bei mehrmaligem Umständen praktisch sicher irgendwann einen Anschlusszug verpassen muss... 5 Minuten mehr Luft, und schon könnte man es locker wieder rausholen, wenn an einem Bahnhof mal ein paar Leutchen mehr oder langsamer einsteigen als am Vortag.)

    Ich kann zwar nicht nachmittags auf der Wiese liegen. Aber warum sollte ich das wollen?
    Weil Ihnen beim "Auf-der-Wiese-Liegen" vielleicht auffällt, wie wahnsinnig öde und stupide die Zahlenschubserei in Ihrem Arbeitsalltag ist und wie Sie mit einer halben Stunde Mehraufwand Ihren Computer dazu bringen, dass er das meiste davon automatisch für Sie erledigt... Und ab dann lassen Sie den Computer die öde Arbeit erledigen, während Sie sich selbst mit was beschäftigen, woran Sie Spaß haben - das Projekt wird immer noch zur gleichen Zeit fertig, aber Sie haben diese Zeit für sich selbst deutlich befriedigender verbracht... (Z.B. aktuelle Nachrichten aus Ihrem fachlichen Interessensgebiet gelesen oder mit Kollegen über deren Projekte diskutiert, anstatt stupide Zahlenreihen in Excelsheets anzustarren und herumzukopieren...)


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