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Erste Hilfe Karriere: Ach, den Job lerne ich auch noch!

DPA"So unsinnige Bewerbungen, dass es zum Verzweifeln ist": Wer eine Stelle für Geisteswissenschaftler ausschreibt, muss mit Zeugnislawinen und vielen Themaverfehlungen rechnen, weiß Bewerbungshelfer Gerhard Winkler. Er berichtet aus der absurden Praxis und verrät, wie man's besser macht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...855260,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "So unsinnige Bewerbungen, dass es zum Verzweifeln ist": Wer eine Stelle für Geisteswissenschaftler ausschreibt, muss mit Zeugnislawinen und vielen Themaverfehlungen rechnen
    Das ist doch kein Wunder. Die üblichen Anforderungsprofile aus den Stellenangeboten kann doch keiner mehr ernst nehmen, da grundsätzlich die eierlegende Wollmilchsau gesucht wird. Also bewirbt man sich auch dann, wenn man nur einen Bruchteil der (vorgeblichen) Anforderungen erfüllt.
  2. #2

    ich habe selten

    so deutliche Worte gelesen, die mit Sicherheit ihren Empfänger nicht erreichen.
    Es gibt leider zuviele weltfremde Akademiker. Und eine jahrelange "Hilfstätigkeit" für Professoren, zudem noch schlecht bezahlt, hilft nicht wirklich, die Welt da draußen kennen zu lernen. Schade eigentlich. Sind bestimmt viele Talente darunter. Nur hat sich für deren Talent nie jemand wirklich interessiert.
    An die Frau vom Personalwesen noch einen Tip. Das was Sie da suchen, finden Sie nicht an der Uni. Nur ob sich jemand von "draußen", mit den gewünschten Qualifikationen, für einen befristeten 5 Jahresvertrag interessiert? Naja, angeblich passt ja auf jeden Topf ein Deckel...
  3. #3

    Realitätsverlust auf Firmenseite.......

    ist doch bei sachlicher Betrachtung schon seit dem letzten Jahrhundert zu konstatieren.
    So wie sich dei Reputation eines Uniprofessors an der hohen Durchfallquote mißt ( ja, sie lesen richtig - in den USA würde man denen die Lehrerlaubnis entziehen ) so bilden sich die Firmen ein ,daß auf 1 Stelle mind 100 Bewerbungen kommen müssen.

    In den Personalabteilung arbeiten - sorry, aber da muß man mal aussprechen - so gut wie druchgängig sog "Vollpfosten" .

    Es werden Suchprofile erstellt nach quantitativen Gesichtspunkten - jeder "Pfurz" irgendeines Putzstellenkommandeirs wird eingepflegt ,wenn man Leute sucht .
    Dies führt dazu ,daß ein regelrechter Wettbewerb entsteht im Sinne : Schaut her ,was wir für Leute suchen , was wir uns leisten, erwarten können usw.
    Sprich Für den Vorstandsvorsitz an der WC-Türe erwartet man idealerweise ein Dreifachstudium Maschinenbau für mögliche Reperaturarbeiten , BWL für die wirtschaftliche Ausarbeitung interner Kontrollgänge zur Optimierung der Vorhersage der Klopapierrollenbestückung
    und natürlich ein Studium der Psyhologie zur Rechtfertigung des Türsteherplatzes im Sinne Prävention der Renditeschädigung des Inventars . Also gezielte Auswahl der Stuhlgänger nach möglichem Schädigungspotential auf Grund unverarbeiteter Probleme im familiären Bereich ....

    Sie sehen . die Auswahlkriterien muten zu einer NUHR-Show .....

    Zu den Punkten 5-9 speziell 9 , was erwartet der Rekrutierer eigentlich .

    Der Bewerber soll/muß sich verkaufen...
    Also sich als Macher darstellen - schon witzig wenn zb Bosch dann formuliert : Guten Leuten mß man absagen.

    Überhaupt es ist völlig egal ,was sie hinschreiben . Zudem selbst die Arbeitszeugnisse in der Regel sogar auf Anweisung selbst formuliert sind .

    Bei Geisteswissenschaftlern ist es sicherlich besonders schwierig , aber bei recht faktenüberprüfbaren MINT Bereichen wird interessiert scheinbar auch nicht was wer in welcher Zeit realisiert hat .
    Ein Kandidat ,der also recht schnell waas positiv bewegt hat , wird in der Regel nicht gehalten sondern gefeuert ... Gute Leistung ist schon lange als Problem zu konstatieren.
  4. #4

    jaja die Bewerber sind wieder schuld.
    Aber wenn die Stellenausschreibung schon nichtssagend ist bzw. einen Superman fordert, den es nicht gibt, dann kann die Bewerbung nun mal auch nicht besser ausfallen.

    Aber ich hätte mich gefreut, wenn mir die Firmen auch so ehrlich geantwortet hätten. Denn dann weiß man für die nächsten Bewerbungen was falsch gelaufen ist.
  5. #5

    Die Menschen bekommen es nicht beigebracht.

    Als Jemand mit Personalverantwortung, der in seinem Leben schon mehrere Leute eingstellt hat und damit bedeutend mehr als 100 Bewerbungen lesen durfte, kann ich sagen, dass der Großteil schlicht und ergreifend schlecht war. Dokumente, deren Relevanz null ist, Anschreiben mit Rechtschreibfehlern und inhaltlicher Relevanzlosigkeit.

    Dabei genügt ein einfacher Blick zum TÜV: http://www.tuv.com/de/germanyinfothek/infothek/weg_in_den_neuen_job/bewerbungswege/bewerbungswege.jsp . Dort steht alles ausnahmslos und man findet die Informationen, die man für eine gehaltvolle Bewerbung benötigt. Ich hatte zudem die Freude, dass ich in der Berufs- und Fachoberschule einen Deutschlehrer hatte, der vormals selbst journalistisch tätig war und uns bis zum bitteren Erbrechen das "Bewerbung richtig schreiben" eingetrichtert hat. Ihm bin ich noch heute sehr dankbar dafür.

    Man sollte sich vor der Bewerbung genau überlegen, was der Personaler auf der Gegenseite erwartet und was man dafür anzubieten hat. Was genau wird es sein, dass Ihn von mir überzeugen kann? Wie stelle ich es heraus? Was kann ich in den 30 Sekunden, die er zum Scannen meiner Unterlagen braucht, Überzeugungsarbeit leisten?
  6. #6

    Am schlimmsten finde ich persönlich bereits intern vergebene Stellen, die jedoch extern noch ausgeschrieben werden müssen.

    Da macht man sich Mühe und erstellt eine gesamte Bewerbungsmappe und wird trotz Erfüllung aller Anforderungen mit bestmöglichen Erfüllungsgrad gar nicht erst kontaktiert und erhält dann nach 1 Monat, wenn man freundlich nachfragt eine Absage via Email (innerhalb eines Tages nach der Nachfrage).
  7. #7

    Zitat von flymetothemoon Beitrag anzeigen
    Man sollte sich vor der Bewerbung genau überlegen, was der Personaler auf der Gegenseite erwartet und was man dafür anzubieten hat....
    Meine Erfahrung bei den Personalern habe ich schon auf der Uni gemacht: Menschen, die nicht mal Studiert haben, sagen dann einem was man zu machen und zu erfüllen hat. Und wenn man eine konkrete Frage hatte, dann liefen sie wie kopflose Hühner umher, da sie schlich und ergreifend keine Ahnung hatten. Dann bei einer namhaften Firma: Da entscheiden, wer sonst, sozialpedagogisierte Frauen darüber, ob ein Physiker die Stelle bekommt oder nicht. Da ist eigentlich jeder Kommentar überflüssig. Meiner Erfahrung nach muss man den Kontakt zu dem Abteilungsleiter/ Chef knüpfen, dann wird die Bewerbung reine Formalie. Ansonsten muss man natürlich darauf hoffen, dass dem Personaler nicht soviele Rechtschreibfehler auffalen und das Bild gefällt usw....
  8. #8

    Hinter den Kulissen

    Einiges ist bei diesem ansonsten ausgezeichneten Beitrag noch anzumerken. Wer hinter die Kulissen blickt, weiß, dass es sich in der Regel etwa folgendermaßen abspielt.
    1) Frau B. versteht weder von Wissenschaft noch von Management etwas und hat den Job nur durch Kontakte bekommen.
    2) Es ist beabsichtigt, den Job an einen Bewerber zu vergeben, der beste Kontakte zum Leiter der Forschungsgruppe hat.
    3) Die Ausschreibung, die im öffentlichen Dienst zwingend ist, erfolgt "ad personam", es werden Merkmale aufgeführt, die zu den Eigenschaften des favorisierten Bewerbers passen. Naturgemäß erfüllt daher kaum einer der anderen Bewerber die "Anforderungen".
    4) Da viele Bewerber dennoch sehr qualifiziert sind und den Job sicher gut machen würden, ist es nötig, diese abzuqualifizieren, um den Schein der Objektivität zu wahren. Daher werden Publikationen als "nicht einschlägig" bezeichnet oder wie in diesem Fall gar nicht berücksichtigt, das dürfte auch für Managementerfahrungen in anderen Bereichen gelten. So wird der Schein der Objektivität gewahrt.
    5) Frau B. findet das mittlerweile auch nicht mehr so gut, sie muss aber mitspielen.
    6) Am Ende große Bestürzung, weil der Drittmittelantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft scheitert.
  9. #9

    Zitat von smartphone Beitrag anzeigen
    ist doch bei sachlicher Betrachtung schon seit dem letzten Jahrhundert zu konstatieren.
    Eine solche latent aggressiv-herablassende Attitüde bringt einen natürlich auch nicht weiter. Im übrigen ging es in dem Artikel auch gar nicht darum (soviel zum Thema "auf den Punkt kommen").

    Mal unabhängig davon, ob in einer Stellenanzeige unrealistische Maximalforderungen gestellt werden (was m.E. auch überhaupt nicht so ist, sondern oft einfach nur behauptet wird): Es sollte ja dennoch möglich sein zu erkennen, worum es bei der Stelle im Kern geht und in der Bewerbung dann darauf zielgerichtet und belegbar einzugehen.

    Und dieses ganze Gerede "ich bin zu gut", "ich habe eben Rückgrat", "wenn die zu blöd sind mein Genie zu erkennen, ist das deren Problem" usw. kann ich auch nicht mehr hören - in 95% der Fälle wird damit doch nur eigenes Unvermögen kaschiert und ein falsches Selbstbild aufrecht erhalten. Zu gut? Ja dann mach halt etwas Angemessenes. Wenn "zu gut" nur zu Jammern oder Meckern führt, dann braucht so ein "zu gut" aber wirklich niemand...

    Man wird in seinem Leben schon noch öfter auf Leute treffen, die man nicht mag oder die einem meinetwegen intellektuell nicht gewachsen sind. Je klüger Sie sind, desto öfter wird Ihnen das passieren. Beschimpfungen wie "Vollpfosten" bringen da nur nicht viel, sondern beweisen höchstens soziale Inkompetenz. Leider auch problematisch für viele Stellen, in denen man nicht alleine im Keller im Archiv hockt.

    Im Zweifelsfall sind Bewerbung und Einstellungsgespräch eben eine Hürde, die erste von vielen übrigens, aber wer da schon beleidigt stehen bleibt und nicht drüberspringen will - was ist von dem dann später zu erwarten?








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