Haven Giguere/YaleSpektakuläre Entdeckung im Sternsystem Kepler: Astronomen haben dort einen Planeten mit vier Sonnen erspäht. Die Gestirne zerren mir ihrer Schwerkraft an dem Himmelskörper. Astronomen staunen, wie der Planet seine stabile Bahn hält.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...-a-861564.html
Es wundert mich etwas, daß diese Situation als "verwirrend" eingestuft wird. Sobald ein Sonnensystem mehr als eine Sonne und Planeten hat, handelt es sich mathematisch um ein Mehrkörperproblem. Wie stabil die Umlaufbahn der Planeten ist, hängt von der Position, Bewegung und Masse der Sonnen ab. Dabei muß es nicht zu den Extremfällen kommen, daß Planeten mit einer der Sonnen kollidieren, oder daß sie ins All geschleudert werden. Je nach Position und Eigenbewegung der Sonnen umeinander können die Planeten durchaus für immer in dem System verbleiben, werden aber keine stabilen, exakt kreisförmigen oder elliptischen Umlaufbahnen haben. Diese Zusammenhänge sind schon lange bekannt und eigentlich nicht verwirrend. Für eine Berechnung der Situation in dem fraglichen System müssten zunächst die Massen der 4 Sonnen, der Planeten, und deren Bewegungsparameter bekannt sein. Erst dann könnte man im Rahmen einer numerischen Simulation die Umlaufbahn eines Planeten berechnen. Und erst dann wäre es verwirrend, wenn die Planetenbahn nicht der Berechnung entsprechen würde. Da man diese Parameter aber offensichtlich noch nicht kennt, ist es verfrüht, von einer verwirrenden Situation zu sprechen.
Verwirrend, weil nicht eindeutig, sondern nur durch Näherungen lösbar, ist schon das Dreikörperproblem. Hier haben wir es aber mit insgesamt fünf Körpern zu tun, deren Massen aufeinander einwirken - was mathematisch mehr als komplex sein dürfte. Verwirrend ist wohl auch, dass nur die wenigsten damit gerechnet hätte, dieses "Problem" einmal real zu Gesicht zu bekommen ...
Also wenn man den Artikel grob überfliegt ist es so:
Im wesentlichen sind die Daten der drei inneren Himmelskörper bekannt. Da sich alles innerhalb von 1AU abspielt und die anderen zwei Sonnen mehr als 1000 AU entfernt sind, ist es im Großen und Ganzen wohl ein 3 Körperproblem. Das ist, wie erwähnt, nur näherungsweise zu lösen, diese Lösung ist aber eindeutig. Jeder der mit entsprechenden Simulationen rumgespielt hat kennt die klassichen "stabilen" Lösungen, z.B. Sonnen weit auseinander, Planet dicht an einer Sonne oder Sonnen dicht zusammen und Planet weit weg. Hier scheint alles aber recht dicht zusammen. Mit der zusätzlichen Störung der beiden anderen Sonnen ist es zumindest sehr interessant. Den Begriff "verwirrend" würde ich allerdings nicht benutzen.
Ein Gasriese oder 6 Mal so groß wie die Erde? Beides zusammen geht nicht. Ein Gasplanet, 6 Mal so groß wie die Erde, ist ein Leichtgewicht. Jupiter ist über 300 Mal schwerer als die Erde. Und wie soll ein Stern, der sicher erheblich massreicher ist, als ein solcher Planet, um diesen Planeten kreisen? Offensichtlich hat der Übersetzer nicht verstanden, worum es hier ging. Im Originalartikel steht nämlich, dass der Planet 169 Erdmassen hat und damit halb so groß wie Jupiter ist und das Sternensystem aus zwei gekoppelten Doppelsonnen besteht und PH1 um eines der Doppelsonnensysteme kreist. Versteht bei Ihnen keiner Englisch?
ist wohl ein zu starkes Wort. Zu sehen ist auch in den besten Teleskopen nichts (jedenfalls kein Planet). Man registiert in den Datensätzen eine winzige periodische Änderung der Lichtintensität und spekuliert über die Ursachen - die mit der Annahme eines oder mehrerer Planeten nicht unverträglich ist.
als physikalisch/mathematischer Laie:
Von "verwirrend" zu reden macht doch überhaupt erst Sinn, wenn es Theorien gibt, die eine stabile Umlaufbahn des Planeten ausschließen. Sie sagen nun, es handele sich um ein "Mehrkörperproblem", dass offensichtlich prinzipiell in der Lage ist, diese Situation zu beschreiben.
Im wahrsten Sinne "verwirrend" ist für einen neugierigen Nichtnaturwissenschaftler, warum eine faktische, beobachtbare, messbare Realität, für die es noch keine Erklärung gibt, für einen Mathematiker oder Physiker "verwirrend" sein soll.
Ich vermute ein Übersetzungsproblem. (very complexe)
Sonne, Erde, Mond ist ein 3-Körperproblem, dennoch kann man ziemlich exakt Sonnenfinsternisse und Mondfinsternisse vorhersagen.
Und wenn man dann noch bedenkt, dass auch Jupitur durchaus gravitativen Einfluss auf die Erde hat, dann bekommt man sogar ein 4-Körperproblem.
Verwirrend ist das nicht, genauso wenig wie die Tatsache, dass man es zu Gesicht bekommt. Es wäre eher erstaunlich, wenn um solche Gebilde keine Planeten kreisen würden - fragt sich halt nur wie lange die Bahn stabil bleibt.
Jupiter hat 12 Erdradien, Uranus nur 4, und beide sind Gasplaneten. Wenn sich "6 Mal so groß wie die Erde" auf den Radius bzw. Durchmesser bezieht, geht das also sehr wohl mit "Gasplanet" zusammen.
Und natürlich kreist der Planet um einen oder mehrere der Sterne und nicht umgekehrt, aber alle Sterne ziehen mit ihrer Schwerkraft an dem Planeten und wirken auf seine Bahn ein. Eine andere Aussage habe ich dem Artikel nicht entnommen.