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Erotikdrama von Tom Tykwer: Wir sind so frei, wir drei
Auf Bionade-Biedermeier folgt die sexuelle Revolution: In Tom Tykwers "Drei" finden sich zwei Männer und eine Frau mitten in Berlin zur glücklichen Ménage à trois zusammen. Eine großartige Liebes-Utopie, die auch beim letzten Spießer die Frage hervorkitzelt: Sind wir nicht alle bisexuell?
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,735716,00.html
- #30 21.12.2010 14:17 von
- #31 21.12.2010 14:23 von FaripiY
coming out
Ist ja toll, dass der Christian Buß auf SPON sein Coming-out celebriert und soll er doch mit TT seine homoerotischen Fantasien ausleben, aber er soll bitte nicht Heteros als biedere, verklemmte Spießer darstellen, nur weil Heteros sexuell anders geartet sind als er. Jeder nach seiner Facon...
- #32 21.12.2010 14:29 von
Nun
90% bi? Das glauben Sie wohl selber nicht!
Das grundsätzlich ärgerliche an solchen Filmen ist natürlich nicht die Darstellung angeblicher Perversionen wie Bi- oder Homosexualität oder Offener bzw. Dreierbeziehungen, sondern dass so getan wird, als ob es quasi eine Wahlfreiheit gebe, derzufolge man also, wenn man sich in einer Beziehung mit einer Frau langweilt oder der Frauen im allgemein überdrüssig ist, nun plötzlich mit Männern anbändeln könnte. Dem ist natürlich mitnichten so. Im Grunde ist dies ja nichts anderes als eine Spielart des alten Vorurteils, wonach Schwule perverse Heteros sind, die es dann mal mit Männern versuchen, weil sie mit den Frauen durch sind.
Richtig ist vielmehr, dass die sexuelle Präferenz einen wählt, und zwar in der Regel bereits in sehr jungen Jahren, und nicht umgekehrt. Dass über vierzigjährige plötzlich zum Bisexuellen oder gar Schwulen mutieren, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Und wenn es wirklich einmal vorkommen sollte, waren da wohl bislang eher enorme Verdrängungskräfte am Werk als dass ein tatsächlicher 'Sinneswandel' stattgefunden hat.
Man kann also davon ausgehen, dass die Story des Filmes ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist und allenfalls die Fantasien Berliner Edelspießer wiederspiegelt. - #33 21.12.2010 14:43 von
Mutation...?
Wie ich schon gesagt habe, kann es durchaus vorkommen, dass man sich plötzlich in eine Person verliebt, die eben nicht das Geschlecht hat, das man ansonsten "bevorzugt" hat.
Wenn man jemanden nun liebt, begehrt etc., dann möchte man doch auch alles mit dieser Person erleben...und dazu gehört nicht nur Händchenhalten.
Und man "mutiert" nicht zu irgend etwas, sondern man probiert es aus und findet Gefallen daran oder eben nicht.
Ich spreche aus eigener Erfahrung, obwohl ich weder aus Berlin komme noch Bionade mag oder von irgendetwas gelangweilt war ;) - #34 21.12.2010 14:52 von
90% kommt mir auch etwas hoch vor, aber es ist in der Sexualforschung allgemein akzeptiert, dass der überwiegende Teil der Menschen zu einem gewissen Grad bisexuell ist. Einfach mal die "Kinsey-Skala" googeln.
Richtig. Niemand "mutiert" über Nacht zur Bi- oder Homosexualität. Aber vielen Leuten (insbesondere Männern) wird erst im Zuge des Erwachsenendarseins klar, dass sie bi oder schwul sind. Hat sehr viel mit der zur Zeit des Aufwachsens der heutigen 40-jährigen und auch zum Teil heute noch allgemein sehr prävalenten gesellschaftlichen Ablehnung männlicher Homosexualität bzw. Bisexualität zu tun.Dass über vierzigjährige plötzlich zum Bisexuellen oder gar Schwulen mutieren, halte ich für sehr unwahrscheinlich. - #35 21.12.2010 15:16 von
2 Frauen und 1 Mann ...
... hätte ich lieber gesehen!
- #36 21.12.2010 16:25 von
Danke, ich möchte keinen Titel!
Das ist leider wieder einmal typisch!
Es hat mich schon immer sehr erstaunt, dass die allermeisten Menschen, und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht, sexuelle Kontakte zwischen Frauen als etwas höchst erotisches empfinden, sich jedoch von sexuellen Kontakten zwischen Männern abgestoßen fühlen - woran liegt das nur???
Ich oute mich hier einfach mal als bisexuell und genieße es immer sehr Sex mit Frauen zu haben, wobei ich definitiv nicht auf Männer verzichten wollte! Aber ich finde es auch immer sehr erregend zwei Männern beim Sex zu zusehen bzw. mit ihnen gemeinsam Sex zu haben!
Sehr schade, dass die meisten Menschen auch heutzutage noch nicht in der Lage sind, diese Vielfältigkeit zuzulassen und zu genießen - sie wissen gar nicht, was ihnen dabei entgeht! Und wenn sie denn schon nicht bereit sind, es selbst zu versuchen, so sollten wir im 21 Jahrhundert doch wenigstens endlich so weit sein, anderen dies zuzugestehen, ohne sie dafür als pervers, widernatürlich oder krank abzustempeln!
In diesem Sinne:
Auf das unsere Gesellschaft toleranter werde!!!!!!! - #37 21.12.2010 17:31 von
Stereotypen, in beide Richtungen
Also Moment mal. Der zitierte Autor sagt nur aus, dass ihm zwei Frauen lieber gewesen wären. Das kann man als kulturnormatives Statement mit Alleinvertretungsanspruch sehen und dem Schreiber diverse Dinge unterstellen, die er nicht geschrieben aber möglicherweise mitgedacht hat, so wie du das hier tust -- oder einfach als persönliche Präferenz ohne jede darüber hinausgehende Wertung. (Meine Interpretation dieses Satzes liegt irgendwo in der Mitte.)
Generell finde ich solche Unterstellungen aber in einer Diskussion ziemlich unproduktiv und polarisierend.
Allerdings: Vom künstlerischen Standpunkt aus mag ich Tom Tykwer unterstellen, dass er _gerade_deshalb_, nämlich um dieses kulturelle Stereotyp _nicht_ zu bedienen, einen MMF-Dreier gewählt hat. Auch wenn ihm daiese Entscheidung definitiv weniger Zuschauer bescheren wird.
-- Matthias, der (ebenso wie seine Freundin) FMF und FFM mag, MFM auch, aber MMF halt definitiv nicht.. Und ja, wir haben beides ausprobiert ... - #38 21.12.2010 17:42 von
Man vergesse die Autoerotiker nicht
Da rund 5% nur homosexuell sind und der Rest fast vollständig auch Erfahrungen mit und Freude an autoerotischen Handlungen hat, die per se gleichgeschlechtlich sind, schließlich hat man selbst das gleiche Geschlecht wie man selbst, ergibt sich eine Quote von 90% an Menschen, die sowohl Erfahrungen mit als auch Freude an sexuellen Begegnungen mit beiden Geschlechtern haben. Schlichte Tatsache, banale Mathematik.
Und jetzt sagen Sie nicht, Sie wären in der Lage autoerotische Handlungen in heterosexueller Ausprägung zu vollbringen oder Sie hätten keine autoerotischen Erfahrungen. Bisher ist diese seltene psychische Krankheit nur bei südamerikanischen Männern indigener Herkunft aufgetreten und auch nicht vollständig wissenschaftlich belegt. - #39 21.12.2010 17:53 von
Die Zukunft der FDP?
Genau darin könnte sich ein liberale Partei neu finden. Die Gesellschaft zu mehr offenem Denken zu bewegen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen von allen Einschränkungen, Diskriminierungen und Privilegierungen zu befreien.
Warum soll man nicht mit zwei, drei oder mehr Menschen gleichzeitig eine eingetragene Partnerschaft eingehen können? Warum nicht die Gestaltung des Privaten den Menschen selbst überlassen, frei von jeder Regelung. Solange die Betroffenen damit einverstanden sind und als erwachsene Menschen im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte über ihre Lebensgestaltung entscheiden können, sollte das der Staat weder regeln, beschränken noch fördern.
Im Moment ist die FDP allerdings dabei dem Begriff Liberalität einen völlig neuen Inhalt aufzuprägen, den Mief des Biedermeier, des Gestrigen und Konventionellen.
Vielleicht sollte deren Vorstand geschlossen in Tykwers Film gehen um zu sehen wie sich die Gesellschaft außerhalb der gelben Zirkel entwickelt.
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