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Erneuerbare Energien: Norwegen will Europas Akku werden
DPAWind- und Solarstrom sind chronisch unzuverlässig. Energiemanager suchen deshalb nach Speichern, die sie in dunklen und windstillen Zeiten anzapfen können. Ein norwegischer Konzern will Wasserkraftwerke im Norden zur Batterie für den ganzen Kontinent machen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...834472,00.html
- #70 24.05.2012 17:51 von
...1.080 MW Leistung für drei Stunden Stromerzeugung ergibt 3.240 MWh oder 3,24 Gigawatt....
Bei einem Tagesbedarf von 1.000 GWh haben Sie dann mit dieser Speicherlösung genau 0.324 % des Deutschen Lastgangs gesichert!
Fällt Ihnen vielleicht jetzt auf was Stromspeicherkonzepte taugen? Nämlich nichts, nur Ökopropaganda. - #71 24.05.2012 17:59 von
Zuerst präsentiert man Zahlen ohne den richtigen Kontext aufzuzeigen:
Würden alle Bergwerke, die die EFZN-Forscher als geeignet ansehen, zu Speicherwerken umgebaut, könnten sie etwa 20 Gigawattstunden aufnehmen. Diese Energiemenge erzeugen zehn Kernkraftwerke oder gut ein Drittel der heute installierten deutschen Windenergieanlagen in jeweils zwei Stunden.
Der Deutsche Tagesbedarf liegt so bei 1.000 GWh, das bedeutet das alle Bergwerke auf sagenhafte 2% Abdeckungsgrad kommen.
Irgendwie scheint das auch dem Wissenschaftler im Hiterkopf zu geistern, denn das Wunderland Norwegen löst dann endgültig alle Probleme
Laut Pape ist das allerdings nur ein Bruchteil dessen, was allein überirdisch in manchen Alpenländern oder Norwegen möglich ist. "Hier sollen Speicher im Terawattstundenbereich entstehen", sagt er, also mit mindestens hundertfacher Kapazität.
Was natürlich auch keiner seriösen Analyse stand hält. Ich nenne solche Artikel "Ökomärchenstunde", denn was anders kann ich nicht dahinter erkennen. - #72 24.05.2012 20:10 von
Kleine Korrektur der Zahlen
Im Prinzip bin ich mit Ihnen einverstanden. Ich gehe von folgenden Zahlen aus:
5% Wasserkraft
25% PV (dies wären dann heute Mittag ca. 100 GW)
45% Windenergie
25% KWK, davon 10 % aus Biogas (mehr möchte ich unserer Natur nicht zumuten) und Gas, das mit überschüssiger Windenergie erzeugt wird. Mit dem überschüssigen PV-Strom um die Mittagszeit könnte man die Batterien von Elektroautos laden. Im Winter könnte man den Heizkessel elektrisch aufheizen. - #73 24.05.2012 20:45 von
Allein das Langstroh, das jährlich bei der Getreideernte in D gewonnen werden kann, hat einen Brennwert von 150 Milliarden kWh. Daraus lassen sich etwa 30 Milliarden kWh Strom und 75 Milliarden kWh Heizwärme gewinnen.
Für 45% Windkraft in diesem Szenario bräuchte man sehr billige Windkraftanlagen, da sowohl PV als auch KWK mit dem Windkraftaufkommen kollidieren können, und deswegen enorme Überproduktion bei Windkraft benötigt würde um auf 45% zu kommen.
Womit soll man die Akkus von E-PKW laden wenn Wind und Sonne/KWK keine Überproduktion erzeugen? - #74 24.05.2012 21:02 von
- #75 24.05.2012 21:08 von
- #76 24.05.2012 22:11 von
Lageenergiespeicher sind bessere Lösung
Es ist von vielen Kommentatoren richtig bemerkt: die meisten Wasserkraftwerke in Norwegen sind eben NOCH KEINE Pumpspeicherkraftwerke, sondern nur Speicherkraftwerke (Damm). Es würde viele viele Jahre dauern und Milliarden verschlingen, sie erst zu bauen, auch wenn die Norwegner weltmeister im schnellen Tunnelbau sind.
Aber ein Aspekt ist völlig ausgeblendet: welche Menge soll denn in welcher Zeit gespeichert und wieder entladen werden? Wirklich 25.000 MW? In welcher Zeit? Über wieviel Stunden? Pumpspeicher überbrücken ein paar Stunden Windflaute. Wir brauchen aber in 10 bis 20 Jahren Speicher für mehrere Tage!
Wenn 1 GW (Gigawatt) eine Milliarde Euro kostet, müssten für 25 GW mehrere Milliarden in die Kabel investiert werden.
Das ist im Vergleich zu Alternativen viel zu teuer. Würde man das Konzept des Lageenergiespeichers von Prof. Heindl konsequent erforschen und verfolgen, käme man für einen Bruchteil der Kosten auf wesentlich mehr Speichervolumen. Das Konzept ist schlicht, aber noch nicht praktiziert. Das muss sich ändern.
Wir müssen akzeptieren, dass die derzeitgen Speicherkonzepte NICHT für die Energiewende ausgelegt wurden. Wir müssen unser Denken umstellen und in neue Konzepte investieren. Der Lageenergiespeicher ist ein solches.
Lageenergiespeicher: Strom aus Windkraftwerken und Solaranlagen speichern - #77 24.05.2012 22:51 von
- #78 24.05.2012 23:34 von
Das Ruhrgebiet ist ein riesiger Energiespeicher.
Ach ja, die seit den 50iger Jahren vom Steuerzahler hochsubventionierte Atom- und Kohlewirtschaft übernahm großzügig die lukrative Grundversorgung und überließ den flexiblen Gaskraftwerken den unwirtschaftlichen Ausputzerdienst , die wegen ihrer geringen Auslastung natürlich ihren Strom nur zu hohen Preisen anbieten konnten, an die sich dann völlig ungerechtfertigt die anderen Abzocker ankoppelten und das bezeichnen sie als bewährtes System.
Für die alte Energiemafia und die stromintensive Industrie ist das sicher eine bewährtes System, für den Kleinverbraucher, aber eine dreiste Abzocke, die endlich durch das zunehmende Angebot der EE an der Strombörse stark gebremst wird (Merit-Oder-Effekt).
Selbstverständlich schmeckt das den Energieoligarchen sowie ihren gut bezahlten Hilfstruppen mit schon „Fastbeamtenstatus“ und den erfolggewohnten Aktionären nicht, dafür können sich aber die Kleinverbraucher darüber freuen, dass der Strompreis nicht schon über 30 Cent geschraubt werden konnte.
Dass natürlich irgend ein Energiewendeverlierer etwas an der Energiespeicherung in alten Bergwerken zu bemäkeln hat, war zu erwarten. Im ewig gestrigen Lager übersieht man gern, dass solche Eignungsüberprüfungen bisher nur sporadisch und halbherzig durchgeführt wurden, doch selbst unter den begrenzten Voraussetzungen wurden schon Speicherkapazitäten von 20 GWh als geeignet ansehen, tatsächlich werden sich aber noch fast unbegrenzte Speicherkapazitäten ergeben. Sie brauchen sich darum keine Hoffnungen darüber zu machen, die Speicher-Option könne im Sande verlaufen und damit müssse die EE scheitern, denn inzwischen rückt die Nutzung alter Bergwerke als Pumpspeicherkraftwerke immer weiter in den Fokus, selbst VW will ein solches Pumpspeicherkraftwerk im Harz bauen, dagegen ist kaum noch ein Investor bereit sein Geld in alte Energietechnik zu stecken.
http://www.uni-due.de/imperia/md/content/wasserbau/30-11-fischer.pdf - #79 25.05.2012 02:01 von
Tja Herr Seidler,
Wissenschaftler mögen schöne Kurven haben, klüger wäre es aber gewesen, diese nach Zahlen und physikalischen Zusammenhängen und einfach verständlichen Beispielen zu fragen:
Mal abgesehen davon, daß gut 250 Anlagen, die mit eta=100% je 100000 kNm/s entsprechend 10 cbm Wasser per Sekunde 1000 m hochpumpen, 'kurzfristig' eine sportliche Leistung sein dürften:
Wo soll das ganze Wasser bleiben?
Nach vier Tagen und 15 Stunden wäre bereits ein Kubikkilometer hochgepumpt! Für den Inhalt des Bodensees würden zwar etwa 230 Tage benötigt, aber dann wäre der gesamte See auch einen Kilometer höher; den gesamten Inhalt einmal den Rheinfall raufzupumpen, dauerte keine fünf Tage acht Stunden (wieder runter bei maximalem Abfluß über 15 Monate).
Vielleicht noch anschaulicher:
Wenn Sie ein Schiff mit einer Masse von 50000t einen m hochheben (auch sportlich!), haben Sie darin eine kinetische Energie von 50000000 kg * 1 m * 9,81 m/s2 = 490,5 MJ = 1765,8 kWh gespeichert. Der Blick auf die Stromrechnung enthüllt, wie lange das reichen würde; eine große Windkraftanlage hebt das Schiff aber 4m/h (beides wieder bei eta=100%). Wäre der Mast 150 m hoch, könnten also eineinhalb Tage Überschuß gespeichert/ Flaute überbrückt werden. Nur: wo bekommt man so vile Schiffe her und wären die da oben nicht auch im Weg?
Pumpspeicherkraftwerke sind wegen ihrer Schnelligkeit und der Fähigkeit, 'in beide Richtungen' zu wirken, elementar für die kurzfristige Feinjustierung. Die Rolle, in der der Artikel sie sehen will, gleicht dem Versuch, ein Schwimmbad mit einem einzelnen Eimer auszuschöpfen.
Sinnvoller, als unausgegorene Speichermethoden (irgendjemand wollte auch schon mal E-Autos als Akkus fürs Netz nutzen, daß Autos zum Fahren da sind, war wohl unbekannt) ist es, die Nachfrage genauer über den Preis zu regeln. Für die Haus-Photovoltaik ist mit der Förderung des Eigenverbrauchs bereits eine gute Lösung gefunden, die auf Großanlagen aber wohl nicht übertragbar ist.
Von allen derzeit diskutierten Speicherverfahren hat m.E. allein die elektrische Gaserzeugung Perspektive. Mehr aber auch noch nicht.
Grüße, tutmosis
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