Ernährung für Kinder: Vorsicht, bitter! Achtung, sauer!

Warum mögen Kinder Gummibärchen, aber so gut wie nie Salat oder Rosenkohl? Wie bringt man den Nachwuchs dazu, sich gesund zu ernähren? Der Mediziner Herbert Renz-Polster serviert in "Gehirn und Geist" überraschende Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...764392,00.html
  1. #120

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    Zitat von NINfiziert Beitrag anzeigen
    Brokkoli weich kochen und es als geliebten Spinat zu verkaufen hat mich mit 7 (!) Jahren dazu gebracht, Brokkoli zu lieben. Meine Mutter hat mich ordentlich getütet ;)

    Ging es um Spargel gab es für mich stattdessen ein gekochtes Ei. Bei Salat eben anderes Gemüse. Gequengelt habe ich nicht, und Fisch, den ich heute teilweise mag, wurde mir auch nicht vorgesetzt.

    Wahrscheinlich hatte ich einfach nur Glück so eine tolle Familie zu haben.
    Bei mir war es so, dass ich immer sehr gern Gemüse gegessen habe, außer Frikadellen Fleisch aber nicht mochte. Gut, dann habe ich eben Gemüse, Kartoffeln und Soße gegessen und mal ein bißchen mageres Fleisch, meiner Mutter zuliebe.

    Ich wurde von meiner Mutter nie gezwungen, etwas zu essen, dass ich nicht mochte, gequengelt habe ich im Gegenzug auch nicht, warum hätte ich das auch tun sollen, Gemüse, Kartoffeln/Reis/Nudeln und Soße mochte ich ja total gern.

    Aber davon abgesehen: Es geht ja hier nicht darum, dass man ein Kind zwingen sollte, etwas zu essen, was es nicht mag. Hier geht es um etwas anderes, was nicht nur das Essen, sondern sehr viele Bereiche durchzieht.

    Mein Eindruck ist der, dass hier Eltern entweder schon ihre kleinen Kinder als gleichberechtigte Partner behandeln und sich damit ganz toll fühlen, oder aber, und das halte ich für wesentlich wahrscheinlicher, ebenso wenig Lust haben zu kochen, wie ihre Kinder zu erziehen. Und auf das Kochen bezogen, eben schnell Nudeln zu kochen und Ketchup drüber zu schütten, ist nunmal wesentlich bequemer als ein vollständiges Gericht zu kochen. Und es macht natürlich einen wesentlich besseren Eindruck zu behaupten, das Kind esse nichts anderes als zu sagen, dass man einfach keine Lust hat zu kochen.

    Auffallend ist, dass die Eltern, die ausgewogen kochen, keine Kinder haben, die beim Essen rummäkeln.

    Insofern entspricht der scheinbar einseitige Ernährungswunsch der Kinder einfach nur dem Wunsch der Eltern und das Gejammer oder das stolze Betonen der Eltern, dass ihr Kind so mäkelig oder eigenwillig sei, je nachdem, ist reine Heuchelei.

    Auch wenn in vorliegendem Artikel gerade diesen Eltern Honig um den Bart geschmiert werden soll.
  2. #121

    Warum nicht Nudeln

    Ganz offensichtlich können Kinder sich von Nudeln - und fast nur von Nudeln - ernähren. Denn viele Kinder tun es, und noch mehr wollen es.

    Und, was ist daran schlecht? Nudeln sind billig, haltbar, und schnell gemacht. Es gibt kaum was besseres.

    Deswegen essen auch viele angehende Akademiker (Studenten) soviele Nudeln. Jep!

    Nudeln sind prima.

    aj
  3. #122

    Dr. Birkel?

    Zitat von alfredjosef Beitrag anzeigen
    Ganz offensichtlich können Kinder sich von Nudeln - und fast nur von Nudeln - ernähren. Denn viele Kinder tun es, und noch mehr wollen es.

    Und, was ist daran schlecht? Nudeln sind billig, haltbar, und schnell gemacht. Es gibt kaum was besseres.

    Deswegen essen auch viele angehende Akademiker (Studenten) soviele Nudeln. Jep!

    Nudeln sind prima.
    gezeichnet Dr. Birkel

    Nudeln sind eine Beilage von geringem Wert für die Ernährung. Sie enthalten fast ausschließlich Brennstoff (= leere Kalorien). Sie machen schnell satt, aber auch schnell wieder hungrig.
  4. #123

    .

    Zitat von CorvusCornix Beitrag anzeigen
    Ach, wie recht Sie haben. Ok, unsere Kinder müssen nicht alles essen, die dürfen auch Teile der Mahlzeit "verweigern", aber dann muß von dem anderen ausreichend gegessen werden.
    Nein, auch das ist nicht immer drin. Wenn es Spargel mit Kartoffeln und Schinken gibt, dann ist es keine Option, den Spargel weg zu lassen und stattdessen drei Mal so viel Schinken zu nehmen.
  5. #124

    Des Rätsels lösung

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Das könnte es tatsächlich sein, wenn man hier von Anfang an auf Vielfalt und den eigenen Zerkleinerer setzt, dann scheint es das ganze Problem nicht zu geben. Wenn dann auch von Anfang an die Muttermilch mal nach Knoblauch, Curry oder anderen Gewürzen schmeckt, dann ist Geschmacksvielfalt eine Selbstverständlichkeit.
    Nicht ganz abwegig, meine große(10) hat die normale Geschmacksrichtung, meine kleine (5) ebenfalls normale Geschmacksrichtung, steht aber zusätzlich auf Knoblauch in allen Variationen, Zwiebeln, Oliven, Paprika usw.
    Die große hat im August Geburtstag die kleine im Februar. Muss wohl nach einem Grillabend passiert sein.
  6. #125

    Eltern gehen mit schlechtem Beispiel voran.

    Zitat von höfats gratwanderung Beitrag anzeigen
    Meine Kinder mochten, als sie kleiner waren, kein Sauerkraut und nur da habe ich eine Ausnahme gemacht. Wenn Eltern ALLES essen, schmeckt auch den Kindern alles. Es geht doch schon los, wenn einer von den Eltern schon verzogen wurde und dauernd sagt:das und das mag ich nicht.
    Es gibt Erwachsene, die mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ich kenne einen Fall von Vater, der beim Besuch mit seiner Mutter eine Extrawurst zum Abendbrot bekommt: Nudel mit einer speziellen Tomatensoße. Nur für ihn, obwohl alle anderen von der Reispfanne oder Brot essen. Das sieht natürlich sein dreijähriger Sohn.

    Übrigens: Vater wie Sohn sind Einzelkinder. Da weiß man schon jetzt, wohin sich der 3-jährige entwickelt. Auch sonst ist wenig Vorbildcharakter darin. Es wird über die Verhältnisse gelebt: BMW, sehr viel Spielzeug, modernste Hauselektronik (Flachbildfernseher, obwohl das alte Röhrengerät nur wenige Jahre alt war.), sehr viele Konsumausgaben (Premiere-Abo, oder Sky), dass der Vater einen Zweitjob haben muss.

    Essen ist ja nur ein Teil des Lebens. Und immer das beste, das leckerste sofort haben zu wollen, zeugt nicht gerade von Reife, von Selbtbewusstsein, von Vernunft. Das Kind kommt leider auch kaum zur Ruhe. Anstatt mal anständig mit dem Kind zu spielen, ist man mit dem Kind ständig unterwegs, wenn denn Urlaub ist. Dabei sieht der Sohn seinen Vater niemals Radfahren, sondern ständig nur Autofahren. Sollte der Sohn vor dem zehnten Lebensjahr radfahren können, dann wäre das beachtlich.

    Die Kritik an der Erziehung beim Essen, ist ja nur exemplarisch für eine Kritik an der Erziehung allgemein. Nur wenige Eltern finden das richtige Maß. Als Großelternteil aber, hat man die nötige Weitsicht und Gelassenheit, um das richtige Maß zu finden, deswegen gehen viele Großeltern auch besser mit den Enkeln um, als Eltern mit den Kindern.
  7. #126

    Schon Karl Valentin wußte:

    Zitat von hauptkommissartauber Beitrag anzeigen
    Es gibt Erwachsene, die mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ich kenne einen Fall von Vater, der beim Besuch mit seiner Mutter eine Extrawurst zum Abendbrot bekommt: Nudel mit einer speziellen Tomatensoße. Nur für ihn, obwohl alle anderen von der Reispfanne oder Brot essen. Das sieht natürlich.....
    Kinder kann man nicht erziehen - sie machen einem alles nach ;))

    Heute will ja auch jeder ein "besonderes" Kind; nur nicht so sein wie die anderen, will sagen, ganz normal. Wenn nicht alle so satt wären, würde man auch alles essen.
  8. #127

    Was unsere reichen Kinder so alles essen müssen!

    Zitat von stanislaw Beitrag anzeigen
    Wenn es Spargel mit Kartoffeln und Schinken gibt, dann ist es keine Option, den Spargel weg zu lassen und stattdessen drei Mal so viel Schinken zu nehmen.
    Sorry, aber Spargel ist ja wohl der Gipfel. Der ist, auch in der besten Qualität für Kinder feststellbar bitter. Ob der Oxalatgehalt für Kindernieren förderlich ist, sei mal dahingestellt.

    Also ich habe schon von Tomatensoße bis Heuschrecken alles gegessen. Die Dinge, die mir als Kind aufgezwungen wurden (Heuschrecken waren nicht darunter) - z.B. die Haut des Puddings, esse ich heute noch nur mit Überwindung bzw. garnicht. Die vielen Essstörungen, die es heutzutage gibt, lassen sich bestimmt zu einem guten Teil auf die Auseinandersetzungen ums Essen in der Kindheit zurückführen.

    Also Leute macht euch mal locker und erkennt wissenschaftliche Erkenntnisse an und kocht kindgerecht. Nur weil euch Bier schmeckt (oder Spargel) muss dass einem Kind noch lange nicht bekömmlich erscheinen. Das euch etwas schmeckt, liegt vielleicht auch daran, dass der Geschmackssinn im Alter als erstes nachlässt.
  9. #128

    Kinder testen.....

    Zitat von feuercaro1 Beitrag anzeigen
    Ey, klar ist es okay, aus der roten Wachsschicht vom Käse rote Kügelchen zu formen und damit draußen zu werfen - das isst man ja auch nicht.
    Natürlich essen wir Hühnerflügelchen nicht mit Besteck, und bei uns wird bei Tisch viel gelacht, geredet, versehentlich gekleckert .....
    ..zu Hause permanent ihre Grenzen aus....und Auswärts wollen sie nicht als Deppen dastehen.
  10. #129

    guter Artikel

    Ich finde den Artikel gut. Meine Kleine ist jetzt anderthalb und probiert noch vieles aus, mag aber auch so einiges nicht. Das scheint v.a. tagesformabhängig zu sein. Aber ich denke, bei der Neophobie geht es eben genau um dieses Alter bis ca. 5 oder 6 Jahren. Von daher nerven mich die Beiträge hier, bei denen es heißt, mein Sohn(9) isst alles. Hey, super, haben wir also genau diese Phase überstanden.
    Ich werde es entspannt auf mich zukommen lassen. Wir versuchen, immer kindgerechte Elemente ins Essen einzubauen. Ich käme gar nicht auf die Idee, meinem Kind den Salat vorzusetzen, schon alleine deshalb nicht, weil sie noch nicht so viele Zähne hat. Aber wenn sie von der Tomate oder Gurke in meinem Salat probieren will, bitte.
    Ich sage mir einfach: "Abwarten und nicht panisch werden."
    Bei mir wird es jedenfalls kein "Der Teller wird leergegessen" geben. Meine Schwester hat irgendwann wirklich in die Linsensuppe gekotzt, ab da brauchte sie sie nicht mehr zu essen. Schade, dass es erst soweit kommen musste. Das wird es bei uns nicht geben.