Der Erfinder Nathan Myhrvold über den Einsatz von Labor-apparaten in der Küche, das Herstellen des perfekten Cheeseburgers sowie das Hyper-Dekantieren von Wein im Mixer
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,757511,00.html
[QUOTE=yomow;7666195]Ziemlich interessant. Natürlich für Normalos quasi unmöglich nachzuahmen, aber ich finds klasse, dass sowas gemacht wird und Leute versuchen DAS perfekte Gericht zu zaubern.QUOTE]
Aber ich denke gerade da drängt sich einem doch die Frage auf, was Perfektion beim Essen eigentlich bedeutet. In der Geometrie spricht man doch gern vom Kreis als perfekte Form, weil egal welche Änderung man vornimmt, runder kann er nicht mehr werden.
Doch gerade das Essen lebt doch davon, dass es jeder anders mag. Da scheiden sich die Geister doch schon beim Würzen. Viel/Wenig, pikant/mild, süß/sauer. Das perfekte Essen müsste demnach jedem Menschen auf der Welt gleich gut schmecken und dürfte nicht mehr zu verbessern sein. Ich bezweifle, dass man das mit Ultraschallfritöse und Stickstoff hinbekommt.
Was passiert eigentlich, wenn der Koch im flüssigen Stickstoff abtaucht?
... wer 625 Euro für so ein Kochbuch-Monstrum verlangt, hat natürliche ganz bestimmte Zielgruppen im Blick: Reiche, egozentrische Spinner, dekadente Schaumschläger und komplexbehaftete Scheinriesen, die damit die möglicherweise fehlenden Zentimeter an anderer Stelle kompensieren wollen.
Aber Möchtegern-Maître-de-Cuisine Peter Wagner würde auch das Dreifache dafür bezahlen, um die SPON-Leser seiner sonntäglichen Kolumne, die eigentlich in die "Apotheken Umschau" gehört, noch mehr mit Molekular-Müll, Hochfrequenz-Humbug und Ultraschall-Schnickschnack nerven zu können.
Ach ja, und die perversen Spielereien mit "feinster Gänseleberpastete" aus der Folter-Zucht dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Soll Kochen nicht in erster Linie ernähren?
Welchen Nährwert haben Kartoffelstreifen, die eine dreiviertel Stunde lang von Wasser durchgerüttelt und perforiert werden, selbst wenn sie dann tatsächlich innen flockig und außen knusprig sind?
Kann man aus dem Ultraschallwasser wenigstens eine nahrhafte Suppe machen?