Ermittlungen zu rechtsextremem Terror: Sicherheitsbehörden räumen Scheitern ein

Die*Ermittler*haben im Fall der Zwickauer Terrorzelle versagt. Das musste der Chef des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, jetzt vor Parlamentariern eingestehen. Bei der Aufklärung der Verbrechensserie gibt es eine verblüffende Wende: Der Mord an der Polizistin in Heilbronn war offenbar keine Zufallstat.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799074,00.html
  1. #1

    Irgendwie ergibt sich doch ein seltsames Bild. Nur ein Detail: Selbst wenn man den Tathergang des gemeinsamen "Selbstmordes" der zwei Männer rekonstruiert haben will, also wer wen wann erschoß und wer das Wohnmobil in Brand steckte, so bleibt doch das Motiv völlig unklar. Was ist denn vorher vorgefallen, daß so etwas als logische Konsequenz passieren soll? Ist es glaubhaft, wenn zwei skrupellose Verbrecher wegen eines möglicherweise verpatzten Bankraubes sich selbst erschießen, nachdem sie zuvor schon über ein Jahrzehnt im Untergrund gelebt hatten und viele Unterstützer hatten, die eine Entdeckung ihrer Taten verhinderte. Oder gibt es vielleicht doch andere Gründe? Gründe, die vielleicht aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgehalten werden, oder vielleicht auch, weil der Verfassungsschutz weiter kompromitiert werden könnte? Mit der bisher veröffentlichten Erkenntnis ergibt sich jedenfalls kein stimmiges Bild.
  2. #2

    Neues aus Hessen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die*Ermittler*haben im Fall der Zwickauer Terrorzelle versagt. Das musste der Chef des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, jetzt vor Parlamentariern eingestehen. Bei der Aufklärung der Verbrechensserie gibt es eine verblüffende Wende: Der Mord an der Polizistin in Heilbronn war offenbar keine Zufallstat.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799074,00.html
    Auch der hessische Ex-Verfassungsschützer, der 2006 Zeuge beim Neonazi-Mord in Kassel war, hat offenbar doch V-Leute in der rechtsextremen Szene geführt. Das ergaben Recherchen der hessenschau. Zuvor hatte der hessische Verfassungsschutz bestritten, dass der Verfassungsschutzmann aus Hofgeismar ("Kleiner Adolf"), der jetzt beim Regierungspräsidium Kassel arbeiten "darf", mit der V-Mann-Führung von Nazis befasst gewesen sei.

    Mehr hier: http://www.hr-online.de/website/rubr...ument_43201958
  3. #3

    ...

    Und wie begegnet man jetzt diesen Verbrechern? Eine Datei soll's richten. Hauptsache die Beamten haben eine sitzende Tätigkeit.
  4. #4

    ... weitere Ermittlungen

    "Es wurde in hohem Maße geschlampt" trifft den Nagel vielleicht nicht ganz auf den Kopf, denn hier sind meiner Meinung nach noch einige Fragen offen, wie z.B. ob hier von Behörden vorsätzlich weggeschaut wurde, der Unterstützerkreis also gar bis in höhere Ebenen reicht. Über 10 Jahre lang nichts mit zu bekommen ist schon ein starkes Stück und man muss sich tatsächlich fragen für was manche Leute hier bezahlt wurden/werden, wie es möglich ist, dass bei sovielen Morden an Bürgern ausländischer Abstammung niemand je daran dachte, dass diese Taten auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnten.
    Das wäre in der Tat eine Aufgabe für weitere, externe, Ermittlungen, für die ein Sonderermittler oder eine Gruppe, wie auch immer man diese dann nennt, durchaus angemessen erscheint.
  5. #5

    Schlamper oder Mittäter?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die*Ermittler*haben im Fall der Zwickauer Terrorzelle versagt. Das musste der Chef des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, jetzt vor Parlamentariern eingestehen. Bei der Aufklärung der Verbrechensserie gibt es eine verblüffende Wende: Der Mord an der Polizistin in Heilbronn war offenbar keine Zufallstat.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799074,00.html
    Zu gerne möchte man glauben, dass es sich hier "nur" um Schlamperei und Schludrigkeit handelt. Aber, andererseits, wenn solche Schlamperei vorsätzlich geschieht, ist der Weg zur Mittäterschaft nicht weit. Das ist das eigentlich noch mehr Beunruhigende an diesen Fällen. Ich möchte nur zu gerne wissen, wer hier an den Taten möglicherweise seine "klammheimliche Freude" hatte.
  6. #6

    "Geschlampt"

    Wers glaubt. Die wurden gedeckt, der rechte Filz reicht bis in den Verfassungsschutz, so siehts aus.

    Wieso wird diese naheliegende These kaum in der Presse behandelt?
  7. #7

    Geschlampt?

    Hallo,
    man kann den Geheimdiensten alles Mögliche unterstellen, natürlich auch Schlamperei. Doch sollte man nicht unterstellen, dass bei den Geheimdiensten überwiegend dumme Leute arbeiten. Deshalb ergibt sich zwingend die Frage, warum solange und so ausdauernd "geschlampt", d.h., nichts ermittelt wurde? Es ergibt sich schon der Verdacht, dass - und sei es nur aus einer bestimmten Geisteshaltung mit Sympathie für "Recht und Ordnung" heraus - nicht gezielt hingeschaut wurde, weil verantwortliche Leute des Verfassungsschutz es gar nicht so genau wissen wollten. Das wäre die harmlose Variante. Die schlimmere Variante wäre, dass man genau Bescheid wusste, aber nichts unternommen hat, weil die Taten des Trios den eigenen politischen Vorstellungen entsprachen.
    Es sollte nicht vergessen werden, dass die Geheimdienste der Bundesrepublik nach dem Krieg in den 50er Jahren ein Refugium für Altnazis (z. B. Organisation Gehlen)waren. Die Altnazis haben damals mit Sicherheit eine Geisteshaltung kultiviert, die möglicherweise bis heute überdauert hat.
    Gruß
    Aladin
  8. #8

    ermittlungen zu rechtsextremem terror

    In Deutschland war es schon immer so: Der Feind steht links!
    Und siehe da: Es war schon immer die Unwahrheit!
    Ist die Weimarer Republik von den Linken eliminiert worden? Nein!

    Hier haben wir es mit einem handfesten Skandal zu tun, hier müssen beim Verfassungsschutz Leitungsköpfe rollen!
    Ein Verbot der NPD löst das Problem nicht einmal im Ansatz!

    Langfristig kann nur eine politische Verhaltensänderung greifen, die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen uns wirklich und ehrlich willkommen sein!

    Es darf nicht bei den ekelerregenden Krokodilstränen der Bild-Zeitung bleiben!

    Erwin Fortelka
  9. #9

    Da wurde in BW über Jahre, mit vielköpfigen Sonderkommisionen, bis auf die letzte noch so abseitig erscheinende Nebenspur, versucht, alle Details im Polizistenmord von Heilbronn für die Aufklärung zu nutzen.

    Nur diese Spuren wurden übersehen?

    Wurden diese aktuellen Infos wenigstens jetzt vom BW-LKA veröffentlicht und ermittelt? Oder stehen die immer noch auf dem Standpunkt von vor 1 Woche: Jetzt ist der Heilbronner Fall aufgeklärt und bedarf keiner weiteren Untersuchungen?

    Irgendwas versuchen die doch immer noch zu verbergen.
    Was das wohl sein mag? Wohl kaum eine private Geschichte des Opfers...