Erklärung für den Dax-Crash: "Der Finger am Verkaufsknopf sitzt locker"

200 Punkte Minus binnen*weniger Minuten: War der Computerhandel schuld am plötzlichen Dax-Absturz vom Donnerstag? Experten glauben nicht an die Theorie des maschinengelenkten Crashs. Sie vermuten hinter dem Einbruch eher menschliche Schwächen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...782622,00.html
  1. #30

    falsch, falscher..

    ihre Schlußfolgerung:

    Zitat von zephyroz Beitrag anzeigen
    ...Man muß sich immer nur vor Augen halten, daß die Finanzer keinen volkswirtschaftlichen Nutzen haben und keinen Mehrwert erzeugen, wenn sie mit Geld Geld machen.
    "Finanzer" machen Geld nicht mit Geld sondern mit dem Eingehen eines Verlustrisikos bzw. mit dem Verzicht auf den sofortigen Konsumakt. Sie stellen Unternehmen auf Zeit den Produktionsfaktor Geld zur Verfügung und erhalten dafür eine Entschädigung: Im Falle eines Kredites Zinsen im Fall von Eigenkapital Dividenden oder Kursgewinne bei Veräußerung.
  2. #31

    Natürlich können ...

    Zitat von EinäugigerKönigderBlinden Beitrag anzeigen
    Die Börse ist dazu da, um Unternehmen zu finanzieren, und das tut sie auch. Auf welchen Zweck würden Sie sie denn gerne "zurückführen"? Und dass die "Finanzer", wie Sie sie nennen, keinen volkswirtschaftlichen Nutzen haben widerspricht allen volks- und finanzwirtschaftlichen Erkenntnissen und Veröffentlichungen. Ohne Finanzierung keine Investitionen, ohne......
    ... Sie glauben, was Sie wollen und die Erde für eine große Pizza halten . Aber die Spekulation - Börse uvm - hat noch nie einen Nutzen für das Land und die Bürger gebracht . Gewinnt der Spekulant, muss zwangsläufig ein anderer verlieren . Und wozu sind dann Banken da, etwa um Finanzierungen zu machen oder nur zum mitzocken ? Wenn jemand Geld braucht, so ist es die Kernaufgabe jeder Bank, solches zu besorgen. Damit verdienen Banken genug . Und darauf sollten Sie auch zurückgeführt werden .Der Rest ist überflüssig und volksschädlich .
  3. #32

    Soweit so richtig und gut

    Zitat von knobel Beitrag anzeigen
    ihre Schlußfolgerung:



    "Finanzer" machen Geld nicht mit Geld sondern mit dem Eingehen eines Verlustrisikos bzw. mit dem Verzicht auf den sofortigen Konsumakt. Sie stellen Unternehmen auf Zeit den Produktionsfaktor Geld zur Verfügung und erhalten dafür eine Entschädigung: Im Falle eines Kredites Zinsen im Fall von Eigenkapital Dividenden oder Kursgewinne bei Veräußerung.
    Das Problem liegt doch darin, dass sich neben dem "realen" Handel, der sich auf reale Werte bezieht, ein gigantischer "Derivatehandel" entwickelt hat, der bloß noch auf Wetten auf die Entwicklung von anderen Wetten bezieht.
    Wenn dieser "Zertifikatehandel" beruhigt oder ganz stillgelegt würde, könnten die Investmentbanker nicht mehr unseren Wohlstand gefährden.
  4. #33

    ...

    Zitat von hocz Beitrag anzeigen
    So eine Paranoia ist schon bitter, oder ?
    Im Ernst : hast du dir mal ausgerechnet, wieviel Geld man in die Hand nehmen muss, um den DAX um 200 Punkte zu bewegen ? Und das alles nur, um dir ein paar Hunderter aus der Tasche zu ziehen ?
    Lächerlich...
    Nein - lächerlich ist das ganz sicher nicht. Die "Big Boys" geben nur den Anstoß - den Rest machen dann die Bots automatisch und der abschließende Teil sind dann Kleinanlger.

    Mit Paranoia hat das nichts zu tun.
  5. #34

    ...

    Zitat von Gani Beitrag anzeigen
    Das ist ja mal eine abstrus-dämliche Theorie. Wer long ist, der schert sich um so einen Tagesfurz einen feuchten Kehrricht.
    Sie haben einfach keine Anhnung.

    Wer mit einem hohen Hebel long war, ist durch diesen Sturz um sein Geld gebracht worden. Und es waren sehr viele (hochgehebelt mit KOs) long - die Big Boys haben das natürlich gewusst denn sie haben auf diese Daten direkten Zugriff.

    Das Sie das nicht verstehen ändert daran nichts.
  6. #35

    Hebel 100,

    Zitat von alhoh Beitrag anzeigen
    Nicht ganz. Nicht vergessen: Als Jérôme Kerviel bei der Société Générale aufflog, hatte er gerade Positionen in Höhe von ca. 100 Milliaren (nicht Millionen) Euro auf den DAX inne. Ein Mann. Hundert Milliarden. Aber das nur am Rande.
    da ist völlig normal in den Handelsräumen bei Devisengeschäften.
    Eigener Einsatz: 1 Mrd, Handelsvolumen 100Mrd.

    Mit meinem voll investierten Konto hatte ich schon Tage mit
    mit einem Handelsvolumen von 5 Mio. Euro.
    Es gibt Broker, die erlauben einen Hebel von 200, ja sogar 400.
    (Ich bin da nicht auf dem Laufenden, wie groß dabei ein Kontrakt ist;
    es interessiert mich gerade nicht.)
  7. #36

    ...

    Zitat von EinäugigerKönigderBlinden Beitrag anzeigen
    Also zunächst einmal müsste man die Kurse nicht um 200 Punkte fallen lassen, um die Stop-Losses der meisten Positionen auszulösen, oder wer hat seine S/L bitte 200 Punkte unter dem Markt (2 % Risiko pro Trade sind....
    Da müssen einfach nur ein paar tausend Futuires in den Markt gedrückt werden - den Rest machen dann die Bots.
  8. #37

    So einen Bericht brauch ich nicht!

    Wozu wurde dieser Bericht geschrieben? Ich kann es nicht sagen aber er ist meiner Meinung nach unnötig, es steht eigentlich nur eine Information drin....der DAX ist in 45 Minuten um 200 punkte gefallen....Toll... das habe ich, da ich selber Aktien besitze schon eine ganze Weile vor erscheinen des Berichts mitbekommen.
    Von daher empfinde ich einen solchen Bericht eher als kontraproduktiv, es wird immer wieder gesagt die Aktionärsquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich zu niedrig....mit einem solchen Bericht wird sie auch nicht gefördert....steht ja eigentlich nur drin, das keiner eine Ahnung hat was eigentlich passiert ist....und DA soll ich mein Geld anlegen? Wird wohl eher nicht der Fall sein.
    Vielleicht ist das aber auch eine mögliche Erklärung für den Absturz. Die Aktionärsquote in Deutschland liegt glaube ich bei unter 10%, das bedeutet der Markt wird von Großinvestoren dominiert, welche alle irgnendwie unter Performancedruck stehen und so wie sich da eine Gefahr anbahnt sind sie weg. Mit ein paar Privatinvestoren mehr, die eine Aktie kaufen und langfristig halten wären die Ausschläge eventuell geringer. Ich kaufe Aktien um längerfristig etwas aufzubauen und nicht mit dem Vorsatz das ich am Ende des Jahres 20% erreicht haben muss.
  9. #38

    Naive Sichtweise

    Zitat von systemmirror Beitrag anzeigen
    kein Finger am Verkaufsknopf, das ist die Software, die automatisch auf die Kurse reagiert. das wissen auch die Börsianer, die diesen Mist ja haben wollen und wenns mal abwärts geht am Jammern sind. Vielleicht müßten mal wieder einige mehr ihr Hirn einschalten und ganz einfach forern diese Dinger abzuschalten und wieder manuell zu arbeiten.
    Naiverweise glauben Sie, daß die "Software" bei fallenden Kursen nur hinterherhechten und auch verkaufen kann. Sie können aber genauso gut kaufen. Niemand könnte sich lange am Markt halten, der systematisch das Falsche macht und Verluste produziert. Das würde sich ganz von selbst regeln.
  10. #39

    ...

    Zitat von 47/11 Beitrag anzeigen
    Aber die Spekulation - Börse uvm - hat noch nie einen Nutzen für das Land und die Bürger gebracht . Gewinnt der Spekulant, muss zwangsläufig ein anderer verlieren . Und wozu sind dann Banken da, etwa um Finanzierungen zu machen oder nur zum mitzocken ? Wenn jemand Geld braucht, so ist es die Kernaufgabe jeder Bank, solches zu besorgen. Damit verdienen Banken genug . Und darauf sollten Sie auch zurückgeführt werden .Der Rest ist überflüssig und volksschädlich .
    Ihre Sicht auf die Ökonomie halte ich für viel zu stark vereinfacht. Natürlich sollen die Banken "Geld besorgen", aber was heißt das in der Praxis, wo kommt das Geld her? Hier gibt es eben sehr viele Kanäle, jeder mit eigenen Charakteristika und bei den allermeisten entscheiden nicht die Banken, wo das Geld hinfließt, sondern private Investoren, was alles zwischen einer Privatperson und einem Private-Equity-Fonds sein kann.

    Dass Spekulation nicht nützlich, sondern schädlich sein soll, ist zwar seit Beginn der Finanzkrise eine (v.a. bei Laien und Politikern, wobei ich bezweifle, dass die Politiker selbst daran glauben, aber was sollen sie sonst erzählen?) sehr weit verbreitete Behauptung, richtiger wird die These dadurch nicht. Die Erkenntnisse der Finanz- und Volkswirtschaftslehre sagen genau das Gegenteil. Eigentlich würde ich gerne ein ganzes Kapitel aus Uszczapowski, "Optionen und Futures verstehen" zitieren, in dem es um Schaden und Nutzen durch Spekulation geht, das passt aber leider nicht in 3500 Zeichen. Sehr kurz zusammengefasst ist der Kernpunkt, dass Finanzmärkte nur die Risiken verteilen und verteilen können, die die Realwirtschaft aufbaut. Wenn Sie ein Unternehmen gründen und dazu Geld brauchen, das Sie sich am "Finanzmarkt" besorgen (also Aktien oder Anleihen emittieren, Kredite aufnehmen etc.), übernehmen Ihre Gläubiger und Anteilseigner einen Teil des unternehmerischen Risikos, das aber durch die realwirtschaftliche Betätigung entsteht und nicht durch den Finanzmarkt. Gleiches gilt, wenn Lufthansa sich gegen Währungsrisiken absichern will: das Risiko existiert schon vorher, aber diese Risiken werden eben am Markt gegen Geld an Akteure verteilt, die bereit sind diese zu tragen. Finanzmärkte schaffen keine eigenen Risiken, Sie sorgen nur für eine Allokation der Risiken, die ohnehin schon existieren. Warum können denn der Wert von Aktien und (Staats-)Anleihen einbrechen, wo kommen die Risiken her? Einfach daher, dass bei jeder ökonomischen Unternehmung das Risiko besteht, dass es nicht profitabel ist und die Schulden nicht mehr bedienen und Anteilseigner nicht auszahlen kann. Für Staaten gilt Entsprechendes. Wenn man sich jetzt noch den Schuldenstaat der Industriestaaten und Bürger anschaut, braucht man keine weiteren Erläuterungen, glaube ich. Finanzmärkte SCHAFFEN KEINE Risiken, sondern VERTEILEN diese. Der Weltfinanzmarkt ist nichts anderes als alle Menschen und Unternehmen der Welt zusammen. Und wenn alle Akteure z.B. Griechenland nur noch gegen exorbitante Aufschläge (=Risikoprämien) Geld leihen wollen, sind nicht alle anderen (also der Finanzmakrt) Schuld, sondern Griechenland.

    Wenn Sie wissen wollen, wie sich ein Land OHNE Finanzmärkte entwickelt, ist die UdSSR ein gutes Beispiel. Wer gegen Finanzmärkte ist, will ein Wirtschaftssystem wie das der UdSSR, das muß man jedem klipp und klar erklären, der die Finanzmärkte zum Sündenbock machen und abschaffen will.