... und er macht intuitiv, auf den Glauben vertrauend, das Richtige. Was für Bilder aus Rom! Viele zigtausende, vornehmlich junge Menschen, die stundenlang jubeln, feiern, skandieren - und dann - als der Heilige Vater sie auffordert, für ihn zu beten, innerhalb wirklich einer Sekunde Mucksmäuschenstille auf dem Platz, viele knieten und über alle Nationalitäten und Sprachen hinweg, beteten sie vereint in Vater Unser und Ave Maria. In einem heiligen Ernst, wie ihn nur der Glaube verleihen und den Mensch über seine eigene Leib- und Endlichkeit erhöhen kann. Da war nichts inzeniert, da war keine scripted reality, das war Realität des lebendigen Glaubens. Was für eine Freude in den Gesichtern - vor allem, was für eine uns verwöhnt Dekadenten heute ansonsten unbekannte Art von Freude. Was für eine im buchstäblichen Sinne unfassbare Wucht müssen diese Bilder - Zeugnis des Glaubens - für den nur noch konsumorientierten, sinnentleerten Endverbraucher der westlichen Industrienationen haben, für den die einzige Glaubensfrage nur noch darin besteht, ob die Version seines Iphone noch zeitgemäß ist und der, konsum- und medienberieselt, sich die existeniellen Fragen nach dem Woher und Wohin schon seit Jahren nicht mehr gestellt.


