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Erinnerungen eines Fans: Als der Fußball noch nicht modern war

picture alliance / dpaVon Mutti gestrickte Fanschals, Nationalisten in der Nationalmannschaft und hässliche Parolen: In der Siebzigern und Achtzigern war der Fußball anders als heute. In einem Spezial des Magazins "11FREUNDE" erinnert sich Christoph Biermann an das Fanleben vor dem Bundesliga-Boom.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...822789,00.html
  1. #1

    Gesellschaftlicher Umbruch

    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie. Man brauchte auch keine Stahlzäune um das Spielfeld, der menschliche Anstand war noch weit verbreitet.

    Vergleicht man alles mit der heutigen Zeit kann man sich nur fragen: Wie konnte es dazu kommen?
    Haben wir ein falsches Verständnis von Freiheit, die nie grenzenlos sein kann?
    Geht das eigene Wohlbefinden vor dem aller anderen?
    Wo ist der Anstand geblieben, hat ihn keiner mehr?

    Warum war es damals möglich, ohne jeden Schutzzaun zu spielen, heute aber nicht?
    Wer mit offenen Augen durch die Welt geht kann nur erschaudern. Der gesellschaftliche Niedergang zeigt sich allenthalben.
    Keine Moral, kein Anstand, Egoismus überall.
    Aber das fängt schon im Kindergarten an, setzt sich in der Schule fort und als Erwachsener ist man geprägt.
    Umkehr täte dringend Not!
  2. #2

    Grandios geschrieben

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von Mutti gestrickte Fanschals, Nationalisten in der Nationalmannschaft und hässliche Parolen: In der Siebzigern und Achtzigern war der Fußball anders als heute. In einem Spezial des Magazins "11FREUNDE" erinnert sich Christoph Biermann an das Fanleben vor dem Bundesliga-Boom.

    Erinnerungen eines Fans: Als der Fußball noch nicht modern war - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Da kommen viele alte Erinnerungen hoch...
  3. #3

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie.
    Eine erstaunliche Aussage, wenn man bedenkt, dass der Autor des obigen Artikels eigene Erlebnisse mit Fußballrockern damals beschreibt.
  4. #4

    mh

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie. Man brauchte auch keine Stahlzäune um das Spielfeld, der menschliche Anstand war noch weit verbreitet.

    Vergleicht man alles mit der heutigen Zeit kann man sich nur fragen: Wie konnte es dazu kommen?
    Haben wir ein falsches Verständnis von Freiheit, die nie grenzenlos sein kann?
    Geht das eigene.....
    ist das ein beitrag aus den 80ern? der die 50er verglorifiziert? ist die einzige erklärung, denn zum artikel passt er nicht mit einer silbe.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von Mutti gestrickte Fanschals, Nationalisten in der Nationalmannschaft und hässliche Parolen: In der Siebzigern und Achtzigern war der Fußball anders als heute. In einem Spezial des Magazins "11FREUNDE" erinnert sich Christoph Biermann an das Fanleben vor dem Bundesliga-Boom.

    Erinnerungen eines Fans: Als der Fußball noch nicht modern war - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Bin weder Ultra, noch Hooligan, noch Rechter - aber ich bin früher trotzdem lieber ins Stadion gegangen. Es war emotionaler, ursprünglicher und vor allem preiswerter. Ich wettere nicht gegen den sog. "modernen Fußball", weil es anscheinend die Mehrheit so haben will. Aber mir macht er keinen Spaß.
  6. #6

    Otto, lass die (Samson-)Löwen los

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Von Mutti gestrickte Fanschals, Nationalisten in der Nationalmannschaft und hässliche Parolen: In der Siebzigern und Achtzigern war der Fußball anders als heute. In einem Spezial des Magazins "11FREUNDE" erinnert sich Christoph Biermann an das Fanleben vor dem Bundesliga-Boom.

    Erinnerungen eines Fans: Als der Fußball noch nicht modern war - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport
    Klug. Vergleichbar Kluges zum Thema Fansein ohne Scheuklappen gibt es auch von Ulrich Hesse-Lichtenberger zu lesen. Einfach mal googlen, wen's interessiert.
    Biermann reflektiert die Zeit angemessen kritisch, da kommen Erinnerungen hoch, die man vielleicht auch gerne wegdrücken würde.

    Fußball und Intellekt, das ging damals nicht zusammen. Vielleicht sollte man sagen: Fußball und Intelligenzija, das ging nicht zusammen. Intelligenzija im Sinne einer vor sich hergetragenen Attitüde.

    Was in meiner Erinnerung aber "damals" (70er, 80er, Anfang der 90er Jahre) wirklich besser war: weniger Inszenierung im Stadion, weniger Choreographie, weniger Beschallung. Keine Fahnenaufläufe, die ungut an Reichsparteitage erinnern. Kapitalistisch war Bundesliga-Fußball schon immer, so konsumorientiert mit "durchgeschleusten" Verbrauchern war es früher nicht. Der durchgeknallteste Spruch zu dem Thema: "Kommerz mit Herz." Das hatten die Dortmunder Borussen damals definitiv verloren. "Echte Liebe" ist allerdings auch nicht besser. Wie die Würdigung im Rahmen eines Marken-Awards beweist. Leidenschaft kann man schlecht verkaufen. Trikots überziehen, das geht, ja.
  7. #7

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie. Man brauchte auch keine Stahlzäune um das Spielfeld, der menschliche Anstand war noch weit verbreitet.
    Haben Sie den Artikel nicht gelesen? Fußball war früehr viel gewalttätiger und jeder, der schon vor 20-30 Jahren ins Stadion gegangen ist, wird das bestätigen können.

    Wer mit offenen Augen durch die Welt geht kann nur erschaudern. Der gesellschaftliche Niedergang zeigt sich allenthalben.
    Wie bitte? Woran machen Sie das denn fest?
  8. #8

    Nanu?

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie. Man brauchte auch keine Stahlzäune um das Spielfeld, der menschliche Anstand war noch weit verbreitet.

    Vergleicht man alles mit der heutigen Zeit kann man sich nur fragen: Wie konnte es dazu kommen?
    Haben wir ein falsches Verständnis von Freiheit, die nie grenzenlos sein kann?
    Geht das eigene Wohlbefinden vor dem aller anderen?
    Wo ist der Anstand geblieben, hat ihn keiner mehr?

    Warum war es damals möglich, ohne jeden Schutzzaun zu spielen, heute aber nicht?
    Wer mit offenen Augen durch die Welt geht kann nur erschaudern. Der gesellschaftliche Niedergang zeigt sich allenthalben.
    Keine Moral, kein Anstand, Egoismus überall.
    Aber das fängt schon im Kindergarten an, setzt sich in der Schule fort und als Erwachsener ist man geprägt.
    Umkehr täte dringend Not!
    Mir deucht du hast den Artikel nicht gelesen. Dabei warst du wohl auch nicht. Und Fussball gucken scheinst du heute auch nicht, sonst wüsstest du, dass Schutzzäune nicht die Regel sind, nur dort zu finden wo tatsächlich noch gehirnamputiertes Gesindel die Kurve bevölkert.

    Gewalt ist (noch) nicht (wieder) die Regel im Fussball.
  9. #9

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Es war ein gesellschaftlicher Umbruch. Gewalt beim Spiel gab es so gut wie nie. Man brauchte auch keine Stahlzäune um das Spielfeld, der menschliche Anstand war noch weit verbreitet.
    ....
    Warum war es damals möglich, ohne jeden Schutzzaun zu spielen, heute aber nicht?
    Ääh ... haben Sie den Artikel gelesen und verstanden? Waren Sie in den 70ern und 80ern in Fußballstadien? Ich war häufig da und kann sagen: Heute gehe ich ohne Sorge ins Stadion (höchstens mit der Sorge, dass der EffZeeh verliert :-D). Unter den damaligen Umständen würde ich heute nicht mehr ins Stadion gehen und auch versuchen, meine Kinder daran zu hindern. Damals kannte ich das nicht anders, als aufzupassen, dass man möglichst ohne Schlägerei nach Hause kam. Ihr zeitgenössisches Klagelied "früher war ja alles viel besser" können Sie sich in diesem Zusammenhang schenken. Dafür brauchen Sie nur den Schluss des Artikels zu lesen.

    Apropos Artikel: Toller Beitrag. Er spricht mir aus der Seele in seiner angedeuteten Ambivalenz. Die Kommerzialisierung hat ihre negativen Seiten (z.B. die Zersplitterung des Spieltages), aber per Saldo ist Fußball heute für den Zuschauer um einiges besser. Ich brauche die alten (verklärten) Zeiten auch nicht.


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