Wie statistische Angaben sind wissenschaftliche All(gemein)aussagen auch in der Psychologie "Mittelungen" (...erst recht natürlich, wenn sie auf statistischen Daten beruhen). Mehr oder weniger große Abweichungen davon werden dadurch nicht mehr erkennbar, kommen aber selbstverständlich vor.
Wie bei der Körpergröße sind "natürlich" (schon im Sinne von "von Natur aus"!) auch individuelle Gedächtnisleistungen bei verschiedenen Personen mehr oder weniger unterschiedlich - bis hin zu Extremfällen wie Mozart, der (mindestens für Musik, also akustisch) eine Art "absolutes" Gedächtnis gehabt haben muss.
Visuelle Gedächtnishochleister sind bekannter; ihnen attestiert man umgangssprachlich bekanntlich ein "photographisches Gedächtnis", während sie fachterminologisch "Eidetiker" genannt werden (abgeleitet von dem griechischen Wort 'eidós' für "Bild", von dem unser Begriff der "Idee" stammt; zum hochkomplexen Verhältnis von Sprachelementen und den dazu nötigen geistigen Leistungen s. <a href=http://www.gehirn-und-geist.de/alias/dachzeile/sprache-und-gehirn/870370#comment-1011334>"Worauf es bei Sprache ankommt"</a>).
Einzelzeugnisse hier im Forum widersprechen deswegen nirgendwo der empirischen Gedächtnisforschung, sondern sind lediglich weitere Beispiele dafür, wie extrem unterschiedlich Gedächtnisleistungen bei verschiedenen Menschen sein können - übigens auch im ganz persönlichen Leben, wie ebenfalls schon mehrfach anklang!
Wenn ich die bisherigen Beiträge richtig erfasst habe, hat aber noch niemand hier die sicherlich auch allgemeine Erfahrung angesprochen, dass wir zu viel mehr Wiedererkennungsleistungen fähig sind als zu typischen Erinnerungsleistungen - obwohl beides Gedächtnisleistungen sind. (In meinem Beitrag #65 habe ich auf sie und den wesentlichen Unterschied zwischen ihnen hingewiesen.)

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