Die Ingenieure sind ja auch nicht schlecht ausgebildet, aber die FHs legen halt eher den Schwerpunkt auf Lehre, nicht so sehr auf Forschung - und auf die kommt es bei den Rankings v.a. an.
Dazu zwei selbst erlebte Beispiele:
1. Nach der Abschaffung der ZVS müssen sich die Studenten bei den Universitäten direkt bewerben. Zu dem Zeitpunkt, wo die Bewerbungen eingehen müssen, hat die an einer mir bekannten Uni dafür verantwortliche Person ihren Sommerurlaub (4 Wochen) genommen. Die Beantwortung der Bewerbungen, also die Versendung der Zusagen, wurde damit um den gleichen Zeitraum verschoben. Als dann die Zusagen verschickt wurden, hatten alle guten Studenten schon Zusagen von anderen Unis - der komplette Jahrgang des entsprechenden Fachbereichs dieser Uni ist jetzt dementsprechend...
2. TVP-Stellen (Technisches und Verwaltungs-Personal) sind an den Unis neben Professuren oftmals die einzigen unbefristeten Stellen. Bei Ausschreibungen für TVP-Stellen (z.B. Technische Assistenten) haben wir immer ca. 10-30% Bewerbungen von diplomierten oder sogar promovierten Akademikern. Deren Bewerbungen gehen automatisch in die Ablage P ("Papierkorb"), da wir sie nicht einstellen dürfen. Der Personalrat bzw. das Personalreferat lehnt die in 100% der Fälle wg. "Überqualifikation" ab. [Auf die Idee würde ein privatwirtschaftliches Unternehmen nie kommen...] So haben wir jetzt halt fünf TAs, die wenn sie nicht grade krank sind oder im Urlaub, pünktlich mit Dienstschluß das Werkzeug fallen lassen um auf die Sekunde genau an der Stechuhr anzukommen. Stechuhren gibt es hier übrigens auch nur fürs TVP, nicht für das wissenschaftliche Personal. Die Stellen hätten wir auch mit Akademikern besetzen können, welche die Professoren massiv entlasten könnten (z.B. bei der Kursbetreuung), und die uns dafür sogar sehr dankbar gewesen wären - denn dort, wo die gelandet sind, die ich persönlich kenne, sind sie meistens überhaupt nicht zufrieden. Viele der oben genannten Bewerber bewerben sich z.B. aus dem Berufsleben in der Privatwirtschaft heraus, weil ihnen Grundlagenforschung und Lehre fehlen. Und wir können sie nicht einstellen (ausser, sie geben ihr Diplom bzw. ihren Master bzw. ihren Dr. zurück und haben nur einen Bachelor in der Tasche...). Geld ist halt nicht alles, die meisten studieren ja nicht, weil sie mal viel Geld verdienen wollen (ausser vielleicht bei den BWLern, soviel Vorurteil muss sein...), sondern weil sie sich für erkenntnistheoretische Fragestellungen interessieren!!
Generell: wenn man Eliteunis will, muss man ganz "einfach":
- sehr viel Geld zur Verfügung stellen
- höchsten Wert auf die Publikationsleistung legen (wer nicht exzellent publiziert, muss automatisch doppelt soviele Lehrverpflichtungen aufgebrummt bekommen!)

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