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Ergebnis des Exzellenz-Wettbewerbs: Das sind Deutschlands Forschkönige

DPAFünf Aufsteiger, drei Absteiger, elf Elite-Unis insgesamt - das ist die Bilanz des Exzellenz-Wettbewerbs für deutsche Hochschulen. Doch kaum ist die Kür vollzogen, beginnt die nächste Debatte: Wie geht es eigentlich weiter, wenn die Forschungsmilliarden ausgegeben sind?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...839162,00.html
  1. #30

    Einige Anmerkungen

    Zitat von ATLien Beitrag anzeigen
    Interessanterweise sieht beim Ranking speziell fuer Ingenieurwissenschaften auch nicht viel besser aus (trotz dem Glauben vieler Deutscher wie bewundert der Diplom-Ingenieur-Titel weltweit ist).
    Die Ingenieure sind ja auch nicht schlecht ausgebildet, aber die FHs legen halt eher den Schwerpunkt auf Lehre, nicht so sehr auf Forschung - und auf die kommt es bei den Rankings v.a. an.

    Zitat von ATLien Beitrag anzeigen
    Eine andere Frage, die noch interessant waere: Wie ist der Effekt des Elitestatus auf die Studentenzahl und -qualitaet (...) Hier habe ich noch keine Zahlen gesehen,

    (...)

    wer wirklich will, dass deutsche Universitaeten zu den USA, GB, Singapur, etc. aufschliessen, sollte ihnen (zumindest einigen forschungsintensiven) endlich Autonomie bzgl. Forschergehaeltern, Studentenauswahl, Studiengebuehren, etc. geben.
    Dazu zwei selbst erlebte Beispiele:

    1. Nach der Abschaffung der ZVS müssen sich die Studenten bei den Universitäten direkt bewerben. Zu dem Zeitpunkt, wo die Bewerbungen eingehen müssen, hat die an einer mir bekannten Uni dafür verantwortliche Person ihren Sommerurlaub (4 Wochen) genommen. Die Beantwortung der Bewerbungen, also die Versendung der Zusagen, wurde damit um den gleichen Zeitraum verschoben. Als dann die Zusagen verschickt wurden, hatten alle guten Studenten schon Zusagen von anderen Unis - der komplette Jahrgang des entsprechenden Fachbereichs dieser Uni ist jetzt dementsprechend...

    2. TVP-Stellen (Technisches und Verwaltungs-Personal) sind an den Unis neben Professuren oftmals die einzigen unbefristeten Stellen. Bei Ausschreibungen für TVP-Stellen (z.B. Technische Assistenten) haben wir immer ca. 10-30% Bewerbungen von diplomierten oder sogar promovierten Akademikern. Deren Bewerbungen gehen automatisch in die Ablage P ("Papierkorb"), da wir sie nicht einstellen dürfen. Der Personalrat bzw. das Personalreferat lehnt die in 100% der Fälle wg. "Überqualifikation" ab. [Auf die Idee würde ein privatwirtschaftliches Unternehmen nie kommen...] So haben wir jetzt halt fünf TAs, die wenn sie nicht grade krank sind oder im Urlaub, pünktlich mit Dienstschluß das Werkzeug fallen lassen um auf die Sekunde genau an der Stechuhr anzukommen. Stechuhren gibt es hier übrigens auch nur fürs TVP, nicht für das wissenschaftliche Personal. Die Stellen hätten wir auch mit Akademikern besetzen können, welche die Professoren massiv entlasten könnten (z.B. bei der Kursbetreuung), und die uns dafür sogar sehr dankbar gewesen wären - denn dort, wo die gelandet sind, die ich persönlich kenne, sind sie meistens überhaupt nicht zufrieden. Viele der oben genannten Bewerber bewerben sich z.B. aus dem Berufsleben in der Privatwirtschaft heraus, weil ihnen Grundlagenforschung und Lehre fehlen. Und wir können sie nicht einstellen (ausser, sie geben ihr Diplom bzw. ihren Master bzw. ihren Dr. zurück und haben nur einen Bachelor in der Tasche...). Geld ist halt nicht alles, die meisten studieren ja nicht, weil sie mal viel Geld verdienen wollen (ausser vielleicht bei den BWLern, soviel Vorurteil muss sein...), sondern weil sie sich für erkenntnistheoretische Fragestellungen interessieren!!

    Generell: wenn man Eliteunis will, muss man ganz "einfach":

    - sehr viel Geld zur Verfügung stellen
    - höchsten Wert auf die Publikationsleistung legen (wer nicht exzellent publiziert, muss automatisch doppelt soviele Lehrverpflichtungen aufgebrummt bekommen!)
  2. #31

    Irrglauben

    Die Begrifflichkeit Excellenz-Universität erweckt den Eindruck, es handele sich um die excellentesten Universitäten Deutschlands - gleich einem Universitätsranking. Dies ist natürlich nachweislich nicht der Fall, geht es doch eher um die Möglkichkeiten, innerhalb eines Rankings weiter aufzusteigen (durch z.B. Bildung eines Clusters etc.). Es ist schade, dass durch Frau Schavan wieder einmal versäumt wurde, darauf hinzuweisen. Selbstverständlich haben wir Universitäten, die bei internationalen und nationalen (z.B. auch Spiegel oder Focus) Rankings ganz oben stehen, und bei Frau Schavan noch nicht einmal erwähnt werden. Naja, vielleicht hat Frau Schavan auch nicht genügend Zeit gehabt, da sie derzeit die Bibliographie ihrer Doktorarbeit überarbeitet...
  3. #32

    Der Hintergrund

    ist, dass UNIs und Hochschulen Ländersache sind,
    der Bund sich aber einmischen will, für den Fall
    dass die Länder mehr Geld für die Unis brauchen
    und durchsetzen könnten.
    Damit das nicht auffällt, steuern die Länder selbst
    noch ein bisschen dabei.
    Das geht natürlich auf Kosten der regulären Budgets,
    und Zeit ist Geld, und Geld ist Zeit.
    D.h, den Instituten, die sich bei dem Wettbewerb beteiligen
    geht auch noch Zeit verloren.
    das ganze ist ein Ansporn, und fordert die Institute
    in ihrer Selbst Darstellungs- und Behauptungstechniken.
    Die Qualtität der Lehre und der Forschung könnte
    so auf indirektem Wege besser werden, als wenn man ihnen einfach so mehr Geld gibt, und sie in Ruhe arbeiten lässt.
    Den kostspieligen und zeitverschwendenen Weg der Exzellnzinitaive geht man natürlich nur dann, wenn es nötig ist.
    Beim KIT ist man den Weg nur Anfangs gegangen,
    um zu sehen wie der Prozess funktioniert,
    nötig war beim KIT nicht.
    Fürs KIT ist es unangemessen, es zu begutachten,
    weil es unnötig ist, oder auch schon immer nutzlos.
    Es tut nichts zur Sache.



    Das ganze ist ohnehin unakademisch,
    DSDS hat mehr akademische Qualität.
    Wenn so viele kleine Länder in Europa ansieht,
    so dass sie in der Summe etwa die Grösse Deutschlands
    haben, so haben ihre Unis in der Summe
    wohl eine wesentlich höhere Qualität in Forschung und Lehre.
  4. #33

    ... für mehr bundesweit gesteuerte Forschung ...

    Die Erfindung der „Elite-Unis“ haben wir Frau Bulmahn und Gerhard Schröder zu verdanken. Was für andere überfällig war, war für die SPD eine Revolution. Weg von der Gießkannen-Förderung, hin zu mehr bewusster Steuerung. Und das in der gremiendemokratischen Rektorenkonferenz. Elite ist natürlich was anderes, aber die Steilvorlage hat sich der Polit-Profi Schröder nicht entgehen lassen. Die Idee ist brillant – die Durchführung krankt jedoch etwas.
    Zitat von jojocw Beitrag anzeigen
    Habe ich das richtig gelesen, dass es nur noch 2 technische Universitäten unter den exzellenten gibt?
    Das ist sehr bedauerlich, denn nur in diesen Bereichen ist wirklich Geld zu verdienen (ich meine gesamtgesellschaftlich).
    Die Geist-Wirtschaft-Sozial-Wissenschaften expandieren überall, aber was nützen sie der ganzen Gesellschaft? in unserer Zeit? Dass jeden Tag wieder eine neue zweifelhafte Studie erstellt wird, oder neue Wirtschafts- und Kapital-theorien erstellt werden, im Sinne der Geldhäuser?
    Dem Argument stimme ich zu: Das Bewertungsverfahren gewichtet gut vernetzte Voll-Unis hoch und Spezialisten runter. Darüber hinaus haben fragwürdige Politiker – jeglicher Couleur - zu viel zu sagen.
    Zitat von 4ndreas Beitrag anzeigen
    Der "Rauswurf" des K.I.T. hat wohl eher damit zu tun, dass seit Gründung versucht wird den Einfluss der Politik auf die Institutsleitung soweit es geht zu reduzieren. Auch weigert man sich hier vehement sinnlose Politische Vorgaben (Bachelor/Master) widerstandslos zu übernehmen.
    Wenn schon SPON dazu folgende Wort findet: „Aus dem Umfeld des baden-württembergischen Wissenschaftsministerium hieß es hingegen, das KIT sei in der Begutachtungsphase ungeschickt und arrogant aufgetreten und habe es sich so mit den Gutachtern verscherzt.“

    – Ja – sooo kann man politische Einflussnahme auch umschreiben.
    Das international hoch angesehene KIT in Karlsruhe rauszuwerfen und dafür Bremen aufzunehmen - ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Schröders Idee war super – sie muss aber weiterentwickelt werden.
  5. #34

    Zitat von Dumme Fragen Beitrag anzeigen
    was sagt eigentlich das Ausland dazu? Was sagen die internationalen Rankings dazu? Sich selbst "Elite" zu nennen mag ja ganz lustig sein, aber etwas Substanz sollte das ganze dann doch schon haben, oder?

    Das haben Sie richtig erkannt - das ist ein PR-Artikel mit der man ankündet das "Excellence" noch mehr kosten wird. "Excellence" ist kein Qualitätsmerkmal es ist nur eine Methode zur Umverteilung.

    International gesehen ist deutsche Forschung im Durchschnitt genauso schlecht wie andere Länder weil eben der Durchschnitt der D-Forscher genauso intelligent ist wie in Kasachstan, Malaysia, GB, USA...
    Gute Forschung ist nicht sinnlose Arbeitsbeschaffung sondern es geht drum die richtigen Fragen zu stellen um die richtigen Fragen zu stellen.


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