Forum


 

Erbguttest: Forscher entziffern Embryo-Genom aus Blut und Speichel der Eltern

dapdDiese Erkenntnis könnte die Medizin verändern - und die Gesellschaft: Erstmals haben Forschern das Genom eines Embryos aus dem Blut der Mutter und dem Speichel des Vaters entschlüsselt, ohne Eingriffe in den Mutterleib. Tests auf Erbkrankheiten werden radikal vereinfacht. Doch das Verfahren wirft ethische Fragen auf.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...837330,00.html
  1. #110

    "Doch das Verfahren wirft ethische Fragen auf."
    Wenn ich das schon wieder höre. Letztlich ist es nur ein Mittel um den Eltern lebenswichtige Informationen zu geben ohne eine Fehlgeburt durch invasive Eingriffe zu erfahren. Krankheiten früher zu erkennen ist etwas Gutes, was man daraus macht steht auf einem anderen Papier. Das können zb lebensrettende Eingriffe noch im Mutterleib sein, Abtreibungen oder das gute Gefühl zu wissen dass man ein gesundes Kind empfangen wird. Was die Eltern mit den Informationen anfangen ist dann zum Glück ihre Sache und nicht die Angelegenheit fundamentalistischer Abtreibungsgegner, vor denen uns das Gesetz zum Glück schützt.
  2. #111

    Wissen

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Man kann aber auch genetische Defekte erkennen und ausschließen, die zu einer Fehlgeburt oder dem Tod des Babys führen! ... Oftmals weiß die Frau noch gar nicht, dass sie schwanger ist, wenn sie ihr Baby verliert. ...
    Wenn sie das nicht einmal wusste, als sie eine Fehlgeburt hatte - wem hilft es dann, wenn man vorher einen genetischen Defekt gemessen hätte
    (außer dem Umsatz der Mediziner)?
    Und was meinen Sie mit "Defekte ausschließen"?
    Ist das ein Euphemismus für einen (früheren) medizinisch begründeten Abbruch?
  3. #112

    Zitat von Bernd.Brincken Beitrag anzeigen
    Wenn sie das nicht einmal wusste, als sie eine Fehlgeburt hatte - wem hilft es dann, wenn man vorher einen genetischen Defekt gemessen hätte
    (außer dem Umsatz der Mediziner)?
    Man könnte den Defekt als Ursache der Fehlgeburt erkennen und dann beim nächsten Versuch beispielsweise eine IVF und eine PID vornehmen.
    Und was meinen Sie mit "Defekte ausschließen"?
    Ist das ein Euphemismus für einen (früheren) medizinisch begründeten Abbruch?
    Das könnte es sein, oder auch ein Verzicht auf ein eigenes (weiteres) Kind, oder IVF. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Warum immer gleich so negativ mit moralisierendem Unterton? Kann man nicht sachlich diskutieren, auch wenn die Formulierung mal nicht ganz eindeutig ist? Weder Sie noch ich sind Forscher oder Gesetzgeber.
  4. #113

    Ton

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    .. Warum immer gleich so negativ mit moralisierendem Unterton?
    Sorry, der Unterton ist - naturgemäß - nur eine Interpretation.
    Ich habe sachliche Fragen gestellt.
    Meine Position ist, ganz ohne Untertöne:
    Die weitreichendere Erkennung genetischer Defekte vor der Geburt eines Menschen schafft mehr Probleme als sie lösen kann.
    Nicht jeder wissenschaftliche Fortschritt ist auch ein sozialer oder gesellschaftlicher - was andere Naturwissenschaften schon lange begriffen und verarbeitet haben, nur die Medizin stellt sich da gerne .. dumm.
  5. #114

    Babies got blue eyes (Elton John)

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Wenn beide Eltern blaue Augen haben, nützt es nichts, auf braune Augen beim Kind zu spekulieren. Selbstverständlich sind die Mendelschen Regeln dabei zu beachten.
    Warum soll man nicht über die Augenfarbe spekulieren?
    Ist doch ein hübscher Zeitvertreib.

    "Das alte Credo „Blau ist rezessiv, Braun dominant; ein Gen gleich ein Merkmal“ gilt längst als überholt: „So widersprüchlich es sich anhört, aber es ist möglich, dass blauäugige Eltern ein braunäugiges Kind haben können, auch wenn das selten vorkommt“, sagt der Genetiker Manfred Kayser vom Medical Center der Erasmus-Universität in Rotterdam"
    - Augenfarben: Gene beim Farbenmischen - Mensch & Gene - FAZ

    "Many people who know nothing else about genetics think that two blue-eyed parents cannot have a brown-eyed child."
    - Myths of Human Genetics: Eye Color
  6. #115

    Zitat von Bernd.Brincken Beitrag anzeigen
    Sorry, der Unterton ist - naturgemäß - nur eine Interpretation.
    ok, dann korrigiere ich meine Interpretation.
    Nicht jeder wissenschaftliche Fortschritt ist auch ein sozialer oder gesellschaftlicher - was andere Naturwissenschaften schon lange begriffen und verarbeitet haben, nur die Medizin stellt sich da gerne .. dumm.
    Im Prinzip haben Sie hier sicher recht; man muss jede einzelne Möglichkeit auf ihre ethischen und sozialen Konsequenzen überprüfen. Man darf aber auch nicht jede Möglichkeit verwerfen, nur weil sie Risiken enthält. In der Wissenschafts- und Technikgeschichte waren es oftmals einzelne Leute, die solche Risiken und Opfer auf sich genommen haben und der Menschheit damit das gegeben haben, wo sie heute steht.
  7. #116

    Designerbabys und die »Verhütung erbkranken Nachwuchses«

    Was die Nationalsozialisten mit rüden Zwangsmethoden anstrebten, erledigen wir heute schnell, elegant und freiwillig: http://tinyurl.com/7gp7qch
  8. #117

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Warum soll man nicht über die Augenfarbe spekulieren?
    Ist doch ein hübscher Zeitvertreib.
    Naja, ob ein dutzend Abtreibungen ein hübscher Zeitvertreib ist, nur um auf die gewünschte Augenfarbe zu spekulieren? Im übrigen sollte es nur ein Beispiel sein für die durch das elterliche Genom vorgegebene Beschränktheit der Wunschmöglichkeiten. Aber ich gönne Ihnen Ihr Triumphgeschrei, es versüßt Ihnen sicher das Wochenende.
  9. #118

    Also ich bin Kinderkrankenschwester und finde die neue Diagnostikmöglichkeit super. Natürlich müssen durch eine Ethikkommision gewisse Grenzen gesteckt werden.Ich denke wir sind uns alle einig darüber, dass diese Diagnostikform dazu dienen soll wirklich relevante Erbgutschäden damit aufzuspüren um Eltern sowie Kindern ein Leid zu ersparen. Zum Beispiel Kinder mit Trisomie 18 , diese Kinder haben eine sehr geringe Lebenserwartung und quälen sich meist bis zum Lebensende. Es gibt soviele Erkrankungen, die ich Tag für Tag an der Arbeit sehe wo es für die Kinder besser gewesen wäre, wenn sie früher hätten von uns gehen dürfen. Ich spiele bewusst auf das Thema SS- Abbruch an. Die vielen Gegner denken in meinen Augen nicht nach sondern beharren auf eine lächerliche Meinung der Kirche. Allerdings frage ich mich warum es für diese Menschen in Ordnung ist, dass Kinder so Leiden dürfen. Denn jeder der ein wenig Ahnung hat und sich ernsthaft damit auseinandersetzt weiß was für Schmerzen gewisse Kinder jeden Tag aushalten müssen und können sich nicht äußern weil sie nicht in der Lage dazu sind.Und müssen am Ende doch viel qualvoller sterben als bei einem frühen geplanten Abbruch.








TOP



TOP