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Erbgut-Analyse: Kinder später Väter leben länger

CorbisSpäte Vaterschaft verlängert womöglich das Leben des Nachwuchses - zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach dem Vergleich von Erbgut-Strängen. Alte Väter vererben ihren Kindern demnach schützende Kappen in den Genen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...838198,00.html
  1. #30

    Kinder, ist es spät!

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Vielleicht könnten Sie den Eindruck erwecken, dass Sie etwas erklären wollen. [/i]
    Sie hatten wohl nicht den Eindruck, daß ich das mit der länglichen Einlassung unter #27 getan habe?


    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Hier eine schnell und zufällig gefundene Quelle zu Epigenetik:
    Schön.
    Ich lese unter der bezeichneten Quelle (ZItat):
    "Maria untersucht die Telomere genannten Endstücke von Chromosomen. Bei der Zellalterung werden die Telomere der Zellen immer kürzer, bis die Zelle abstirbt. Mäuse mit einem Mangel an Telomerase – das Enzym das für die Verlängerung der Telomere sorgt – altern vorzeitig. (...)
    Da die Telomeraseaktivität durch epigenetische Modifikationen gehemmt werden kann, besteht eine Verbindung zwischen der Telomer-Epigenetik und Krebs. (....)."

    a) Da steht, daß Telomere die Endabschnitte von Chromosomen sind. Das hatten wir schon. Es sind also DNA-Abschnitte. Da steht nicht, daß Telomere "etwas epigenetisches" sind.
    b) Da steht, daß die Telomere selbst einer epigenetischen Regulation unterliegen (können).
    Das kann natürlich der Fall sein, wenn die DNA im Bereich der Telomere durch Methylierung von Cytosinylresten modifiziert (Vergleichen Sie einmal die angegebene Oligonucleotidsequenz mit den bekannten Methylierungssequenzen) oder die dort anhängigen Histone durch Methylierung und/oder Acetylierung von Lysylresten modifiziert werden.
    c) Die Feststellung unter b) trifft schlechterdings für jedes Gen und jeden regulatorischen Bereich der DNA eines Chromosoms zu.
    d) Die Aussage "Da die Telomeraseaktivität durch epigenetische Modifikationen gehemmt werden kann, ..." ist zweideutig, da aus ihr nicht hervorgeht, ob hier epigenetische Modifikationen des Telomerasegens oder der Telomere gemeint sind.
    e) Die Telomerase ist ein Nucleoprotein, das außer der Polypeptidkette noch ein RNA-Molekül als prosthetische Gruppe enthält. Es gibt also streng genommen zwei Genorte, an denen Komponenten des Enzyms codiert werden. Diese können ihrerseits einer epigenetischen Regulation unterworfen sein.

    PS: Bei weiteren Beleidungen gibt es gar keine Erläuterungen mehr.
  2. #31

    Kurz

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Vielleicht könnten Sie den Eindruck erwecken, dass Sie etwas erklären wollen. Einem Wissenschaftler oder gar Dozenten sollte das doch möglich sein!

    Ich habe nochmal kurz gegoogelt, nicht aus Rechthaberei, sondern weil ich für mich wissen will, ob meine Überlegungen richtig sind. Hier eine schnell und zufällig gefundene Quelle zu Epigenetik:

    Da die Telomeraseaktivität durch epigenetische Modifikationen gehemmt werden kann, besteht eine Verbindung zwischen der Telomer-Epigenetik und Krebs. Maria ist zuversichtlich, dass ein Telomerase hemmendes Medikament gegen Krebs wirksam sein könnte.
    Die epigenetische Modifikation betrifft die Telomerase, die die Telomere verländert.
    Die verlängerten Telomere werden dann aber ganz "normal" genetisch vererbt und nicht epigenetisch.
    Das ist ein Unterschied.
  3. #32

    2,

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen

    Die Menschheit ist schon viele Generationen alt. Der entdeckte Mechanismus war wohl schon immer vorhanden.
    Der Mechanismus war vorhanden. Deshalb werden Menschen möglicherweise auch viel älter als andere Primaten.

    Der Mechanismus wirkt aber nur, wenn sich Menschen spät fortpflanzen.
    Solange die Gefahr eines frühen Tods (Unfälle, Gewalt, Krankheiten) aber sehr groß war, pflanzten sich Menschen aber nicht spät fort, sondern eher früher.
    Männer warteten nunmal nicht bis Mitte 30 oder 40.
  4. #33

    Epigenetik, mit Sicherheit von großer Relevanz

    Die Telomere sind per definitionem sicherlich nicht der Epigenetik zuzuordnen. Es geht wie schon öfters angesprochen um zB genregulierende DNA Modifikationen. Selbstverständlich hat die Epigenetik aber auch erheblichen Einfluss auf die Aktivität der Telomerase, die ja selbst ebenso einer epigenetischen Steuerung unterliegt. Gerade diese Stellschraube hat erheblichen Anteil daran, ob und wie stark die Telomerase aktiv ist (zB Spermium vs. Eizelle). Lange Rede, kurzer Sinn...De facto lässt sich mit Sicherheit sagen, dass auch epigenetische Effekte eine wichtige Rolle spielen wenn man von Telomerlänge spricht.
  5. #34

    Zitat von cyclodextrin Beitrag anzeigen
    Die verlängerten Telomere werden dann aber ganz "normal" genetisch vererbt und nicht epigenetisch.
    Das ist ein Unterschied.
    Als Teil der DNA werden sie selbstverständlich vererbt, aber sie verändern sich dann mit jeder Zellteilung und machen das Genom letztlich funktionsunfähig. Nun ist es aber scheinbar so, dass die verlängerten Telomere nur über wenige Generationen vererbt werden (eine Widerlegung meines eigenen Arguments zur Rückkopplung). Das ist typisch für Mechanismen der Epigenetik.

    Ich nehme die Argumente selbstverständlich zur Kenntnis, kann aber immer noch keinen eklatanten Unterschied zur Epigenetik erkennen. Letztlich ist Epigenetik ein diffuser Begriff, wie sich auch an meinen Zitaten aus Wiki zeigt. Am Ende ist es ziemlich egal, ob die Telomere nun zur Epigenetik zählen oder nicht, deshalb verstehe ich überhaupt die Diskussion darüber nicht, die von cassandros angefacht wurde.
  6. #35

    Da haben wir die Ursache!

    Zitat von fabico Beitrag anzeigen
    Lange Rede, kurzer Sinn....
    Das Entscheidende haben bis jetzt alle übersehen!

    Zitat aus der Meldung:
    "Mit jedem Jahr, das Väter später ein Kind bekommen hatten, wuchsen die Telomere, berichten die Forscher."

    Die Väter bekommen die Kinder! ;-)
  7. #36

    optional

    Hehe.Das ist vermutlich ein Übersetzungsfehler aus der englischen Originalveröffentlichung :-) "The lengthening
    of telomeres predicted by each year that the father’s or
    grandfather’s reproduction are delayed is equal to the yearly shortening
    of TL seen in middle-age to elderly women in this sample"
  8. #37

    Mamma Mia

    Zitat von fabico Beitrag anzeigen
    Hehe.Das ist vermutlich ein Übersetzungsfehler aus der englischen Originalveröffentlichung :-)
    "The lengthening
    of telomeres predicted by each year that the father’s or
    grandfather’s reproduction are delayed is equal to the yearly shortening
    of TL seen in middle-age to elderly women in this sample
    "
    1) Dann hat es nur Sinn, daß sich ein älterer Mann mit einer jungen Frau fortpflanzt, weil sonst der Effekt neutralisiert wird.
    Gut, was! ;-)

    2) Es ist unklar, was mit "TL seen in middle-age to elderly women in this sample" gemeint ist. Die Telomerlänge in den somatischen Zellen der Frauen? Die sollte hier irrelevant sein, weil die Keimbahn davon nicht berührt wird.
    Die Oocyten sind in ja seit ihrer Bildung in der Embryonalzeit arretiert (teilungsinaktiv). Ihre Telomerlänge kann sich daher kaum verkürzt haben. Bei der Eifollikelreifung finden nur noch eineinhalb Teilungen statt. Da können sie sich auch nicht groß verkürzen.

    Abgesehen von dem schrumpeligen Satzbau ist auch die Satzaussage schwammig. Toll, was heute alles in PNAS durchkommt.
  9. #38

    Ich bin beruhigt

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    1) Dann hat es nur Sinn, daß sich ein älterer Mann mit einer jungen Frau fortpflanzt, weil sonst der Effekt neutralisiert wird.
    Gut, was! ;-)

    2) Es ist unklar, was mit "TL seen in middle-age to elderly women in this sample" gemeint ist. Die Telomerlänge in den somatischen Zellen der Frauen? Die sollte hier irrelevant sein, weil die Keimbahn davon nicht berührt wird.
    Die Oocyten sind in ja seit ihrer Bildung in der Embryonalzeit arretiert (teilungsinaktiv). Ihre Telomerlänge kann sich daher kaum verkürzt haben. Bei der Eifollikelreifung finden nur noch eineinhalb Teilungen statt. Da können sie sich auch nicht groß verkürzen.

    Abgesehen von dem schrumpeligen Satzbau ist auch die Satzaussage schwammig. Toll, was heute alles in PNAS durchkommt.
    Toll, dass Sie alle nicht nur in Epigenetik -und Geriatrie- sich so gut auskennen, sondern auch in Philologie und Linguistik.
    Das macht diese Runde viel interessanter.
    Shakespeare hätte mit aller Sicherhiet ein Melodrama über das Thema gezaubert: "Der Alte und das Baby"
  10. #39

    Mit Telomer, mit Telomer, da fällt das Leben gar nicht schwer

    Zitat von spejismo Beitrag anzeigen
    Das macht diese Runde viel interessanter.
    Shakespeare hätte mit aller Sicherhiet ein Melodrama über das Thema gezaubert: "Der Alte und das Baby"
    Und Hemingway
    -"Während eines Venedig-Aufenthaltes im Dezember 1948 lernte Hemingway (*1899) die damals 18jährige Adriana Ivancich kennen. Er verliebte sich in das junge Mädchen, das ihn zu dem Roman "Über den Fluss und in die Wälder" inspirierte." *
    schreibt die Fortsetzung:
    "Der alte Mann will noch Mehr"

    Den Soundtrack zum Thema gibt's ja schon:
    Dirty old man- Las supremas de Mostoles - YouTube

    *Ernest Hemingway


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