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Epos über schwule Polit-Legende: Wie Milk zum Messias wurde
Harvey Milk war der erste offen homosexuelle Politiker der USA - vor 30 Jahren wurde er erschossen. Gus Van Sant hat dem schwulen Märtyrer jetzt ein filmisches Denkmal gesetzt, das perfekt zum Zeitgeist der Obama-Ära passt. Und für acht Oscars nominiert ist.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,608183,00.html
- #1 19.02.2009 08:49 von
Nein, nein, nein...
White kommt übrigens, diese bittere Pointe spart der Film aus, mit nur fünf Jahren Gefängnis davon: Die Verteidigung macht geltend, dass ihn seine ungesunde Fast-Food-Ernährung zur Wahnsinnstat getrieben habe.
Diese Behauptung wird durch ihre ständige Wiederholung nicht richtiger. Die Verkürzung auf Junkfood als Ursache für die (natürlich weiterhin schreckliche) Tat ist von der Verteidigung so niemals vorgebracht worden, siehe dazu bspw. http://en.wikipedia.org/wiki/Twinkie_defence. - #2 19.02.2009 16:02 von ayamo
Milk ... die Obama-Ära
Wobei man bitte nicht vergessen darf, dass Obamas Position bezüglich Homosexualität mehr als umstritten ist.
Ich erinnere nur an seinen haircut in Chicago während draußen eine gay Parade stattfand. Offizielle Begründung war, dass eine Parade zu unsicher sei ... nur wenige Wochen später war er Gast auf einer nicht-gay Parade ...
Aber anyway: ich bin auf diesen Film schon sehr gespannt, da ich von Milk ehrlich gesagt keine Ahnung hatte ... - #3 19.02.2009 17:15 von
Warum black face?
Ich habe mich in San Francisco verliebt drei Monate bevor Milk erschossen wurde...lebe hier seid fast dreissig jahren. Nicht nur Milk wurde erschossen, sondern auch der Bürgermeister von San Francisco. Dianne Feinstein wurde daraufhin Bürgermeisterin. Es war der Beginn ihrer ultrakonservativen Karriere und damit auch das Ende San Francisco's wie ich es liebte. Harvey Milk war ein schwuler Jude. Das er jetzt von einem heterosexuellen Katholiken gespielt wird, der noch dazu bekannt ist für offene, homophobe Bemerkungen, finde ich absolut entsetzlich und eine totale Beleidigung gegenüber der schwulen community hier. Black face nennt man sowas.(wenn weisse, schwarz angemalt, Afroamerikaner spielen). Es gibt genug schwule Schauspieler, die diese rolle spielen hätten können. Also geht es nicht darum eine Geschichte authentisch zu erzählen, sondern ein Hollywoodprodukt zu presentieren. Ich lebe nah aller Drehorte dieses Films und habe Monate damit verbracht dem Auflauf der Dreharbeiten zu entgehen. Die schwule Subkultur in dieser Stadt kann als solche wirklich nicht mehr bezeichnet werden. Das Castroviertel ist eine Shoppingmeile, wie alle anderen Shoppingmeilen der Stadt. Die kommerzialisierung dieses Viertels ist eine Schande, und hat nichts damit zu tun Anerkennung gefunden zu haben. Schwule versuchen sich krampfhaft in den Mainstream einzugliedern und von der Masse akzeptiert zu werden. Anstatt darauf zu bestehen, das man für seine Unterschiede akzeptiert und respektiert wird, ist die volle Anpassung und Eingliederung der gemeinsame Konsensus diese Tage. Dieser Film ist leider daher auch nicht mehr als das. Die Vermarktung der Schwulen. Gus kann auch kleinere, interessantere Filme machen, aber die bringen ihm nicht Ruhm und Oskars. Die Vermarktung von Allem ist wofür Amerika steht, und hat damit erfolgreich all das, was diese Community wirklich an Alternativen zu bieten hätte im Keime erstickt. Das frischrenovierte Harvey Milk Community Center trägt ein Zitat von Milk an seiner Fassade. "The American Dream Begins In Your Neighborhood". Wann immer vom American Dream gefaselt wird fangen die Kugeln an zu fliegen. Da die Totalanpassung verlangt wird, um Akzeptanz zu finden in diesem Land, kann von einem Traum wohl kaum die Rede sein. Darüber hätte Gus einen Film machen sollen.
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