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Entschließungsantrag im Bundesrat: Elf Landesminister wollen Betreuungsgeld stoppen
dapdDer Dauerstreit um das Betreuungsgeld erreicht den Bundesrat. Die elf Landes-Familienminister von SPD und Grünen kündigten einen gemeinsamen Entschließungsantrag an. Mit diesem wollen sie die Einführung der umstrittenen Leistung verhindern.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...851993,00.html
- #1 24.08.2012 18:12 von
Koalitionsbruch ???
Am Ende ist es doch egal aus welchem Grund die Koalition auseinanderbricht. Da wird doch schon lange gehandelt, ohne auf die Befindlichkeiten der Bevölkerung zu achten. EURO-Rettungsschirme, Kinderbetreuung, Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gegenüber der Ehe, Militärlieferungen an Drittstaaten, Bahnhof in Stuttgart oder Flughafen in Berlin. Immer gibt es Krach. Und egal was beschlossen wird - der Steuerzahler ist immer der Dumme.
- #2 24.08.2012 18:53 von
Seit offensichtlich geworden ist, dass sich der Rechtsanspruch nur auf Halbtagsplätze erstrecken wird, bin ich für das Betreuungsgeld. Ohne diesen kleinen finanziellen Ausgleich würde auch ein Teil der Hausfrauen seinen Rechtsanspruch durchsetzen, was wiederum zu Lasten derer ginge, die (Vollzeit-)Krippenplätze benötigen, um zu arbeiten.
Das Argument, dass das Betreuungsgeld die Bildung der Kinder behindere, hält sich leider hartnäckig. Ich selbst bin für außerhäusliche Betreuung, weil ich persönlich ein Hausfrauendasein ablehne und der Wiedereinstieg in den Beruf nach mehr als einem Jahr Auszeit pro Kind unnötig erschwert wird. Das hat aber nichts mit der kindlichen Bildung zu tun! Die Betreuungsquoten in Kindergärten, also 3. Lebensjahr bis Schuleintritt, sind durchgängig sehr hoch. Aktuelle Zahlen habe ich leider nicht gefunden; 2006 waren es für Deutschland 86,9% (Wikipedia).
Es kann wohl niemand ernsthaft behaupten, dass 3 Kindergartenjahre zu wenig Zeit sind, um Kinder auf die Grundschule vorzubereiten.
Außerdem sollte der Rechtsanspruch sowieso nur für diejenigen gelten, die einen Arbeitsplatz haben. Wenn wir "Glück" haben, können wir uns in Zukunft einen Krippenplatz mit einer Hausfrau teilen. Jeder bekommt einen Halbtagsplatz und arbeiten kann man damit noch immer nicht, ganz toll. - #3 25.08.2012 01:08 von
Ihre Kritik ist nur angesichts der aktuellen Situation und auch nur teilweise gerechtfertigt.
Der Gesetzgeber hat einen Rechtsanspruch für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren beschlossen. Die Länder und Kommunen haben es versäumt, ausreichende Krippenplätze zu schaffen. (Dies ist m. E. auch der einzige Grund für die verkorkste Idee des Betreungsgeldes. Es dient nur dazu, Menschen davon abzuhalten, ihre Kinder in die zu wenigen Kinderkrippen zu bringen.)
Wenn genügend Betreungseinrichtungen geschaffen worden wären, müssten Sie jetzt nicht Angst haben, keinen Vollzeitplatz für Ihr Kind bekommen zu können. - Schuld daran sind aber nicht die Hausfrauen.
Und ganz nebenbei: Haben Sie schon mal versucht, einen Arbeitsplatz zu finden, wenn die Betreuung des Kleinkinds nicht geregelt ist? So manche Hausfrau, über die Sie Sich hier aufregen, wäre wahrscheinlich nicht nur Hausfrau, wenn sie einen Krippenplatz für's Kind hätte. Frau kann ja schlecht zum potentiellen Arbeitgeber sagen: Halten se mir den Arbeitsplatz frei, bis ich in 3-6 Monaten eine Betreung für mein Kind habe.
Die Lösung für Ihr Problem (das ich sehr gut nachvollziehen kann) ist also nicht, Hausfrauen den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung abzusprechen, sondern die Krippen weiter auszubauen und den Rechtsanspruch für arbeitende Eltern auf Vollzeitplätze zu erweitern.
Hausfrauenbashing hilft hier nicht weiter!
By the way: Es soll auch Hausfrauen geben, die nicht den halben Tag auf dem Sofa liegen, sondern Mütter von Großfamilien sind oder Angehörige pflegen. Für diese Frauen ist eine Betreuung genauso wichtig wie für Sie! - #4 25.08.2012 07:41 von
lasst den Seehofer...
...doch im Regen stehen...dieses Betreuungsgeld ist völlig undurchdacht und päd. nicht wertvoll. Schafft mehr und gut ausgebildetes Personal, Sprachförderung ab der Geburt, geeignete Räumlichkeiten und erkennt diesen Beruf als hochwertig an!
- #5 25.08.2012 08:24 von
- #6 26.08.2012 13:11 von
Ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich wünsche mir, dass für jeden arbeitenden Menschen die Kinderbetreuung gesichert ist. Die leidige Frage danach dürfte sich beim Vorstellungsgespräch gar nicht stellen, wenn ein Arbeitsplatz automatisch die Kinderbetreuung sichern würde.
Natürlich müsste das auch für jene gelten, die Angehörige pflegen oder eine Großfamilie haben. Ich war zunächst gegen Letzteres, was natürlich überhaupt keinen Sinn ergibt. Selbstverständlich haben Großfamilien genauso wie ich das Recht darauf, dass die jeweilige Lebensplanung von Seiten des Staates unterstützt wird. - #7 26.08.2012 13:37 von
Schön wär's. Ich kann Ihnen leider nicht beweisen, dass sich der Rechtsanspruch nur auf einen Halbtagsplatz erstrecken wird, weil es meines Wissens so nirgends steht.
Tatsache ist aber, dass in manchen Bundesländern der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz mit einem Halbtagsplatz bereits als erfüllt gilt. Wir brauchen also nicht im Ernst glauben, dass wir bald einen Anspruch auf noch frühere Kinderbetreuung in Vollzeit-Form erhalten. Ob Leute arbeiten gehen wollen oder müssen, ist unseren Politikern egal.
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