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Entscheidung Wisconsin : US-Demokraten scheitern mit Gouverneursabwahl

REUTERSEs ist ein Rückchlag auch für US-Präsident Obama: Ausgerechnet im wichtigen Wechselwähler-Staat Wisconsin konnte sich der republikanische Gouverneur Walker im Amt behaupten - Demokraten und Gewerkschaften sind mit einem Abwahlverfahren gegen den Erzkonservativen gescheitert.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...837191,00.html
  1. #1

    Diese kleine Episode verdeutlicht sehr schön, warum die westlichen Staaten alle in Schulden ertrinken: Kaum will jemand ernsthaft sparen, schon hat er ein Amtsenthebungsverfahren am Hals.
  2. #2

    Schwierige Wortwahl

    - Erzkonservativ
    - radikalen Republikaner
    - Referendum über den Rechtsruck der Republikaner

    Da kommen fragen auf,

    ob wir die U.S.-Amerikanischen Gesellschaften, insbesondere die in Wisconsin kennen und verstehen.

    ob wir die wichtigen Belange in der U.S.-Politik überhaupt kennen und verstehen?

    Ich hab' da so meine Zweifel!

    Wenn in Deutschland einer die Lufthoheit über die Stammtische hat, dann ist er ein Populist, vielleicht sogar ein konservativer Populist, aber die Wortwahl aus dem Artikel legt nahe, daß der Autor selbst parteiisch ist.

    Ich wünsche mir, daß man in der Deutschen Presse wieder anfängt darauf zu achten, daß Zeitungsberichte Sachlich und neutral sein sollten. (Kommentare, Glossen etc ausgenommen)

    Manche Themen sind einfach zu schwierig, als daß wir es leisten könnten, daß unsere Medien auch noch Partei sind.
  3. #3

    was ich heute morgen dazu gelesen habe wurde Barrett 8:1 in den Ausgaben Übertrumpft, wobei ein Großteil der Gelder an Walker nicht aus diesem Bundesstaat kamen.
    Vlt sollte der Spiegel mal über die extremen demokratischen Missstände informieren.
    @shokaku, er wollte/hat ja nicht nur sparen sondern den Gewerkschaften das Recht wegnehmen Tarifverträge abzuschließen, der zerstört da gerade die Mittelschicht, das geht weit weit weit über besonnenes sparen hinaus...
  4. #4

    Seit die USA einen Präsidenten

    namens Bush hatten, bin ich den Republikanern sehr skeptisch gegenüber eingestellt.
    Sagen wir mal so, ich halte die Intelligenz, sei es sozial oder finanzpolitisch, nicht für sehr breit aufgestellt.
    Aber jeder bekommt das, was er verdient.....
  5. #5

    Keine Frage

    Zitat von yael.schlichting Beitrag anzeigen
    - Erzkonservativ
    - radikalen Republikaner
    - Referendum über den Rechtsruck der Republikaner

    Da kommen fragen auf,

    ...
    Wenn ein Politiker
    - Abtreibung auch bei Gefahr für die Mutter, Inzest und Vergewaltigung ablehnt
    . er Apothekern das Recht einräumt aus religiösen und moralischen Gründen Rezepte für Verhütungsmittel nicht einzulösen
    - er die abstinence-only sex education Initiative an Schulen unterstützt
    - er die staatliche Unterstützung für Kliniken ablehnt, die sich in der Geburtenkontrolle engagieren.

    kann man ihn durchaus als erzkonservativ bezeichnen, ohne sich da großartig der Parteinahme verdächtig zu machen.
  6. #6

    Diese Wahl sollte uns Deutschen eines verdeutlichen: Die USA sind nicht mehr teil des aufgeklärten humantistisch geprägten westlichen Wertekanons. Das ist hart, ist aber leider so. Natürlich kommen jetzt wieder die Klugescheißer, die sagen: "Sie verstehen Amerika nicht...". Was soll ich darauf antworten? Stimmt. Ich verstehe das Land nicht mehr. Der Zufall will es allerdings, dass ich Wisconsin ziemlich gut kenne. Und dort hat nun ein Mann eine Wahl (wieder) gewonnen, dessen wirtschaftlicher Kurs Westerwelle wie einen bolschewistischen Kommunisten erscheinen lässt, ein Bankenderegulierer, der Bürgerrechte mit Füßen tritt, dessen christlicher Glaube im besten Fall als fundamentalisch-evangelikal bezeichnet werden kann, der außer einen unerschütterlichen Glauben an Amerika nichts vorweisen kann, was sein Land voran bringen würde. Keine Ideen, keine Vision, nur Amerika auf der Zunge. Das aber reicht längst nicht mehr, um das Land aus seinem Stillstand zu befreien (die USA befinden sich gesellschaftlich nicht im Stillstand, sie entwickeln sich zurück...). Ein Mann, der den Sozialstaat verdammt, der Solidarität nicht als gesellschaftliches Engagement betrachtet, sondern als eine Aufgabe, die der Pöbel der Führung entgegen zu bringen hat (also der Arbeiter dem Kapital).

    Ich hätte nie gedacht, dass ich als Profinörgler und Spon-Stänkerer irgendwann einmal sagen würde, dass es uns in Deutschland eigentlich verdammt gut geht. Wir haben zwar auch Diskussionen um Herdprämien, wir haben zwar auch in vielen Belangen einen an der Kappe, aber im Vergleich zu den Spinnern in den USA sind wir wirklich ein lustiges, weltoffenes Völkchen. Eines darf man schließlich nicht vergessen: Scott Walker mag ein gefährlicher Spinner sein, aber er wurde demokratisch gewählt. Was nur bedeuten kann, dass es auf der anderen Seite des Atlantiks verdammt viele Spinner geben muss.

    Dass ich so etwas jemals schreiben würde... Macht mich eigentlich traurig.
  7. #7

    Plutokratisch?

    was ich heute morgen dazu gelesen habe wurde Barrett 8:1 in den Ausgaben Übertrumpft, wobei ein Großteil der Gelder an Walker nicht aus diesem Bundesstaat kamen. Vlt sollte der Spiegel mal über die extremen demokratischen Missstände informieren. @shokaku, er wollte/hat ja nicht nur sparen sondern den Gewerkschaften das Recht wegnehmen Tarifverträge abzuschließen, der zerstört da gerade die Mittelschicht, das geht weit weit weit über besonnenes sparen hinaus...
    So ist es. Aber was will man gegen ein Lamm, das seinen eigenen Schlächter freiwillig zum Führer (aus womöglich ganz anderen moralischen oder religiösen Ansichten heraus) bestimmt, schon machen?

    Dass Wahlen in den USA zunehmend plutokratische Züge annehmen, dürfte mittlerweile jedem (außer ggf. dem normalen US-Bürger) aufgefallen sein.

    Der Supreme Court hat das ja sogar in einem aktuellen Urteil so abgesegnet. Dort stand die sog. "weiche" finanzielle Wahlkampfhilfe zur Debatte, also die Mittel, die zur Einflußnahme auf die Meinungsbildung von Lobbygruppen (sog. PACs) verwendet werden, ohne dass eine direkte Wahlempfehlung für einen Kandidaten abgegeben wird und ohne dass der Kandidat selbst über diese Mittel verfügen könnte. Bzgl. dieser - z.T. weitaus effektiveren - Wahlkampfhilfe, entschied der Supreme Court, dass eine solche Mittelverwendung der freien Meinungsäußerung unterliegt und die Gewichtigkeit einer politischen Meinung durchaus dem Mitteleinsatz entsprechen könne. Das Urteil war wie immer bei Supreme Court Entscheidungen denkbar knapp, nämlich - wie immer- abhängig von der Besetzung.

    Ich lasse das im Weiteren unkommentiert, denn es sollte jedem klar sein, was das bedeutet.
  8. #8

    Schafe

    Die Wiederwahl von Walker verdeutlicht, warum es den Arbeiter_innen in vielen Industriestaaten immer mieser geht: Unter anderem, weil sie konstant gegen ihre eigenen Interessen handeln und wählen, sich von konservativer oder neoliberaler Propaganda einnehmen lassen. Schafe, die freudig zur Schlachtbank laufen. Denn mit den (hochgegriffen) 10-20%, die Interesse an so einer Politik haben könnten, lassen sich keine Wahlen gewinnen.
  9. #9

    Amerika

    Ich konnte letztens eine Diskussion verfolgen in welcher es um eine Unternehmerin ging, sinnigerweise auch in Wisconsin, die 2010 exakt 0 Cent Steuern gezahlt hatte, da sie ihre Unternehmensprofite geschickt so verrechnet hatte, mittels Steuerbegünstigungen, das sie faktisch kein zu versteuerndes Einkommen vorweisen konnte.

    Die Dame ist übrigens 4 Milliarden schwer.

    Reaktion vieler Diskussionsteilnehmer war folgende:
    " Das wäre doch in Ordnung sie würde oder hätte ja Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitnehmer würden ja schließlich
    Steuern zahlen. Somit würde sie dem Staat Wisconsin einen großen Dienst erweisen und da sei eine "Steuerbefreiung" nur Recht und billig."


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