Entscheidung in Griechenland: Die Wahl der Angst

Getty ImagesGriechenland liegt politisch und wirtschaftlich am Boden, die Stimmung ist übel - und am Sonntag wird gewählt. Meinungsforscher prognostizieren einen Zusammenschluss der konventionellen Kräfte. War die Triebfeder bei der Wahl im Mai noch die Wut, ist es nun die Angst.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...838309,00.html
  1. #1

    Es macht keinen Sinn

    zu raten, wen die Griechen wählen werden.
    Die Situation bzgl. der Finanzkrise ändert sich ja praktisch im Stundenrhythmus und auf welche Art Nachrichten aus Spanien, Italien oder Deutschland die griechische Wahl beeinflussen, ist zumindest für mich völlig unkalkulierbar.

    Am Sonntag wird gewählt und wenn wir Glück haben, treten 3 Dinge ein:
    - die Wahl geht halbwegs geordnet ueber die Bühne,
    - es gibt keine Wahlfälschungen in grösseren Stil, sowie
    - irgendeine Regierung wird gebildet.

    Also: abwarten und Tee trinken. Mehr ist derzeit einfach nicht drin und jede Wette (rein/raus, erfolgreiche/erfolglose Nachverhandlungen, etc.) kann nach hinten losgehen, wenn man sich darauf verlässt.

    Genau wegen dieser Unkalkulierbarkeit haben sich die Profis ja auch praktisch vollständig von europäischen Staatsanleihen verabschiedet. Man kann derzeit einfach nicht ausrechnen, welcher Preis für eine Euro-Anleihe (egal welchen Landes) gerechtfertigt ist, weil aus jeder unausgegorenen Äusserung eines Politikers theoretisch ein Gesetz werden kann, welches den Wert der Anleihen massiv verändert.
  2. #2

    Die Wahl der Angst

    Im Grunde ist es egal, Was oder Wer gewählt wird. Die Griechen sind auf jeden die Verlierer, solange die Reichen keine Steurern bezahlen und solange die Organisation der Staats- wie auch Kommunakverwaltungen nicht ausgebildet sind. Die aufgehäuften Schulden werden sie nicht zurückbezahlen können, so dass eines Tages die Forderungen der anderen Mitgliedsländer gestrichen werden müssen. Im Grunde ist die Wahl eine Farce ...
  3. #3

    .

    Etwas gutes hat dir Lage in Griechenland schon: Je katastrophaler die Lage wird, desto größer ist der warnende Aha-Effekt auf die anderen krieselnden Länder. Wir sollten Griechenland den Bach runter gehen lassen um ein Zeichen zu setzen. Die Märkte hatten genug Zeit sich darauf einzustellen. Und den Griechen wird es nach dem Absturz immer noch besser gehen als vor dem Eintritt in die EU. Und wenn nicht: Wer hat schon Mitleid den den notorischen Lügnern und Betrügern (Steuern, Rechnungen für Strom/Müll etc.)
  4. #4

    Zitat von Jule25 Beitrag anzeigen
    Etwas gutes hat dir Lage in Griechenland schon: Je katastrophaler die Lage wird, desto größer ist der warnende Aha-Effekt auf die anderen krieselnden Länder.
    Il faut tuer un amiral pour encourager les autres? Ob das heute noch funktioniert?

    Wer hat schon Mitleid den den notorischen Lügnern und Betrügern (Steuern, Rechnungen für Strom/Müll etc.)
    Ich habe mich von Beginn an gegen diesen Satz "es sind nur die steuerhinterziehenden Eliten aus Politik und Wirtschaft" gewehrt. Mittlerweile sollte durch entsprechende Berichterstattung klar sein, dass Korruption und Nepotismus die gesamte griechische Gesellschaft durchdringen.
    Aber wenn ich (Jahrgang 1965) in Griechenland aufgewachsen wäre, würde ich dieses Verhalten, nämlich das Ausplündern des Staates und seiner Institutionen, VOR der Krise als spätestens mittelfristig schädlich erkannt haben?
    Und selbst wenn ich dieses ewige Fakelaki, diesen Nepotismus als das Krebsgeschwür der Gesellschaft ausgemacht habe, was hätte ich ändern können, wer hätte mir zugehört? Da ist Auswandern die einzige Lösung und zurück bleiben die, die sich mit dem System arrangiert haben, und die, die das System zu ihren Gunsten manipulieren.

    Es gibt wohl nicht nur die Gnade der späten Geburt, sondern auch die des richtigen Geburtsortes.
  5. #5

    Griechenland

    wird kaltgestellt und somit unter Druck gesetzt.Die Bevoelkerung hatte gewaehlt und wird nun indirekt gezwungen,ihr Kreuz bei der Partei zu machen,die die Euregierenden sich wuenschen.Da sind Regierungschefs,die sich fuer ihre Bevoelkerung einsetzen unerwuenscht.Das passt dann schon sehr gut in die Idee vom 'Traum der EU'.
  6. #6

    Griechenland

    Da sieht man ein so stolzes und schönes Land untergehen.Die Touristen bleiben aus,weil die grosse Angstmache von den Medien hochgeschraubt wurde.Natürlich wußten wir als alljährlich nach Griechenland Reisende, daß das nicht lange gut gehen kann.Wir wußten alle von den Fakelakias und Sachen die über die Ladentische mit oder ohne Rechnung gingen.Aber wird das nicht in allen Eu Ländern so gehandhabt.Wie kann man da das griechische Volk als Lügner und Betrüger abstempeln.Die Politiker haben dieses Land aus Machtsucht und Raffsucht 30 Jahre lang ruiniert und mit gezinkten Karten gespielt.Machen das nicht auch einige unserer Politiker?Und wer bezahlt?Der kleine Mann.Wir fahren jedenfalls dieses Jahr wieder hin.
  7. #7

    Zitat von Jule25 Beitrag anzeigen
    Etwas gutes hat dir Lage in Griechenland schon: Je katastrophaler die Lage wird, desto größer ist der warnende Aha-Effekt auf die anderen krieselnden Länder. Wir sollten Griechenland den Bach runter gehen lassen um ein Zeichen zu setzen. Die Märkte hatten genug Zeit sich darauf einzustellen. Und den Griechen wird es nach dem Absturz immer noch besser gehen als vor dem Eintritt in die EU. Und wenn nicht: Wer hat schon Mitleid den den notorischen Lügnern und Betrügern (Steuern, Rechnungen für Strom/Müll etc.)
    Also wissen Sie, man muss schon einen Unterschied machen, zwischen korrupten Politikern und Oligarchen und, den normalen Bürgern!