Um eines klar zu stellen: ich freue mich natürlich nicht wegen der Mitarbeiter. Denen wünsche ich von Herzen, dass sie möglichst bald einen neuen Arbeitsplatz finden mögen.
Ich freue mich, weil eines der schlimmsten, unwürdigsten und unmenschlichsten Firmen Deutschlands auf der Strecke bleibt. Es ist und war ein Unternehmen, das keiner braucht. Wir bekommen Seife und Klobürsten in jedem Supermarkt und bei den Preisvergleichen schnitt Schlecker immer schlechter ab als Rossmann und DM. Also - wozu brauchen wir Schlecker?
Der Firmengründer ging buchstäblich über Leichen: Bespitzelung der Mitarbeiter, Verweigerung eines Telefons, eine Person allein im Geschäft - all das hat eine Filiale stets zum beliebtesten Überfallobjekt von Kriminellen gemacht. Und Herr A.S. guckte zu und faltete die Hände im Schoß. Meine frühere Wohngegend, Frankfurt-Rödelheim: nein, da genügte es nicht, EINEN Laden zu haben, gleich um die Ecke, in Lorscher Straße musste man neben der Radilostraße noch einen zweiten eröffnen. Was sollte das? Marktbeherrschung war das Ziel und Scheitern war das Ergebnis, und bei solchen Größenphantasien kann ich nur jubilieren!
Anderes Beispiel: Köln, Alter Markt. Brauhäuser, die Gute Stube Kölns, Eiscafé, Kneipenkultur und mittendrin: eine fette Schlecker-Filiale. Was soll das? Was kostet diese Geschäftsmiete im Monat? Wer braucht einen Drogeriemarkt auf dem Alter Markt? "Hey, Gisela, bevor wir uns zum Kölsch und Himmel un' Ääd niederlassen, geh ich noch mal kurz Babywindeln holen:" Oder wie?
Ich habe gejubelt, als gerade die Meldung kam. Warum soll es diesem Schrottladen besser gehen als Telefunken, Grundig, Quelle?
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