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Entscheidung der Gläubiger: Schlecker wird zerschlagen

DPASchlecker hat in Deutschland keine Zukunft mehr. Die Gläubiger der Drogeriekette haben nach Angaben des Insolvenzverwalters für die Abwicklung des Unternehmens gestimmt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...836435,00.html
  1. #20

    Super. Ich freue mich.

    Um eines klar zu stellen: ich freue mich natürlich nicht wegen der Mitarbeiter. Denen wünsche ich von Herzen, dass sie möglichst bald einen neuen Arbeitsplatz finden mögen.

    Ich freue mich, weil eines der schlimmsten, unwürdigsten und unmenschlichsten Firmen Deutschlands auf der Strecke bleibt. Es ist und war ein Unternehmen, das keiner braucht. Wir bekommen Seife und Klobürsten in jedem Supermarkt und bei den Preisvergleichen schnitt Schlecker immer schlechter ab als Rossmann und DM. Also - wozu brauchen wir Schlecker?

    Der Firmengründer ging buchstäblich über Leichen: Bespitzelung der Mitarbeiter, Verweigerung eines Telefons, eine Person allein im Geschäft - all das hat eine Filiale stets zum beliebtesten Überfallobjekt von Kriminellen gemacht. Und Herr A.S. guckte zu und faltete die Hände im Schoß. Meine frühere Wohngegend, Frankfurt-Rödelheim: nein, da genügte es nicht, EINEN Laden zu haben, gleich um die Ecke, in Lorscher Straße musste man neben der Radilostraße noch einen zweiten eröffnen. Was sollte das? Marktbeherrschung war das Ziel und Scheitern war das Ergebnis, und bei solchen Größenphantasien kann ich nur jubilieren!

    Anderes Beispiel: Köln, Alter Markt. Brauhäuser, die Gute Stube Kölns, Eiscafé, Kneipenkultur und mittendrin: eine fette Schlecker-Filiale. Was soll das? Was kostet diese Geschäftsmiete im Monat? Wer braucht einen Drogeriemarkt auf dem Alter Markt? "Hey, Gisela, bevor wir uns zum Kölsch und Himmel un' Ääd niederlassen, geh ich noch mal kurz Babywindeln holen:" Oder wie?

    Ich habe gejubelt, als gerade die Meldung kam. Warum soll es diesem Schrottladen besser gehen als Telefunken, Grundig, Quelle?
  2. #21

    Lackmustest

    Zitat von servicereport.eu Beitrag anzeigen
    Das Interesse eines Insolvenzverwalters besteht einzig und allein darin, herauszufinden, wie und womit die größten Erlöse aus dem betreffenden Unternehmen zu realisieren sind.
    Stimmt, und das führt zu einer guten Einschätzung der echten Chancen, die eine bankrotte Firma hat. Denn wenn die Glübiger lieber doch den Spatz in der Hand akzeptieren, weil sie nicht daran glauben, dass der Laden wieder flottzukriegen ist, dann ist das kein gutes Zeichen für den Barnkrotteur.
  3. #22

    Was ist ihr Problem?

    Zitat von ehrensöldner Beitrag anzeigen
    Letztlich haben die Kunden mit den Füßen abgestimmt und ein völlig überkommenes, auf Niedriglöhnen und Ausspionieren der Mitarbeitern aufgebautes Unternehmen in den Orkus der Marktgeschichte gejagt. Nur verdi hat diesem Laden bis zum Schluss die Stange gehalten; welch eine Verhöhnung von Arbeitnehmerinteressen. Statt sich für flächendeckende Mindestlöhne einzusetzen, erfolgte ein Schulterschluss mit dem Missmanagement. Ein Armutszeugnis.
    Was ist ihr Problem? Gewerkschaftsmanager waren in der Neuzeit nie etwas anderes als hochspezialisierte, rhetorisch gut ausgebildete Menschen, die Mittler sind zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern.
    Keiner dieser Herren fühlt sich innerlich auf der Seite der Arbeitnehmer.
    Mein Vater (gutes Insiderwissen in den 70er Jahren) erzählte mal eine Story über Eugen Loderer. In einer Tarivverhandlung suchte man ihn vergeblich zu erreichen. Dann stellte es sich heraus, daß er zwei Tage in einer schönen Schwarzwaldvilla bei einem Großunternehmer zu Gast war.
  4. #23

    So traurig es ist, aber

    Zitat von servicereport.eu Beitrag anzeigen
    Das Interesse eines Insolvenzverwalters besteht einzig und allein darin, herauszufinden, wie und womit die größten Erlöse aus dem betreffenden Unternehmen zu realisieren sind.
    ein Insolvenzverwalter ist nicht der Belegschaft sondern den Schuldnern verpflichtet. Mal sehen wann SPD, Grüne und Linke heute wieder die Empörten spielen.
  5. #24

    Schlecker

    Die einzig richtige Entscheidung. Wenn Betriebe den Strukturwandel nicht eigenständig bewerkstelligen, haben sie in ökonomisch-orientierten Gesellschaften keinen Platz mehr. Schlecker Märkte haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Auch der Staat hat hier nichts in finanzieller Hinsicht zu suchen, was Subventionen angeht. Wir haben in Deutschland einen dramatischen Fachkräfte-u. Arbeitskräftemangel, so dass die Schlecker Beschäftigten sehr rasch oder direkt wieder eine Arbeit finden. Die Familie Schlecker ist sowieso bestens, privat, finanziell abgesichert; da waren die Reserven dann vorhanden.
  6. #25

    Kein Titel

    Ist das jetzt echt ne Eilmeldung wert?

    Eigentlich war das doch nur eine frage der Zeit, aber insgeheim wusste es doch jeder.

    Wer lässt sich denn gerne auf ein Gechäfft ein, das kaum Umsatz bringt, und erst recht keinen Gewinn einfährt?!
  7. #26

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Die ehemaligen Mitarbeiter von Schlecker werden hoffentlich nicht vergessen wem sie letztendlich den Verlust ihres Arbeitsplatzes zu verdanken haben haben und werden konsequenterweise ihren Verdi-Mitgliedsausweis zurückgeben.

    Dann sind wir jetzt alle mal gespannt, wen Verdi sich als nächstes Opfer ausguckt.
    Ihren seltsamen Gedankengängen muss man jetzt nicht unbedingt folgen?
    Falls Sie die Eigentumsverhältnisse nicht so richtig überblicken: Schlecker war nicht die "Neue Heimat".
  8. #27

    Informieren Sie sich doch ein wenig!

    Zitat von crocodil Beitrag anzeigen
    Eigentümer werden wahrscheinlich ihr Vermögen ins Trockene gebracht haben. Nach dem Motto = was schert mich, was jetzt noch passiert, hauptsächlich wir haben ausgesorgt!!!
    Eigentümer? Ihr Vermögen? Müssten Sie nicht in der Einzahl sprechen? Der Eigentümer, sein Vermögen? Welche Rechtsform hatte denn das Unternehmen?

    Und wenn Sie die Rechtsform von Schlecker ermittelt haben, dann denken Sie nochmals über Ihre Vermutung "was schert mich.." nach...

    Es ist ja gerades andersherum. Schlecker ist doch der Prototyp für jeden Unternehmensberater! Weil man doch eindeutig sehen kann, private Haftung lohnt sich nicht. Weil das Risiko viel zu hoch ist und wenn der schlimmste Fall eintritt, man sich noch von Typen wie Ihnen "Vorträge anhören" muss...

    Ernsthaft, Schlecker hätte die Rechtsform viel früher ändern sollen. So wie es jeder Unternehmensberater i.d.R. empfiehlt. Er hätte heute ein viel größeres Vermögen. Und wie schon gesagt, alle Unternehmensberater in Deutschland danken den "einfachen" Menschen für ihre herablassenden Aussagen gegenüber Schlecker...

    Besser kann es für diese Branche ja gar nicht laufen. Weil man ja sieht, es wird eben nicht "belohnt" wenn man privat für seine Firma haftet. Der Spott und die Häme wären mit einer anderen Rechtsform (z.B. GmbH) nicht größer gewesen, aber man hätte wahrscheinlich mehr Vermögen in "Sicherheit" gehabt...

    Deshalb nochmals an alle, die sich wie kleine Kinder über das Scheitern von Schlecker so freuen und nur ab lästern. Ein Dank von allen Unternehmensberatern ist ihnen sicher. Eindrucksvoller kann man doch allen Unternehmern die noch privat haften gar nicht vorführen, was einen finanziell bzw. öffentlich erwartet, wenn es zum Schlimmsten kommt....

    Ich schreibe es gerne nochmals... Der "einfache" Mensch braucht solche Siege und feiert sie, ohne jeden Sinn und Verstand. Das so eine Häme und so ein Spott folgen haben wird, können solche Leute nicht erfassen...
  9. #28

    Sie würden also

    Zitat von conny2 Beitrag anzeigen
    ...dann haben ja in Kürze weitere 12.000 arbeitslose MitarbeiterInnen Gelegenheit, der FDP dafür zu danken, dass sie so standhaft für die lupenreine Lehre vom angeblich freien Spiel der Kräfte eintritt.
    den Landen mit Staatsknete am Leben halten, oder?
  10. #29

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Hoffentlich melden sich jetzt nicht die ganzen Heuchler zu Wort!

    Fakt ist, als die Krise in diesem Unternehmen begann, hat die überwältigende Mehrheit hier im Forum exakt dies gefordert bzw. darauf gehofft (der Laden soll zusammenbrechen, hoffentlich müssen die Insolvenz anmelden, boykottiert das Unternehmen)....

    Hier gab es max. eine handvoll Leute die ein wenig über den Tellerrand hinausgesehen haben. Wir haben u.a. darauf hingewiesen, dass es neben dem Unternehmer ja auch unzählige Arbeitnehmer/in gibt, die dann ihren Job verlieren. Und wir wurden hier niedergemacht, beleidigt...
    Sie sind ein ganz Grosser, ein Martyrer der SPON-Foren, ich werde Sie zur Seligsprechung vorschlagen.
    Aber ausser zum üblichen Kapitalismus- und FDP-Bashing sind noch nicht viele der von Ihnen erwarteten Heuchler unter ihrem Stein hervorgekrochen...








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