Entscheidung in Berlin: Gauck zum Bundespräsidenten gewählt

dapdDeutschland hat ein neues Staatsoberhaupt: Joachim Gauck zieht als elfter Bundespräsident ins Schloss Bellevue ein. Mit klarer Mehrheit wählte die Bundesversammlung den 72-Jährigen in Berlin zum Nachfolger von Christian Wulff.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822029,00.html
  1. #40

    Zitat von Stäffelesrutscher Beitrag anzeigen
    ... und schon im ersten Satz seiner Dankesrede eine Verharmlosung des Faschismus und eine üble Geschichtsklitterung. "Am 18. März 1990, nach 56 Jahren Diktatur ...". Deutschland war also für ihn offenbar vom 30.1.1933 bis zum März 1934 keine Diktatur, aber der größte Massenmordbetrieb der Menschheitsgeschichte wird von ihm gleichgesetzt mit dem demokratischen Aufbruch ab 1945, mit Volksabstimmungen über Verfassungen (auch in Sachsen!!!), Parteigründungen, Wahlen und so weiter.
    Das ist mir auch negativ aufgefallen, aber vielleicht kann man diese Differenzierung
    nicht von einem Mann erwarten, der in biblischen Maßstäben denkt.
  2. #41

    Gelebte Demokratie

    Zitat von Netcube Beitrag anzeigen
    CDU, CSU, FDP, SPD, GRÜNE... Zusammen 1100 Stimmen. Also über 100 "Abweichler" aus den eigenen Reihen.
    Darum nennt sich dieser demokratische Vorgang ja auch Wahl.

    Die Linken waren so nett durch einen zweiten Kandidaten eine Wahl überhaupt
    erst möglich gemacht zu haben.

    Bei einem Kandidaten wäre es ja keine Wahl sondern eine Abstimung gewesen.

    Zumindest das Alter stimmt. So wird der Ehrensold bezahlbar bleiben wenn der Mann nicht über hundert wird.

    Als Rentner plädiere ich für eine Altersgrenze beim Wählen und für politische Ämter damit die ewiggestrigen Polit-Opas aus der Poitik verschwinden.
  3. #42

    A-soziale Freiheit

    Freiheit ohne Kontext ist nur ein Wort.
    Freiheit im Kontext der marktradikalen Lehre eines Milton Friedman ist eine a-soziale Freiheit.
    Der Begriff der Freiheit in M. Friedman´s Theorie, von der Herr Gauck anscheinend und in fataler Unkenntnis all ihrer Auswirkungen Anhänger zu sein scheint, gilt nicht der persönlichen Freiheit. Diese wird in der reinen Lehre vorausgesetzt (!), sondern der Freiheit des Kapitals.
    Der gauck´sche Begriff von Freiheit trifft auf ca. 70% der Bevölkerung überhaupt nicht zu, da sie sich, mangels Kapital, diese Freiheit gar nicht leisten kann. Dazu hat sie schlicht und ergreifend nicht die finanziellen und jurisprudenten Möglichkeiten.
    Ferner ist es eine krude Logik, aus dem Begriff "Verantwortung in Freiheit", die Schuldfrage von Arbeitslosigkeit den Arbeitslosen, ... und nur den Arbeitslosen ..., zu stellen. Das impliziert, zumindest für den normal denkenden Mitteleuropäer, die Arbeitslosen sind an ihrer Arbeitslosigkeit selber schuld. Das, Herr Gauck, ist definitiv falsch. In der Theorie (s.o.) sowieso und in der Praxis erst recht, wie das aktuelle Beispiel einer bekannten Drogeriemarktkette uns allen offenbart.
    Die Freiheit des Kapitals, wie sie Herrn Gauck vorschwebt, läuft folglich der sozialen Freiheit zuwider und ist damit eine a-soziale Freiheit. Es ist eine Freiheit, die sich aus persönlichem Reichtum (Macht,Einfluss) begründet und somit nur für Wenige gilt.
    Aus dem Begriff "A-soziale Freiheit" gehört, dem eigentlichem Sinne nach, das Wort sozial gestrichen. Denn wer eine solche Freiheit der Wenigen propagiert ist ja gerade nicht sozial.
    Herr Gauck kommt mir vor wie der Teppichhändler in diesem Lied namens Die Schlüsselblume.
    PS. Zwei Ossis, die immer noch, geblendet von der erreichten persönlichen Freiheit, nicht den Unterschied zwischen persönlicher Freiheit in Reichtum und Macht und vorgeblicher Freiheit in Lohnsklaventum zu unterscheiden wissen.
    MfG beggars banquet.
    .
  4. #43

    Zitat von hochdiefaust Beitrag anzeigen
    unser geliebtes land hat nun von bürgerlichen parteien einen staatsoberhaupt vorgesetzt bekommen, die sicher alles unterschreibt was man ihm vorlegt. auch sicher die bankenretungspläne ESM, die im juni/ juli zur abstimmung anstehen.
    wenigstens in diesem punkt würde es keine verschlechterung geben, haben die vor herrn gauck auch schon alles durchgewunken, was die verfassungsfeinde cdu, spd, fdp die letzten 10 jahre vorgelegt haben.
  5. #44

    Gauck mit vielen Enthaltungen

    Zitat von Netcube Beitrag anzeigen
    CDU, CSU, FDP, SPD, GRÜNE... Zusammen 1100 Stimmen. Also über 100 "Abweichler" aus den eigenen Reihen.
    Es waren genau 108 Enthaltungen.

    Ein Nasenstüber für Gauck und die neoliberalen Parteien.
  6. #45

    Vertrauensvorschuss

    80% der Deutschen stehen hinter Gauck und nicht hinter 10 Geboten und Grundgesetz (was den Ehebruch angeht). Gut.

    Sein Vorgänger Christian Wulff hatte im Dezember 2011 ähnlich gute Zahlen:
    "Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind gegen einen Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten. In einem ARD-DeutschlandTrend Extra sprechen sich 70 Prozent der Bundesbürger dafür aus, dass Wulff weiter im Amt bleiben sollte. Nur 26 Prozent finden, Wulff sollte aufgrund des umstrittenen Privatkredits und enger Beziehungen zu Unternehmern zurücktreten."
    DeutschlandTrend Extra: Klare Mehrheit gegen Wulff-Rücktritt | tagesschau.de

    Wir werden sehen, wie lange der Ehebruch in Bellevue hoffähig bleibt oder ob wir den Schutz der Ehe durch Bibel, Grundgesetz und bürgerliches Recht zu Gunsten grenzenlose Gauckscher Freiheit nun abschaffen.

    Spannend wir die Frage, wen Gauck mit ins Amt nimmt: seine ihm vor Gott und Gesetz angetraute Gattin, oder eine Bekannte, mit der weder Gauck noch die Bürger vertragliche Verpflichtungen haben? Wird das Wulffen jetzt institutionalisiert unter dem Label "Freiheit"? Keine Verpflichtungen, aber die Vorteil mitnehmen als neue protestantische Werte des Pastors Gauck?
  7. #46

    Na endlich, hätte man 2010 leichter haben können

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat ein neues Staatsoberhaupt: Joachim Gauck zieht als elfter Bundespräsident ins Schloss Bellevue ein. Mit klarer Mehrheit wählte die Bundesversammlung den 72-Jährigen in Berlin zum Nachfolger von Christian Wulff.

    Entscheidung in Berlin: Joachim Gauck*ist Bundespräsident - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Es war ein schwerer Fehler der CDU/CSU diesen Mann nicht schon bei der letzten Wahl mit breiter bürgerlicher Mehrheit ins Amt zu bringen, aber man kann letztlich dankbar sein, dass die allein parteitaktische motivierte Wahl Wulffs aufgrund dessen Verhalten schliesslich doch zum Scheitern dieser allein am eigenen Machterhalt orientierten Politik geführt hat und Merkel schlicht zum umdenken gezwungen wurde. Hoffentlich ein Denkzettel sich für dieses wenig entscheidungsträchtige, aber trotzdem bedeutsame Amt künftig Nachfolger mehr im breiten Konsens oder wenigstens nach Kriterien auszusuchen, die dem Amt gerecht werden und nicht vor unbequemen Mahnern zurückzuschrecken.
  8. #47

    Zitat von mr.zoui Beitrag anzeigen
    Wenig überraschend war auch die erste Rede,
    Demokratie, Freiheit und Verantwortung -
    bisher wertlos ohne den Bezug zur Gegenwart.

    Ich bin gespannt was folgen wird.
    Er ist immer noch der aus dem Käfig Entlassen. 22 Jahre danach sollte das längst eine Nebensache geworden sein.
  9. #48

    Zitat von Glückshormon Beitrag anzeigen
    Eine neue Luxusrente wird bald fällig oder habe ich die groß angekündigte Reform verpennt?
    Die muss erst beschlossen werden und gilt dann erst für den Nachfolger.
  10. #49

    Altersweisheit :)

    Zitat von Waldbahner2 Beitrag anzeigen
    Darum nennt sich dieser demokratische Vorgang ja auch Wahl.

    Die Linken waren so nett durch einen zweiten Kandidaten eine Wahl überhaupt
    erst möglich gemacht zu haben.

    Bei einem Kandidaten wäre es ja keine Wahl sondern eine Abstimung gewesen.

    Zumindest das Alter stimmt. So wird der Ehrensold bezahlbar bleiben wenn der Mann nicht über hundert wird.

    Als Rentner plädiere ich für eine Altersgrenze beim Wählen und für politische Ämter damit die ewiggestrigen Polit-Opas aus der Poitik verschwinden.
    und fortschrittliches Denken. Nun, ich muss zur Rente noch 20 Jahre warten