dapdDeutschland hat ein neues Staatsoberhaupt: Joachim Gauck zieht als elfter Bundespräsident ins Schloss Bellevue ein. Mit klarer Mehrheit wählte die Bundesversammlung den 72-Jährigen in Berlin zum Nachfolger von Christian Wulff.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822029,00.html
Da wird Herr Gauck tatsächlich einer "Stahlhelmfraktion" nahegestellt. Oder er wird des 68er-Denkens bezichtigt, obwohl er daran nicht teilnehmen konnte. Gleichzeitig wird ihm seine religiöse Tätigkeit vorgeworfen. Aber auch sein Zusammenleben mit Frau Schadt in "wilder" Ehe. Es wird ihm so ziemlich alles vorgeworfen, egal ob er zu den einzelnen Punkten jemals Stellung nahm oder nicht. Auch scheint es egal zu sein, wie er sich künftig darstellt. Ist er kritisch, heißt es er ist ein Unruhestifter. Äußert er sich nicht, heißt es er wird von den Mächtigen gesteuert.
Der "ideale" Bundespräsident sieht also so aus: Er muß in seiner Jugend in einem Gesinnungsgefängnis gefoltert worden sein, um daraus gestählt hervorzukommen. Er muß verheiratet sein in erster Ehe und zwei erfolgreiche Kinder daraus haben. Er darf keiner Kirche zugehören, muß aber für Religionsfragen offen sein. Eine politische Meinung darf er haben, solange sie der Einheitssoße des Volkes entspricht. Er sollte nachweislich und öffentlich im Park des Amtssitzes täglich alle deutschen Zeitungen lesen. Er darf nur ein Elektroauto fahren, wenn er mit dem Fahrrad zum Parkplatz radelt. Und er sollte an internationalen Staatsbanketten teilnehmen können und am nächsten Tag am Fließband von Opel seinen Mann stehen.
Kurz: Er sollte ein Antialkoholiker sein, der gerne Bier trinkt und als Hobby Modelle von Windkrafträdern im Keller zusammenbastelt. Ein richtiger deutscher Bundespräsident eben. Ein Kuschelbär fürs Volk, der auch mal eben den kleinen Napoleon zeigen kann.
Mann, oh Mann! Laßt den Herrn Gauck doch mal machen! Gebt ihm Zeit zum Eingewöhnen. Seid doch froh, wenn er unbequem und kantig ist. Schlimmer als der letzte Bundespräsident wird er bestimmt nie werden.
Das ist mir ausreichend bekannt, ich habe mich dazu schon ausreichend selbst geäußert und ich verstehe es auch nicht, dass die Politik und ihre Medien diesen Herren schon zum Engel machen wollen.
Die Frau Klarsfeld ist eine Kämpferin gegen den Faschismus, aber ob das schon ausreicht einen Bundespräsidenten abzugeben möchte ich bezweifeln.
Bei der Auswahl eines Bundespräsidenten hat man schon immer seltsame Wege beschritten, ich hätte mir auch eine andere Person gewünscht.
Trotzdem wünsche ich diesen Herrn Gauck viel Glück und Erfolg.
HR